GEW fordert geschlechtergerechte Sprache schon in der Schule. Wie in Hannover: Dort nutzt die Verwaltung ab sofort das Gendersternchen

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HANNOVER. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen hat sich dafür ausgesprochen, Kinder schon in den Schulen für geschlechtergerechte Sprache zu sensibilisieren. «Sprache beeinflusst das Bewusstsein. Darum ist es gut, wenn geschlechtergerechte Sprache schon vom Kindesalter an vermittelt wird», sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth dem Radiosender ffn in Hannover – mit Blick auf die seit Kurzem dort geltende Sprachvorschrift für die Verwaltung.

Um das “Gendern” tobt ein Kulturkampf – selbst auf Verkehrsschildern. Foto: Coyote III / Wikimedia Commons(CC BY-SA 4.0)

Es sei gut, so Pooth, wenn Lehrerinnen und Lehrer gendergerechte Sprache verwendeten. Dominiere sprachlich das männliche Geschlecht, lege dies eine vermeintliche Überlegenheit nahe. Außerdem falle dabei völlig unter den Tisch, dass es eben nicht nur männlich und weiblich gebe, sondern auch das dritte Geschlecht.

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Die Stadt Hannover hatte mit einer neuen Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache öffentlich eine breite Debatte losgetreten. Wenn möglich, sollten Formulierungen wie «Redepult» statt «Rednerpult» oder «Teilnahmeliste» statt «Teilnehmerliste» verwendet werden, heißt es in einer neuen Broschüre. Gibt es keine Alternative, wird der Genderstern empfohlen – zum Beispiel der*die Ingenieur*in.

“Vielzahl geschlechtlicher Identitäten”

Die neue “Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache” der Stadt Hannover trägt nach eigenen Angaben der Vielzahl geschlechtlicher Identitäten Rechnung – und geht damit weiter als der bisherige Ausgleich zwischen männlichen und weiblichen Formulierungen. Außerdem entspreche sie der neuen Gesetzgebung, nach der zum Beispiel seit dem 1. Januar das dritte Geschlecht im Personenstandsregister geführt werde. „Vielfalt ist unsere Stärke – diesen Grundgedanken des städtischen Leitbilds auch in unserer Verwaltungssprache zu implementieren, ist ein wichtiges Signal und ein weiterer Schritt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen“, meint Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD).

Die neue Empfehlung ist für sämtlichen Schriftverkehr der Verwaltung verbindlich. Sie wird schrittweise in E-Mails, Präsentationen, Broschüren, Presseartikeln, Drucksachen, Hausmitteilungen, Flyern, Briefen, Formularen und Rechtstexten umgesetzt. „Die wichtigste Grundregel ist, überall da, wo es möglich ist, geschlechtsumfassende Formulierungen zu verwenden“, so heißt es in einer Pressemitteilung. „Erst in zweiter Linie, wenn eine solche Formulierung nicht möglich ist, wird das sicherlich auffälligste Mittel – der “Gender Star” – eingesetzt.  Das Sternchen* zwischen der maskulinen und femininen Endung soll in der Schriftsprache als Darstellungsmittel aller sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten dienen und hebt gezielt den Geschlechterdualismus auf. Beim Vorlesen wird der Gender Star durch eine kurze Atempause gekennzeichnet. Er ersetzt das bisher verwendete Binnen-I.“ Aus der bisherigen „Dezernentenkonferenz“ wird so die „Dezernent*innenkonferenz“

Geschlechtsumfassende Formulierungen und der “Gender Star” würden helfen, die häufig umständlich anmutenden Formulierungen in der Paarform zu kürzen – und gewährleisteten gleichzeitig die Ansprache aller Geschlechter, auch jenseits der Kategorien Frau oder Mann. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht’s zu einem Flyer der Stadt Hannover, der „geschlechtergerechte Sprache“ erklärt.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

 

Liebe LeserInnen, sollen wir gendern – oder lieber nicht? Deutschland ist in dieser Frage gespalten

 

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29 KOMMENTARE

  1. Die GEW hat ja auch behauptet, dass verbeamtete Lehrer streiken dürfen. Dummerweise lag sie daneben und die gutgläubigen Lehrer hatten ein Problem.

