Kurz nach Schuljahresbeginn: Erste Schulen schon wieder geschlossen – Virologen: So, wie Kultusminister den Schulbetrieb planen, geht es nicht

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BERLIN. Kurz nach Schuljahresbeginn haben die ersten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern wegen Corona schon wieder zugemacht. Virologen weisen in einer gemeinsamen Stellungnahme auf das Risiko von Infektionen in Schulen hin. Ihre Vorschläge machen deutlich, dass die bisherigen Planungen der Kultusminister – die von einem weitgehenden Normalbetrieb der Schulen ausgehen – der Lage nicht angemessen sind. Die Wissenschaftler warnen dringend davor, das Risiko bei Kindern zu unterschätzen.

So, wie die Länder den Schulbetrieb planen, geht es nach Ansicht der Virologen nicht (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Mehrere namhafte Virologen haben zum Beginn des Schuljahres in mehreren Bundesländern ohne Abstandsregel im Unterricht vor dem Risiko von Corona-Infektionen unter Schülern gewarnt und Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen gemacht. «Fehlende Präventions- und Kontrollmaßnahmen könnten in kurzer Zeit zu Ausbrüchen führen, die dann erneute Schulschließungen erzwingen», heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie, die am Freitag verschickt wurde.

Nach vier Schultagen wurden schon wieder zwei Schulen geschlossen

Wie schnell die Hoffnungen auf einen weitgehend normalen Schulbetrieb im neuen Schuljahr zerstört werden können, zeigte sich am selben Tag in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ende der ersten Schulwoche nach den Ferien wurden ein Gymnasium und eine Grundschule geschlossen. An dem Gymnasium in Ludwigslust war eine Lehrerin positiv getestet worden an der Grundschule in Graal-Müritz im Landkreis Rostock ein Schüler. Mecklenburg-Vorpommern war am Montag als erstes Bundesland ins neue Schuljahr gestartet, am Donnerstag folgte Hamburg. Kommende Woche sind Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen dran.

Die Virologen – darunter Christian Drosten, Jonas Schmidt-Chanasit und Helmholtz-Forscherin Melanie Brinkmann – schreiben in ihrer Stellungnahme: «Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen». Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre kontraproduktiv für das kindliche Wohlergehen und die Erholung der Wirtschaft. Für eine wirksame Unterdrückung der Virusausbreitung in der Gesamtgesellschaft bleibe es weiterhin Grundvoraussetzung, die Viruszirkulation in den Schulen niedrig zu halten. Die Experten schlagen mehrere Maßnahmen vor, um die Übertragungsrisiken in den Schulen zu minimieren.

Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag.

Geplant sind „Kohorten“ – keine kleinen festen Lerngruppen

Praxisnah ist das bislang nicht. In Schleswig-Holstein beispielsweise ist Unterricht in festen Klassenverbünden nur in der Grundschule vorgesehen – in den weiterführenden Schulen werden die sogenannten „Kohorten“ größer ausfallen. In Niedersachsen darf eine Kohorte einen Schuljahrgang umfassen. Im Berliner Hygieneplan heißt es: „Der Unterricht und die ergänzende Förderung und Betreuung sind in festen Gruppen bzw. Lerngruppen durchzuführen, um Kontakte soweit wie möglich zu reduzieren.“ Die Einschränkung: „soweit organisatorisch möglich…“.

In Nordrhein-Westfalen heißt es: „Der Unterricht soll jahrgangsbezogen in Klassen, in Kursen oder festen Lerngruppen stattfinden. Eine jahrgangsübergreifende Gruppenbildung ist grundsätzlich nicht möglich.“ Ausnahmen, in denen die Schüler dann doch wieder in völlig neuer Besetzung zusammengebracht werden, gibt es aber trotzdem: nämlich „bereits jahrgangsgemischt zusammengesetzte reguläre Klassen bzw. Lerngruppen, Gruppen für Ganztags- und Betreuungsangebote sowie Schulsportgemeinschaften“.

Virologen: Masken in allen Jahrgängen auch im Unterricht!

Die Wissenschaftler sprechen sich außerdem für das «konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts» aus. «Dies sollte begleitet werden durch eine altersgerechte Einführung der Kinder in die Notwendigkeit und den Umfang von Präventionsmaßnahmen», heißt es. Lediglich Nordrhein-Westfalen hat seine Regelungen mittlerweile angepasst – und zum Schuljahresbeginn eine Maskenpflicht auch im Unterricht zumindest in den weiterführenden Schulen erlassen. Wichtig ist aus Sicht der Virologen auch, dass «pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaustausch» in den Schulen gefunden werden.

