Wegen Corona-Verdacht an Brandenburger Schule: Bis zu 5.000 Menschen in Quarantäne

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POTSDAM. Als Folge des Coronavirus schließen Schulen und Behörden – ein Infektionsverdacht an einer Schule in Neustadt/Dosse zieht weite Kreise. Einer Schätzung zufolge sind allein wegen dieses Falls tausende Menschen von häuslicher Quarantäne betroffen.

Der Fall zieht weite Kreise. Foto: Shutterstock

Ein Coronavirus-Verdacht an einer Schule in Brandenburg hat weitreichende Folgen: Nach Schätzungen des Amtsdirektors von Neustadt/Dosse, Dieter Fuchs, befinden sich insgesamt zwischen 4000 und 5000 Menschen – darunter sind Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet – vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Weil Lehrer einer Gesamtschule in der Kleinstadt (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) mit einer Coronavirus infizierten Berlinerin Kontakt hatten, wurde die häusliche Isolation für einen großen Personenkreis angeordnet.

Die Amtsärztin des Landkreises, Dagmar Sissolak, sagte der «Märkischen Allgemeinen» zu den genannten Zahlen zu Menschen in häuslicher Isolation: «Wir können diese Zahlen nicht bestätigen.» Es gebe dazu keine zuverlässigen Erhebungen, und es sei auch nicht möglich, sie zu erstellen, meinte die Amtsärztin. Der Sprecher des Landkreises, Alexander von Uleniecki, sagte im Gespräch: «Wir gehen davon aus, dass in unserem Landkreis deutlich weniger Menschen von häuslicher Isolation betroffen sind.» Derzeit seien noch keine zuverlässigen Erhebungen möglich.

Heikles Treffen zum Projekt „Reiten in der Schule“

Insgesamt 730 Schülerinnen und Schüler der Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt/Dosse, die Lehrer und weitere Mitarbeiter sowie ihre Familien befinden sich auf Anweisung des Gesundheitsamtes in häuslicher Quarantäne. Die Gesamtschule, zu der eine Grund- und Förderschule gehören, sowie zwei Internate wurden geschlossen.

Die besondere und sehr umfangreiche Maßnahme in Neustadt/Dosse war laut Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg angeordnet worden, weil ingesamt 19 Vertreter der Neustädter Schulen, des brandenburgischen Bildungsministeriums und der Stadtverwaltung während eines Treffens Kontakt zu einer Berliner Pferdezüchterin hatten, bei der später die Corona-Infektion nachgewiesen wurde. Auch Vertreter von Sportverbänden und eines Gestüts hätten an dem Treffen teilgenommen. Das Projekt „Reiten in der Schule“ der Prinz-von-Homburg-Schule in Kooperation mit dem Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt für die Klassen 7 bis 13 gilt als bundesweit einzigartig.

GEW: Sofortiges Verbot aller Klassenfahrten

Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus. GEW-Landeschef Günther Fuchs forderte vom Bundesbildungsministerium klare Regelungen für die Schulen und ein sofortiges Verbot aller Klassenfahrten und Schüleraustausche. «Die Situation spitzt sich auch in Brandenburg weiter zu.(…) Nur die Verweise auf Internetseiten und ein Weiterleiten von Links des Robert Koch-Institus (RKI) an die Schulen reichen schon längst nicht mehr aus», erklärte Fuchs.

Der Bundeselternrat sieht großflächige Schulschließungen aus Vorsicht vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus derzeit skeptisch. «Wir müssen aufpassen, wir müssen Hygienemaßnahmen einhalten», sagte deren Vorsitzender Stephan Wassmuth am Montag. Die Hygiene hält er in vielen Schulen für unzureichend. Die Toilettenanlagen staatlicher Schulen genügten in zahlreichen Fällen nicht den hygienischen Anforderungen. Der Verband schlug bereits vergangene Woche Alarm. News4teachers / mit Material der dpa

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