„Anders als in der Mittelstufe kann in der Oberstufe und im Abitur nicht einmal mehr eine ganze Note für noch so fehlerhafte Rechtschreibung abgezogen werden, sondern maximal ein bis zwei Punkte. Wenn es uns nicht egal ist, ob Abiturienten richtig oder falsch schreiben, ist das das falsche Zeichen“, mahnt die Philologen-Bundesvorsitzende Lin-Klitzing und fordert die KMK zur Änderung dieser Regelung – und zum mindestens vierstündigen Deutschunterricht in der Mittelstufe – auf.
Eine Eins minus trotz erheblicher Mängel in der Rechtschreibung
Nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) von 2012 zu Bildungsstandards in der Oberstufe sollen bei schwerwiegenden Verstößen gegen Rechtschreibung oder Grammatik in Deutschklausuren seit Beginn dieses Schuljahres bei der Gesamtnote auf der Skala von null bis 15 Punkten nur noch bis zu zwei Notenpunkte abgezogen werden – wie in allen übrigen Fächern der gymnasialen Oberstufe. Zuvor waren es zumindest in Deutsch bis zu vier Notenpunkte gewesen. Die Folge: Eine Deutscharbeit kann danach selbst dann noch mit 13 Punkten (einer 1-) bewertet werden, wenn sie deutliche Mängel in Rechtschreibung und Grammatik aufweist.
Die deutsche Sprache sei das Integrations- und Verständigungsinstrument, ihre fehlerfreie Beherrschung sei die Basis, um schnell und zutreffend verstanden zu werden und sich selbst ausdrücken zu können. „Es leuchtet nicht ein“, meint Lin-Klitzing, „wenn die ältere Generation sich darüber beklagt, dass Schulabgänger die Rechtschreibung nicht mehr vernünftig beherrschen, sie selbst aber die Rechtschreibregelungen für die jüngere Generation am Ende der Schullaufbahn aufweicht. Die Stärkung der Bildungssprache Deutsch ist für mich ein zentrales Anliegen, das über den schulischen Auftrag hinausgeht. Das beginnt im Elternhaus, über den Kindergarten, die Schule, den Beruf bis in unseren alltäglichen Umgang, wo jeder etwas dafür tun kann, z.B. den deutschen Apostroph richtig zu setzen!“
Bildungssprache Deutsch fördern – bitte auch im Abitur
Dementsprechend sei die Bedeutung und Wertschätzung sprachlicher Richtigkeit, von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik, sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich zu stärken. Es sei löblich, dass der KMK-Präsident, der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU), angetreten sei, die Bildungssprache Deutsch zu stärken (News4teachers berichtete). „Allerdings sollten die Kultusminister dann auch umgehend mit der Stärkung der Bildungssprache Deutsch im Abitur beginnen.“ Agentur für Bldungsjournalismus
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