Online-Angebot „Leseo“ zur digitalen Leseförderung: Interview mit Cornelsen-Grundschulleiterin Dr. Susanne Rupp

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Das neue Schuljahr startet in Kürze und das Fach Deutsch liegt dabei im Fokus. So hat die jüngste IGLU-Studie zur Leseleistung bei Viertklässlern gezeigt, dass vor allem die individuelle Lesefähigkeit gestärkt werden soll. Die Mediendidaktikerin Dr. Susanne Rupp schildert in sieben Punkten, wie man die Lust der Kinder am Lesen und Lernen mithilfe des digitalen Grundschul-Angebots „Leseo“ fördern kann.

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Warum haben immer mehr Kinder Probleme beim Lesen?

Dr. Susanne Rupp: „Es fängt eigentlich schon im Kinderzimmer an. Wir wissen aus Studien, dass fast ein Drittel der Eltern der Zwei- bis Achtjährigen gar nicht mehr oder nur sehr selten mit ihren Kindern lesen. Das kann Auswirkungen auf die Entwicklung der Fantasie der Kinder haben. Spaß und Motivation gehen leicht verloren, der Leseerfolg stellt sich nur schwer ein. Zudem reicht die Zeit im Deutschunterricht oft nicht aus, sich um jedes einzelne Kind individuell zu kümmern.“

Wie können Kinder beim Lesenlernen unterstützt werden?

Dr. Susanne Rupp: „Natürlich erst mal selbst zum Buch greifen, ein Vorbild sein – lesen, vorlesen oder mit den Kindern zusammen lesen. Das Lesen ist und bleibt eine Grundfertigkeit, auf die vieles andere aufbaut und ohne die eine kompetente Mediennutzung nicht möglich ist. Ebenso wichtig ist es, die Kinder in ihrer Selbstständigkeit zu stärken, indem wir neue und motivierende Anreize schaffen, die Lust aufs Lesen machen, gezielt unterstützen und ins digitale Zeitalter passen. Kinder wachsen heutzutage mit Smartphone und Tablet auf – erste Untersuchungen zeigen, dass sie im Medienmix und mit abwechslungsreichen Lernformen motivierter und neugieriger lernen.“

Was können Schulen konkret tun?

Dr. Susanne Rupp: „Jedes Kind hat unterschiedliche Interessen und Neigungen. In Deutschland gibt es 15.500 Grundschulen und die haben viel Erfahrung mit offenen Unterrichtsformen. Dank digitaler Angebote öffnen sich nun viele Türen, um auf die Bedürfnisse der 2,8 Millionen Grundschulkinder individueller einzugehen. Lesen lernen soll Spaß machen. Für modernen, zeitgemäßen Unterricht haben wir „Leseo“ entwickelt. Die kindgemäße Online-Plattform zur Leseförderung stellt die Freude am Lesen in den Mittelpunkt. Aus vielen Rückmeldungen haben wir erfahren, dass der digitale Zugang zu den Büchern und unsere spielerisch-interaktiven Übungen für Kinder enorm motivierend wirken.“

Wie funktioniert „Leseo“?

Dr. Susanne Rupp: „Einloggen, ein Buch auswählen, loslesen, Aufgaben lösen. Wenn die Kinder Lust auf neue Geschichten haben, können sie über Tablet oder PC auf verschiedene Kinderbücher – Märchen, Sachtexte oder Erzählungen – zugreifen, die unterschiedliche Leselevel und Interessen bedienen. Am Ende gibt es interaktive Aufgaben, Lückentexte, Suchbilder, Wörterschlangen oder ein Zuordnungsquiz, das auf spielerische Weise abfragt, ob die gelesene Geschichte verstanden wurde. Aktuell gibt es mehr als 45 Bücher – der Bestand wird kontinuierlich weiterwachsen. Wir werden die Plattform in den kommenden Monaten sukzessive Ausbauen und Plattformnutzern zusätzliche Funktionalitäten anbieten.“

Was ist der Vorteil des Online-Angebots?

