Lehrermangel: Kultusministerien versuchen, Lehrer mit bezahlten Überstunden zu ködern – zwischen 23 und 33 Euro pro Unterrichtsstunde

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ERFURT/STUTTGART. Angesichts des grassierenden Lehrermangels in Deutschland setzen die Ministerien offenbar zunehmend auf eine Notfall-Ressource: Überstunden. In Sachsen-Anhalt und Thüringen galt bislang, dass Lehrer ihre Überstunden abfeiern müssen – nun sollen sie ausbezahlt werden. Auch in Baden-Württemberg ist das Thema auf dem Zettel. Der VBE warnt davor, Lehrkräfte unter Druck zu setzen.

Bezahlte Überstunden werden für immer mehr Lehrkräfte ein Thema. Illustration: Shutterstock

Eine Überstunde im Lehrerberuf ist nicht mit Mehrarbeit gleichzusetzen. Die gibt es sowieso, etwa wenn Pädagogen kurzfristig für erkrankte Kollegen einspringen müssen. In der Regel gilt, dass bis zu drei Unterrichtsstunden monatlich zusätzlich zum eigentlichen Wochenstunden-Soll zu leisten sind, ohne dass es dafür einen Ausgleich gäbe. Das Soll für Lehrkräfte entspricht je nach Schulform und Bundesland zwischen 22 und 28 Unterrichtsstunden pro Woche.

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Um Missverständnissen vorzubeugen: Unterrichtsstunden sind keine Zeitstunden – der zeitliche Aufwand für die Vor- und Nachbereitung kommt zum eigentlichen Unterrichtsgeschehen obendrauf. Eine Arbeitszeituntersuchung im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums kam unlängst auf eine wöchentliche Belastung der Vollzeit-Lehrerinnen und -Lehrer an Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien von 48 (Zeit-)Stunden und 18 Minuten wöchentlich außerhalb der Ferienzeiten.

Angesichts des sich ausweitenden Lehrermangels änderte Sachsen-Anhalt bereits im November die Regeln. Lehrer, die Überstunden angesammelt haben (mehr als 80 Unterrichtsstunden waren eigentlich nicht erlaubt, kamen trotzdem oft vor), können sich dafür Geld auszahlen lassen – pro Stunde je nach Schulform zwischen 23 und 33 Euro. Tatsächlich ist die Nachfrage der Betroffenen groß, weil sie wissen, dass das eigentlich vorgesehene Abbummeln der Überstunden im nächsten Schuljahr ohnehin kaum möglich sein wird. Entsprechend kritisch sieht die GEW das Auszahlungsmodell. „Wenn Lehrer wegen Überlastung aussetzen müssen, hilft auch das zusätzliche Geld auf dem Konto nicht weiter“, so heißt es bei der Gewerkschaft.

“Kleiner Schritt” gegen den Unterrichtsausfall

Das hindert Thüringen allerdings nicht daran, die Regelung des Nachbarn zu übernehmen. Nach dem Willen von Bildungsminister  Helmut Holter (Linke) sollen sich auch Lehrer in Thüringen ihre Überstunden bald auszahlen lassen können. Das Thema sei Bestandteil der Verhandlungen über den Landeshaushalt 2020, teilte das Ministerium mit. Holter bezeichnete das Vorhaben neben den größeren Maßnahmen als einen der „kleinen Schritte“, um dem Unterrichtsausfall entgegenzuwirken. „Da brauchen wir mehr Flexibilität“, erklärte er. Aus der Praxis werde zu Recht darauf hingewiesen, dass bei den Überstunden der Lehrer „ein Abbummeln kaum möglich ist“. Hier beugt sich die GEW offenbar dem Sachzwang. Der Vorrang des Freizeitausgleiches müsse aufgegeben werden, erklärte die Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum. Dies sei gerade in Zeiten des hohen Unterrichtsausfalls geboten.