    Die GEW könnte eher realistische Vorschläge bzgl. der Inklusion und Integration machen anstatt sich über Gendersternchen zu profilieren versuchen.

  2. problematisch erscheint mir hier primär ein informationsmangel von ungutgläubigen; gew-kolleginnen sind in ihrem engagement inhaltlich komplexer aufgestellt und zudem rechtsschutzversichert.

    • Die GEW macht sich als Beamtengewerkschaft einfach nur noch lächerlich.
      Es wäre deutlich mehr drin, wenn man sich auf das Kerngeschäft dieser Gewerkschaft verlegen würde, nämlich der Beschäftigungspolitik, also der vorausschauenden Personalbesetzung an den Schulen , der Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitglieder, sowie eine effektive Vermittlung von Lerninhalten.
      Die gewählten Funktionsträger haben offensichtlich den Bodenkontakt zur Realität verloren und beschäftigen sich mit gekünsteltem, schriftsprachlichem Unbill, der gar nichts bewirkt, außer Zerstreuung der Gedanken, Ablenkung von echten Problemen, die allen auf den Nägeln brennen, wie die verkorkste Inklusion, die Unterbesetzung der Lehrpersonals und überbordete Lernmethoden.

  3. Mir scheint bemerkenswert, dass sich hier eine Kampagne ohne Ende zeigt. Der bisherige Verlauf der “Sprachreinigungs”-Anstrengungen zeigt, dass es immer weitere und weiter gehende Forderungen geben wird. Als es vor 2 Jahrzehnten um das “Binnen-I” ging, war keine Rede davon, dass neue “Gender” auftauchen könnten. Ebenso wissen wir heute nicht, was danach als nächstes kommen wird. Nur, wenn man die Vehemenz und das kompromisslose Sendungsbewusstsein der Akteure anschaut, ist hochwahrscheinlich, dass sie immer weitere und ebenso schlimme Sprachungerechtigkeiten und Diskriminierungen “entdecken” werden. Es wird nie ein zufriedenstellender Endpunkt erreicht werden.
    Woran liegt das? Zwei Vermutungen könnte man anstellen.
    Zum einen werden all diese Sprachveränderungsforderungen von “Apparatschiks” gestellt, von Gewerkschaftsvertretern, Politikern, Gender-Professoren usw., die ihr Geld (von der Allgemeinheit) erhalten und all ihre Zeit und Kraft dem Kampf für ihre Ziele widmen können. Immer neue “Ungerechtigkeiten” zu bekämpfen, ist ihnen Arbeitsnachweis und Existenzberechtigung.
    Zum andern könnte man psychologische Vergleiche anstellen – was geht in der Seele von Menschen vor, die Jahr für Jahr kämpfen, Dinge erringen, aber nie zufrieden sein können?

    • Diese schriftsprachlich gekünstelten Abänderungen der Wörter werden sich nicht durchsetzen, da sie nicht in die Umgangssprache aufgenommen werden, sprachlich gelebt werden und eben in keiner regelmäßigen Anwendung Eingang finden werden.

      • Langfristig, schon klar. Aber wie viel Kraft und Geld wird dort noch hinein fließen? Wie viel Mühe wird es kosten, alles wieder umzustellen? Gesetze, Verordnungen, Verwaltungstexte leben in ihren Winkeln so lange wie die Herxheimer “Hitlerglocke”.

      • Zu Fuß Gehende warten an der roten Ampel, Studierende stärken sich gerade in der Mensa, Lehrende unterhalten sich in der großen Pause mit ihren Lernenden über das Wetter … – Sogar der blutigste Laie merkt doch sofort, was es mit solchen »kreativen« Neologismen auf sich hat. Deshalb werden sie sich im allgemeinen Sprachgebrauch auch niemals durchsetzen.

