Philologenverband fordert: Jeder Lehrer soll ein Tablet bekommen

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NÜRNBERG. Der bayerische Philologenverband will alle mehr als 150.000 Lehrer an Bayerns Schulen mit Computer-Tablets ausstatten lassen. Ein entsprechender Antrag sei bei der Hauptversammlung in Nürnberg angenommen worden, teilte der Verband mit. Bisher müssten Lehrer ihre eigenen Geräte mitbringen, wenn sie entsprechende Computertechnik im Unterricht nutzen wollen.

Das AfD-Meldeportal als „parlamentarische Aufgabe“. Berlins Landesdatenschutzbeauftragte lehnt eine Prüfung ab. Foto: niekverlaan / Pixabay
Ein Tablet für jeden Lehrer – sinnvoll? Foto: niekverlaan / Pixabay

Dies sei nicht nur unzumutbar, sondern führe auch zu technischen Problemen durch unterschiedliche Technik an den einzelnen Schulen und in einzelnen Klassen – bis hin zu Datenschutz- und Sicherheitsproblemen. «Wenn wir digitale Geräte im Unterricht einsetzen sollen, müssen wir das Arbeitsgerät auch gestellt bekommen», sagte Antragsteller Norbert Schedlbauer aus Regensburg. «Wir müssen ja auch Kreide und Tafel nicht privat bezahlen.»

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Finanziell sei die Ausstattung im Rahmen des Digitalpakts von Bund und Ländern machbar, sagte ein Verbandssprecher. Er rechne mit Kosten in Höhe von rund 75 Millionen Euro in Bayern. Bund und Länder hatten sich im Digitalpakt darauf geeinigt, mit Milliardeninvestitionen die digitale Ausstattung in deutschen Schulen zu verbessern.

Bei der Hauptversammlung in Nürnberg wurde der seit 2016 amtierende Michael Schwägerl aus Höchstadt als Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Der Philologenverband vertritt die mehr als 30.000 Gymnasiallehrer an Bayerns Schulen. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Vor dem Digitalpakt: Philologen fordern eine IT-Fachkraft zur Systemwartung für jede Schule

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12 KOMMENTARE

  1. Der Philologenverband in Bayern ist ja ein ganz ein schneller! Dass denen das jetzt schon dämmert! Weltweit führend und aufgeweckt, early adopter, Technik-affin! Der Hammer! Wie extrem mutig! Auf die Idee ist weltweit noch keiner gekommen!

    • So weit ich weiß, wird diese Forderung schon lange und von vielen erhoben. Da sie immer noch nicht erfüllt ist, finde ich es berechtigt, dass so etwas noch einmal gefordert wird. Für Ihre Häme kann ich keinen inhaltlichen Grund erkennen. Sind Sie GEW-Mitglied?

  2. Die Forderung ist gut.

    Dann nur noch ein AppleTV an jeden Beamer in den Klassenzimmern hängen, und schon hat man seine digitale Tafel mit allen Tafelbildern immer dabei.

    Auch wenn es nun viele Schulen nicht hören wollen, aber die ganzen digitalen Whiteboards und Monitore, die gerade so zahlreich verbaut werden, gehören leider schon wieder der Vergangenheit an….

    Darüber sollten sich die Schulen wirklich Gedanken machen, für was sie das Geld aus dem Digitalpakt einsetzen wollen und sich nicht von Firmen diese teuren Whiteboards „aufschwätzen“ lassen.

    Bei uns hat jeder Lehrer ein iPad + Apple Pencil + Tastaturhülle als Arbeitsgerät (auch für zu Hause). Als Tafelapp setzen wir auf das geniale Goodnotes 5.

    Man kann mit dieser Lösung sehr viel Geld sparen und hat alles… zudem keine technischen Probleme und Wartungskosten.

    • … mit Ausnahme des Systemadministrators für das schulische Netzwerk, es sei denn iPad und AppleTV können ohne WLAN miteinander kommunizieren.

  3. Bleiben noch die Fragen zu beantworten,
    welches System angeschafft wird,
    wer darüber entscheidet und
    wie oft es neue Geräte gibt. Viel Spaß!

    • Vermutlich kann nur der Schulträger entscheiden und wird für alle Schulen des Zuständigkeitsbereichs das gleiche System wählen. Ich würde das System Bildungs-iPad, Stift, AppleTV empfehlen.

      • unser Schulträger soll entscheiden? O weh! Schulträger ist der Kreis, was meinen Sie, wie viel didaktisch-informationstechnische Kompetenz dort angesiedelt ist?

  4. Mit Miracast/Anycast kann jedes System auf den Beamer zugreifen. Ob Android-Smartphone oder Tablet, ob Apples iPad oder ein Surface.

  5. Ich empfinde die Argumentation als haltlos. Den roten Farbstift, die Tasche, das Auto um zur Arbeit zu kommen und andere alltägliche Gegenstände, die ein Lehrer benötigt kauft auch kein Schulträger.

    Meine Meinung: Wenn mir etwas den Unterrichtsalltag erleichtert, dann kaufe ich es. Und ganz ehrlich: Ein Lehrer knabbert nicht am Hungertuch. Meine Schwägerin verdient ausgezahlt 1000 Euro im Monat inklusive Überstunden und Wochenendarbeit.

    Eigentlich sollten sich alle schämen, die diese Forderung aufmachen. Ganz unabhängig davon, dass hier mit der Gießkanne Steuergelder verteilt werden. Wie viel Lehrer werden denn die Geräte täglich sinnvoll nutzen????

    • “Den roten Farbstift, die Tasche, das Auto um zur Arbeit zu kommen und andere alltägliche Gegenstände, die ein Lehrer benötigt kauft auch kein Schulträger.”

      Nicht zu vergessen die ganzen Lehrerbände, Handreichungen, Kopiervorlagen, CDs, Hefter, Folien, Ordner, uvm. Es ist schon eine Schande, wie das Land mit seinen Lehrern diesbezüglich umgeht. Viel beschämender ist jedoch ihre Aussage. Ich möchte mal die Medien und die Gesellschaft sehen, wenn Lehrer nur noch das verwenden, was die Schule bereitstellt. Dann arbeiten wir nur noch mit Buch und Tafel. Sie sind bestimmt der Erste, der sich dann bei der Schulleitung über den unzureichenden Unterricht beschwert.

      “Eigentlich sollten sich alle schämen, die diese Forderung aufmachen.”

      Also sollen alle anderen Arbeitnehmer ihre Arbeitsmaterialien auch selbst zahlen?

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