Kurze Korrekturzeiten: Philologen sagen Probleme beim schriftlichen Abitur voraus

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MAINZ. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz hat auf den sehr engen zeitlichen Rahmen für die Korrektur des schriftlichen Abiturs hingewiesen – und sagt große Probleme voraus. „Die Korrektur innerhalb der vorgegebenen Fristen ist bei großen Kursen nicht zu bewältigen“, meint die Landesvorsitzende Cornelia Schwartz.

Die Hamburger FDP will Lehrer vom „Papierkram“ entlasten. Foto: myrfa / Pixabay (CC0 1.0)
Abitur-Klausuren zu korrigieren, macht viel Arbeit. Foto: myrfa / Pixabay (CC0 1.0)

„Nachdem unsere berechtigten Forderungen immer wieder mit dem Hinweis auf Haushaltszwänge abgewehrt worden sind, stehen wir aktuell wieder vor genau den gleichen Schwierigkeiten: Nichts hat sich in der Zwischenzeit getan! Der Dienstherr muss jetzt endlich handeln! Das Problem lässt sich mit Aussitzen nicht lösen”, meint Philologen-Chefin Schwartz. Auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen wirke sich die Kürze der Zeitspanne zwischen den Abiturprüfungen und dem Schuljahresende massiv belastend aus. Dort allerdings stellten sich die Bildungsministerien ihrer Verantwortung – und hätten entsprechend reagiert: Sie gewähren dem Verband zufolge den betroffenen Lehrkräften Korrekturtage zur „Sicherung der Abiturkorrektur bei kurzer Korrekturfrist“.

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Hochproblematisch stelle sich die Lage hingegen derzeit in Rheinland-Pfalz dar. Hier erwartet man eine Abiturkorrektur innerhalb kürzester Frist, so heißt es. Nach der bisherigen Planung bis 2021 stehe einer Lehrkraft (jeweils dem Erst- und dem Zweitkorrektor) teilweise nur eine Woche zur Verfügung, um die Abiturklausuren zu korrigieren und die entsprechenden Beurteilungen vorzulegen. “Dies ist neben der vollen anderweitigen beruflichen Tätigkeit nicht möglich. Unterricht, Schüler-/Elterngespräche, Konferenzen, Dienstbesprechungen, Planung des mündlichen Abiturs, Konzeption und Korrektur von Kurs- und Klassenarbeiten sowie anderen Leistungsnachweisen, um nur einige der Aufgabenfelder zu nennen, schlagen alleine schon mit weit über vierzig Wochenstunden zu Buche”, so Schwartz. News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Abi-Korrekturen können für Spitzenbelastung bei Lehrern sorgen – Philologen: „Nicht zumutbar“

 

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2 KOMMENTARE

  1. Na ja. Ich habe letztes Jahr Abitur gemacht, und in den Klasssen 11 und 12 hatten wir wegen der langen Schultage auch 10-Stunden-Tage und 60-Stunden-Wochen. Und dies quasi die ganzen 2 Jahre hindurch (Schulferien ausgenommen). Bezahlt wurden wir da auch nicht.

    • Meine Schüler haben in den letzten beiden Schuljahren ganz sicher nicht 60-Stunden-Wochen. Die letzte beiden Wochen vor dem Abi vielleicht, davor aber sicher nicht.

      Außerdem reden wir nicht von einer 60-Stunden-Woche, die hat jeder Lehrer mal. In einer Woche eine Abiturklausur mit 20 Heften zu korrigieren bedeutet etwa 90 Stunden (30 Stunden “normaler Job” + 3 Stunden pro Klausur+Gutachten).

      Mein Tipp an die Kollegen: Es einfach nicht machen! In jedem Landesgesetz dürfte eine Höchstwochenarbeitszeit für Beamte festgeschrieben sein, in Schleswig-Holstein sind es 48 Stunden. Vorher sollte man noch beim Schulleiter eine Überlastungsanzeige eingereicht haben. Ich gehe davon aus, dass man dann rechtlich auf der sicheren Seite ist.

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