Coronavirus: Erstes Bundesland sagt Klassenfahrten bis Ende Mai ab – alle!

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MAGDEBURG. Sachsen-Anhalt war das letzte Bundesland ohne bestätigten Corona-Fall – das hat sich nun geändert. Jetzt werden dort harte Maßnahmen getroffen, um eine Ausbreitung einzuschränken. Gleich alle Klassen- und Schulfahrten wurden gestrichen. Auch in Niedersachsen sind Schülerreisen ab sofort verboten. Allerdings gilt das Verbot dort erst einmal nur für Risikogebiete.

Das Coronavirus wirbelt den Schulalltag in Deutschland zunehmend durcheinander. Foto: Shutterstock

Fast eine Woche war Sachsen-Anhalt das letzte Bundesland ohne bestätigte Infektion mit dem neuartigen Coronavirus – jetzt melden die Behörden gleich mehrere Fälle. Am Dienstagabend gehen die Behörden von mindestens sieben Infektionen mit Sars-CoV-2 aus. Die Ausbreitung des Virus sorgte umgehend für eine Reihe von Maßnahmen. Unter anderem werden alle Klassen-, Studienfahrten und Schüleraustausche in Sachsen-Anhalt bis zum 31. Mai ausgesetzt. «Die Schulleitungen wurden aufgefordert, mit Ausnahme eintägiger Fahrten innerhalb Sachsen-Anhalts, alle Reisen abzusagen», heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung des Bildungsministeriums.

Die Kosten für Stornierungen übernehme das Land. Wie hoch sie sein werden, sei noch nicht absehbar, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Bildungsminister Marco Tullner (CDU) betonte, dass die Entscheidung nicht leicht gewesen sei, Präventionsmaßnahmen jedoch Priorität hätten.

Schulen sollen versuchen, Reisen zu verschieben

Niedersachsen hat wegen der Corona-Epidemie alle Schulfahrten nach Italien und in alle anderen Risikogebiete weltweit verboten. Eine entsprechende Verfügung ging am Dienstag an alle rund 3.000 Schulen, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) mitteilte. «Um den Gesundheitsschutz der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte und der Begleiterinnen und Begleiter möglichst hochzuhalten, müssen Schulfahrten in Risikogebiete definitiv unterbleiben.» Außer Italien geht es um den Iran und betroffene Gebiete in China und Südkorea. Nach wie vor sollten Schulen zunächst versuchen, Reisen zu verschieben.

Für Schulen, bei denen die Verschiebung einer Klassenfahrt beim Reiseveranstalter nicht möglich ist, prüfe das Ministerium die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung. Die Frage sei, um wie viele Reisen es am Ende geht und welche Summen möglicherweise ersetzt werden müssten. «Ich halte es in der jetzigen Situation für sinnvoll, Planungen für Fahrten aufzuschieben», sagte Tonne.

„Bei zahlreichen Schulen auf der Kippe“

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat auf Kritik vom Philologenverband reagiert, die Schulleitungen mit möglichen Regressforderungen für abgesagte Klassenfahrten allein zu lassen. „Werden Klassenfahrten, Studienfahrten und Schüleraustausche abgesagt, weil die Absage danach zwingend vorzunehmen ist (Risikogebiete) oder empfohlen wurde (Nicht-Risikogebiete im Ausland), werden die vom Vertragspartner (zum Beispiel Reiseveranstalter, Transportunternehmen) eventuell in Rechnung gestellte Stornierungskosten, sofern diese nachgewiesen sind, vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen“, so heißt es aktuell auf der Homepage des Bildungsministeriums.

Allerdings betreffen mögliche Absagen keineswegs nur Schülerreisen in Risikogebiete, wie der Philologenverband erklärt. „Die Durchführung vieler langfristig geplanter Schulveranstaltungen steht bei zahlreichen Schulen auf der Kippe, unabhängig davon, ob das Ziel der Reise in einem COVID-19 Ausbreitungsgebiet liegt oder nicht“, so sagte Landesvorsitzende Sabine Mistler bereits am Freitag. News4teachers / mit Material der dpa

Coronavirus: Schulen sagen Klassenfahrten ab – Eltern bleiben auf Kosten sitzen

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