Sollte es gegen Jahresende zu einem kritischen Anstieg der Neuinfektionen kommen, und dabei auch Bildungseinrichtungen eine Rolle spielen, bringen die Virologen auch eine Ausdehnung der Weihnachtsferien ins Spiel, um die Zeiten mit höchster Infektionsaktivität zu verringern. „Insbesondere eine Ausdehnung in das neue Jahr erscheint sinnvoll, vor allem auch, weil es über Weihnachten durch feiertagsbedingte Reisetätigkeit und Familienfeiern vermutlich zu einer weiteren Zunahme der Infektionsrisiken kommen kann.“ News4teachers / mit Material der dpa

Im Wortlaut

BERLIN. Die „Ad-hoc-Kommission SARS-CoV-2“ der Gesellschaft für Virologie gehören insgesamt zehn führende Virologen aus Deutschland und der Schweiz an, darunter Prof. Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg, Prof. Isabella Eckerle vom Centre for Emerging Viral Diseases des Universitätsklinikums Genf und Prof. Christian Drosten von Institut für Virologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Wörtlich heißt es in dem Papier:

„Infektionsraten bei Kindern und deren Rolle in der Pandemie sind bisher nur unvollständig durch wissenschaftliche Studien erfasst. Neuere wissenschaftliche Veröffentlichungen und konkrete Beobachtungen in einigen Ländern deuten darauf hin, dass die initial teilweise angenommene, minimale Rolle von Kindern in Frage gestellt werden muss.

Die Mehrheit der frühen Studien wurden unter den (Ausnahme-)Bedingungen weitgreifender kontaktreduzierender Regelungen (sogenannter „Lockdown“) mit Schulschließungen oder in der Zeit der niedrigen Grundinzidenz unmittelbar nach dem Lockdown in Deutschland durchgeführt. Sie haben somit als Entscheidungsgrundlage nur einen eingeschränkten Aussagewert für die in naher Zukunft zu erwartende Situation in Deutschland. Unter bestimmten Umständen kann es sein, dass Kinder einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Infektionen mit SARS-CoV-2 ausmachen. Inzwischen liegt der prozentuale Anteil von Kindern an der Gesamtzahl der Neuinfektionen in Deutschland in einer Größenordnung, die dem Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung entspricht.“

Aerosole machen zusätzliche Maßnahmen in Schulen nötig

Weiter heißt es: „Eine der wichtigen neuen Erkenntnisse zu SARS-CoV-2, die bei der Schulöffnung bedacht werden müssen, betrifft die inzwischen anerkannte Möglichkeit der Aerosolübertragung, also die Übertragung durch die Luft, insbesondere in Innenräumen bei unzureichender Luftzirkulation. Je mehr Personen sich in einem geschlossenen Raum befinden und je länger die dort verbrachte Zeitspanne ist, desto grösser ist das Risiko einer Übertragung.

Bezogen auf die Schulöffnung im Herbst bedeutet dies, dass zusätzliche Maßnahmen getroffen werden sollten, um Übertragungsrisiken in Schulen zu minimieren. Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren, räumliche Ressourcen auszuschöpfen und pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaustausch in öffentlichen Gebäuden wie Schulen zu finden. Die Umsetzung technischer Maßnahmen zur Sicherstellung eines ausreichenden Raumluftwechsels liegt nicht im Kompetenzbereich der Infektionswissenschaften. Hierzu ist die Einbindung technischer Fachexpertise dringend erforderlich. „

Und weiter: „In Bezug auf den Klassenverband sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen inkl. Lehrpersonal definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag. Unterrichtseinheiten könnten möglichst breit per Kleingruppe über verschiedene Tageszeiten und Wochentage verteilt werden. Digitale Lösungen mit einem Mix aus Präsenzunterricht und Heimarbeitseinheiten könnten weitere Möglichkeiten bieten, räumliche Kapazitäten zu entlasten.“

Hier lässt sich die komplette Stellungnahme herunterladen.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Leopoldina hält geplanten Normalbetrieb an weiterführenden Schulen für zu riskant – sie fordert kleine feste Lerngruppen

 

 

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128 KOMMENTARE

  1. Viel zu spät, Aerosolübertragung war seit Februar bekannt, es wurde ein halbes Jahr verschenkt, um vernünftige Lösungen zu planen. Überzeugt mich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, erinnert an die „gute Vorbereitung“ im März mit Masken und Schutzkleidung. Italien agiert viel vorausschauender.

    • Es ist so unglaublich, was hier gerade abgeht.

      Ich komme gerade von einem Behördengang. Vor der Tür stehen zwei Security-Männer. Man darf das riesige, top moderne Gebäude nur mit vorher vereinbartem Termin und Maske betreten. Bevor man in das Gebäude geht notiert der eine Mann die Personalien und bittet einen sich die Hände zu desinfizieren. Alles wird kontrolliert. Alle anderen Bürgerinnen und Bürger müssen draußen mit Abstand warten. Im Gebäude war ich der Einzige. Erst als mein Anliegen bearbeitet wurde, durfte der nächste eintreten, wobei ich einen anderen Ausgang nehmen musste. Alle Mitarbeiter der Behörde hatten Handschuhe, Einmal-Kugelschreiber und saßen hinter Plexiglasscheiben. Traumhafte Zustände, von denen wir in der Schule weit weit entfernt sind. Das Gebäude gehört dem Kreis, der auch für die Schulen zuständig ist.

      Offensichtlich geht Infektionsschutz doch, solange es der eigene Schutz ist. Schulen interessieren keinen. Ob da einer den Löffel abgibt ist nicht von Interesse. Findet sich schon jemand anderes und Kinder gibt es ja auch genug.

      Ich frage mich: Was könnte den Ministerien einen Riegel vorschieben? Das kann doch alles nicht mit rechten Dingen zugehen.

