Gegen Fastfood: Klöckner will bessere Ernährungsbildung an Schulen

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BERLIN. Angesichts der gesundheitsschädlichen Folgen von Junk- und Fastfood will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Ernährungsbildung an Schulen stärken.

«Eine ausgewogene Ernährung gerade unserer Kleinsten ist der Schlüssel für ein gesundes Leben», sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie habe «Nachholbedarf» bei Lehrern und Pädagogen offenbart. Die Wissenschaftler hätten aufgezeigt, «dass die notwendigen ernährungsbezogenen Inhalte nicht in allen Studiengängen vorhanden sind, in der Ausbildung für Erzieher gar nur ein Randthema darstellen und einige Lehrmaterialien fachliche Mängel aufweisen», sagte Klöckner. Kommenden Freitag will die Ministerin die Ergebnisse der Studie «Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen» offiziell präsentieren.

Großaufnahme von Julia Klöckner
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sieht beim Thema ausgewogene Ernährung noch Nachholbedarf für Lehrer und Pädagogen. . Foto: Stefan Kröger / Wikimedia Commons

Vergangenen Montag hatte schon Ärztepräsident Klaus Reinhardt gefordert, Kinder schon in der Schule systematisch über eine gesunde Lebensweise aufzuklären. «Gesundheitsförderung sollte zu einem Schulfach werden – und zwar schon in der Grundschule», sagte Reinhardt der Zeitung. Dazu gehöre zum Beispiel das Wissen über gesunde Ernährung. Junk- und Fastfood machten dick und krank. «Das müssen wir den jungen Menschen sagen, und zwar am besten in der Schule oder schon im Kindergarten.»

Reinhardt forderte die Kultus- und Gesundheitsminister der Länder auf, eine konzertierte Aktion auf die Beine stellen, um Prävention auf den Lehrplan zu setzen. «Die Bundesärztekammer würde bereitwillig an solchen Projekten mitarbeiten», sagte er. In der Umgebung von Schulen arbeitende Ärzte könnten in den Unterricht eingebunden werden. (dpa)

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2 KOMMENTARE

  1. Noch eine Aufgabe mehr, die uns Lehrern übergeholfen wird. Was ist mit den Eltern, wie werden die eingebunden? Wenn Schüler morgens mit der Kartoffelchipstüte in die Schule kommen oder dem Kuchen vom Bäcker, kann Lehrer wenig dagegen tun. Klar ist Ernährung Rahmenplaninhalt. Ich unterrichte das auch, schon aus eigenem Interesse am Thema. Vorgelebt wird es aber v. a. in der Familie.
    Ich arbeite an der Grundschule, hab aber Englisch und Deutsch für die Mittel- und Oberstufe studiert. Es wäre also im Studium sowieso nicht vorgekommen. Solange das Problem des Lehrer- und Erziehermangels und der vielen Seiteneinsteiger nicht gelöst ist, bringt es nix, noch mehr Inhalte in die Ausbildung quetschen zu wollen.

  2. Vorgelebt wird es aber bestimmt nicht von „unserer Weinkönigin“, die mit blumigen Worten Konzernen wie Nestle in den Hintern kriecht und als Landwirtschaftsministerin Lobbyinteressen/ Massentierhaltung über ökologische Veränderungen stellt.
    Die Wichtigkeit des Themas ist für mich selbstverständlich, aber was Frau Klöckner dazu sagt, kann ich nicht ernstnehmen!

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