Mit Regeln und Rap: Berliner Brennpunktschule erfindet sich neu

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BERLIN. Vor einem Jahr stand die Spreewald-Grundschule in Berlin-Schöneberg wegen angeblicher Gewaltvorfälle am Pranger – ob nun zu Recht oder zu Unrecht. Heute präsentiert sie sich als Vorzeigeprojekt.

An der Spreewald-Grundschule in Berlin häuften sich die Probleme. Foto: Fridolin freudenfett / Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Konfliktlotsen gegen Konflikte: Ein Jahr nach Schlagzeilen über Gewaltvorfälle und der Beauftragung eines Wachschutzes hat sich die Situation an der Spreewald-Grundschule in Berlin-Schöneberg nach Darstellung der Verantwortlichen gebessert. «Die Schule hat sich wahnsinnig auf den Weg gemacht», sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwoch bei einem Besuch in der sogenannten Brennpunktschule, in der 98 Prozent der 270 Schüler einen ausländischen Hintergrund haben. Eine neue Schulleitung habe viele Maßnahmen eingeleitet, um das Schulklima zu verbessern.

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Nach den Worten von Schulleiterin Nana Salzmann verfolgt die Schule jetzt ein Leitbild unter dem Motto «Wir sind ein Team», damit die Schüler wieder stolz sein könnten, hier zu lernen. Schüler seien zu Konfliktlotsen ausgebildet, die Zusammenarbeit mit den Eltern verstärkt worden. Zudem habe sich die Schule dem Kiez geöffnet und kooperiere mit einer anderen Grundschule, Kitas, Initiativen und Beratungsstellen. Wichtig seien Regeln: Mit Schülern und Eltern sei vereinbart worden, dass Gewalt nicht akzeptiert und bei Konflikten umgehend eingegriffen werde. Für Schüler der 6. Klasse sei ein Workshop zum Thema Cybermobbing verpflichtend.

“Gewaltexzesse” an der Schule?

Vor einem Jahr hatte die damalige Schulleitung für Wirbel gesorgt, als sie von «Gewaltexzessen» an der Schule sprach und ein privater Wachdienst beauftragt wurde, für Sicherheit zu sorgen. Der für Schulen zuständige Bezirksstadtrat von Tempelhof-Schöneberg, Oliver Schworck (SPD), zweifelte diese Darstellung am Mittwoch ebenso an wie anwesende Elternvertreter und die Schülersprecherin.

«Hier brennt nicht der Baum», sagte Schworck, auch wenn es natürlich – wie an jeder anderen Schule auch – Probleme gebe. Salzmann sagte, nach Beginn ihrer Tätigkeit an der Schule im Dezember 2018 habe sie dort mit vielen Menschen geredet und angebliche Gewaltexzesse «von keiner Seite zu keinem Zeitpunkt» bestätigt bekommen. Inzwischen sei wochentags während der Schulzeiten nur noch ein Wachmann statt einstmals zwei auf dem Schulgelände unterwegs.

Ein Problem war in den vergangenen Jahren nach den Worten Schworcks die «Fremdnutzung» des begrünten Außengeländes der Schule, die unweit des Amüsierviertels rund um Nollendorf- und Winterfeldtplatz liegt. Dort drangen immer wieder Leute ein, um Partys zu feiern. Obdachlose übernachteten dort. Um das künftig auszuschließen, soll um das am Wochenende von einem Wachschutz bestreifte Gelände ein neuer, 1,80 Meter hoher Zaun gebaut werden – und zwar noch dieses Jahr. Zudem wird das teils unübersichtliche Areal umgestaltet.

Derweil können sich die Schüler der Spreewald-Grundschule über ein Tonstudio freuen, das im Beisein der Bildungssenatorin eröffnet wurde. Die Fünftklässler Enes, Mehmet und Mohammed nahmen dort bereits einen fast hitverdächtigen Rapsong auf. «Wir wollen was verbessern, es gibt viel zu tun», singen die kleinen Rapper. dpa

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1 KOMMENTAR

  1. ZITAT: “Wichtig seien Regeln: Mit Schülern und Eltern sei vereinbart worden, dass Gewalt nicht akzeptiert und bei Konflikten umgehend eingegriffen werde. Für Schüler der 6. Klasse sei ein Workshop zum Thema Cybermobbing verpflichtend.”

    Ok, ja, gut ……. aber sowas gibt es doch inzwischen fast überall und seit Jahren oder war Gewalt früher an dieser Schule akzeptiert und es gab keine Aufklärung zum Thema Mobbing? Also was genau ist nun anders und hat den Erfolg gebracht?

    Bei uns ist auch Gewalt nicht akzeptiert und trotzdem kann man sie fast jeden Tag erleben. Wir gehen dagegen vor, na klar! Was machen wir falsch, dass es nicht aufhört? Was machen die anderen “richtiger”?

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