Bildungsministerin Prien: Schulunterricht «auch mal samstags» denkbar

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KIEL. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will vermeiden, dass einzelne Jahrgänge in diesem Schuljahr nicht mehr in die Schule kommen. Es sei denkbar, dass unter den coronabedingten Umständen Unterricht bis zu den Sommerferien auch mal an einem Samstag stattfinden könnte, sagte Prien am Montag im Deutschlandfunk. «Das muss jetzt besprochen werden.»

Löst eine Debatte um Samstagsunterricht aus die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prienn (CDU). Foto: Frank Peter / Landesregierung

Es sei schwierig, so Prien, wenn einzelne Jahrgänge bis zu den Sommerferien nicht mehr in die Schule kämen. Das wolle sie möglichst vermeiden. Auch Schüler aus schwierigen Stadtteilen müssten wieder erreicht werden. Um Lernrückstände aufzuholen, schlug die Ministerin zudem vor, mehr Lernangebote als bisher für die Sommerferien zu machen.

Die schriftlichen Abiturprüfungen starten in Schleswig-Holstein wie geplant am Dienstag; andere Schüler dürfen wegen der Corona-Gefahr erst nach und nach die Schulen betreten. Von Mittwoch an beginnen die Vorbereitungen auf Abschlussprüfungen zum Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und Mittleren Schulabschluss (MSA). Die Teilnahme an den Vorbereitungen für die Abschlussprüfungen sind für alle Schüler in den Räumen der Schule verpflichtend, sofern sie nicht zur Risikogruppe gehören.

Bis zum 4. Mai sollen die Schulkonzepte abgestimmt werden

Erst am 4. Mai soll in den vierten Grundschulklassen und den Abschluss-Jahrgängen des kommenden Schuljahres der Unterricht wieder beginnen. Ein entsprechender Erlass steht noch unter dem Vorbehalt der Kultusministerkonferenz am 29. April. Bis zum 4. Mai will die Bildungsministerin in Schleswig-Holstein unter anderem mit den Bildungsträgern, Elternbeiräten, Gewerkschaften und Nahverkehrsdienstleistern die neuen Schulkonzepte abstimmen. Dabei geht es unter anderem um zeitversetzten Unterricht von kleineren Gruppen, die Auswahl der Fächer sowie die Beförderung der Schüler im Land.

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin hatte Ende der vergangenen Woche erklärt, dass in ihrem Land bis zu den Sommerferien wohl nicht alle Schüler noch einmal in die Schule kommen (News4teachers berichtete). Wörtlich sagte sie: «Ich kann es nicht garantieren, dass alle Schülerinnen und Schüler in diesem Halbjahr in die Schule kommen und Präsenzunterricht haben.». Es würden mehr Räume benötigt, um aus Gründen des Infektionsschutzes Klassen zu teilen. Für die Klassentrennung seien zudem mehr Lehrer nötig. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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7 KOMMENTARE

  1. Was für Debatten werden jetzt bitte noch losgetreten? Und immer die gleichen Politiker, die einem derart auf den Keks gehen: Prien, Laschet, Piazolo & Söder sowie der Mensch aus Sachsen. Ich wäre ja mal gespannt zu hören, was die Politik denn da als Zulagen für Samstagseinsätze monetär einplanen möchte. Wo doch bei Schulpolitik das Geld immer soooooo knapp ist.

    • Die ersten, die dagegen Sturm laufen sind doch die Eltern. Samstagsunterricht wird nicht mehr kommen – den Eltern ist ihr freies Wochenende heilig.

  2. Zulagen wären nicht unbedingt zu zahlen, es war auch die Idee, ein zweites Arbeitszeitkonto zu eröffnen, auf das zwangsweise Arbeitszeit druch Mehrarbeit angespart werden soll.
    Das Problem bisher: Die Lehrerarbeitszeit bei voller Stelle ist jetzt schon auch offiziell an der Grenze der erlaubten Höchstwochenstundenzahl. Eine regelmäßige und dauerhafte Überschreitung würde Klagen provozieren, der erwartungsgemäß jeder Rechtsreferendar gewinnen würde.
    Der Samstag an sich ist ein Werktag und nur gewohnheitsmäßig unterrichtsfrei.

    • Trotzdem hat die SL bei ihrer Planung meine Stundenzahl zu berücksichtigen. Wenn sie beabsichtigt, mich am Samstag einzusetzen, muss sie die Stunden an einem anderen Tag „einsparen“. Dadurch ist also nichts gewonnen, es sei denn, durch Zauberei hätte unsere Schule auf einmal deutlich mehr Lehrkräfte.

      • Die Zahl der Deputatsstunden – also auch eine Erhöhung – lässt sich doch ganz einfach per Landesgesetz beschließen.

      • Genau das meinte ich ja.
        Oder mit den Worten eines Juristen aus einem Ministerium: Die Arbeitszeit der Lehrer voll zu bezahlen, können wir uns nicht leisten, dann wären wir pleite.

        • Wie, das aus dem Munde eines Volljuristen? Denen mit Befähigung zum Richteramt wird doch gemeinhin nachgesagt:

          „Judex non cal­culat.“

          Aber warum probiert man es nicht wie in der Privatwirtschaft auch, um Auftragsspitzen abzufedern, greift man für gewöhnlich auf die Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen zurück:(
          Wäre doch im bereich Schule einmal eine „nette“ Geschäftsidee:)

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