Schüler klagen: Alltagskompetenzen kommen in der Schule zu kurz – deshalb…

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STUTTGART. Mit Steuererklärung, Versicherungen und Altersvorsorge tun sich viele junge Menschen kurz nach der Schule schwer. Nun nehmen Schüler ihre Fortbildung selbst in die Hand und organisieren Aktionstage zu solchen Alltagskompetenzen.

Verbraucherbildung ist ein für junge Menschen wichtiges Thema. Foto: Shutterstock

Schüler sollen nach dem Willen der Bundesschülerkonferenz fitter in Alltagsthemen wie Steuern, Finanzen, Krankenkasse und erste eigene Wohnung werden. Ein von ehemaligen Schülern gegründeter Verein will dafür sogenannte Zukunftstage organisieren, bei denen Experten mit ihrem Fachwissen helfen. «Indirektes Ziel des Zukunftstages ist es, eine Lücke in unserem Bildungssystem zu schließen», sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Usamah Hammoud, am Montag in Stuttgart.

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«Welche Versicherungen sind denn wirklich wichtig? Was ist eine Haftpflicht, was Berufsunfähigkeit? Warum ist private Altersvorsorge – gerade für uns junge Menschen – besonders wichtig?», solche Fragen sollen laut Hammoud beantwortet werden. Ziel sei es, die Schüler handlungsfähiger zu machen, «wenn sie in das Leben entlassen werden».

Bundesschülerkonferenz: Verbraucherbildung in den Lehrplänen verankern

Die Bundesschülerkonferenz hatte bei ihrer Tagung am Wochenende in Pforzheim beschlossen, künftig mit dem Verein Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung zu kooperieren. Ab 2020 wolle man mit dem Zukunftstag an rund 500 Schulen in ganz Deutschland gehen. Bereits in diesem Jahr hatte der Verein einzelne Aktionstage organisiert. Langfristiges Ziel sei es laut Bundesschülerkonferenz, diese Themen auch in den Lehrplänen zu verankern.

Das Prinzip der Zukunftstage: Anstatt eines Unterrichtstages gehen Schüler der Oberstufe von 8.00 bis 15.00 Uhr in Workshops. Gedacht sind sie für Jugendliche ab 16 Jahren. Teilnehmen können Schulen, die 11., 12. und 13. Klassen haben, wie der Gründer und Vorsitzende des Vereins, Juri Galkin, sagte.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte zu den Plänen: Idealerweise könnten Schüler mit solchen Projekttagen auf dem Wissen aufbauen, das sie im noch relativ jungen Schulfach «Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung» (WBS) erwerben würden. «Mit diesem Fach haben wir den Wunsch aufgenommen, an den Schulen noch mehr ökonomisches Grundwissen und Alltagswissen zu vermitteln.»

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, Doro Moritz, erklärte, sie sehe es positiv, wenn Schüler Eigenverantwortung übernehmen. Die Schule müsse den Schülern aber eher die übergeordnete Kompetenz beibringen, wie man sich Wissen verschaffe. Das würde die Schule auch jetzt schon leisten. «Wir können Schülerinnen und Schüler nicht jede Situation vorspielen, die es im Leben einmal gibt», sagte sie. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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1 KOMMENTAR

  1. Solche Vorwürfe hört und liest man auch alle Jahre wieder. Es ist seitdem Etliches geschehen und nicht alles ist sinnvoll gewesen bzw. manch anderes kam seither zu kurz. Man kann den Spieß auch umdrehen: Die Kinder können jetzt eine Steuererklärung anfertigen, aber rechnen können sie nicht usw.-usf.

    Die Schule kann nicht alles vermitteln, sondern nur eine Auswahl. Die Grundschule vermittelt vor allem Lesen, Schreiben, Rechnen (u.a.). Die weiterführenden Schulen vor allem Allgemeinbildung in verschiedenen Bereichen. Wer was davon für sein weiteres Leben braucht, zeigt sich ja erst später, aber es schadet auch nicht, wenn man “ein bisschen was weiß”. Dazu gehören ja nun auch immer mehr Kompetenzen, die Kinder in die Lage versetzen, erworbenes Wissen und Fertigkeiten auf Bereiche zu übertragen, die in der Schule nicht vorkamen. Genau dieser “Transfer” stellt ja die höchste Anforderungsstufe dar. Die Schule trainiert das! (Es macht auch nicht jeder später seine Steuererklärung selbst.)

    Spezialwissen lernt man im jeweiligen Beruf, ja und auch im Leben.

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