Corona-Krise: Druck auf NRW-Landesregierung, alle Schulen zu schließen, steigt

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DÜSSELDORF. Die Rufe nach Schließung der Schulen in Nordrhein-Westfalen werden lauter. Am Donnerstag forderte der NRW-Elternverband, den Unterricht einzustellen. Es sei inkonsequent, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen, den Betrieb an Schulen mit weit mehr Schülern aber weiterlaufen zu lassen. «Wir bekommen viele Anrufe besorgter Eltern», sagte Elternvereins-Vorsitzende Andrea Heck. «Es wäre vernünftig, wie in Österreich, Dänemark, Polen und Italien die Schulen zu schließen», sagte Heck.

Die GEW warnt ihn vor einem Rückfall in die Rütters-Politik: Wahlsieger Armin Laschet. Foto: Christliches Medienmagazin pro / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
„Schulschließungen dürfen kein Tabu sein“: Ministerpräsident Armin Laschet unter Druck. Foto: Christliches Medienmagazin pro / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

«Schulschließungen dürfen kein Tabu sein», forderten die drei größten Lehrerorganisationen in NRW – GEW, Philologen-Verband und VBE – in einer gemeinsamen Erklärung. Die Gefahrenlage durch das Coronavirus müsse täglich neu bewertet werden. Maßnahmen, die gestern noch nicht erforderlich waren, seien womöglich morgen schon notwendig.

Die Landesregierung hatte sich bislang gegen landesweite Schulschließungen ausgesprochen. Denn «dann würde sich ja auch die Frage stellen, wer betreut eigentlich die Kinder unserer Krankenschwestern, unserer Ärztinnen und Ärzte», hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gesagt.

„Schulleiter sind weder Juristen noch Virologen“

«Unsere Schulleiter sind weder Juristen noch Virologen», so die Lehrerverbände. Sie müssten sich auf Schulträger und Gesundheitsbehörden verlassen können. Derzeit müsse alles getan werden, um die Infektionskette zu verlangsamen. «Das Land NRW als Arbeitgeber muss Lehrkräfte bestmöglich schützen. Sie sorgen sich natürlich um ihre persönliche Gesundheit und die ihrer Familie.»

Die Verbände kritisierten «missverständliche Informationen, die das Schulministerium per Mail an die Schulen versandt» habe. Es gehe nicht an, Lehrer unter Generalverdacht zu stellen, dass sie über selbst veranlasste Krankmeldungen Schulschließungen erzwingen wollten.

„Sanitäre Mängel an den Schulen beheben“

Ein Gebot der Stunde sei es zudem, die sanitären Mängel an vielen Schulen zu beheben. Die Sicherung der Schulhygiene habe oberste Priorität. Die Schulträger müssen für Warmwasser, Desinfektionsmittel, genügend Seife und Einmalhandtücher sorgen und eine regelmäßige Reinigung garantieren. Hier seien auch die Gesundheitsämter gefordert.

In den landesweit rund 5500 Schulen in NRW werden 2,5 Millionen Schüler von rund 195.000 Lehrern unterrichtet. dpa

Coronavirus: Söder schließt Schulschließungen in der Fläche nicht länger aus

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4 KOMMENTARE

    • Schlimm sind die panischen Reaktionen desinformierter Mitbürger, die in ihrem Corona-Wahn sämtliche Hygieneartikel und haltbare Lebensmittel aus den Geschäften wegkaufen, sodass man für zu Hause noch nicht einmal Toilettenpapier nachkaufen kann.
      Die Hysterie eskaliert auf Grund des Nichtwissens, obwohl man sich doch auf der Internet-Seite vom RKI Robert-Koch-Institut sich ausreichend informieren kann.

    • Operative Hektik ersetzt geistige Windstille und Aktionismus ist Balsam auf die Seelen der Verunsicherten und Verstörten, die in wilder Panik Dinge tun, die sie bei rationalem Denken unterlassen hätten. Hauptsache man entwickelt nach außen Aktivitäten und beruhigt vorerst einmal das verunsicherte Volk durch scheinbar sinnvolle Maßnahmen zum verfrühten Zeitpunkt, um den Erst der Lage zu vermitteln. Eine klassische Win-Win-Situation ergibt sich daraus, denn man hat scheinbar richtig gehandelt.

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