      Die vorliegenden „Konzepte“ sind ja auch keine Verordnungen, sondern nur HygienePLÄNE. Wie verbindlich sind solche Pläne für Schulen. Wie ist das rechtlich?
      Was wenn ein Schulleiter einen Plan überarbeitet und für seine Schule den Plan etwas umfangreicher auslegt?

      • Und bei uns hat der für die berufliche Schulen zuständige Kreis die einmal im Jahr !! stattfindende Schulgrundreinigung aus Kostengründen gestrichen. Es ist unglaublich!

        • Bei uns auch, allerdings mit der Begründung, seit Corona würde doch täglich in den Räumen geputzt…
          Ich habe dann meinen Raum selber gereinigt – das neue Schuljahr soll ja nicht in Staub und Dreck starten!

          • Sehr vorbildlich, allerdings ist auch leider genau das der Grund, warum die Kommunen sowas immer machen können. Ich kenne Grundschulen, da mussten die Eltern sich für eine Grundreinigung für zweimal im Jahr eintragen. Wenn es um Kinder geht, denkt jeder immer „ach die armen Kinder, können doch nichts dafür.“ . Das stimmt, nur leider sitzt scheinbar in jeder Kommune jemand, der vermutlich vor lachen, dass das immer wieder funktioniert, sich den Bauch halten muss.

            Ich bin der Meinung, egal wie sinnvoll ich so etwas finde, dass das auf keinen Fall gemacht oder übernommen werden darf, weil es den Gemeinden immer nur signalisiert „es funktioniert trotzdem“.

  2. Und wenn ich mich recht erinnere, haben diverse Kultusminister darauf verwiesen, von Experten beraten worden zu sein.

  3. Alle konnten es im Vorfeld wissen.
    Selbst wenn es nicht 100% bewiesen ist, halte ich das Risiko für zu groß.

    Warum keine Abstandsregel?
    Warum keine halben Klassen/Kurse?
    Warum keine stabilen Gruppen?

    Schichtbetrieb mit festen Lehrerteams würde viele Probleme lösen. Die Kleinen vormittags, damit die Eltern arbeiten können, die Großen danach plus online.
    Und im zeitlichen Umfang genau so viel Unterricht, wie Lehrer da sind.
    Dann könnte man auch im Lehrerzimmer Abstand halten.

  4. Wenn ich das richtig sehe, sprechen die laufend aktualisieren wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen die Aufnahme des Schulbetriebes zum jetztigen Zeitpunkt. Die empirische und juristische Grundlage für eine Sammelklage wäre damit gegeben. Bin gespannt, was noch kommt.

  5. Spätestens nach heute sollte die Kultusbürokratie die Trägheit überwinden und Schulen neu organisieren. Grundschüler und Unterstufenschüler sind nicht dauerhaft online zu beschulen, aber warum müssen Teenager (ab Klasse 9) und Oberstufenschüler online beschult werden. Das ist unverantwortlich, auch den teilweise erwachsenen Schülern (Berufsschulen!) gegenüber.
    Wenn diese Schüler in den Distanzunterricht gehen, ist an vielen Schulen Platz für kleinere Klassen. Die Lehrer in diesen Klassen müssen mit FFP3 ausgestattet werden und es gibt eine Maskenpflicht auch im Klassenzimmer. Das Rumgeeiere muss aufhören!
    Es wird zur Katastrophe, wenn Azubis und Praktikanten Infektionen aus der Schule in Unternehmen tragen und es zu einem größeren Ausbruch kommen sollte.
    Auch das ist Wirtschaft! Ich habe den Eindruck, dass alle Verantwortlichen die Augen vor der Realität verschließen. Wir sind in einer weltweiten Pandemie und der Normalzustand vor Corona lässt sich nicht erzwingen, auch nicht von den Kultusministern.
    Ich kann nicht von meinen Angestellten erwarten, dass sie sich mit einem immer noch tödlichem Virus infizieren. Ich kann von meinen Mitarbeitern nur erwarten, dass sie unter Einhaltung aller Arbeitsschutzbestimmungen ihre Arbeitsleistung erbringen.

    • Ích finde es vollkommen unverständlich, dass Betriebe ihre Auszubildenden unter den gegebenen Bedingungen in die Berufsschule schicken. Wollen die Betriebe wirklich riskieren, dass sie 14 Tage in Quarantäne gehen und den Betrieb schließen müssen?

  6. @kanndochnichtwahrsein

    Der Vorschlag mit Nachmittagsunterricht kollidiert mit dem Nachmittagssport und den Stadienbesuchen. Wie soll ich meinem Sohn erklären, dass wir mit 15.000 Gleichgesinnten ins Stadion könnten, er aber Mathe hat?

