Hubigs Demokratiebildung – Schüler wollen auch schon früher wählen dürfen

2

MAINZ. Lehrer und Schüler haben das von Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) vorgestellte Konzept für eine vertiefende Demokratiebildung unterschiedlich aufgenommen. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz begrüßte am Donnerstag die angekündigten Investitionen wie 50 weitere Stellen für den Sozialkunde-Unterricht. «Wichtig ist uns dabei, dass diese Stellen auch tatsächlich zusätzlich hinzukommen und nicht an anderer Stelle eingespart werden müssen.»

eckige graue Wahlurne
Durch die Begrenzung des Wahlalters würden den Kindern und Jugendlichen das Interesse und die Möglichkeit genommen, sich zu emanzipieren. findet die LSV Rheinland-Pfalz. (Foto: Holger Lang / pixelio.de)

Die Landesschülervertretung (LSV) bezeichnete die angekündigte Ausweitung des Sozialkunde-Unterrichts als einen «bedeutungsvollen Schritt in die richtige Richtung». Dieser gehe aber nicht weit genug: «Wir fordern die Einführung des Faches Sozialkunde ab der fünften Klasse, da es wichtig ist, schon im jungen Alter ein Verständnis für demokratische Werte zu entwickeln.»

Anzeige


Die Schülervertretung kritisierte, dass Hubig zwar von gelebter Demokratie an den Schulen spreche, nicht aber von einer Senkung des Wahlalters. «Das Wahlalter ist eine willkürlich gewählte Zahl, die nicht über die Reife und das politische Bewusstsein eines Menschen urteilen kann.» Zudem könnten Grundsätze wie Respekt und Toleranz am besten in einer einheitlichen Schule für alle vermittelt werden. «Mit dem dreigliedrigen Schulsystem werden wir zur Spaltung der Gesellschaft erzogen», kritisierte LSV-Vorstandsmitglied Lucas Fomsgaard.

Das am Mittwoch vorgestellte Konzept sieht unter anderem mehr Sozialkunde im Unterricht, Besuche von NS-Gedenkstätten und eine Stärkung der Schülermitbestimmung vor. Dafür will das Land jährlich mehr als vier Millionen Euro bereitstellen. dpa

Bildungsministerin Hubig stellt Initiative für Demokratiebildung in Schulen vor

Anzeige


2 KOMMENTARE

  1. Die Vorschläge des LSV zeigen klar das erreichte Kompetenzniveau an. Wenn sie nur versuchen könnten, sich an die Klassensprecherwahlen in Klasse 5 zu erinnern …

  2. Obwohl ich erst 18 bin, trete ich dafür ein, dass man erst ab 23 wählen darf und das passive Wahlrecht erhalten sollte. Zuvor ist der Einfluss von Schule und Fernsehen noch zu stark auf die Schüler.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here