Krankenstand der Lehrer steigt – Martin setzt auf Gesundheitsprogramme

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SCHWERIN. Die Lehrerschaft in Mecklenburg-Vorpommern wird älter. Die Fehlzeiten aufgrund von Krankheit steigen. Das Bildungsministerium will gegensteuern – mit Gesundheitsprogrammen. Die Linke hingegen fordert weniger Pflichtstunden für Lehrer, um deren Belastung zu reduzieren.

Setzt auf Gesundheitsprävention: Bettina Martin, Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Regierungsportal M-V / Ute Grabowsky

Der Krankenstand bei Lehrern in Mecklenburg-Vorpommern ist teilweise deutlich gestiegen. Besonders stark war er im Schuljahr 2017/18 an den Berufsschulen des Landes, wo er im Vergleich zum Schuljahr davor von 7,4 auf 8,1 Prozent kletterte. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervor. «Das sind insgesamt mehr als 750 Lehrkräfte, die über den Zeitraum des gesamten Schuljahrs fehlen», sagte die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg. Sie müssten vertreten werden. «Es wird deutlich, dass das bestehende System der Vertretungslehrkräfte damit komplett überfordert ist», so Oldenburg.

Linke: Vertretungsreserve schaffen

Ihre Fraktion fordere, dass Lehrkräfte nur noch 26 Stunden statt 27 Stunden in der Woche unterrichten, um eine Stunde Reserve zu haben, die bei Ausfall eingesetzt werden könne. Arbeiten zum Beispiel an einer Schule 25 Lehrkräfte, habe diese Schule jede Woche 25 Stunden, die im Krankheitsfall sofort eingesetzt werden könnten. Eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung sowie eine Entlastung der Lehrkräfte von unterrichtsfremden Aufgaben wäre auch ein Beitrag zur Gesunderhaltung der Lehrer, erklärte Oldenburg. Bisher bekommen nur ältere Lehrer sogenannte Abminderungsstunden. Pädagogen ab einem Alter von 57 Jahren müssen eine Stunde weniger unterrichten, ab 60 Jahren sind es zwei. Künftig sollen ab einem Alter von 63 Jahren zwei weitere Unterrichtsstunden wegfallen.

«Das Land als Arbeitgeber hat ein großes Interesse daran, dass es den Beschäftigten an den Schulen gut geht», betonte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). Das Beratungs- und Unterstützungsangebot bei der Gesundheitsprävention werde verbessert. Das 200-Millionen-Euro-Schulpaket der Landesregierung sehe zusätzliche Stellen für Arbeitspsychologen vor. Sie sollen die bestehenden Angebote des Betrieblichen Gesundheitsmanagements für Lehrer erweitern. dpa

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