Auch Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will Lehrer dazu bringen, Überstunden zu machen. Nach einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ sollen diese entweder gleich bezahlt oder in einem Vorgriffmodell in späteren Jahren wieder abgebaut werden. „Die Rückmeldungen von Lehrkräften zeigen mir deutlich, dass beide Angebote auf Interesse stoßen“, sagte Eisenmann dem Blatt. Die Kultusministerin will dem Bericht zufolge das Angebot aber nicht allen 117.000 Lehrkräften im Land unterbreiten, sondern nur in Gegenden und Bereichen, wo Mangel herrscht: Momentan seien 560 Lehrerstellen nicht besetzt. Darunter sind 300 an Grundschulen und viele im ländlichen Raum. Einen hohen Bedarf gebe es auch für naturwissenschaftliche und technische Fächer an den weiterführenden Schulen und Berufsschulen.

Dem Bericht zufolge hat das Finanzministerium Bedenken gegen das Bezahlen von Überstunden. Eisenmann will aber verhandeln und die bezahlte Mehrarbeit bereits zum kommenden Schuljahr anbieten.

In anderen Bundesländern ist man offenbar geräuschlos längst zum Bezahlmodell übergegangen – wie in Nordrhein-Westfalen. So erklärt das NRW-Schulministerium laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, Freizeitausgleich sei „im Schuldienst in der Regel nicht möglich. Weil dadurch Unterrichtsausfall an anderer Stelle verursacht würde, wird Mehrarbeit überwiegend vergütet”. Ähnlich verhalte es sich in anderen Bundesländern. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

VBE: Prinzip Freiwilligkeit

STUTTGART. Gerhard Brand, Landesvorsitzender des VBE Baden-Württemberg, mahnt, „dass ein Modell der freiwilligen Überstunden „auf keinen Fall dazu führen darf, die reguläre Arbeitszeit von Lehrkräften durch die Hintertür zu erhöhen“. Oberstes Primat müsse „die Freiwilligkeit sein“.

Der VBE fordert daher, dass für jede Lehrkraft, die freiwillig Überstunden leisten will, ein Einzelvertrag über die genauen Konditionen abzuschließen ist. Außerdem muss geklärt sein, was passiert, wenn es in der Rückgabephase zu Komplikationen kommt, eine Lehrkraft etwa krankheitsbedingt aus dem Dienst ausscheidet. In solchen Fällen muss klar sein, dass die betreffende Lehrkraft für ihre freiwillig geleisteten Überstunden dennoch entlohnt wird. Keinesfalls darf das Land das Geld selbst einbehalten.

Da das Angebot, freiwillige Überstunden zu leisten, auf Lehrkräfte einen gewissen Druck ausüben kann, einer solchen Forderung nachzukommen, muss aus Sicht des VBE zudem unbedingt der Personalrat eingebunden werden.

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28 KOMMENTARE

  1. Was bringt das?
    Ich mache jede Woche seit Beginn des Schuljahres 2-5 Stunden mehr. Die perfekte Anleitung, wenn man in diesem Systemzustand langfristig agiert, um in den Burnout zu laufen.

  2. Eine reguläre Unterrichtsstunde bringt doch 70,80,90 … Euro NETTO (je nach Schulart und Erfahrungsstufe).

    Warum soll ich dann für rund 20-30 Euro brutto (?) freiwillig Überstunden machen?

    • 70-90€ netto ist glaube ich zu viel, Schulleiter in NRW kommen bezogen auf 100 Unterrichtsstunden pro Monat, auf bis zu 100€ brutto oder so.

      Ihre Größenordnung stimmt aber, die 23-33€ brutto sind viel zu wenig. Andererseits passen sie aber in etwa zu einer 40-Stundenwoche mit 1000€ Wocheneinkommen, was effektiv den Mindestarbeitszeiten von normal besoldeten Lehrern entspricht. Ziemlich mieser Stundenlohn für einen Akademiker…

      • Wieso? Das ist doch eine ganz einfache Rechnung. Wenn jemand 2500,- netto auf 26 Stunden hat (Modellrechnung), dann sind das rund 96 Euro pro Unterrichtsstunde.

        Wieso soll man dann für 20-30 Euro pro Stunde Überstunden machen?

        • Es ist mit dem Brutto nicht anders. Nehmen wir 4500,- brutto auf 26 Stunden (Modellrechnung), dann komme ich auf rund 173,- Euro pro Unterrichtsstunde.

          Und dann soll ich für 20-30 Euro (brutto?) Überstunden machen?

