Schleicher zum Mathe-Abi: „Schüler haben besseren Unterricht verdient“

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PARIS. Der PISA-Koordinator der OECD, Andreas Schleicher, hat das Mathematik-Abitur, das in zahlreichen Bundesländern massive Schülerproteste ausgelöst hat, verteidigt – aber den darauf vorbereitenden Mathe-Unterricht kritisiert. „In Deutschland wird noch immer zu viel Stoff in zu geringer Tiefe vermittelt. Ich empfehle: weniger Stoff, mehr eigenständige Auseinandersetzung. Die deutschen Schüler haben nicht leichtere Abituraufgaben, sondern besseren Unterricht verdient“, erklärte er in einem Interview mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ).

Die Studie zeigt laut PISA-Chef Andreas Schleicher, dass die Teamfähigkeit dort besser sei, wo Unterricht mehr Raum für Interaktion biete. Foto: re:publica / flickr (CC BY-SA 2.0)
Äußert sich deutlich: OECD-Direktor und PISA-Chef Andreas Schleicher. Foto: re:publica / flickr (CC BY-SA 2.0)

Mit Blick auf die mittlerweile von zehntausenden Menschen unterschriebenen Petitionen, die Bewertungsmaßstäbe für die als zu schwer empfundenen Prüfungen zu lockern, erklärte Schleicher: „Wenn viele Schüler Schwierigkeiten hatten, sollte der Dialog gesucht werden – auch, um für die Zukunft zu lernen. Wodurch sind Missverständnisse entstanden? War die Vorbereitung im Unterricht nicht optimal? Ein gutes Bildungssystem arbeitet beständig an sich. Eines ist für mich aber klar: Die Richtung, in die sich die deutsche Abiturprüfung in Mathe entwickelt hat, ist eindeutig richtig.“

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In der Vergangenheit sei es vergleichsweise leicht gewesen, die Mathe-Prüfung zu bestehen – wenn Schüler Formeln auswendig gelernt hätten. „Jetzt erwarten wir von den Schülern etwas Anspruchsvolleres: Es geht darum, wie ein Mathematiker zu denken, komplexe mathematische Zusammenhänge zu analysieren. Das sind andere Anforderungen als früher, aber sie sind richtig und zeitgemäß. Im realen Leben stehen auch keine Formeln und Gleichungen vor uns. Da gilt es, Zusammenhänge zu erkennen und in die Sprache der Mathematik zu übersetzen“, betonte Schleicher.

“Deutsche Schüler sind gut im Auswendiglernen”

Deutschland müsse weiter daran arbeiten, seinen Unterricht zu verbessern. Schleicher: „Die PISA-Ergebnisse zeigen: Deutsche Schüler sind gut darin, etwas auswendig zu lernen. Aber sie könnten besser daran sein, Ideen zu durchdringen und kreativ mit ihnen zu arbeiten.“ Mathematisches Denken lasse sich trainieren, viel leichter als beispielsweise Musikalität, die stark mit Talent zu tun habe. Um Lust an Mathematik zu wecken, bedürfe es auch besserer Aufgaben im Unterricht. „In Deutschland bilden Textaufgaben oft künstliche Situationen ab, die zwar real klingen sollen, es aber nicht sind“, erklärte Schleicher, der selbst Physiker und Mathematiker ist. News4teachers

Hier geht es zum kompletten Interview in der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung”.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Nach Protesten gegen Mathe-Abi: Philologen fordern Bildungsdebatte – Kraus: „Junge Menschen haben nichts mehr drauf!“

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28 KOMMENTARE

  1. Gebt den Lehrern die Zeit (also auch die nötigen Stunden) dann können diese auch sinnvoll vertiefen. Leider sind Lehrer in der Oberstufe unter anderem noch damit beschäftigt, den Schülern die binomischen Formeln näherbringen, da diese sie nicht können. Es fehlt eklatant an Kenntnissen aus der Mittelstufe – aber was wird von den Lehrplan-Machern gemacht – die Stunden werden gekürzt, die Übungsphasen aus dem Lehrplan gestrichen (üben ist ja in der Didaktik gerade nicht angesagt).