        • Unterschätzen Sie nicht den pseudomoralischen Druck der Ideologen! Wer gegen die Gender-Verhunzung unserer Sprache ist und weiteren Blödsinn dieser neumodischen Dogmatiker kritisiert, wird irgendwann als “rechts” beschimpft, egal ob als “rechtspopulistisch” oder “rechtsextremistisch”. Der Pranger ist der gleiche.

  4. Bei Lehrergehältern: Nichts erreicht. Wir erinnern uns an die ganzen Nullrunden bei Haushaltsrekorden in BaWü unter GrünRot
    Bei Arbeitsbedingungen: NJichts erreicht. Ständige Zunahme von Dokumentationspflichten, Inklusionswünschen und ideologischer Bildungspoltikmätzchen bei gleichbleibender Unterrichtsverpflichtung
    Bei Unterrichtsversorgung: keine Besserung. Noch immer kommen etliche meiner Studenten und Studentinnen mit Einserschnitten nicht unter.

    Aber Sternchen in Wörtern; dafür kann man kämpfen.

    • den fokus fordernd auf vermeintliche versäumnisse einer gewerkschaft zu richten, um diese vorwurfsvoll bemeckern zu können, erscheint mir doch um einiges sinnbefreiter zu sein als das engagement für einen fairen sprachgebrauch.

      • Dieser schriftsprachliche Klamauk wird sich niemals in der Umgangsssprache etablieren können, weil diese sprachlichen Abwandlungen einfach zu künstlich wirken, schräg formuliert und abgedreht erscheinen.
        Allerdings werden sich die Anwender dieser neusprachichen Erfindungen auch noch lächerlich machen.

        • Hoffentlich trifft Ihre Voraussage zu, AvL! Ich bin mir da nicht sicher. Vor zehn Jahren hätte ich auch nie angenommen, dass der “schriftsprachliche Klamauk” und anderes mehr von der Genderfront so weit fortschreiten würde.

          • Die deutsche Schrift orientiert und orientierte sich schon immer an der gesprochenen Sprache, was man an der relativ späten Entwicklung der deutschen Schrift nach 1515 sehr gut nachvollziehen kann.
            Erst aus der Sprache entwickelte sich die deutsche Schrift durch die zahlreichen Bibelübersetzungen , sowie der aufkommenden Druckerkunst, die diese und andere Übersetzungen einem großen Publikum potentiell zur Verfügung stellen konnte.
            Die neu entstandene deutsche Schrift und die Sprache beeinflussten sich beide schließlich gegenseitig, weil die Schriftsprache teilweise den theoretischen Hintergrund für die Weiterentwicklung der Sprache bildete.
            Im Moment befinden sich in meiner Wahrnehmung die Sprache und die Schrift der Generation der übermäßigen Anwender neuer Medien , wie Handys, Smartphones etc. , in ihrer weiteren Entwicklung in Richtung der Verkürzung sprachlicher Inhalte durch die Verwendung einfacherer Satzformen mit einer Vereinfachung und Kürzung der Sprachsequenzen, sowie der Wörter wie lol etc.
            Allerdings habe ich diese Gendersprache gerade bei dieser Nachwuchsgeneration in ihrer Anwendung bei denen nicht ausmachen können. Das hört sich eben sehr uncool und stark gekünstelt an.

  5. Ich warte nur auf den Tag, bis solch ein geschichtsvergessener Verbalvergewal-tiger von Juden*Jüdinnen schreibt.

  6. Sprache ist, seitdem es sie gibt, die gemeinsame Schöpfung und das gemeinsame Verständigungsmittel von Frauen und Männern. Sie ist frei von »Ungerechtigkeiten« im Sinne von »männlicher Dominanz«. Wer das Gegenteil behauptet, tut dies weniger aus wissenschaftlicher Unvoreingenommenheit und aus profunder sprachgeschichtlicher Kenntnis als aus einem außerhalb der Sache liegendem Interesse. Deshalb: Finger weg vom deutschen Genussystem, das vernünftiger ist als die Versuche all derer, die es partout deformieren wollen!