Dr. Susanne Rupp: „Die Kinder bewegen sich auf der Webseite in ihrem eigenen Lern- und Lesetempo, wählen von der Lehrkraft zugewiesene oder neue Bücher aus und haben einen guten Überblick über das bereits Erreichte. Motivierend helfen auch die freundlichen ‚Monster‘, die sich mit dem Lernfortschritt entwickeln. So können auch Grundschüler ihren eigenen Erfolg sehen. Lehrkräfte können dank des Diagnosetools die Lese- und Lernergebnisse besser einschätzen, Empfehlungen geben oder vorgefertigte Aufgaben zuweisen und versenden.“

Wie kann man sich bei „Leseo“ anmelden?

Dr. Susanne Rupp: „Kinder, die neue Bücher ausprobieren wollen und Schulen, die unser Angebot ausgiebig testen wollen, sind herzlich willkommen. Ein 30-Tage-Test ist immer kostenfrei. Wir bieten „Leseo“ zur digitalen Leseförderung in verschiedenen Lizenzmodellen für ganze Schulen oder einzelne Schulklassen an. Gerade in heterogenen Lerngruppen kann die Plattform helfen, motivierende Lese-Angebote zu machen und die individuelle Lernentwicklung der Kinder zu fördern. Die Nutzung ist einfach und intuitiv und kann in der Schule, zu Hause oder auf dem Schulweg am Tablet, PC oder Laptop stattfinden – Lesen kann man fast überall.“

Wie ist „Leseo“ entstanden?

Dr. Susanne Rupp: „Wir haben vor etwa zwei Jahren mit der Konzeptionsphase angefangen und arbeiten in einem interdisziplinären Team: acht Mitarbeiterinnen aus Redaktionen, dem Design, der Entwicklung, dem Produktmanagement sowie Digital-Expertinnen. Die waren regelmäßig an Berliner Grundschulen und haben untersucht, wo die Bedürfnisse und Anforderungen liegen, um eine digitale Leseförderung als kindgemäßes Online-Angebot zu entwickeln. Das Schöne ist, dass wir nicht nur zahlenmäßig ein starkes Team mit vielen verschiedenen Menschen sind, sondern auch außergewöhnlich gut zusammenarbeiten. Im Rahmen der Produktentwicklung besuchte das Team eine Grundschule in Kreuzberg und gestaltete gemeinsam mit den Jungen und Mädchen die bunten Avatare, die sie auf der Lernplattform begleiten. Die freundlichen Monster waren eine Idee der Kinder. Regelmäßig haben wir Kinder und Eltern zu User-Feedback-Days im Verlag getroffen. Durch die Rückmeldungen zur Nutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit bekam die Projektgruppe wertvolle Hinweise, um das Angebot kindgerecht und praktikabel zu gestalten. Wir haben alle Anregungen ernst genommen und entsprechende Verbesserungen integriert. Beispielsweise konnten manche Kinder den digitalen Leseschieber zunächst nicht als solchen erkennen. Die Designerin passte daraufhin die Darstellung an.“

Mehr Informationen zu „Leseo“ von Cornelsen unter: cornelsen.de/leseo

Zur Person: Dr. Susanne Rupp ist Mediendidaktikerin und leitet den Bereich Grundschule im Cornelsen Verlag. Sie hat Erziehungswissenschaften und Medienwissenschaften studiert und im Bereich eLearning-Anwendungen promoviert. Rupp begleitet bei Cornelsen unter anderem die Forschung und Entwicklung zur Digitalisierung in Lehr- und Lernprozessen. Unter den von ihr umgesetzten Projekten sind hervorzuheben: die Kooperation im Bereich Coding zum „Calliope mini“, verschiedene Virtual-Reality-Pilotprojekte unter anderem mit Samsung Electronics sowie die „EdTech Innovation Days“ zum Thema „Grundschule und Künstliche Intelligenz“.

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