Starke Posen können das Selbstbewusstsein von Kindern tatsächlich verbessern

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HALLE. Eine bewusst eingenommene dominante Körperhaltung könnte Kindern dabei helfen, sich in der Schule selbstsicherer zu fühlen. Das zeigt eine neue Studie von Psychologen der Universitäten Halle und Bamberg, die sich mit dem umstrittenen Konzept des Power Posings auseinandergesetzt hat.

Die eigene Körpersprache wirkt auch auf den „Sprecher“ zurück. Foto: Shutterstock

Körpersprache hat einen kaum zu unterschätzenden Einfluss auf menschliche Kommunikationsprozesse. Manche Posen wirken dabei weitgehend eindeutig: Sitzt jemand mit hinter dem Kopf verschränkten Armen und legt die Füße lässig auf den Tisch, so erlebt sich diese Person gerade vermutlich als sehr selbstsicher. Vor dem Körper verschränkte Arme und ein gekrümmter Rücken deuten dagegen eher auf Unsicherheit.

„Körpersprache ist aber nicht nur ein Ausdruck von Gefühlen. Sie kann umgekehrt auch beeinflussen, wie sich Menschen fühlen“, sagt Robert Körner, Psychologe an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der unter anderem zum sogenannten Power Posing forscht. Dabei geht es insbesondere um die Frage, inwiefern eine bestimmte Körperhaltung auch die Gefühle und den Selbstwert einer Person beeinflussen kann. „Power Posing ist nonverbaler Ausdruck von Macht. Es geht um sehr plakative Gesten und Veränderungen der Körperhaltung“, so Körner.

Bisher wurden allerdings vor allem die Folgen für erwachsene Menschen untersucht. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hannes Köhler und Astrid Schütz von der Universität Bamberg hat Köhler nun den Einfluss von Powerposing auf Grundschüler untersucht. „Kinder sind ab einem Alter von fünf Jahren durchaus in der Lage, die Körperhaltung von anderen zu erkennen und zu interpretieren“, so der Psychologe.

In ihrer Studie haben die Forscher ein Experiment mit 108 zufällig ausgewählten Viertklässlern durchgeführt: Eine Gruppe sollte für jeweils eine Minute zwei besonders offene und raumeinnehmende Haltungen einnehmen, die andere eine Pose mit verschränkten Armen und gesenktem Kopf. Anschließend absolvierten die Kinder eine Reihe von Tests. Am Ende berichteten die Schüler dann von ihren Gefühlen und bewerteten ihr eigenes Selbstwertgefühl.

Die Kinder, die zuvor eine offene Haltung eingenommen hatten, zeigten sich dabei nicht nur besser gelaunt sondern empfanden offenbar auch einen höheren Selbstwert als die Kinder der anderen Gruppe. „Besonders auffällig waren die Effekte bezogen auf Fragen, die den Schulkontext betrafen. Hier wirkte sich das Power Posing besonders vorteilhaft auf den Selbstwert der Kinder aus“, erläutert Körner. Kinder, die eine Pose mit hoher Potenz eingenommen hatten, zeigten neben positiveren Gefühle überwiegend auch Gefühle mit höherer Potenz und nicht zuletzt eine positivere Schüler-Lehrer-Beziehung.

Es lohne sich für Lehrkräfte insofern zu prüfen, inwiefern diese Methode Kindern helfen könne. Allerdings dürfe man die Ergebnisse der neuen Studie nicht überbewerten und sich auch nicht zu viel von der Technik erhoffen, so Körner. Die Effekte seien nur von kurzer Dauer. Schwerwiegende Probleme oder psychische Erkrankungen müssten auch weiterhin von ausgebildeten Therapeuten behandelt werden.

Die neue Studie decke sich aber mit früheren Ergebnissen zum Power Posing. Das Konzept ist in der psychologischen Forschung allerdings umstritten: So konnten einige der Ergebnisse, die etwa Effekte auf den Hormonhaushalt oder das Verhalten zeigten, nicht bestätigt werden. (zab, pm)

• Abstract der Studie in „School Psychology International“ (engl.)

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