        • War eigentlich klar, aber der „Experte“, der sich hier immer äußert sah ja keine Probleme……

          Die wahren Experten aber schon:
          Virologen warnen vor leichtfertiger Schulöffnung.
          https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_88357468/coronavirus-virologen-warnen-vor-leichtfertiger-schuloeffnung-und-geben-tipps.html

          Das gesamte Corona-Management könnte mit der Rückkehr zum normalen Schulbetrieb innerhalb weniger Wochen aufs Spiel gesetzt werden…Es ist FAST so, als würde man explizit nur die Studien an die Öffentlichkeit tragen, die das Narrariv der wenig betroffenen, kaum ansteckenden Kinder unterstützen, egal wie fadenscheinig, während man dutzende ignoriert, die das Gegenteil bescheinigen.
          Kinder und SARSCoV2 / COVID19, immer wieder der gleiche Befund: Keine Unterschiede in der Viruslast.
          https://jamanetwork.com/journals/jamapediatrics/fullarticle/2768952?utm_source=twitter&utm_campaign=content-shareicons&utm_content=article_engagement&utm_medium=social&utm_term=073020#.XyMqZMwjsUY.twitter

          Karl Lauterbach
          @Karl_Lauterbach
          Kita-Kinder wurden bisher selten genau untersucht. Sie galten als ungefährlich. Die Studie widerlegt das leider SEHR klar. Die Viruslast ist hier sogar viel höher als bei Erwachsenen. Wenn sich das bestätigt werden wir in den nächsten Wochen zahlreiche Kita-Ausbrüche sehen

          Spiel mit dem Feuer: Wenn sich die Schulen als Infektionstreiber erweisen, steht Deutschland ein schlimmer Corona-Herbst bevor.
          Es ist wichtiger, Schulen sicher zu öffnen als sie zu öffnen.

          • Kinder und Jugendliche treffen sich längst im privaten Rahmen ohne Abstand. Judo, Fußball alle Sportarten ohne Abstand sind erlaubt….Turniere bis 100 Personen. Und nur in der Schule Masken und Abstand. Und danach bringt meine Tochter ihre Freundin aus der anderen Schule, die bei ihr übernachtet. Gehen Sie doch mal ins Freibad und treffen Sie die andere Gruppe des rollierenden Schulsystems. Die haben da gerade Wassersport. Ich glaube der Lauterbach und die Virologen sind komplett weltfremd. Die Menschen feiern Geburtstag, sie reisen, sie arbeiten, wandern, baden etc….laden Sie Ihre Freunde ein und machen eine Riesentafel mit 1,5m Abstand? Und diese Freunde haben andere Bekannte….nur die Schule ist anscheinend zum deutschen Problem geworden.

          • Ja und? Das tun Erwachsene im Berufsleben in ihrer Freizeit auch. dennoch müssen sie die betrieblichen Anweisungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, die derzeit Corona bedingt gelten, einhalten, ob sie ihnen passen oder nicht.
            Fragen Sie doch einmal die Friseurinnen oder Servicekräfte in der Gstronomie.
            Wenn lehrkräfte sich um die Einhaltung von Mindeststandards einsetzen, kann ich das betens nachvollziehen. Derzeit sitze ich mit 8 weiteren Kolleg*innen in einem ca. 30 qm großen Lehrerzimmer, das keinerlei Mindestabstand zu lässt. Und nu ham‘ wir den salat. Das Zimmer ist der Arbeits- und Pausenraum – und wie nimmt man dort sein Frühstück ein oder trinkt etwas, ohne die amske abzusetzen? Die maskenpflicht in NRW gilt für lehrkräfte zwar nicht im Unterricht, Maske muss aber getragen werden, wenn sich der Mindesabstand nicht einhalten lässt.

          • @Sabine Szidlovszky

            Wir haben den dritten Tag in Folge mehr als 1000 Neuinfektionen, und Sie schreiben so einen Schitt? Einfach unerträglich.
            Wissen Sie,dass es für viele, auch junge Menschen, nie diese Lockerungen gab, von denen Sie schreiben? Für deren Angehörige auch nicht?
            Wissen Sie, dass Risikogruppen sich nicht schützen können, wenn nicht das Umfeld mitmacht?
            Wissen Sie, dass Risikogruppen und ihre Angehörigen umso mehr Einschränkungen auf sich nehmen müssen, je mehr Freiheiten sich die „unheilbar gesunde “ Bevölkerung herausnimmt?

          • Selbst das -AvL- Blatt kommt mit der üblichen Verspätung nun mit dieser Meldung:

            SARS-CoV-2: Asymptomatische (jüngere) Menschen verbreiten Viren länger als angenommen
            https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/115435/SARS-CoV-2-Asymptomatische-(juengere)-Menschen-verbreiten-Viren-laenger-als-angenommen?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

            Und Frau Szidlovszky zu ihren Anmerkungen hinsichtlich Verhalten in der breiten Masse….
            Es dürfte Ihnen doch nicht entgangen sein, dass die Zahlen wieder relativ stark steigen ( mittlerweile mehr als 1000 pro Tag ), dass Teile europ. Länder als neue Risikogebiete beschrieben werden?

            Könnten Sie sich vielleicht vorstellen, dass einen Zusammenhang mit dem von Ihnen beschriebenen Verhalten in der Gesellschaft geben könnte.

            Wenn nicht, gehen Sie ein fach weiter……

          • Cornelia, nein leider befürchte ich, dass Sabine S uns einen realistischen Spiegel der Gesellschaft vorhält. Auch wenn es nicht meine Einstellung des gebotenen Rückzugs dieser Zeit entspricht.
            Bereits während des Lockdowns gab es bereits in meiner Nachbarschaft Zusammentreffen und Grillabende, in denen mit Kind und Kegel gefeiert wurde. Zu meinem persönlichen Überraschen.