    • Nee, Sprache bzw. Sprachgebrauch wird nicht demokratisch ausgehandelt; Sprache ist Abbild der Gesellschaft, in der die Sprachträger leben. Sie zeigt z.B. die Dominanz der angloamerikanischen Welt durch die Flut an Anglizismen. Zu anderen Zeiten waren es lateinische oder französische Einflüsse usw.-usf. Die Sprache mit Dritten Reich war ebenfalls eine andere als in der DDR bzw. jeweils gesellschaftsspezifisch mit Wörter, die es nur in dieser Zeit gab, weil man sie nur in dieser Zeit brauchte. Von gemeinsamer Schöpfung kann da nicht die Rede sein.

      Wer das Gegenteil behauptet (um mal ebenfalls so einen billigen Versuch zu machen, Meinungsgegner von vornherein abzuqualifizieren 🙂 ), hat keine Ahung von Sprachentwicklung.

      • Von einem “demokratisch ausgehandelten” Sprachgebrauch ist in meinem Kommentar nicht einmal sinngemäß die Rede. Dort geht es nur um den gleichen Anteil von Frauen und Männern an der Schöpfung (und Ausformung) von Sprache und um die gegenwärtigen Versuche, auf das deutsche Genussystem gezielt in extrinsischem Interesse einzuwirken. Ihre Kritik zielt also ziemlich daneben.

    • Sehen Sie sich einmal die englische Sprache an, die eine Synthese aus der Sprache der Angelsachsen und dem der erobernden Französisch sprechenden Normannen ist. Die umgangssprachlichen Begriffe des täglichen Lebens der Untertanen, hier die besiegten Angelsachsen , wird von der Sprache der Besiegten gebildet, während weitgehend administrative Begriffe aus dem Französischen stammen, also Begriffe, die den Besiegten fremd und unbekannt waren, da auch die Gesellschaft anders gegliedert war.
      Die englische Sprache entstammte aus dem Zusammenleben und sprachlichen Erleben der beteiligten gesellschaftlichen Gruppen. Demokratische Strukturen gab es in keiner dieser Gesellschaften, und eine gleichberechtigte Stellung gab es im heutigen Sinne auch nicht, sondern eine klare Aufgabenteilung innerhalb der Gesellschaft sowie zwischen den Geschlechtern. Neue Wörter werden in eine Sprache aufgenommen, wenn diese eine umgangssprachliche Anwendung finden.
      Da haben gendersprachliche und anders geartete Wort- und Sprachverordnungen von oben eher einen gegenteilige Effekt und lösen Widerstand aus. Man muss das Thema Gendersprache also weiter befeuern, um den Widerstand zu ernten.

      • Ihre Darstellungen betreffen beide Geschlechter; ohne Frauen hätte auch die englische Sprache nicht ihre heutige Gestalt bekommen.
        Ihrem letzten Abschnitt kann ich freilich vorbehaltlos zustimmen.

      • Neue Wörter nordgermanischer Herkunft im Englischen, darunter so alltägliche wie am, are, at, call, cast, from, get, knife, of, skill, sky, take, them, they, their, there, where und viele weitere mehr bürgerten sich durch den Alltagsgebrauch ein und nicht durch Verordnung von oben (initiiert von kleinen Pressure groups). Was wir gegenwärtig bei uns erleben, ist ein gezielt gesteuerter Vorgang und das Gegenteil einer organisch von unten gewachsenen Sprachentwicklung. Vielmehr soll es so aussehen, als sei es eine solche.

        • @ Veit G.: Das mit der “organisch von unten gewachsenen Sprachentwicklung” ist aber auch eine Schimäre. Bekanntlich wählte Luther aus verschiedenen mundartlichen Varianten bei seiner Bibel-Übersetzung aus, die dann maßgeblich wurde für die Entstehung der deutschen Nationalsprache. Bekanntlich schufen Sprachwissenschaftler der 18. und 19. Jahrhunderts viele neue deutsche Wörter anstelle (zumeist) französischer Fremdwörter, von denen uns viele erhalten blieben. Bekanntlich wurden französische Fremdwörter im Post- und Bahnwesen um 1900 “von oben” durch deutsche Sprachschöpfungen ersetzt (und die Behörden zur Nutzung verpflichtet).