    • Welch tiefgreifende Wandlung in der Wissensvermittlung hat sich da seit den 70er Jahren aufgetan, als wir in gemeinsamer Runde uns an derartigen Rechenübungen austauschten, häusliche Nachhilfe mit dem Vater und nachfolgenden Skatrunde erfuhren, damit einer von uns in der Klassenarbeit den Klassenprimus im Klausurergebnis zu überbieten wusste, was eigentlich immer gelang, viel Zeit verschlang, der Anreiz groß, vom Ergebnis gut. Da war noch echter Ansporn drin, vom Üben bis zum Erlernen mathematischer Lösungsansätze hin.
      Und wir waren in der Leistungsstärke ähnlich stark, man lernte da noch alleine, die Nacharbeit gemeinsam dann. Üben in Verbindung mit gemeinsamer Reflektion der Ergebnisse und dem Anschließenden Feedback durch die Lehrer oder auch den Vater, der gerne mit uns Freunden die Lerninhalte zu verfestigten wusste.

      Welch trauriger Abstieg macht sich da teilweise fachdidaktisch von oben geplant da heute breit und bringt Sand in das Getriebe der wissbegierigen Schüler, die in der Methodik der Gruppenarbeit des vom rassenideologisch geprägten Pädagogen Petersen, sich selbst darin versuchen, die jeweiligen Lerninhalte ohne eine gezielte Anleitung der Übungsinhalte, selbst zu vermitteln.

