Bildungsministerin Hubig stellt Initiative für Demokratiebildung in Schulen vor

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MAINZ. Mehr Sozialkunde im Unterricht, Besuche von NS-Gedenkstätten und eine Stärkung der Schülermitbestimmung – diese und weitere Maßnahmen sind Teil eines neuen Konzepts zur Demokratiebildung an den Schulen, das die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Mittwoch im Landtag vorgestellt hat.

Bringt die politische Bildung voran: die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig. Foto: Georg Banek / Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

Angesichts von Bedrohungen der Demokratie durch Nationalismus und Populismus komme es entscheidend darauf an, den Schülerinnen und Schülern die Erinnerung an die Verbrechen der Nazidiktatur, das Lernen und Leben von Demokratie sowie das europäische Miteinander nahezubringen, sagte Hubig am Mittwoch in einer Regierungserklärung in Mainz. Für Maßnahmen zur Umsetzung des Konzepts werde die Landesregierung jedes Jahr zusätzlich vier Millionen Euro investieren.

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Die Ministerin kündigte zum nächsten Schuljahr eine Richtlinie an, wonach alle Jugendlichen im Laufe ihres Schullebens mindestens einmal eine NS-Gedenkstätte oder einen anderen Ort des Erinnerns besuchen sollen. Im Pädagogischen Landesinstitut werde eine zentrale Servicestelle für schulische Zeitzeugen- und Gedenkarbeit eingerichtet. Auch in der Ausbildung aller Lehrkräfte sollen Gedenkstättenbesuche verankert werden. Ab 2020 solle es künftig alle zwei Jahre wieder einen Schüleraustausch mit Israel geben – zuletzt wurde dies 2009 und 2015 organisiert.

Ab dem Schuljahr 2020/21 soll der Sozialkundeunterricht schrittweise um zwei Wochenstunden ausgebaut werden und bereits in der 8. Klasse beginnen, wie die Ministerin mitteilte. Es werde sichergestellt, dass auch in der Oberstufe alle Schüler das Fach Sozialkunde belegen. In einer Neufassung des Schulgesetzes sollen die Mitbestimmungsrechte der Schüler ausgeweitet werden. dpa

Demokratie braucht Regeln, und die müssen junge Menschen lernen – auch Schüler, die während der Unterrichtszeit demonstrieren. Ein Kommentar

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3 KOMMENTARE

  1. “Ab dem Schuljahr 2020/21 soll der Sozialkundeunterricht schrittweise um zwei Wochenstunden ausgebaut werden und bereits in der 8. Klasse beginnen” gibt es dann mehr Nachmittagsunterricht oder fällt etwas anderes weg? Vielleicht Deutsch? oder Geschichte? oder Mathe?

  2. “Es werde sichergestellt, dass auch in der Oberstufe alle Schüler das Fach Sozialkunde belegen. ”
    Richtig nützlich ist das nur, wenn das Lesen des SPD-Parteiporgamms Pflichtbestandteil des Lehrplans wird.

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