GEW: Gehaltslücke bei Erzieherinnen und Erziehern muss weg

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BERLIN. Die rot-rot-grüne Koalition in Berlin hat den Kita-Erzieherinnen und -Erziehern versprochen, ihre Gehälter zu erhöhen. Doch die Gewerkschaft GEW vermisst konkrete Taten. Nun erhöht sie den Druck.

Sieht nett aus - ist aber tatsächlich harte Arbeit: der Erzieherinnen-Alltag. Foto: Thomas Pompernigg/Flickr (CC BY-SA 2.0)
Händeringend gesucht: Erzieherinnen und Erzieher. Foto: Thomas Pompernigg/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert vom Berliner Senat mehr Anstrengungen, um Erzieherinnen und Erzieher besser zu bezahlen. Die Gehaltslücke im Vergleich zu anderen Bundesländern müsse geschlossen werden, um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doreen Siebernik der Deutschen Presse-Agentur.

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Gelegenheit dazu biete die am 21. Januar beginnende Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Hier stehe der aktuelle Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), in der Verantwortung.

In Berlin werden Erzieher an Kitas wie an Schulen nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt. In Flächenländern wie Brandenburg ist das anders: Hier richtet sich die Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, der für den Bund und die Kommunen gilt. Dadurch verdienen Erzieher in Berlin im Durchschnitt mehrere Hundert Euro weniger im Monat als ihre Kollegen in Brandenburg.

«Dieses Land hat einen riesigen Fachkräftemangel», sagte Siebernik. «Es wäre unverantwortlich, das in den Tarifverhandlungen aus dem Blick zu verlieren.» Und weiter: «Wenn ich will, dass wir gute Kitas in dieser Stadt haben, muss ich die Erzieher genauso gut bezahlen wie in Strausberg oder Frankfurt/Oder. Sie machen schließlich die gleiche Arbeit.»

Siebernik erinnerte daran, dass Rot-Rot-Grün im Koalitionsvertrag verankert hat, die «Auseinanderentwicklung» zu begrenzen und perspektivisch umzukehren. Aber: «Seit zwei Jahren verschiebt die Politik das Problem mit Verweis auf die Tarifrunde.»

Nun sei es Zeit für die Koalition zu liefern. Wenn es in den Tarifverhandlungen nicht gelinge, konkrete Aufholschritte zu vereinbaren, weil die meisten anderen Länder womöglich kein großes Interesse daran haben, müsse Berlin eigene Lösungen umsetzen. Das Tarifrecht gebe das her.

«Schon jetzt sind viele Erzieher-Stellen nicht besetzt, weil Leute fehlen», sagte Siebernik. «Wir steuern in keine neue Kita-Krise, die bestehende Krise verschärft sich», fügte sie hinzu. Wegen fehlenden Personals würden zu wenig Kita-Plätze angeboten, gleichzeitig wachse die Stadt weiter. Die Antwort der Bildungsverwaltung sei bisher: «Wir senken die Qualität», so Siebernik. Gerade hier dürfe es aber ein keine Abstriche geben.

Laut GEW werden bis 2020 etwa 6200 zusätzliche Erzieher an Kitas und Schulen gebraucht, um den Bedarf bei gleichbleibender Qualität zu decken. Um eine «pädagogisch sinnvolle Personalausstattung» zu erreichen, braucht es aus Sicht der Gewerkschaft allerdings schon heute doppelt so viele Fachkräfte. Aktuell arbeiten an den rund 2500 Kitas nach Angaben der Familienverwaltung 29 000 pädagogische Fachkräfte – auf 24 000 Vollzeitstellen. Hinzu kommen Erzieher an Schulen. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Die sprudelnden Steuereinnahmen sollten dies ja dann auch ermöglichen. Ich bin dafür. (A 13 / E 13 ist da lange nicht in Sicht.)

  2. Nicht die sprudelnden Steuereinnahmen sollten es ermöglichen, sondern das Engagement der Berliner Erzieher!
    Selbst wenn eine Bezahlung entsprechend dem TVöD SuE erreicht würde, bleibt noch einiges nachzubessern. Nach dem Einstiegsgehalt steigt die Gehaltsstufe nicht an wie bei den Grundschullehrern. Und da einige Stellenwechsel durchaus zu mehr Berufserfahrung führen, kann es nicht angemessen sein, wenn Erzieher nach einem Wechsel des Trägers wieder von unten anfangen müssen. (Ob das auch für Berlin gilt, weiß ich nicht, aber 2015 hat verdi es nicht erreicht, an diesem Punkt eine entscheidende Veränderung zu erreichen. (Verhandeln könnten die Erzieherinnen aber…)

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