  2. Nicht erst seit dem Lesen dieses Artikel sind mir PISA und die Einmischung der OECD in die Bildungspolitik ein Dorn im Auge. Die Einführung von Kompetenzen, die immer für sinnvoll erachtet, aber wissenschaftlich nicht legitimiert wird, ist dabei genauso fragwürdig wie die Forderungen an Bildung basierend auf selektiven Aspekten verschiedener Bildungssysteme.
    Die Polemik, die dabei gebraucht wird, ist in diesem Artikel klar zu erkennen und führt bei mir zu schmerzendem Kopfschütteln. Würde ich einige dieser Äußerungen tätigen, würde ich massiv – und zu recht – von Kommentatoren bezüglich Substanz und Nachweisbarkeit angegriffen, aber ein Andreas Schleicher (PISA, OECD, BLABLA) kann sich unbehelligt und publikumswirksam einmischen:
    1.”Wenn viele Schüler Schwierigkeiten hatten, sollte der Dialog gesucht werden”
    Man spricht hier von (anonymen) Online-Petitionen, denen zunächst jede Grundlage fehlt, weil auch das mehrfache Abstimmen möglich sein kann, genau wie die Stimmabgabe von Unbeteiligten (Eltern, Freunden,…).
    2.”Die Richtung, in die sich die deutsche Abiturprüfung in Mathe entwickelt hat, ist eindeutig richtig.”
    Woher weiß er das? Sieht es er das an den PISA-Ergebnissen oder an der Tatsache, dass man sich den Vorgaben der OECD unterordnet und sein Bidlungssystem entsprechend anpasst? Ob das sinnvoll ist, kann man nicht belegen. Man folgt hier nur der Maxim, dass die OECD richtig liegt.
    3.”In der Vergangenheit sei es vergleichsweise leicht gewesen, die Mathe-Prüfung zu bestehen – wenn Schüler Formeln auswendig gelernt hätten.”
    Einen herablassender und absolut beleidigender Satz für den Mathematikunterricht, den auch ich genossen habe. Ich musste keine Formeln auswendig lernen, sondern Verfahren, Zusammenhänge und Techniken verinnerlichen. Früher gab es einen grundlegenden Taschenrechner (ohne Graphikfähigkeit und erst recht kein CAS) und die Inhalte waren bei weitem unfamgreicher und deutlich besser miteinander vernetzt. Mit sturem Herunterbeten von Formeln wäre ich sofort gescheitert, aber ein Bildungsexperte darf die Arbeit der heute 60jährigen Mathelehrkräfte in den Dreck ziehen. Textaufgaben gab es ja damals auch, aber sie waren nicht zwei Seiten lang.
    4.”Da gilt es, Zusammenhänge zu erkennen und in die Sprache der Mathematik zu übersetzen”
    Der frühere mathematische Anspruch wurde im Sinne des zentralen, kompetenzorientierten Abiturs geändert. Mittlerweile sind in NRW zum Beispiel die vier Themengebiete (Differential- und Integralrechnung, Stochastik und Vektorgeometrie) inhaltlich ausgedünnt worden, was man besonders im Grundkurs erkennen kann.
    Die Schülerinnen und Schüler lernen in Teilen “Backrezepte” anzuwenden und “Signalwörter” in Texten auszumachen, weil sie an den künstlichen und teiweise übertrieben langen Situationen der Abiturkontexte sonst verzweifeln würden.
    In Bayern wurde in diesem Jahr mittels Logarithmusfunktion die Form einer Skateboard-Schanze simuliert oder zwei Erdschichten mittels Ebenengleichungen modelliert.
    Viele von uns Lehrkräften kennen diese an den Haaren herbeigezogenen Alltagsituationen oder Szenarien, die dann doch wieder auf das Berechnen von Extrem- und Wendepunkten hinauslaufen oder dem Schnittpunkt zweier Geraden im dreidimensionalen Vektorraum.
    5.”In Deutschland bilden Textaufgaben oft künstliche Situationen ab, die zwar real klingen sollen, es aber nicht sind”
    Es ist schon mehr als nur grotesk, dass ein Unterricht, der logischerweise auf unrealistische Textaufgaben im Abitur vorbereitet, indem er die von Autoren erzeugten unrealistischen Textaufgaben verwendet, gerade für Realitätsferne kritisiert wird.
    Überspitzt lobt der “Experte” für PISA unsere Abituraufgaben, weil wir die Anwendung versuchen, aber natürlich den Anspruch reduzieren, damit die Aufgaben von den Kindern gelöst werden können, nur damit er uns rügen kann, weil die Anwendung im Unterricht zu plump ist und die mathematische Tiefe fehlt. Das ist genau mein Humor. Wir richten uns in Prüfungen nach eurem Mist, aber wenn wir das im Unterricht machen, dann ist es natürlich schlecht.
    6.”Die PISA-Ergebnisse zeigen: Deutsche Schüler sind gut darin, etwas auswendig zu lernen”
    Es fehlte hier nur noch der Vergleich zu den Bildungssystemen mit offenen und selbständigen Unterrichtsformen. Wenn es ums Auswendiglernen geht, wo ist der Bezug zu asiatischen Ländern? Wo ist der Bezug zu genau diesen Ländern, die durch Disziplin und Anspruch stets Spitzenplätze bei PISA erreichen? Ist dort ist der lehrerzentrierte Unterricht vorherrschend oder vielleicht das Bewusstsein, man müssen für den eigenen Erfolg arbeiten?
    Dort gibt es keine Beschwerden mit Online-Petitionen. Wie sollte es das auch? In Deutschland haben Kindern mit sozialen Medien nicht nur innerhalb von Stunden tausende Gleichgesinnte und Unterstützer, sondern auch die mediale Aufmerksamkeit, die ihnen die Sicherheit gibt, sie haben stets Recht.
    Das ist leider – neben haltlosen, aber “gewichtigen” Äußerungen von Experten aus der Wirtschaft (OECD) – ein zentrales Problem: Der Wunsch, den Kindern in der Schule gerecht zu werden, wird heute pervertiert. Kinder sollen sich wohl fühlen, sie sollen Spaß haben und alles, was sie dabei emotional belastet, ist sofort die Schuld von Lehrern, Unterricht und dem System. Kurz gesagt: Es ist verpöhnt, von Jugendlichen etwas zu erwarten.

