Zahl der Schulabbrecher in Berlin leicht rückläufig – ohne Förderschulen jedenfalls

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BERLIN. Der Anteil der Schüler ohne Abschluss ist in Berlin nach den aktuellen Zahlen der Senatsverwaltung für Bildung leicht gesunken. Er lag im vergangenen Schuljahr bei 8,0 Prozent, im Jahr davor bei 8,6 Prozent, wie die Bildungsverwaltung am Montag mitteilte. Damit sei der niedrigste Wert seit vier Jahren erreicht. Allerdings ging dem Rückgang eine Änderung der statistischen Grundlage voraus.

Geriet wegen der vielen Schulabbrecher zu Schuljahresbeginn unter Druck: Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons, (CC-BY-SA 3.0)

In absoluten Zahlen waren es 2018/19 insgesamt 25.875 Schüler, die in Berlin ohne Abschluss blieben. Der Rückgang sei angesichts der schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen umso bemerkenswerter: Die Zahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der in Willkommensklassen, insbesondere mit Geflüchteten, habe in den vergangenen Jahren zugenommen, so hieß es bei der Senatsverwaltung für Bildung. Allerdings: Die aktuelle Statistik erfasst alle Schülerinnen und Schüler, die öffentliche allgemein bildende Schulen besuchten – ohne die Förderschulen. Die waren bei früheren Erhebungen einbezogen worden.

Scheeres hält die Absenkung der Abbrecherquote für ein gutes Signal

Berlin stand in der Vergangenheit mehrfach wegen seiner im Vergleich zu anderen Bundesländern hohen Quote von Jugendlichen ohne Abschluss in der Kritik. Die Absenkung sei ein gutes Signal, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). «Aber natürlich können wir uns damit nicht zufrieden geben. Jeder Jugendliche, der die Schule abbricht, ist einer zu viel.» Aktuelle Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) liegen für das Schuljahr 2018/19 noch nicht vor.

Paul Fresdorf, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, erklärte, bei der Schulabbrecher-Quote sei noch sehr viel Luft nach oben. «Gerade der Lehrermangel und die maroden Schulen führen dazu, dass die Schülerinnen und Schüler den Ort Schule nicht mehr als einen Raum des Lernens und Lehrens sehen», so Fresdorf. Berlin brauche eine Bildungsoffensive im Bereich Ausstattung und Umsetzung von Lerninhalten und eine Bildungspolitik, bei dem der Leistungs- und Lerngedanke im Fokus stehe. dpa

Hohe Abbrecherquote – Scheeres lässt neue Statistik ohne Förderschüler entwickeln

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