Spaenle: Antisemitismus soll in Schulen stärker Thema werden

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MÜNCHEN. Um judenfeindliche Einstellungen einzudämmen, wollen die Antisemitismusbeauftragten aus Bund und Ländern das Thema in den Schulen intensiver behandeln. Die Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten, die Kultusministerkonferenz und der Zentralrat der Juden hätten dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet, teilte der bayerische Antisemitismusbeauftragte und Co-Vorsitzende der Kommission, Ludwig Spaenle (CSU) mit.

Der ehemalige bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle fordert das Thema Antisemitismus im Unterricht intensiver zu behandeln. Foto: Henning Schlottmann / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

«Das Problemfeld Antisemitismus wird bald in den Schulen stärker als bisher auf der Höhe der Zeit behandelt werden können», sagte er. Die Arbeitsgruppe solle über die bisherige Verankerung des Themas in Lehrplänen hinaus neue Akzente erarbeiten und aktuelle Materialien zur Verfügung stellen. (dpa)

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5 KOMMENTARE

  1. soweit man hört, ist Judenfeindlichkeit auf den Schulhöfen dauernd Thema. Die Regierung kann hier viel Gutes tun, indem sie mit Israel, dem „Juden unter den Staaten“, anständig umgeht, auch wenn das Ärger geben könnte.

    • Richtig, einen anständigen Umgang mit Israel, dem „Juden unter den Staaten“, wünsche ich mir auch. In der Außenpolitik nimmt unsere Regierung leider eine beschämende Rolle ein, wenn es um die Solidarität mit Israel geht. Da wird lieber eine Position eingenommen, die deutschen Wirtschaftsinteressen im arabischen Raum dient und der Gunst israelischer Feinde nicht im Wege steht. In der UNO enthält man sich auch gern der Stimme, wenn es bei Resolutionen um die Lebensinteressen Israels geht.
      Den Anschlag in Halle „mit großer Betroffenheit“ zu verurteilen oder in Mikrofone feste Solidarität mit den Juden zu bekunden, ist leicht.
      Ich wüsste zu gern, wie dieses Doppelspiel bei den Juden sowohl in Israel als auch in Deutschland ankommt.

  2. Das Wissen über das Judentum generell fehlt und bisher haben sich die beiden Kirchen davor
    gedrückt, ihre Schuld zu sehen. Die Juden galten als die „Verstockten“, die den
    Messias nicht annahmen. Und dieser Antisemitismus oder Antijudaismus ist alt, gepaart sicher auch mit Neid auf eine Religion, die freier ist als gerade der Katholizismus. Zu lange sah man die Judenfeindlichkeit nur im Mittelalter. Dass es 1819 schlimme Progrome gegen die Juden gegeben hatte, wusste ich lange nicht. Es heißt immer, dass wir uns erinnern müssen. Was man aber nicht weiß, weil es nicht ins öffentliche Bewusstsein kam – kommen sollte – kann man ja auch nicht vergessen. Lange haben die Nachfahren der Täter, der Mitläufer, der Opportunisten – Opfer. Widerständler schreiben leider die Geschichte nie – gedacht, dass Schweigen und Ignorieren genügt. Das gelingt nie. Weniger denn je mit den
    neuen Medien, die ja nicht nur schlecht sind.
    Der Spruch „Besser spät als nie“, ist ja ein Spruch, der vielen zupass kommt, wenn es zu
    spät ist für viele. All die Jahre hätten die Opfer der NS-Zeit sprechen können. Zu behaupten, dass sie alle nicht wollten oder konnten, das ist eine Lüge. Viele wurden nach dem Tod
    mundtot gemacht.

  3. Wir reden viel über Demokratie. Leider ist ja die AfD eine demokratisch gewählte Partei, die
    übel ist und jetzt einen Platz hat im Bundestag. Wer hätte das gedacht, wo wir doch da anders
    waren als Österreich mit der FPÖ und Haider. Neben der AfD sitzen im Bundestag, das ist sicher nicht schön für die FDP, die Höcke nicht die Hand hätte reichen dürfen freiwillig!!
    Nun ist Höcke möglicherweise kein Antisemit – Afrika Korps, Rassehygieniker – aber er billigt
    als AfDler, die es sind! Wenn Afdler Antisemiten den Rücken zuwenden auf dem
    Parteitag, dann gehen, dann sind immer noch die da, die es nicht tun. Show!
    Die RAF und die NSU sind beide Verbrecherorganisationen. Es gibt natürlich einen
    Unterschied zwischen der AfD und der Linken! Eins ist klar: Wenn die aus der AfD dem
    Gedeon gegenübersitzen, sind sie Teil des Systems. Auch die, die Mielke gegenübersaßen,
    waren Teil des Systems. „Ich liebe euch alle.“ Und die, die ihn doch immer gestützt hatten,
    schüttelten den Kopf, als wären sie nicht die, die ihn gestützt hatten.
    Geschichte wiederholte sich tatsächlich immer. Nicht eins zu eins. Wenn man sie kennt,
    dann ist man gewappnet. Und 1819 war nicht mehr Mittelalter. Es ist auch interessant,
    dass bei Unrecht, Grausamkeit, vielen Schülern außer den Hexenverbrennungen dann
    wenig einfiel. Neid, Missgunst schüren, Sündenböcke suchen: Staat und Kirche dabei.
    Hexenverbrennungen und Judenmorde.
    Und alles in Deutschland schlimmer als in anderen Ländern. Darüber müssen wir besonders
    nachdenken. Jedes Land. Der antisemitische Film von Mel Gibson, der den Leidensweg
    Christi zeigte, nicht den römischen Pilatus sah, war der Film eines Antisemiten.
    Der Antisemitismus war, ist eine weltweite Tatsache. Aber kein Land hatte die „Nürnberger
    Rassegesetze“, die, selbst wenn sie nicht zum systematischen Massenmord geführt hätten,
    doch schon schlimm genug gewesen waren.. Wir müssen uns nicht mehr knapp davor sehen,
    aber wenn ich „Hauch des Bösen“ höre, dann tippe ich mir an die Stirn. „Hauch des Bösen“
    war eine Kugel für Lübcke, die, die gar nicht gemeint waren, deren Namen wir schon vergessen haben und viele Juden, die nur von Glück sagen konnten, dass die Tür dick war.
    Kein einziger AfDler – ich wundere mich nicht – war schockiert, kam zur Besinnung.
    Und dann gibt jemand Höcke die Hand?? Und eine Frage stellt sich auch: Keinem Kollegen
    fiel auf, welche Themen er hatte als Lehrer? Wie wahrscheinlich ist es, dass er die Schüler nicht indoktrinierte? Und wenn Kollegen es bemerkten, weitergaben, wurden sie gehört?
    Es geht nicht um Denunziation, aber wenn es um Gefahren geht, dann muss man ja wohl reden.

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