    • Ziel ist ja auch der Bachelor an einer Hochschule und kein wissenschaftlicher Master-Studiengang – zumindest für die Massen. Blöd nur, dass die Deutschen das eigentiche Ziel des Bologna-Prozesses nicht verstanden bzw. die Hochschulen dieses nicht umsetzen. Zielvorgabe ist doch, dass lediglich 30% der Bachelorabsolventen in eine zweite Studienphase, die zum Master führt, eintreten sollten.
      Mehr als beruflich verwertbare “Kompetenzen” soll ein Bachlor ja auch nicht erlangen. Letztlich ist das ja auch der Grund, warum im europäischen Referenzrahmen die Wertigkeit des Bchelors als akademischem Grad auf der gleichen Stufe steht wie der Facharbeiter- respektive Gesellenbrief. Die Bundesbildungsministerin hat ja letzthin wieder versucht, das klar zu machen, indem sie den Gesellen zum Berufsbachlor umwidmen wollte. “Junggesellen” sind sie ohnehin – semantisch gesehen.

  3. Seit zwei Jahrzehnten bestimmen die PISA-Tests der OECD die Umgestaltung des Mathematikunterrichts, und Herr Schleicher ist einer der Hauptakteure. Was er hier von sich gibt, ist schon ziemlich alt und oft gesagt; alle Bundesländer haben ihre Lehrpläne nach Schleichers Forderungen umgestellt, und er tut so, als sei alles noch wie 1999. Noch weniger Stoff?? Es gibt schon keine Winkelfunktionen, keine gebrochenrationalen, keine verketteten Funktionen mehr in unseren Grundkursen … Offenbar will er, dass in der Analysis nur noch quadratische und kubische Funktionen unterrichtet werden.

    • @ Pälzer: “Seit zwei Jahrzehnten bestimmen die PISA-Tests der OECD die Umgestaltung des Mathematikunterrichts, und Herr Schleicher ist einer der Hauptakteure. Was er hier von sich gibt, ist schon ziemlich alt und oft gesagt; alle Bundesländer haben ihre Lehrpläne nach Schleichers Forderungen umgestellt, und er tut so, als sei alles noch wie 1999.”
      Alles Quatsch! Warum setzen Sie solche Falschmeldungen in die Welt? Was wollen Sie damit erreichen?

      • Mathematik wurde insbesondere durch die Kompetenzorientierung zur Hilfswissenschaft degradiert. Es wurde alles auf wirtschaftliche Verwendbarkeit und computergestützte Überprüfbarkeit reduziert.

        • @ Carsten60
          Ja, habe ich. Aber zunächst ist doch wohl der mit Begründungen dran, der freihändig, irgendwelche Behauptungen aufstellt, wenn er an einer ernsthaften Diskussion interessiert ist und nicht nur an Stimmungsmache.
          Als Mitglied der deutschen Mathematik-Expertengruppe bei PISA, weiß ich doch wohl, dass die OECD keinerlei Einfluss auf die Ausarbeitung, Durchführung und Auswertung der PISA-Studie genommen hat. Herr Schleicher hat inhaltlich daran überhaupt nicht mitgewirkt, wie Pälzer dies unterstellt. Die Konsequenzen aus den PISA-Ergebnissen in Deutschland haben auch nichts mit A. Schleicher zu tun, sie sind Vorschläge (wie kompetenzorientierte Bildungsstandards, Kernlehrpläne, regelmäßige Bildungsberichte) von führenden Didaktikern und Bildungsforschern, die von der KMK und Länderministerien geprüft und z.T. übernommen wurden.
          Ob diese Umsetzungen zielführend sind, darüber kann man natürlich kritisch auf Basis von Argumenten diskutieren. Dies geschieht hier aber nicht.