          Oder wo ist da ein Fehler?

          • Ahh, ja, Fehler gefunden.

            Ich habe das Monatsgehalt durch die Wochenstundenzahl gerechnet. Sorry. 🙂

          • 25 Wochenstunden (Unterrichtsstunden)! Ich habe eine gerundete Zahl genommen. Als Lehrer hat man doch 24-28 Unterrichtsstunden wöchentlich und bekommt dafür je nach Schulart und Erfahrungsstufe 4500,- Euro brutto (da habe ich auch einen Mittelwert genommen). Sie nicht?

            Was ist also daran jetzt besonders? Das ist doch die Realität?

            Gehen Sie nach Berlin. Da bekommen Sie sogar 5300,- und an den Brennpunktschulen mit 80% entspr. Kinder sogar 5600,- Euro brutto.

      • Was ist denn hier wieder los ?
        Als Facharzt mit 30 Jahren Berufserfahrung erhält man im Angestelltenverhältnis 35,88 Euro Stundenlohn + 5,38 Euro Nachtschichtzulage zwischen 21 Uhr und 6 Uhr abzüglich 20 % vom Stundenlohn ab 16 Uhr bis 7 Uhr 30 am nächsten Morgen.
        Dabei erreichen wir locker 57 Wochenarbeitsstunden mit Nacht-und Spätdienst.

          • Ja und zwar nach dem Abrechnungsmodus, den ich oben beschrieb. Bei der Berechnung des Lohnes werden vom Arbeitgeber nach einem 24 Stundendienst die abzufeiernden 8 Vollstunden in der Berechnung abgezogen. Dafür wird der Bereitschaftsdienst bezahlt, der als solcher definiert ist, dass die Arbeitsbelastung in dieser Zeit nicht 49 % übersteigt, weil man sonst Schichtdienst einführen müsste.
            Die ca. 54 bis 62 Stunden entsprechen einer durch die Addition errechneten durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit über einen Zeitraum von 3 Monaten, wobei Urlaubstage, Krankheit und Erziehungsurlaub nicht eingerechnet wurden.
            Zur Zeit bahnt sich Zoff an.

          • Ich hoffe, dass Sie alle die Vorbereitungszeiten und Zeiten für Korrekturen auch bezahlt bekommen. ansonsten könnte man einfach diese Arbeiten für alle sichtbar und nachweisbar in der Schule erledigen.

        • Außerdem gibt es noch die Feiertagszulage an Weihnachten, Sylvester und Feiertagen von 5,42 Euro/Std. steuerfrei, sowie eine Urlaubszulage pro Tag .
          Da lacht das Herz , die Stimmung steigt, wenn sich der Tag dem Ende neigt, und in der häuslichen Stille , ertönt der Kinder vieler Stimmen: “Wo ist Papa ?”
          Andererseits haben Sie alle geregelte Arbeitszeiten mit freien Wochenenden und Feiertagen, die einen normalen Tag/Nachtrhythmus ermöglichen.
          Augen auf bei der Berufswahl, denn ich wäre sehr viel lieber Grundschullehrer, so wie Sie Palim oder der stille Beobachter mit Herz und Engagement.

          • Wie geregelt sind die Wochenenden und wie frei die Feiertage wirklich?

            Ob die Arbeitszeit entlohnt wird, da kann man geteilter Meinung sein. Bezahlt wird man nach erteilter Unterrichtsstunde, die je nach Bundesland und je nach Schulform unterschiedlich sind.

            Darüber hinaus gibt es eine Menge zusätzlicher Aufgaben. Wie viele Aufsichten ich wahrnehme, an wie vielen Konzepten oder Schulplänen ich im Jahr schreibe, wie viele Förderschulgutachten ich erstelle, wie viel Aufwand ich für zusätzliche Förderung betreibe, ob ich Sammlungen aufräume oder PCs warte, die Homepage bestücke, die Datenschutzverordnung/ Arbeitsschutzverordnung oder anderes umsetze, wie viele Konferenzen und Gremien ich habe, wie viele Gespräche mit Eltern, Therapeuten, zum Übergang von KiGa in Schule oder von Schule zu Schule, alles gehört, wie die direkte Vor- und Nachbereitung des Unterrichts mit dazu, wird aber nicht gesondert gezäht und nicht einmal wahrgenommen, aber seit Jahren mit vielen weiteren zusätzlichen Aufgaben gefüllt.

