Immer mehr «Schulen ohne Rassismus» in Rheinland-Pfalz

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MAINZ. Engagement gegen Rassismus machen immer mehr Schulen in Rheinland-Pfalz zu ihrem Programm. Im vergangenen Jahr wurden 19 Schulen neu in das Projekt «Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage» aufgenommen, wie die Landeszentrale für politische Bildung am Donnerstag in Mainz mitteilte.

Mittlerweile mehr als Schulen bundesweit haben dieses Schild am Eingang hängen. Foto: Bernd Schwabe in Hannover / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Viele Schulen bundesweit haben dieses Schild am Eingang hängen. Foto: Bernd Schwabe in Hannover / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Damit haben in Rheinland-Pfalz inzwischen 158 Schulen mit mehr als 110.000 Jugendlichen die Anforderung für die Aufnahme erfüllt: Mindestens 70 Prozent aller an einer Schule tätigen Menschen verpflichten sich schriftlich, sich gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.

Die Landeszentrale will demnächst die Projekte der beteiligten Schulen in einer Datenbank im Internet darstellen. «Alle Schulen können sehen, was die anderen machen, sich durch deren Projekte inspirieren lassen und besser vernetzen», erklärte der Direktor der Landeszentrale, Bernhard Kukatzki. Außerdem gibt es eine Liste mit Anregungen, darunter das Projekt «Rent a Jew» für Schulbesuche jüdischer Referenten oder von der Arbeitsgemeinschaft Frieden angebotene Trainings in Zivilcourage.

Das europaweite Projekt wurde 1988 in Belgien gegründet. Die erste Schule in Deutschland wurde 1995 aufgenommen. dpa

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15 KOMMENTARE

    • Hm, meine Formulierung ist problematisch / sehr missverständlich. Ich bitte um Verzeihung und frage anders:
      gibt es statistisch belegten Grund zur Annahme, dass die Schulen, die nicht “Schulen ohne Rassismus”-zertifiziert sind, rassistisch sind ?

      • Oder umgekehrt: Welchen nachweisbaren Effekt hat das Zertifikat außer einem Logo auf der Homepage und einer Plakette im Eingangsbereich?

        • Welchen nachweisbaren Effekt hat denn Ihr Unterricht außer einer Note auf dem Zeugnis?

          Schräge Diskussion – ausgerechnet von Lehrern hier angezettelt. Natürlich hat die Haltung der Schule und der einzelnen Lehrkräfte einen Einfluss auf Schülerinnen und Schüler.

          Hier nachzulesen: “Die meisten Kinder in Deutschland gehen gerne in die Schule, und Lehrer sind für sie wichtige Bezugspersonen und Vermittler von Werten.”

          Quelle: https://www.t-online.de/leben/familie/schulkind-und-jugendliche/id_71067206/kinderwertemonitor-2014-schule-ist-wichtig-fuer-soziale-entwicklung.html

          • Als harter Naturwissenschaftler bin ich im Unterricht politisch wertungsfrei, insbesondere nicht extrem links, verlange aber, dass die Kinder sich nach ihren individuellen Möglichkeiten anstrengen.

            Diese “meisten Kinder” brauchen diese Plakette nicht, die “verbliebenen Kinder” interessiert die Plakette nicht. Folglich ändert die Plakette daran nichts. Sie haben es also vollkommen korrekt erfasst.

          • Da ist schon mal ein krasser Widerspruch erkennbar – was sind Sie als “harter Naturwissenschaftler” denn nun im Unterricht? Politisch wertungsfrei? Oder “nicht extrem links” (also rechtsaußen)?

            Wenn ich mir Ihre rassistischen Kommentare, die Sie hier immer wieder absetzen, vor Augen halte, kann ich mir schon vorstellen, wohin der Hase läuft.

            Das Gute aber ist: Kinder lernen ja nicht nur durch Vorbilder – sondern auch durch abschreckende Beispiele.

        • Der Name steht für ein fest installiertes Programm der Vermittlung von Grundwerten zur Achtung der Würde anderer Mitmenschen, wie der Förderung des grundsätzlich menschlichen Umgangs miteinander, die Achtung und Respektierung von Menschen aller Kulturen sowie von Minderheiten und der Mehrheitsbevölkerung, das Erlernen des respektvollen Umgangs miteinander aller, dem Vorbeugen der Ausgrenzung von Minderheiten etc., kurz all den Verhaltensweisen und den Denkweisen vorzubeugen, die Menschen ausgrenzen, herabsetzen, entwürdigen und diskriminieren.

          • eben, also etwas, was die meisten Menschen leben und die anderen auch mit dem Programm nicht ändern.