            Jedoch führt mich das alles wieder zu dem selben Ergebnis und der selben Forderung :
            Es ist für mich in Ordnung, wenn nicht jeder in den Rückzug will.
            Jedoch wird der übliche Arbeitsschutz derzeit in den Schulen ausgesetzt und über die Bildungspflicht eine Teilnahme an einem Infektions-Experiment in der Schule eingefordert. Entweder in den Schulen wird ein zielführendes Konzept umgesetzt, welches den Arbeitsschutz von Lehrern und Schülern gewährt. Oder die Präsenz muss freigestellt werden.
            Ich halte es für nur gerecht diese Teilnahme ebenfalls frei zustellen unabhängig davon ob jemand nun Risikopatient ist oder Angehörige hat, die dieser Gruppe zugehören.
            … Solange bis ein Wirkstoff die schwere des Verlaufs von covid-19 zuverlässig reduziert.

            Bevor jetzt wieder Druck erzeugt wird :es ist genauso wahrscheinlich, dass diese Wirkstoffe bereits für andere Erkrankungen eingesetzt werden und demnächst verfügbar sind…und nicht auf eine Neuentwicklung in xy Jahren gewartet werden muss.
            Zudem wird immer mehr über die Krankheit bekannt, so dass die Behandlungsmöglichkeiten und damit die individuellen Aussichten im Falle von covid-19 besser werden.
            Es lohnt sich also möglichst spät daran zu erkranken.

    • Echtes Problem!

      Wie soll ich meinen Schülern erklären, dass sie sich ohne Abstand gegenseitig anstecken dürfen, weil die Politiker das nicht wichtig finden?

      Im Übrigen: Wo gibt es in Zeiten von Ganztagsschule noch Kinder, die ihren Nachmittag selbständig verbringen? Alles ist durchgeplant und dann kommt plötzlich Corona und keiner weiß mehr was mit sich anzufangen… natürlich außer ins Stadion zu gehen…

      Vielleicht hilft uns nur noch Ironie, um die Ironie der von Bürokraten heraufbeschworenen Situation zu ertragen!

      • Ihre Schüler treffen sich längst im privaten Rahmen ohne Abstand. Willkommen in der Realität. Besuchen Sie mal ein Freibad oder einen Badesee, dort treffen Sie vielleicht Ihre Schüler, oder an verschwiegenen Plätzen beim Shisha rauchen.

        • Gibt es eigentlich noch die Aufsichtspflicht der Eltern, oder ist die mit dem Corona-Kindergeld abgeschafft worden?
          Im übrigen müssen staatliche Institutionen wie Schule nicht diese verantwortungslosen Nachmittage der Sprößlinge imitieren!

          • Das habe ich mich auch schon gefragt.

            In unserem Freibad läuft es ansonsten sehr gesittet zu. Es ist nicht so voll wie sonst im Sommer und man kann sehr gut Abstand halten.

          • Die Aufsichtspflicht der Eltern gibt es noch, aber ihr Erziehungsrecht (das man zum Durchsetzen von Geboten auch irgendwie braucht…) wird abgebaut, siehe genauen Wortlaut zum „Kinderrechte“-Entwurf für die gewünschte Grundgesetzänderung!

          • Ich bin Eltern. Was ist das für eine Frage, Emil? Eltern sind genauso verantwortungsvoll wie verantwortungslos wie Lehrer oder andere Teile der Gesellschaft. Am Verantwortungslosesten empfinde ich allerdings gerade die Politik, ohne vernünftige Konzepte einfach Schule auf zu machen. Dabei gäbe es wirklich Alternativen.

  7. Montag geht es los. Ich, knapp 65, freue mich schon „wie Bolle“ auf die neuen Erstklässler, die ich noch 2 Jahre beschulen darf. Grund dafür sind die leider nicht vorhandenen Lehrer.
    Kommt mir im Moment zu Gute.
    Die Personaldecke ist dünn, trotz aller Bemühungen fehlen uns 40 Lehrerstunden. Praktikanten und Quereinsteiger haben wenigstens die weiterhin fehlenden 30 Lehrerstunden aufgefangen.
    Die Sommerferien haben wir Lehrer unter anderem dazu genutzt, die Klassen grundzureinigen, da der Schulträger auch in diesem Jahr dazu finanziell wieder nicht in der Lage war.
    Die einzige Maßnahme, die wirklich feststeht, ist das Kohortenprinzip. Was aber, wenn einer aus dem Kollegium krank wird? Kinder dann aufzuteilen – wie früher – ist verboten. Nach Hause schicken geht auch nicht wegen der verlässlichen Grundschulzeiten. Ohne Aufsicht zu lassen – ebenfalls nicht möglich. Wir sind ratlos….
    Fernunterricht in der Grundschule? Keine Option, das WLAN ist so schwach, dass wenn alle 4 an der Schule vorhanden Laptops ins Netz gehen wollen, dieses zusammenbricht. Das Glasfaserkabel liegt zwar seit 1,5 Jahren, der Anschluss ist aber teuer….
    Leihgeräte ( Laptops, Spenden von Firmen) sind aus den späten 90ern und seit 5 Jahren nicht mehr gewartet worden, aus Kostengründen.
    Schule ja, auf jeden Fall, nur kosten darf es nichts. Den Krokodilstränen, die unsere Politiker nun weinen, wenn sie an die armen Kinder denken, traue ich nicht. Noch nie haben Kinder etwas kosten dürfen!