        • Jetzt wissen wir, wo der Hase lang läuft. Sie sind als Vertreter einer Interessengruppe alles andere als neutral. Weil Sie ja an der Quelle sitzen, können Sie bestimmt auch mal wissenschaftliche Belege für Ihre Position nennen. Wir Lehrer sind schon aus Zeitgründen nicht dazu in der Lage, sehen aber aufgrund eigener Unterrichtserfahrung gewisse Tendenzen, die Ihnen sichtlich nicht schmecken.

        • “… dass die OECD keinerlei Einfluss auf die Ausarbeitung, Durchführung und Auswertung der PISA-Studie genommen hat.”
          Aber Pälzer hatte das oben auch nicht behauptet, sondern festgestellt, dass die PISA-Tests etwas mit der Umgestaltung des Mathematikunterrichts zu tun haben. Die Broschüre “PISA macht Schule” beweist es doch, egal ob die PISA-Oberen das nun so gewollt haben oder nicht. Also ist das nicht einfach “Quatsch”. Und Herr Schleicher als PISA-Chef soll nichts damit zu tun haben? Er äußert sich doch ständig zur PISA-Interpretation, so auch oben im Artikel. Wo genau hat PISA nachgewiesen, dass die deutschen Schüler gut im Auswendiglernen sind? Das wird doch gar nicht getestet.
          Man darf nie eine Organisation danach beurteilen, was die Funktionäre dieser Organisation selber über sie sagen. Man muss einen Standpunkt “von außen” einnehmen. Der ORF hat das getan und in Bezug auf die OECD festgestellt: “Bildung wird als Handelsgut mit Warencharakter gesehen; die Produktion und Vermittlung von Wissen erfolgt in Bildungsunternehmen, die profitorientiert agieren; vorrangiges Ziel ist nicht humane Entwicklung, sondern ’employability’.”
          Quelle: https://sciencev1.orf.at/science/lenz/62505.html
          Das heißt ja wohl: Man darf nicht naiv und gutgläubig sein. Bildungsökonomen sprechen z.B. ganz ungeniert aus, dass Bildung das Humankapital der Arbeitskräfte erhöht. Also ist Bildung auch ein ökonomischer Faktor, und PISA ist da eingebunden.

          • Danke. Spätestens jetzt sollte Herr Möller im eigenen Interesse mit seiner Expertise und seinen Belegen kommen.

          • “Man darf nie eine Organisation danach beurteilen, was die Funktionäre dieser Organisation selber über sie sagen”, so schreiben Sie.

            Gilt das auch für Lehrer?

      • 1. Die Zeitangabe ist gerundet, aber kein Quatsch. 2001 wurden die ersten PISA-Ergebnisse diskutiert.
        https://de.wikipedia.org/wiki/PISA-Studien#In_Deutschland
        2. Ich bin seit 1996 in der Schule und habe Schleichers Rolle miterlebt, er war vorne mit dabei.
        3. Dass die Bundesländer ihre Lehrpläne umgestellt haben, kann ich – zugegeben – nicht für alle beweisen; nur in Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-W. habe ich es genau verfolgt. Haben NRW, Hessen, Niedersachsen, Thüringen usw. nichts verändert?? Bitte um Gegenbeweise. In RLP jedenfalls gab es mehrere Lehrplanrevisionen, die z.B. im Grundkurs bedeuten, dass Kettenregel, Produktregel der Ableitung nicht mehr verbindlich sind und Analysis hauptsächlich mit Potenzfunktionen gemacht wird. Das ist deutlich anders als vor 2000.
        4. Schon bei der Diskussion der ersten Ergebnisse 2001 wurde gefordert, deutsche Schüler sollten weniger “Stoff” lernen und weniger üben (das pejorative Standardadjektiv war “stumpfsinnig”), dagegen mehr modellieren und “Zusammenhänge erkennen und in die Sprache der Mathematik übersetzen”. Doch, Schleichers Forderungen sind alt.

