Lorz stellt Lehrer-Leitfaden gegen Mobbing und Rassismus vor

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WIESBADEN. Schüler äußern sich rassistisch und antisemitisch, Mitschüler werden gemobbt oder Lehrer bedroht. Solche Fälle sind im Schulalltag häufiger geworden. Ein Leitfaden gibt Lehrern Tipps an die Hand, wie sie gegensteuern können.

ucht händeringend Grundschullehrer: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Hesssisches Kultusministeriums
Will Lehrer wappnen: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Hesssisches Kultusministeriums

Hessen unterstützt seine Lehrer beim Umgang mit extremistischer Propaganda, Hetze im Netz oder antisemitischen Parolen auf dem Schulhof. In einem neuen Leitfaden geht es unter anderem um die Frage, wie an den Schulen pädagogisch auf Rassismus, Diskriminierung oder Mobbing reagiert werden sollte. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) stellte die Handreichung «Grundrechtsklarheit, Wertevermittlung, Demokratieerziehung» am Donnerstag in Wiesbaden vor.

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Die 125 Seiten starke Broschüre wurde von Experten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn entwickelt. «Wertevermittlung, Demokratieerziehung und ein solides Verständnis der Grundrechte sind seit jeher feste Bestandteile hessischer Bildungspolitik», sagte Lorz. Allerdings könne die Wertevermittlung über das Elternhaus nicht mehr in gleicher Form vorausgesetzt werden wie früher.

Der Politikprofessor Tilman Mayer von der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ergänzte, dass ein «gewisser Standard an Verhaltensweisen» oft nicht mehr in den Elternhäusern eingeübt werde. Unter anderem müssten Schüler lernen, auch Meinungen zu akzeptieren, die der eigenen Auffassung entgegenstehen.

«Die Grundlagen müssen möglichst früh gelegt werden», sagte Lorz. Klar sei aber auch, dass Lehrer parteipolitisch neutral sein müssen und ihre Schüler nicht in eine Meinung hineindrängen dürften. Allerdings müssten Grundwerte und Demokratie uneingeschränkt verteidigt werden.

Im Leitfaden werden zu rund einem Dutzend Themen zahlreiche Beispiele aus der Schulpraxis genannt – etwa das verfassungswidrige Symbole auf dem Schulhof auftauchen. Hier raten die Experten dazu, diese Propaganda keineswegs zu verharmlosen oder zu verschweigen. Unter Umständen müsse Strafanzeige gestellt werden. Außerdem sollte das Thema Extremismus gut vorbereitet und womöglich mit der Unterstützung externer Fachleute im Unterricht behandelt werden.

Sorge um das Image der Schule?

«Dabei darf die Sorge um das Image der Schule keine Ursache dafür sein, dass Rassismus und Antisemitismus an Schulen nicht offen angesprochen werden», heißt es in der Broschüre. Die Lehrer sollten auch eine Sensibilität für Sprache und Zeichen entwickeln – um verdeckten Rassismus «entschlüsseln» zu können. «Unsere Handreichung richtet sich explizit an alle Lehrkräfte, denn Rassismus, Ausgrenzung und Judenfeindlichkeit machen nicht vor der Sporthalle oder dem Chemieraum Halt», erklärte Lorz. dpa

Hier lässt sich die Broschüre herunterladen.

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4 KOMMENTARE

  1. Die Schulen in Hessen freuen sich schon riesig. Brennpunktschulen erhalten 1 Std. Deputat für die Präventionsarbeit, endlich kann das Stündchen sinnvoll gefüllt werden. Gymnasien erhalten auch 1. Std. Andere Schulen 0,5 oder nix.
    Hessen? Läuft!

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