  8. In unserer Schule wird eine möglicherweise notwendige Kontaknachverfolgung auch spannend. Die Klassen bleiben zwar als solche zusammen (auch in Religion), aber die Lehrer wechseln halt. Ich habe demnächst in drei Klassen Unterricht, macht ca. 80 Kinder, mit denen ich mindestens 15 Minuten im kleinen Klassenraum zusammen war. Dann gibt es da noch die Geschwisterkinder, die dann wieder noch in anderen Klassen sitzen. In meiner Klasse sind wiederum noch 3 andere Lehrer, die wieder auch in andere Klassen gehen…. Eine Kette ohne Ende. Insofern kann ich verstehen, dass man die Schulen in Mecklenburg vorsorglich komplett geschlossen hat. Bin mal gespannt, was ab nächste Woche hier in NRW so losgeht.

    • Ja das wird auch hier in NRW gaaaaanz super.
      Mir gehen langsam die Ideen aus.
      Gefühlt befinde ich mich in einer Diktatur! Mit demokratisch freiheitlichen Rechten hat dieses Vorgehen nichts gemein!

      Wir müssen alle „mit“, weil es der Gesetzgeber so vorsieht?
      Wie soll ich mir das Erklären?
      Ich sehe am Horizont wie eine Tsunamiwelle auf mich zurollt.
      Was würde jedes Tier machen: wegrennen oder abfliegen… as soon as possible.
      Was machen wir Menschen: Stehen bleiben, weil es der Gesetzgeber so vorgesehen hat und mal abwarten ob die sich noch anders entscheiden und mir das Denken abnehmen, was im Notfall zu tun ist.
      Ich hoffe, dass noch viele vor dem Absaufen weglaufen!

      Es ist wie defense gesagt hat: fragen wir verschiedene Menschen, was ihnen persönlich wichtig ist. Dann kommt in den meisten Fällen „Gesundheit“…. nicht das Recht auf Bildung. Daher wird uns der gesamte „Zustand“ Schule nun in soziales Lern- und Kontaktzentrum zum Wohle der Kinder umformuliert. Es bleibt die selbe erlogene Mogelpackung. Natürlich geht es um das Kindeswohl… so oder so.
      Daher sollten wir durch den Staat eben auch die Freiheit haben „so oder so“ entscheiden zu können!

      Hätte mir jemand vor 10 Jahren gesagt: Stell Dir vor es bricht eine Seuche aus und man hat Konzepte, wie man es angehen kann, damit sich wenig Menschen zu Beginn infizieren, aber diese werden bewusst missachtet und der individuelle Handlungsspielraum (weglaufen oder abwarten) verboten. Ich hätte es nicht geglaubt.

      • Jetzt schießen Sie übers Ziel hinaus, Illy – natürlich befinden Sie sich nicht in einer Diktatur. Gewählte Politikerinnen und Politiker tun das, wofür sie gewählt wurden: Sie entscheiden. Wie sie entscheiden, muss Ihnen (und mir) nicht gefallen. Die Legitimität der Entscheidung steht allerdings außer Frage.

        Sie haben als Bürgerin alle politischen Freiheiten, sich dagegen zu wehren. Sie können sich öffentlich äußern, sie können sich in einer Partei engagieren, sie können demonstrieren, sie können Petitionen starten usw. Darüber hinaus steht Ihnen als Bürgerin in einem demokratischen Rechtsstaat auch der Rechtsweg offen. Sie können sich hochklagen, bis hoch zum Bundesverfassungsgericht. Und auch wenn Sie dort verlieren, leben wir nicht in einer Diktatur. Dann haben Sie sich eben dem Recht zu beugen. Auch das gehört zu einer Demokratie.

        • Ok… Sie haben Recht…. Aber diese staatliche Bevormundung im Ausnahmemodus… Und das Absprechen der Freiheit selbst entscheiden zu können fehlen mir in diesen Zeiten als Option.

  9. Eine Freundin unserer Familie hat ein herzkrankes Kind. Sie wird am ersten Schultag mit 100 Lehrerkollegen ohne Masken über Stunden in einem Raum sitzen. Sie ist völlig am Boden zerstört. Eine FFP3 Maske schützt bei dieser geballten Dummheit auch nicht mehr. Ich arbeite seit 20 Jahren in der ach so schlimmen Wirtschaft. Diese Unfähigkeit und Rücksichtslosigkeit den eigenen Angestellten gegenüber ist mir noch nicht untergekommen. IG Metall und Anwälte sind in meiner Branche wirksame Gegenmittel bei Willkür. Arbeitsschutz ist so ein heikles Thema, dass penibel auf Beachtung aller Gesetze geachtet wird. Die Beauftragten für Arbeitsschutz sorgen dafür. Bei Beamten sollte die Fürsorgepflicht das Äquivalent dazu sein. Diese Fürsorgepflicht wird aktuell pervertiert.

    • Ich glaube neuerdings wird für so einen Fall vorgeschlagen, das Kind zu Hause in einem einzelnen Raum zu separieren und alleine speisen zu lassen. Die Kranken und Schwächsten sind halt immer die dummen, die man ruhig nochmal strafen darf.