          Sprache wächst also nicht immer nur “organisch von unten”, sondern auch durch “Lenkung von oben”. War es eigentlich Volkes Wille, dass die Infostände der Deutschen Bahn in “Servicepoint” umbenannt wurden oder die Toiletten in McClean? (u.v.m.) Ist das ein organisches Wachsen=

          • @ Herr Mückenfuß: Es ging in meinem letzten Kommentar um den nordgermanischen Einfluss auf das Englische, der sich im Wesentlichen jenseits der Schriftsprachlichkeit vollzog und später als »Volkssprache« dem am Hofe gesprochenen Französisch gegenübergestellt wurde. Als ab dem 14. Jahrhundert die Volkssprache wieder »hoffähig« wurde, vermischte sie sich mit dem höfischen Französisch, zu erkennen an Wortpaaren wie calf – veal, ox – beaf, sheep – mutton. Im Falle von flesh – meat konnte sich sogar das nordgermanische Gegenstück behaupten und durchsetzen. Man kann sich diesen Vorgang als »organisch« in dem Sinne vorstellen, dass er, unter starker Beteiligung von Frauen, aus der Alltagspraxis hervorgegangen war.
            Luthers Bibelübersetzung wäre nie auf einen so starken Widerhall gestoßen, hätte Luther nicht »dem Volk aufs Maul« geschaut und deshalb den Versuch unternommen, sie für möglichst viele deutschen Mundartsprecher verständlich zu machen. Sprachschöpfungen durch Literaten wie Martin Opitz, Gryphius, Lessing und die großen (Weimarer) Klassiker stießen nicht nur beim aufstrebenden Bildungsbürgertum sondern zunehmend auch beim »einfachen Volk« auf eine positive Resonanz, da sie für Klarheit, bessere Verständlichkeit und zusätzlichen Nuancenreichtum sorgten. Eindeutschungen im Bahn- und Postwesen hielten nur dann Einzug in die Umgangssprache, wo sie von den Sprechern als verständlich und ungekünstelt empfunden wurden. Mit den Angliszimen von heute verhält es sich ähnlich: wirklich nützliche, kaum durch deutsche Begriffe ersetzbare Wörter gehen in die Umgangssprache ein, affektierte Modeerscheinungen werden irgendwann wieder abgestoßen. Schon heute nehmen DB und Telekom den einen und anderen Anglizismus schon wieder zurück.
            In letzter Zeit mustere ich meine Tageszeitung gezielt nach dem Gebrauch des »generischen Maskulinums« durch Redakteurinnen und Leserbriefschreiberinnen durch und komme aus dem Staunen nicht heraus, denn da wimmelt es nur so von Briten, Christ- und Sozialdemokraten, Helfern, Kunden, Lehrern, Mitarbeitern, Politikern, Schülern, Senioren usw. Offensichtlich ist ein gewachsenes Sprachgefühl nicht so ohne Weiteres künstlich zu »dekonstruieren«.

  7. Allein schon das Literaturverzeichnis der GEW-Broschüre glänzt mit einer sehr einseitigen Autorenauswahl (mit Ausnahme von Gisela Klann-Delius). Renommierte Linguist(inn)en wie z.B. Elisabeth Leiss, Dagmar Lorenz, Peter Eisenberg und Wolfgang Klein tauchen dort nicht auf. Letzterer – er ist Leiter des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik im niederländischen Nijmegen – stellt z.B. fest, das ihm keine Studien bekannt seien, »die stichhaltig belegen, dass Frauen durch das generische Maskulinum benachteiligt werden«. Nichtsdestotrotz wird in der GEW-Broschüre ausgerechnet die umstrittene Studie von Stahlberg/Sczesny als Beleg dafür angeführt.

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