Notfallmediziner fordern regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse für Lehrer

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NÜRNBERG. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs zur Ersten Hilfe-Pflicht von Sportlehrern fordern Notfallmediziner, Lehrer mindestens alle zwei Jahre Wiederbelebung und Erster Hilfe zu schulen. Es könne nicht sein, dass Schüler heutzutage Herzdruckmassage lernen, die Lehrer aber außen vor blieben, so die Ärzte.

Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes zur Erste-Hilfe-Ausbildung von Sportlehrern fordern Notfallmediziner zügige Verbesserungen in der Praxis. Der Sprecher des „Arbeitskreises Notfallmedizin“ in der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI), Professor Jan-Thorsten Gräsner, rät, dass Sportlehrer mindestens alle zwei Jahre in Herz-Lungen-Wiederbelebung und in Erster-Hilfe geschult werden sollten. Damit seien sie für eventuelle Notfälle und Unfälle im Unterricht gut vorbereitet: „Es kann nicht sein, dass Schüler heutzutage Herzdruckmassage lernen, die Lehrer aber außen vor bleiben“, sagt Gräsner. Die Lehrer hätten nicht nur die Pflicht, kompetent zu helfen. Sie hätten gleichzeitig auch eine Vorbildfunktion. Hinzu komme: Der Sportunterricht berge viele Gefahren für Verletzungen und Notfallsituationen.

Wird die erste Hilfe Puppe bald zu einem wiederkehrenden Bekannten für Lehrer? Zu organisatorischen Fragen, äußerte sich die DGAI nicht. Foto: Presidio of Monterey / flickr (public domain)
Wird die Erste-Hilfe-Puppe bald zu einem wiederkehrenden Bekannten? Zu organisatorischen Fragen, äußerte sich die DGAI nicht. Foto: Presidio of Monterey / flickr (public domain)

Der Bundesgerichtshof hatte am Donnerstag entschieden, dass Sportlehrer in Erster Hilfe trainiert sein müssen. Konkret ging es um den Fall eines Schülers aus Wiesbaden, der im Sportunterricht bewusstlos geworden war, von seinen Lehrern nicht entsprechend versorgt wurde und heute schwerstbehindert ist.

BGH urteilt: Wenn ein Schüler kollabiert, hat ein (Sport-)Lehrer die Pflicht zur Ersten Hilfe – Notarzt rufen, reicht nicht!

Gräsner schlägt vor, das Training mit Schulungen von Schülern zu verbinden. In Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern etwa, würden im Rahmen der DGAI-Kampagne „Schüler retten leben“ Sport und Biologie regelmäßig lebensrettenden Techniken vermittelt. Ganz einfach wäre, nach Gräsners Ansicht, im Zuge der Kampagne mehr Lehrer auszubilden, die die Fähigkeiten schließlich an die Schüler weitergeben könnten. (ots)

Auch das noch! Lehrer sollen bald Erste-Hilfe-Kurse geben – ein Pilotprojekt ist gerade gestartet

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2 KOMMENTARE

    • Heißt aber nicht, dass sie auch im Rahmen von SchILF-Tagen angeboten werden.

      Da ich meine Freizeit und meine dienstlichen Verpflichtungen zu trennen weiß, werde ich freiwillig keine Erste-Hife-Ausbildung (Auffrischungskurs) außerhalb meiner Arbeitszeit machen.

      Der Ruf nach kleineren Klassen lässt sich eben nur durch „unterlassene Hilfeleistung“ umsetzen.

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