Hamburgs Abiturienten erhalten mehr Zeit – und Desinfektionsmittel

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HAMBURG. Jetzt heißt es büffeln. Die Hamburger Abiturienten und Abiturientinnen haben nun erst einmal Gewissheit, dass ihre Prüfungen stattfinden. Angesichts der Corona-Pandemie macht der Schulsenator aber ein paar Anpassungen. Unter anderem soll Desinfektionsmittel in den Prüfungsräumen parat stehen.

Desinfektionsmittel soll in allen Prüfungsräumen parat stehen. Foto: Shutterstock

Das Abitur in Hamburg findet trotz der Corona-Krise statt, die Schulbehörde gibt den Abiturienten aber mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung. Die Prüfungen starten fünf Tage später und damit zeitgleich mit Schleswig-Holstein, wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag in der Landespressekonferenz mitteilte. «Der Beginn der schriftlichen Prüfungen soll wie in Schleswig-Holstein auf den 21. April verschoben werden, um den Schülerinnen und Schülern mehr Vorbereitungszeit zu ermöglichen.» Zudem werden mit Rücksicht auf die Lage drei Mal so viele Nachschreibetermine angeboten bis in den Juni hinein.

Zweitkorrekturen entfallen weitgehend

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte, es sei auch sehr im Interesse der jungen Generation gewesen, dass der Senat entschieden habe, die Prüfung stattfinden zu lassen. «Hier ist aber jetzt erst einmal wichtig gewesen, dass die Schüler und Schülerinnen, die ein Abiturzeugnis in Hamburg erhalten, nicht am Ende noch ein Problem bekommen.» Dies wäre eventuell der Fall, wenn sie keine Prüfungen ablegten und das Zeugnis dann etwa in anderen Bundesländern nicht anerkannt werden könnte.

Die schriftlichen Abiturprüfungen werden nun in der Zeit vom 21. April bis 6. Mai stattfinden. Bereits in dieser Woche sollen die Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern Kontakt aufnehmen und die Einzelheiten der Prüfungen besprechen.

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Um die Lehrkräfte zu entlasten, sollen die Zweitkorrekturen der rund 27.000 Abiturklausuren nur im Ausnahmefall stattfinden. Diese und weitere Erleichterungen gelten auch dann, wenn die Schulschließungen vor den Abiturprüfungen aufgehoben werden sollten, sagte Rabe.

Die häusliche Vorbereitungszeit für das Abitur soll bereits in dieser Woche eingeleitet werden. Dazu sollen die Schulen ihre Zeitpläne für das laufende Semester anpassen. «Insgesamt stehen den Schülerinnen und Schülern damit bis zu 20 Tage Abiturvorbereitungszeit zur Verfügung, doppelt so viel wie ursprünglich geplant», sagte der Schulsenator.

Arbeitsplätze der Schüler mit zwei Metern Abstand

Zusätzlich werden Schulbehörde und Schulen besondere Sicherheitsvorkehrungen treffen, um den Infektionsschutz zu sichern. So sollen die Arbeitsplätze der Schüler mit zwei Metern Abstand aufgestellt werden und die Zahl der Prüflinge auf höchstens zehn pro Klassenraum begrenzt werden. Alle Klassenräume und WCs werden unmittelbar vor Beginn der Prüfung intensiv gereinigt. Zusätzlich sollen in den Prüfungsräumen Desinfektionsmittel für die Hände griffbereit aufgestellt werden. Darüber hinaus sollen die Prüfungen eines jeden Tages jeweils zeitlich um 15 Minuten versetzt gestaffelt werden, um Ansammlungen zu vermeiden.

Die SchülerInnenkammer Hamburg hatte sich am Vortag wegen der Corona-Pandemie gegen die reguläre Anhaltung des Abiturs und der Prüfungen zum ersten allgemeinbildenden und mittleren Schulabschluss ausgesprochen. Nach Ansicht der Schülervertreter sollen die Hamburger Abiturienten die Wahl haben, ob sie die Prüfungen regulär schreiben wollen oder ob sie die Vor-Abiturklausuren oder ihre Durchschnittsnote als Abiturklausur werten lassen wollen. dpa

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