Der Kampf um die Ferienordnung: Bayern und Baden-Württemberg beharren auf ihrem Privileg später Sommerferien

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STUTTGART. Baden-Württemberg und Bayern will im Kreis der Bundesländer für die Beibehaltung des eigenen, späten Sommerferienbeginns kämpfen. «Baden-Württemberg wird an der bisherigen Ferienregelung festhalten, da sie sich bewährt hat», sagte eine Sprecherin von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Auch Bayern kündigte Widerstand gegen einen Vorstoß an, das Privileg der Südländer auf die attraktive Kombination Pfingstferien/späte Sommerferien abzuschaffen. „Bayern bleibt bei der aktuellen Ferienregelung“, erklärte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Das Thema steht auf der Tagesordnung der heute beginnenden Kultusministerkonferenz.

Die Südländer lassen den Angriff aus dem Norden abprallen – erst einmal jedenfalls. Illustration: Shutterstock

Die jährlich wechselnden Termine für die Sommerferien sorgen für Kontroversen zwischen den Bundesländern. Denn Berlin und Hamburg fordern neue Regeln: Bei der Kultusministerkonferenz (KMK) an diesem Donnerstag und Freitag in Berlin wollen die beiden Länder beantragen, die freien Tage künftig zeitlich weniger zu strecken. Generell sollen die Sommerferien demnach erst ab 1. Juli und nicht schon im Juni beginnen, die Termine der Länder enger zusammenrücken und die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen. Darüber hinaus mögen einige Bundesländer nicht mehr hinnehmen, dass Bayern und Baden-Württemberg sich nicht an der Rotation beteiligen.

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Immer im gleichen Zeitraum Sommerferien – spät

Bisher haben aus historischen Gründen nur Bayern und Baden-Württemberg jedes Jahr weitgehend im gleichen Zeitraum Sommerferien – nämlich spät, weil Ende Mai, Anfang Juni dort Pfingstferien sind. Bei den übrigen Ländern wechseln die Termine: So beginnen im kommenden Jahr die Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern bereits am 22. Juni und enden am 1. August, in Baden-Württemberg starten sie am 27. Juli und enden am 12. September.

«Die bisherige Ferienordnung bietet uns einen pädagogisch verlässlichen und konstanten Schuljahresrhythmus und ermöglicht uns auch zusätzliche Pfingstferien, die von Eltern und den Schulen geschätzt werden», so heißt es im Baden-Württembergischen Kultusministerium. Dazu kommt: Die Reisepreise sinken Ende August bereits wieder. Diese Vorteile würden andere Bundesländer allerdings auch gerne mal für sich verbuchen.

Schulsenator Rabe: “Die Sonderstellung der Südländer ist nicht nachvollziehbar”

So kritisiert Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) aktuell, dass allein Baden-Württemberg und Bayern immer als letzte im August und September sechs Wochen Ferien haben. „Diese Sonderstellung der beiden südlichen Bundesländer ist nicht nachvollziehbar“, sagte er. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die bestehende Ferienordnung im Rahmen der Kultusministerkonferenz kippen zu wollen. «Warum haben Bayern und Baden-Württemberg immer zum letztmöglichen Zeitpunkt Sommerferien?», fragte Gebauer seinerzeit und fügte hinzu: «Hier meine ich, dass es zu neuen Regelungen kommen muss». Diese durchzusetzen sei aber «ein dickes Brett», die anderen Bundesländer hätten auch ihre Interessen. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Späte Sommerferien? Ja bitte! Die Kultusminister kämpfen um die Ferienordnung

 

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3 KOMMENTARE

  1. Hätten alle Bundesländer gleichzeitig Ferien, hätten wir zu Ferienbeginn und zum Ferienende die größten Staus aller Zeiten auf unseren Autobahnen. Wir müssten unsere Lieblingsurlaubsziele zwei Jahre im Voraus buchen, weil die gleichzeitige Anfrage so groß ist. Da dann sehr vieles vorhersehbar und planbar für die Touristik wäre, würden unsere Urlaube sehr teuer. Angebot und Nachfrage. Durch zeitlich kluge Umzüge in andere Bundesländer kann man sich für seine Kinder bisher viel Zeit ermöglichen um mit den neuen Lebensumständen klar zu kommen bevor der Schulalltag wieder los geht.
    So schlecht ist das bisherige System nicht.

  2. Infolge der marktwirtschaftlichen Bedingungen von Angebot und Nachfrage würde der Urlaub für Familien bei gleichzeitigem Ferienbeginn so teuer, dass gar nicht so viele Familien sich einen Urlaub noch erlauben könnten. Hinzu kommt dass in den Urlaubsregionen die Länge der Beschäftigungsverhältnisse für Saisonkräfte verkürzt würde, womit viele geringere Einkünfte erzielen würden, womit der Urlaubswunsch bzw. dessen Realisierung in weite Ferne gelangen würde.
    Der Markt regelt das schon!

  3. Nachdem wir nach Fridays for Future sowieso nicht mehr reisen sollen (außer zu Fuß mit dem Zelt auf dem Rücken) erledigt sich dann auch das Problem mit den Staus und Hotels. ;-)))

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