            Wenn die Arbeitszeitstudie zu dem Ergebnis kommt, dass 28 Unterrichtsstunden im Durchschnitt (!) 40% der Arbeitszeit ausmachen, bekommt man zumindest einen Eindruck.
            Freie Wochenenden gibt es nicht, freie Feiertage schon eher mal, wobei bestimmte schulfreie Tage willkommen sind, wenn z.B. Korrekturen oder Berichtszeugnisse anstehen.

          • Also arbeiten Sie zusätzlich zur erfassten Arbeitszeit auch noch.
            Bei mir sind zusätzlich Weiterbildungen und gegebenenfalls Vorbereitungen auf einzelne Kombinationen von Krankheitsbildern bei Narkosen gedanklich einzuüben, neue Verfahren zu schulen, etwa mit Videofilmen im Internet oder in anatomischen Atlanten zur Betäubung einzelner Nerven , ebenso wie Vorträge und Weiterbildungen vorzubereiten sind.

          • Weiterbildungen laufen entweder in der unterrichtsfreien Zeit, also am Nachmittag, am WE oder in den Schulferien,
            oder aber in der Schulzeit. Dann aber muss ich vorab den Unterricht ausarbeiten, fertig hinlegen und einer pädagogischen Mitarbeiterin erläutern oder hinlegen, was ich sehr aufwändig finde und gerade in Klasse 1+2 nicht immer leicht ist, mit zunehmender Selbstständigkeit der SuS zwar aufwändig ist, aber dann zumindest besser gelingt. (Ohne den Einsatz der pädagogischen Mitarbeiterinnen schmälern zu wollen: Stellen Sie sich vor, Sie würden eine Ihrer Aufgaben einer Pflegeschülerin überantworten.)

            Wenn dann Fortbildungen ineffizient sind, finde ich es schlicht ärgerlich, und warum nach Digitalisierung gerufen wird, in diesem Bereich aber nicht stattfindet, ist mir weiterhin schleierhaft.

            Der dritte Weg ist die eigenverantwortliche Fortbildung über Medien, die man sich sucht, zu Themen, die gerade aktuell sind, was meiner Meinung nach auch ein Hauptbestandteil des Studiums ist: Themenfelder oder Wissenbereiche in kürzester Zeit erschließen und für die pädagogische oder unterrichtliche Verwendung zu Nutze zu machen.

          • Bei uns gehen die meisten Lehrer während der Arbeitszeit zu Fortbildungen. Palim scheint in “Alices Wunderland” zu leben und zu arbeiten und den Nicht-Lehrern hier wieder ein X für ein U vormachen zu wollen?! Die meisten bei uns wären nicht bereit, außerhalb der Arbeitszeit noch irgendwo hinzugehen.

            Manchmal gibt es Tipps für den Vertretungslehrer, was der machen könnte (wenn er will); oft gibt es allerdings nichts. Ich würde es auf 10-20% schätzen, dass man vom fehlenden Lehrer eine Info bekommt, was man machen soll oder könnte. Ausgearbeitete Stundenentwürfe schon gar nicht. Da ich das an mehr als 1 Schule so erleb(t)e, halte ich es eher für die Realität.

          • Ihr Bundesland ist nicht mein Bundesland und in Niedersachsen werden für den Vertretungsunterricht an Grundschulen seit 2000 pädagogische Mitarbeiter herangezogen.

            Dazu gibt es unzählige Vertretungskonzepte im Internet,
            z.B. dieses http://www.gs-altwarmbuechen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=43&Itemid=35
            Da wird knapp aber verständlich erklärt, wie es an den nds. Grundschulen abläuft:
            “Für die Organisation des Vertretungsunterrichts steht jeder Grundschule ein Personalbudget zur Verfügung, das sich nach der Anzahl der Schülerinnen und Schüler richtet. Diese Stunden werden von der Schulleitung auf die an der Schule arbeitenden pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt. (…)

            Bei voraussehbaren Ausfällen der Lehrkräfte wird der Unterrichtsstoff von der Lehrkraft vorbereitet und mit ergänzendem Material in die Vertretungsfächer gelegt. Die Vertretung hakt ab, was sie in ihrem Unterricht behandelt hat, so dass ein Überblick über den behandelten Stoff für die anderen Vertretungen und die Fachlehrer möglich ist.

