Bayerischer Elternverband als “unbequemer Gesprächspartner” gewürdigt

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MÜNCHEN. Das Thema Bildungs- und Erziehungspartnerschaft dominierte die Jahreshauptversammlung des Bayerischen Elternverbands (BEV) in München. In seiner Begrüßung hob Martin Löwe, Landesvorsitzender des BEV, ihre Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler hervor und beleuchtete sie aus sachlicher, rechtlicher und historischer Sicht. Da Bildung und Erziehung nicht zu trennen seien, müssten sie zum Wohle der Schüler als gemeinsame Aufgabe von Eltern und Staat begriffen werden. Allerdings brächten die Partner dafür höchst unterschiedliche Vorstellungen und Voraussetzungen mit.

Familien im Fokus: Der BEV vertritt die Interessen der bayerischen Eltern. Foto: pxhere

Aus der Reihe bekannter Gäste aus der bayerischen Bildungslandschaft brachte Ministerialrat Ralf Kaulfuß einen Gruß des Kultusministeriums und der Stiftung Bildungspakt, die der Kooperation zwischen Eltern und Schule u. a. mit „AKZENT Elternarbeit“ und der Online-Plattform „ElternMitWirkung“ den Boden bereitet hatten. Ferner warf er einen Blick auf die großen Herausforderungen durch die Digitalisierung aber auch auf deren Chancen für die ganze Schulfamilie.

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Fritz Schäffer, Vizepräsident des BLLV, zeigte die vielen und langjährigen Gemeinsamkeiten zwischen BLLV und BEV auf, die beide eher zu den unbequemen Gesprächspartnern des Kultusministeriums zählten. Als eine strukturelle Barriere zwischen Eltern und Lehrkräften identifizierte er die Verpflichtung der Lehrkräfte zur Erteilung von Noten und ihr Auftrag zur Auslese.

Mit einem Vortrag des renommierten bayerischen „Elternforschers“ Prof. Werner Sacher, der in Sachen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft für das Bayerische Kultusministerium u. a. „AKZENT Elternarbeit“ erarbeitet hatte, begann der Hauptteil der Veranstaltung. Unter dem Titel „Erziehungs- und Bildungspartnerschaft – oder was sonst? Akzeptable und inakzeptable Alternativen zum Partnerschaftskonzept“ zeigte Sacher auf, dass als gemeinsame Aufgabe begriffene Bildung und Erziehung ein kompliziertes Ineinanderspiel darstelle und in welcher Weise unterschiedliche Vorstellungen und Haltungen Lehrkräfte und Eltern dabei beeinflussten.

Für das nun folgende Finale des Wettbewerbs zur Bildungs-und Erziehungspartnerschaft hatten sich aus 15 Bewerbungen sechs „Schulfamilien“ qualifiziert. Sie stellten Ihre Konzepte der Jury und dem Publikum vor. Dabei war dem BEV schon vorab bewusst, dass den Juroren hier eine schwierige Aufgabe zukommen würde, da sie die Rangfolge ohne Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort würden festlegen müssen. Insofern wollte der BEV diesen Wettbewerb als Experiment verstanden wissen, der dem sonst wenig beachteten Thema zu mehr Aufmerksamkeit und öffentlichem Glanz verhelfen sollte.

Nach einer zwischengeschalteten ergiebigen Diskussionsrunde wurden schließlich die Preise vergeben an
1.    Grafen-von-Schaunberg-Grundschule Julbach (300 €)
2.    Johann-Daniel-Preißler-Mittelschule Nürnberg (300 €)
3.    Rupprechtgrundschule Bamberg (300 €)
4.    gemeinsame Plätze
4.1.    Wirtschaftsschule Staatl. Berufl. Schulzentrum Max-von-Pettenkofer Neuburg a. d. Donau (200 €)
4.2.    Friedrich-Hegel-Grundschule Nürnberg (200 €)
4.3.    Carl-von-Ossietzky-Grundschule Nürnberg (200 €)

Die Geldpreise wurden gespendet von der BEV-Kreisgruppe Lauf, der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), dem Bankhaus Hafner Augsburg, der vbw (Vereinigung der bayerischen Wirtschaft) und einem nicht genannten Mitglied des BEV-Landesvorstands.

 

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