Baden-Württemberg sieht sich für Kampf gegen Lehrermangel gerüstet

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STUTTGART. Baden-Württemberg sieht sich im Kampf gegen den Lehrermangel für die kommenden Jahre gut gerüstet. «Der Lehrermangel ist derzeit eine Herausforderung und in diesem Jahr durch die Pensionierungswelle außerordentlich groß», sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). «Ich rechne aber damit, dass sich die Lehrerversorgung in den kommenden Jahren schrittweise bessern wird.»

Sorgt für Empörung unter Grundschullehrkräften: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg
Zeigt sich óptimistisch: Susanne Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

So habe das Land im Nachtragshaushalt die Studienplätze für Grundschullehrkräfte noch einmal erhöht. Das Ministerium sieht das Lehramt zudem durch die Besoldung im Südwesten und dadurch, dass in der Regel auch die Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit erfolge, als attraktives Angebot – auch im Vergleich mit anderen Bundesländern.

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Möglich ist es demnach im Südwesten auch, das Referendariat in Teilzeit zu absolvieren. In Baden-Württemberg waren mit Stand Ende September nach Angaben des Kultusministeriums 500 Lehrerstellen unbesetzt, davon rund 300 an Grundschulen.

Betroffen sind dabei besonders ländliche Regionen, etwa in den Kreisen Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar, wie die Behörde in Stuttgart mitteilte. Weil vor allem dort Personal gebraucht werde, biete das Land jungen Gymnasiallehrern mit ungünstigen Einstellungschancen an, für drei Jahre an Grundschulen zu unterrichten. Im Gegenzug erhielten sie die Zusage für eine Stelle in ihrer Fächerkombination an einem Gymnasium. An den Gymnasien und beruflichen Schulen fehlten vor allem Lehrkräfte für die MINT-Fächer.

Mit den steigenden Anforderungen für die Schulen wird nach der Einschätzung des neu gewählten Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz (KMK), Alexander Lorz, der Bedarf an Lehrerstellen weiter wachsen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeige, dass es nicht damit getan ist, freie Lehrerstellen neu zu besetzen, sagte Hessens Bildungsminister. «Wir sollten darüber hinaus ausbilden, weil wir davon ausgehen, dass wir mehr Lehrerstellen in Zukunft brauchen werden», erläuterte der CDU-Politiker (News4teachers berichtete).

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1 KOMMENTAR

  1. Kleine, aber entscheidende Korrektur: Den neuen Lehrkräften wird nach den drei Jahren an der Grundschule keine Stelle am Gymnasium angeboten, sondern eine Gymnasialstelle, und die kann auch an einer Gemeinschaftsschule sein. Und weil an den Allgemeinbildenden Gymnasien in den nächsten Jahren nur sehr wenige Stellen frei werden, ist das auch sehr wahrscheinlich. Und die Wahrscheinlichkeit eines späteren Wechsels von einer Gemeinschaftsschule an ein Gymnasium ist sehr gering.

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