        • Sie haben als Lehrer, neben der Vermittlung von Lerninhalten, auch einen Erziehungsauftrag zur Vermittlung der Grundwerte unserer freiheitlichen und sozialen Demokratie im Sinne des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland zu leisten.
          Darauf haben sie einen Eid geschworen.
          Wir haben in katholischen Krankenhäusern eigenständig christliche Leitbilder im Umgang mit den Patienten und den Mitarbeitern erarbeitet, die von uns Mitarbeitern auch gelebt werden sollen.
          Das beinhaltet natürlich auch den Respekt vor anderen Religionen, die diese ausleben sollen, die aber auch respektvoll mit unserer Religion umgehen sollen und deren Symbole genauso achten sollen, wie wir ihre achten.
          Und natürlich ist dieses Leitbild auf der Grundlage des Grundgesetzes entwickelt worden.

  1. AvL: “Der Name steht für ein fest installiertes Programm …”
    Merkwürdig ist nur, dass gerade das Christentum in der Schrift “Q-Rage” immer so schlecht wegkommt. Im neuesten Heft von Q-Rage steht eine Geschichte über Taufe, Katholizismus und Austritt aus der Kirche. Darin heißt es am Ende, man könne auch ohne Glauben leben. Aber dieselbe Geschichte in Bezug auf den Islam wäre in diesen Heften wohl undenkbar. Die Feindschaft christlicher Kirchen gegen Homosexualität wird thematisiert, die ebenso bestehende Feindschaft islamischer Organisationen dagegen nicht. Vielleicht möchte das die Chefin von “Schule ohne Rassismus” nicht. Der “alltägliche Rassismus” in Schulen (Beschimpfungen in diversen Richtungen, besonders gegen Juden) dagegen kommt kaum vor. Im Heft von 2008 ist die Palästinenser-Flagge zu sehen, die Flagge Israels wäre wohl dort undenkbar. Wikipedia berichtet einiges über Kritik an “Schule ohne Rassismus” und über die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

    • Es ist völlig legitim, die Arbeit einer Organisation wie “Schule ohne Rassismus” kritisch zu hinterfragen – nur: Mit dem Engagement der Schulen hat das gar nichts zu tun.

      Die Kampagne, die die AfD gegen “Schule ohne Rassismus” führt, liegt zweifellos darin begründet, dass man sich nicht gerne den Spiegel vorhalten lässt. Über die Mechanismen des Rassismus aufgeklärte Schüler lassen sich zudem nicht so leicht gegen Menschen mit Migrationshintergrund aufhetzen, wie es von Rechtsaußen versucht wird. Sie sind in diesem Geschäft ja auch unentwegt im Leserforum von News4teachers tätig, Carsten60.

    • Merkwürdig und auffällig sind alleine die von ihnen beständig gesuchten Bezüge zum Islam, den sie auffällig beständig thematisieren, als ein gesellschaftliches Problem darzustellen versuchen, und den sie stets kritisch bis abwertend darzustellen wissen.

      • Finden Sie nicht auch merkwürdig und auffällig, dass immer wieder versucht wird, Carsten60 einen Strick daraus zu drehen, wenn er faktenbasiert argumentiert, sich sachkundig macht und aus passenden, offiziellen Lektüren zitiert, um seine Meinung auch zu belegen und nicht nur rechthaberisch in den Raum zu stellen?
        Sie selbst sollten in den Reaktionen auf Ihre häufige und gut begründete Meinung zum “Lesen durch Schreiben” doch genügend Erfahrung damit gesammelt haben, dass Leute nicht auf Ihre Sachargumente eingehen, sondern persönlich beleidigend werden oder komische Anmerkungen machen .
        Wie hätten Sie den Vorwurf empfunden “Merkwürdig und auffällig sind alleine die von ihnen beständig gesuchten Bezüge zum Lesen durch Schreiben, …”?
        Hätten Sie das als konstruktiven Beitrag in der sachlichen Auseinandersetzung empfunden oder als unfaire Tour, Ihre Person und Meinung auf billigste Weise aus dem Feld zu schlagen?

        • Bei Wikipedia steht, dass 2008 ein Artikel zweier jugendlicher Journalisten mit dem Titel “Die Evangelikalen Missionare” geriet in die Kritik, weil darin die Behauptung erhoben wurde, in evangelischen Gemeinden würden teilweise parallel erzkonservative, zum Teil verfassungsfeindliche Ideologien neben den offiziellen Leitbildern vermittelt.
          Und weiter steht bei Wikipedia: Schule gegen Rassismus ist eine Jugendinitiative und ein entsprechendes Netzwerkeuropäische Netzwerk mit nationalen Koordinierungsstellen in Belgien, Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Spanien.
          Meine beiden ältesten Töchter besuchen Schulen, die sich dieser Initiative angeschlossen haben, und dort wird bewusst zur Toleranz gegenüber allen Religionen und anderen aufgeklärt.

    • Es ist doch umgekehrt: Das Heft “Q-Rage” versucht, das Christentum als gesellschaftliches Problem darzustellen und abzuwerten (äußern Sie sich hier nicht gerne pro Christentum). schauen Sie einfach mal in das Heft von 2008 hinein, zu erreichen über Wikipedia. Deutsche kommen da nur als verknöcherte Evangelikale und als grimmige Rechtsextremisten vor. Das Bild mit der Palästinenerflagge dagegen stammt von einer anti-israelischen Demonstration.

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