    • Hallo xy, es gibt das Rücksichtsgebot. Habe so verstanden, dass die Schuleitung Rücksicht auf Mitarbeiter, deren Angehörige durch eine Infektion Komplikationen zu befürchten haben, nehmen müssen. Vorausgesetzt Sie müssen mit dieser Person in einem Haushalt leben, was bei einem abhängigen Kind ja der Fall ist. Ich habe das bei der GEW gelesen.
      Ein Arbeitsrechtler hatte mir erzählt, dass, wenn der Arzt dem Risikokind bestätigt, dass es sehr schwer erkranken könnte, Eltern von Präsenzpflicht befreit werden könnten. Daher glaube ich, dass ihre Freundin u.U. nicht bei solchen Konferenzen anwesend sein muss, evtl. sogar eine Chance auf Homeoffice hätte.

    • Hatte letzte Woche mit ärztl. Attest Risikogruppe (Eltern) ein Gespräch in Schule über Befreiung des Kindes vom Präsenzunterricht. Kein Mitarbeiter der Schule trug MNS, zum Glück hatte ich FFP3-Maske auf (kostet jeweils 19 Euro, danach entsorgt). Mir wurde Blatt zur Kontaktverfolgung in die Hand gedrückt, ohne Mindestabstand und mit benutztem Kugelschreiber – zum Glück hatte ich Handdesinfektion dabei und kann – im Gegensatz zu meinem Kind – kontrollieren, dass ich mir nicht ins Gesicht fasse, nachdem ich fremde Stifte angefasst habe. Verweis auf „sichere Umgebung“ wegen gekippten Fenstern in 2 m Höhe bei 30 Grad und null Durchzug hat mich nicht überzeugt. Ebenso nicht der Hinweis, das alle Mitarbeiter der Schule sich streng an das Hygienekonzept halten. Dieses Gespräch war bzgl. einer potentiellen Coronainfektion das gefährlichste, was ich seit März mitgemacht habe. Hatte nicht den Eindruck, dass die Schule bzgl. der neueren wiss. Forschung (Aerosol) up-to-date ist oder versteht, was Risikogruppen seit März auf sich nehmen, um die Pandemie zu überleben.

  10. Schulen schließen bis zur Impfung, wie in einem afrikanischen Land, ich will keine Maskenpflicht und kein rollierendes System, da muss ich zu Hause bleiben, deshalb können wir gleich die Schulen zu lassen wie in der 3. Welt. Kommt für die Eltern aufs Gleiche raus. Der Staat spart Geld, denn Lehrer sind dann überflüssig. Gute Lösung

    • Die Schulen sollen nicht schließen, die Schulen sollen sicher öffnen. In einigen afrikanischen Ländern ist man aber sehr vorsichtig, da man aus früheren Erfahrungen (Ebola z.B.) gelernt hat und man weiß, dass Schulen Infektionsherde sind. Das wissen auch die Asiaten. Aber in Deutschland gibt es ja auch einige Prozent, die glauben, dass Corona eine Verschwörung von Gates ist und Masken als Freiheitsbeeinträchtigung verstehen.

      • Oder die Medien und Politiker wollen die Kritiker als Verschwörungstheoretiker, Impfgegner, Rechte, Linke, Antifas abstempeln. Stellen Sie sich vor, die hätten ein bisschen Recht oder es werden jeden Tag ein bisschen mehr…..

    • @Sabine Szidlovszky
      Sie sind auf dieser Website so aktiv und schreiben so viele Kommentare, dass ich bezweifle, ob Sie überhaupt einen Job haben. Sie beschweren sich darüber, dass Sie Ihr Kind während der Homeschooling Schulwochen betreuen müssen. Vielleicht sollten Sie weniger Zeit online verbringen, um sich über „faule“ Lehrer zu beschweren, und stattdessen Ihre Zeit nutzen, um sich um Ihr Kind zu kümmern (oder ist das zu viel gefragt?)

  11. Entweder ist täglich Schule für unsere Kinder oder wir lassen das und sind einfach nur peinlich für andere Länder, die es auf die Reihe bekommen. Rollierendes System oder Homeschooling lehnen die Eltern ab, macht mal eine reale Umfrage….ansonsten macht die Schulen zu, und nehmt unbezahlten Urlaub, aber es gab auch mal die Verpflichtung des Bundes zum Ganztagsunterricht….entweder Ganz oder gar nicht…..Ganztagsbetreuung oder Unterricht vor dem PC gibt es nicht, wenn die Politik sich zurück zieht gibt es eine Wandlung der Gesellschaft.

    • Täglich Schule wäre mir auch das Liebste, da ich als LehrerIn damit am wenigsten Arbeit habe. Leider sorgt nun die Altersgruppe von 18 bis 39 dafür, dass bald wieder ein Lockdown droht, da sich keiner mehr an die Abstandsregeln hält. Warten Sie bis es Herbst wird.

    • Ich möchte mal wieder in ein Konzert gehen, aber die faulen Künstler treten einfach nicht auf. Ich will keine Maske in der Bahn tragen. Während des Lockdown wäre ich gerne in ein Restaurant gegangen, aber die faulen Wirte haben einfach nicht aufgemacht.

