Verschiebung? Niedersachsen will bis Freitag über Zeitplan fürs Abitur entscheiden

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HANNOVER. Niedersachsen will bis Freitag über eine mögliche Verschiebung der Abiturprüfungstermine entscheiden. Bis dahin werde mitgeteilt, ob an den regulären Terminen voraussichtlich festgehalten wird, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch im Landtag in Hannover. Der Philologenverband und die GEW halten eine Absage der Abiturprüfungen in Niedersachsen wegen des Coronavirus nach wie vor für möglich und vertretbar.

Unter welchen Bedingungen müssen die Abiturienten in diesem Jahr ihre Prüfungen ablegen? Foto: Shutterstock

Im Falle von länger andauernden Schulschließungen wegen des Coronavirus nach Ostern wäre eine Anpassung der Prüfungstermine erforderlich, so Tonne. Eine Verschiebung um bis zu drei Wochen würde den gesamten Rahmen der Prüfungen zum Abitur noch einhalten. Sollte auch der nach hinten geschobene Terminplan nicht eingehalten werden, würden die Prüfungen entfallen und das Abitur auf Basis der Noten in den vier zurückliegenden Schulhalbjahren erteilt.

Der Kultusminister betonte, dass Niedersachsen mit Blick auf die zentralen Prüfungen sehr an einer zwischen den Bundesländern abgestimmten Lösung gelegen sei. Das Vorpreschen einzelner Länder mache dies aber schwierig. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin hatte zuvor angekündigt, die diesjährigen Abschlussprüfungen abzusagen. Inzwischen ist das Land von der Entscheidung aber wieder abgerückt – die KMK hat sich darauf verständigt, dass die Prüfungen stattfinden sollen (News4teachers berichtete).

Start der Abiturprüfungen am 20. April? Unwahrscheinlich

«Wir müssen akzeptieren, dass wir in einer Notsituation sind. Je eher wir das akzeptieren, desto besser ist es», sagte der Landeschef des Philologenverbands, Horst Audritz, am Mittwoch. Es sei «sehr wahrscheinlich», dass die Prüfungen nicht planmäßig am 20. April beginnen könnten, sagte Audritz. Spätestens Ende nächster Woche solle daher über eine Absage oder Verschiebung entschieden werden.

Zur Bewertung eines Abiturs ohne Prüfungen könnten dem Verbandschef zufolge die Noten der vergangenen beiden Schuljahre herangezogen werden, die normalerweise zwei Drittel der Abinote ausmachen. Die Abweichungen in den Abschlussprüfungen seien erfahrungsgemäß gering, sagte Audritz. «Da muss sich kein Schüler große Sorgen machen.» Alternativ sei ein «Notabi» nur mit mündlichen Prüfungen denkbar.

Auch die Landeschefin der Erziehungsgewerkschaft GEW, Laura Pooth, ist offen für eine Absage. Das Abitur müsse in Zeiten von Corona auch ohne gesonderte Prüfungen möglich sein, sagte sie. «Wichtig ist, dass kein Schüler einen Nachteil davon hat.» News4teachers / mit Material der dpa

KMK einig: Prüfungen fürs Abitur und für den Mittleren Abschluss sollen trotz Corona stattfinden – auch in Schleswig-Holstein

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