Corona-Abi: Schriftliche Prüfungen in Hessen enden ohne größere Zwischenfälle

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WIESBADEN. Egal mit welcher Note: Das Abi 2020 wird immer ein besonderes sein. Mitten in der Corona-Krise haben die Prüflinge in Hessen ihre Arbeiten geschrieben – mit weitem Abstand zueinander. Die Feiern müssen auf später verschoben werden.

Das Abitur in Hessen ist durch – trotz Corona. Foto: Shutterstock

Mitten in der Corona-Krise und unter strengen Hygieneregeln sind die schriftlichen Abiturprüfungen in Hessen ohne nennenswerte Zwischenfälle zu Ende gegangen. Das erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. Zum Abschluss hatten die Tests im Fach Biologie auf dem Plan gestanden. «Die schriftlichen Abiturprüfungen haben in diesem Jahr unter besonders schwierigen Bedingungen stattgefunden, die unsere Schulen vor große Herausforderungen gestellt und den Prüflingen auch psychisch einiges abverlangt haben», erklärte Lorz.

70.000 Abiturprüfungen an elf Prüfungstagen

Sicherlich wäre es auf den ersten Blick leichter gewesen, das Abitur zu verschieben. Das Land habe sich aber bewusst dagegen entschieden, «weil wir den jungen Menschen nicht die Möglichkeit nehmen wollten, ihre Abschlussprüfungen im dafür vorgesehenen Zeitraum zu schreiben – also zu dem Zeitpunkt, auf den sie sich vorbereitet haben». An elf Prüfungstagen seien rund 70.000 Abiturprüfungen geschrieben worden.

Lorz bat alle Abiturientinnen und Abiturienten, wegen der bestehenden Ansteckungsgefahr auf Abifeiern zu verzichten. «Ich bin mir aber sicher, dass Ihr sie zu einem späteren Zeitpunkt umso ausgelassener nachholen könnt.»

Teilnahmequote etwas niedriger als sonst

Die Teilnahmequote am Abitur fiel mit rund 96 Prozent etwas niedriger aus als üblich, erklärte der Minister. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass ein Teil der Abiturienten am Prüfungstag unter Quarantäne gestanden habe oder wegen leichter Symptome wieder nach Hause geschickt worden sei. Das Land hatte den Schülern freigestellt, ob sie zur Prüfung kommen wollen oder nicht. Wer sich nicht dazu in der Lage gesehen hätte, solle keine Nachteile erleiden, erklärte Lorz. Es bestehe die Möglichkeit, schriftliche Prüfungen nachzuholen.

Trotz strenger Abstandsregeln zum Schutz vor Coronavirus-Infektionen hätten sich vor und nach den Prüfungen vereinzelt Schüler oder Schülerinnen umarmt. «So nachvollziehbar und menschlich diese Geste auch ist, bedeutet sie doch ein unnötiges Risiko für die Prüflinge und ihre Angehörigen», mahnte der Minister und appellierte an alle, bei den Nachschreibterminen vom 23. April bis 7. Mai darauf zu verzichten. dpa

Keine Feierstimmung

Endlich Abi, endlich Party – eigentlich: In diesem Jahr kommt nach der letzten Prüfung in Hessen am Donnerstag wegen der Corona-Krise keine traditionelle Feierstimmung auf. Das hessische Kultusministerium hatte gemeinsam mit der Polizei und der Landesschülervertretung an alle Abiturienten appelliert, auf Abifeiern zu verzichten. Wohl mit Erfolg: Bis zum Nachmittag vermeldete die Polizei keine unerlaubten Partys.

In Marburg war die traditionelle Abiparade durch die Stadt abgesagt worden, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Auch sonst habe es keine Meldungen über Feiern gegeben. Dies bestätigten die Sprecher anderer Polizeistationen im Land. Einem Sprecher der Kasseler Polizei zufolge ist der Goethepark, in dem sich sonst viele Abiturienten zum Feiern getroffen hätten, «sowieso gesperrt».

Die Landesschülervertretung hatte sich unter anderem über die Sozialen Medien an die Abiturienten gewandt, wie Landesschulsprecher Paul Harder sagte. «Nach den bisherigen Prüfungen haben sich die allermeisten auch daran gehalten.» Die größte Party in Frankfurt mit Hunderten Teilnehmern findet eigentlich im Grüneburgpark statt. Die Landesschülervertretung ging laut Harder zwar davon aus, dass sich einige wenige trotzdem treffen werden. «Das sind aber Ausnahmen.» Der Polizei zufolge blieb es auch im Grüneburgpark bis zum Nachmittag ruhig.

Ganz aufs Feiern zu verzichten, kommt aber laut Paul Harder auch für die diesjährigen Abiturienten nicht infrage. Sie greifen zu einem in Zeiten von Kontaktverbot und Ausgangsbeschränkung zu einem kreativen Mittel, wie der Landesschulsprecher erklärt: Gemeinsames Feiern und Trinken bei Videokonferenzen.

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