Coronavirus: In diesen Nachbarstaaten fällt der Unterricht aus – ein Überblick

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BERLIN. Als erste deutsche Großstadt schließt Halle in Sachsen-Anhalt von diesem Freitag an für zwei Wochen alle Schulen und Kindertagesstätten. Solche «Corona-Ferien» seien kein Allheilmittel und müssten genau vorbereitet werden, sagt Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Von 40.000 Schulen in Deutschland seien derzeit etwa ein Prozent betroffen – also rund 400. Unsere direkten Nachbarländer lassen den Unterricht zum Teil landesweit ausfallen. Ein Überblick.

Österreich hat die Schließung seiner Schulen angekündigt. Illustration: Shutterstock

FRANKREICH: In den besonders betroffenen Départements Haut-Rhin im südlichen Elsass und Oise im Norden des Landes sind die Schulen seit Montag (9. März) für zwei Wochen geschlossen. Davon betroffen sind Kinderkrippen, Kindergärten, weiterführende Schulen und Gymnasien. Auf der Mittelmeerinsel Korsika ruht der Schulbetrieb komplett bis 29. März. Teilweise setzen Privatschulen in französischen Großstädten von Montag (16. März) an für drei Wochen mit dem Unterricht aus.

ÖSTERREICH: Bis zum 3. April, dem Beginn der Osterferien, sind die Schulen geschlossen. Ab Montag (16. März) betrifft das die Oberschüler, zwei Tage danach wird auch der Unterricht für alle anderen eingestellt. Die Bundesregierung appellierte an die Eltern, Kindergartenkinder möglichst zu Hause zu lassen.

POLEN schließt für zwei Wochen alle Kindergärten, Schulen und Universitäten. In Grundschulen und Kindergärten werden die Kinder bei Bedarf noch bis Freitag (13. März) betreut, um den Eltern Zeit für die Organisation der Betreuung zu geben.

SCHWEIZ: Hier gibt es bisher keine einheitliche Regelung. Der Kanton Tessin rief den Notstand aus. Manche Schulen und Ausbildungsstätten wurden geschlossen, Grundschulen bleiben vorerst geöffnet. In vielen Landesteilen fingen nach den Winterferien am Montag (9. März) die Schulen wieder an. Sie sollten nicht geschlossen werden, um zu vermeiden, dass Kinder von gefährdeten Großeltern betreut werden müssen.

DÄNEMARK schließt ab Montag (16. März) für zwei Wochen alle öffentlichen Schulen und Kindertagesstätten. Alle Schüler und Studenten werden ab Freitag (13. März) vorläufig für zwei Wochen nach Hause geschickt.

TSCHECHIEN schließt alle Schulen und untersagt Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern. Bereits seit Mittwoch (11. März) ist der Lehrbetrieb an allen Schulen eingestellt. Die Maßnahme gilt vorerst unbefristet. Weiter geöffnet bleiben dürfen Kindergärten und Kitas.

BELGIEN: Im südlichen Landesteil, der Wallonie, haben einzelne Schulen ihren Unterrichtsbetrieb eingestellt. Die Europäischen Schulen teilten den Eltern mit, man werde alle fünf Standorte in Brüssel mit zusammen mehr als 10.000 Schülern von Montag an bis Ende März schließen.

NIEDERLANDE und LUXEMBURG: Bis Donnerstagnachmittag waren keine Maßnahmen bekannt. dpa

Corona-Krise: Deutscher Lehrerverband fordert alle Schulen auf, sich auf eine mögliche Schließung vorzubereiten

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1 KOMMENTAR

  1. Bin nicht Lehrerin, sondern (Fach)ärztin ohne Patienten- aber mit Studierendenkontakten, so zufällig auf diesen Blog gelangt. Der ist der aktuellste und am besten redigierte zum Thema Covid 19 – Pandemie! Die Problematik ist an Schulen und Unis weitestgehend dieselbe: Wichtige Prüfungen müssen „irgendwie“ uneingeschränkt möglich bleiben, die sanitären Einrichtungen spotten z.T. jeder Beschreibung, Händedesinfektion kaum möglich, kein Plan zu Arbeitsschutz sprich Infektionsschutz für Risikogruppen, zu denen eigentlich jeder über 60 im Kollegium zu zählen ist. Nur dass am 12. 03. abends an der am nächsten zum Kreis Heinsberg gelegenen Uni anders als in B- W und BY immer noch pünktlich am O6.April der Vorlesungsbetrieb startet…

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