            Bei kurzfristigen Ausfällen von Lehrkräften wird wahlweise von der erkrankten Kollegin/dem erkrankten Kollegen angegeben, wie im Unterricht weiter verfahren werden soll oder die parallel eingesetzten Fachlehrer/Innen versorgen die Vertretungskraft mit Material.”

            Fährt man auf eine Fortbildung, ist dies ein vorhersehbarer Ausfall, für den man selbst Unterrichtmaterial entsprechend der eigenen Stunden vorbereitet und zur Verfügung stellt. Die pädagogische Mitarbeiterin wird benachrichtigt, man spricht entweder den Unterricht mit ihr durch oder schreibt auf, was in den Stunden erfolgen soll.

          • @Sofawolf
            In Niedersachsen und NRW steht einem eine Woche Fortbildungsurlaub zu, der während der regulären Arbeitszeit genommen werden kann.
            Die meisten Fortbildungen finden bei uns ab 18 Uhr in der Woche statt oder eben am Wochenende statt, wobei letztere kostenpflichtig sind und meistens sehr effektiv die Inhalte vermitteln.
            Wir finanzieren durch unsere Mitgliedsbeiträge selber die Entwicklung von S3 Leitlinien, die auf dem Boden großer, multizentrischer Studien entwickelt wurden. Das Verfahren ist sehr kostenaufwendig, liegt pro Leitlinie bei 100.000 bis 150.000 Euro und wird alle 3 Jahre überarbeitet. Das finanzieren wie gesagt wir Mitglieder eines Berufsverbandes ohne eine Einflussnahme durch wirtschaftliche Interessen der Industrie.

  3. Immerhin ist in Berlin jetzt rückwirkend die Gehaltszulage von 300,- für Lehrer an 80%-Brennpunktschulen beschlossen worden.
    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/12/brennpunkt-schulen-berlin-lehrer-erzieher-zulage.html

    Was ist nun eigentlich mit gleichem Lohn für gleiche Arbeit?
    Das war doch die A-13-Hauptargumentation und ist es immer noch?!?

    Sogar in Berlin gilt das nicht mehr. Alle Neueingestellten bekommen 5300,- Euro brutto. Die Neueingestellten an den 80%-Brennpunktschulen nun also 5600,- Euro brutto.

  4. Wie kann man denn allen Ernstes 100€ für eine Vertretungsstunde fordern? Sicherlich sind diese nervig, aber man sollte doch wirklich auf dem Teppich bleiben, denn im Normalfall erfährt man von der Vertretungsstunde erst, wenn es soweit ist und macht dann entweder vorher gestellte Aufgaben oder hält sich ans jeweilige Vertretungskonzept der Schule.

    • Zunächst einmal müsste es unterschiedliche Stundensätze für Beamte und Tarifbeschäftigte geben und dafür die unterschiedlichen Verrechnungssätze für die unterschiedlichen Einstiegsämter der Laufbahngruppe II gestrichen werden.

    • In Bayern haben wir zudem eine Fortbildungsverpflichtung von 60 Zeitstunden in 4 Jahren, das sind 15 pro Schuljahr. Die sogenannten schulinternen Fortbildungen finden an Nachmittagen statt. Die meisten Fortbildungen, die auf Schulamtsebene angeboten werden, sind ebenfalls zweistündig nachmittags. Dann gibt es auch noch ganze Wochen- oder Halbwochenkurse an der bayernzentralen Lehrerakademie in Dillingen (die sind qualitativ vom Feinsten, sind auch schwer zu bekommen) oder an anderen Bildungsstätten. Manchmal gibt es auch ganztätige Fortbildungen. In den letzten beiden Fällen muss Unterricht vertreten werden, sofern sie nicht an Wochenenden (meist externe Angebote wie z.B. durch Lehrerverbände) stattfinden.

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