        So, Herr Möller: “Alles Quatsch” ist eine Allaussage, die durch Gegenbeispiele als falsch erwiesen werden kann.

  4. Falsch, ich habe hier gar keine Interessen einer Gruppe vertreten, daher finden Sie hier auch keine Belege für meine Positionen, die ich natürlich habe. Darum ging es hier aber nicht.
    Ich mache nur darauf aufmerksam, dass es nicht reicht, irgendwelches Mutmaßungen in die Welt zu setzen und dann noch von anderen zu verlangen, dass sie Begründungen liefern, die Sie selbst verweigern. Finden Sie nicht, dass dies absurd ist.
    Wenn Sie der Kompetenzorientierung kritisch gegenüber stehen, dann ist das Ihr gutes Recht. Für eine ernsthafte Diskussion bedarf es allerdings Begründungen und Argumenten dafür.
    Auf diesem vagen Niveau zu diskutieren ist für mich sinnlos.

    • Warum belegen Sie dann nicht Ihre Positionen? Sie wollen doch offensichtlich Ihre Kritiker von Ihrer Meinung überzeugen. Ohne Ihre Belege funktioniert das nicht, weil die persönlichen Erfahrungen der Kritiker Ihrer Meinung widersprechen. Ich verstehe nicht, weshalb Sie Ihre Trumpfkarten nicht ausspielen, es sei denn, sie sind nicht so stark, wie Sie hier verlautbaren.

  5. Wem widersprechen Sie eigentlich mit Ihrem “Falsch” und Dementi gegen eine persönliche Position als Interessenvertreter?

    • Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

      wir möchten an dieser Stelle doch um einen sachlichen Diskussionsstil bitten – eine fachliche Funktion innezuhaben, ist keine “Position als Interessenvertreter”. Auch Lehrkräfte möchten sicherlich nicht als “Interessenvertreter” für das Schulsystem (oder für sonstwen) verunglimpft werden, nur weil sie Lehrer sind. Sachliche Kommentare sind in diesem Leserforum willkommen. Persönliche Angriffe auf namentlich benannte Personen dulden wir hier nicht.

      Die Redaktion

  6. Mein Kritik an Herrn Schleicher ist einfach die, dass er von der Realität keine Ahnung hat.
    “In der Vergangenheit sei es vergleichsweise leicht gewesen, die Mathe-Prüfung zu bestehen – wenn Schüler Formeln auswendig gelernt hätten. ”
    Die Schüler dürfen in der Abiturarbeit in weiten Teilen eine Formalsammlung benutzen. Auswendig gelernte Formeln spielen also für jedermann ersichtlich keine Rolle.
    Auch im hilfsmittelfreien Teil spielt “Formelwissen” nur ganz untergeordnet eine Rolle.

    • Schleicher meinte vielleicht das kochrezeptige Abarbeiten einer Kurvendiskussion. Dies hat sich spätestens seit der Kompetenzorientierung geändert. Allerdings wurde dem der fachliche Tiefgang, der zuvor auch schon nicht sonderlich tief war, noch weiter verringert.

      • @ xxx
        “Allerdings wurde dem der fachliche Tiefgang, der zuvor auch schon nicht sonderlich tief war, noch weiter verringert.”

        Was meinen Sie denn mit fachlichem Tiefgang?

        Was Schleicher meint, weiß ich nicht, wahrscheinlich Abarbeiten von Standardverfahren (siehe Kurvendiskussion alter Art)

        Antwort

        • Ich erinnere an meinen Kommentar von 16:51 Uhr, auf den Sie noch nicht reagiert haben. Nicht nur ich habe eigene empirische Erfahrungen über Lehrplanveränderungen gemacht und Sie haben die Möglichkeit, diese objektiv zu entkräften. Warum nutzen Sie sie nicht?

        • zur Wiederholung ein Beispiel: In RLP wird Differentialrechnung in Grundkursen fast nur noch mit Potenzfunktionen gemacht. Das ist geringer fachlicher Tiefgang.

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