  12. Aber dass in einer Kita seit Wochen ohne Abstand normaler Regelbetrieb läuft,weil es 1000 Ausnahmen (Systemrelevant,Vorschulkind,Geschwisterkind) gibt und die Bude somit voll ist,interessiert nicht? Ich trage gerne zum Feierabend Maske und schütze andere Leute,nachdem ich von mehreren Dutzend Kindern auf engem Raum Tag für Tag zusammen bin. Ich kann keinen Abstand halten,wenn ein kleines Kind weint. Macht ja nichts,dafür bekomme ich 1000 € Heldenprämie,mit der man meine Gesundheit erkauft. Ach nein,sind jetzt dann doch nur 200 €,aber darüber redet man nicht.

  13. Ich würde mich ja schlapp lachen, wenn alle Lehrerinnen und Lehrer/ Schülerinnen und Schüler und das ganze restliche Personal beim Schulstart schön mal paar Tage zu Hause bleiben. Einfach aus Protest. Um dem Ganzen ein Zeichen zu setzen.

  14. Ich als Mutter empfinde es als Frechheit, wie über dieses Portal Front gegen Beschulung der Kinder, zu dem es übrigens ein verbrieftes Grundrecht gibt, gemacht wird.
    Ja es sind zwei Schulen aus Vorsicht geschlossen worden. Was aber nicht erwähnt wird, wie viele Schulen weiterhin geöffnet haben, weil es dort gut läuft. In der Überschrift steht mehrere Schulen, klar sind zwei mehrere, aber man dramatisiert unnötig.
    Die Lehrerschaft scheint hier nur an ihren persönlichen Vorteil zu denken, dass Sie auch eine Bildungspflicht gegenüber unseren Kindern haben und sich dem verpflichtet fühlen, kann ich nirgends lesen.
    Man liest von allen Rechten, auf die gepocht wird, die Pflichten gegenüber den Kindern fallen hinten über.
    Der einzige Lehrer, der sich in den letzen 14 Tagen des Präsenzunterrichts an der Grundschule um das wirkliche Lernen gekümmert hat, war jemand aus dem Vertretungspool. Unsere eigentliche Lehrerin war wegen Vorerkrankungen weg und abgetaucht, die Verpflichtung von zu Hause aus, sich um die Kinder zu kümmern, würde in unserem Fall völlig vergessen. Leider k der junge Mann nur einmal die Woche. Der andere Unterricht beschränkte sich auf drei Mal vier Stunden Kunst. Keiner der verbeamteten Lehrkräfte hat hinterfragt, was die Kinder in den letzten Wochen gelernt haben und sich die Mühe gemacht durch Wiederholung die Defizite auszugleichen.
    Es ist langsam an der Zeit die Rechte der Kinder in den Fokus zu stellen, die haben in der Zeit der Schulschließung genug gelitten.
    Wenn die hier gezeigte Einstellung nur im Ansatz von Pflegekräften oder Beschäftigen im Einzelhandel gezeigt worden wären, die deutlich mehr Kontakt mit potentiell infizierten Menschen haben müssen, dann wäre hier alles zusammengebrochen.
    Auch die Lehrer haben davon profitiert, daß hier alles auch beim völligen Lockdown recht reibungslos funktioniert hat. Geben sie deren Kindern dann auch die Bildung, die diese verdient haben!

    • Wenn Sie Mutter sind, sollten Sie sich darum kümmern, dass Ihre Kinder sicher beschult werden. Das Geschrei ist doch erst recht groß, wenn ein Teenager am Beatmungsgerät hängt. Es geht auch um Schüler.

    • @Barbara Gioffreda
      Ich habe auch den Eindruck, dass „über dieses Portal Front gegen Beschulung der Kinder“ gemacht wird. Wenige Ausnahmen, wie etwa Sabine Szidlovszky, bestätigen nur die Regel.
      Mir als Lehrerin ist das peinlich, denn es sind meiner Beobachtung nach tatsächliche oder auch nur angebliche Lehrkräfte, die sich durch die Artikel zu pausenlosen Empörungskommentaren bezüglich der Schulöffnungen angeregt fühlen und „unnötig dramatisieren“.
      Bitte bedenken Sie, dass die weit überwältigende Mehrheit der Lehrer hier gar nicht schreibt und die Schulöffnungen ohne großes Tamtam auch befürwortet. Leider jedoch erwecken die Vielschreiber hier den gegenteiligen Eindruck und unterstreichen somit den hässlichen Ruf der (verbeamteten?) Lehrer als wehleidige „faule Säcke“.

      • Vielen Dank für ihre Anmerkung.
        Ich bin der festen Überzeugung, dass das so ist. Wie überall gibt es in jedem Bereich die „faulen“ Äpfel, das ist in meiner Sparte auch so.
        Hoffen wir das sich die guten Äpfel durchsetzen. Weil dieses geht ja nicht nur auf dem Ruder Kinder, sondern auch auf den der engagierten Kollegen.
        Liebe Grüße

    • Hören Sie doch damit auf. Kein einziges Kind wird von einem On/Off Betrieb profitieren. Ich frage mich bei solchen Beiträgen, ob diese Eltern keine Angst um ihre Kinder haben. Oder sind das die, die immer noch an Grippe und die Verschwörung der Reptiloiden glauben. Das Ausland sieht ungläubig auf diese Deutschen, die ganz sicher nicht die Mehrheit stellen.

  15. @ Barbara Gioffreda: Viele Lehrerinnen und Lehrer arbeiten deutlich mehr als sie müssten, um digitale Lernangebote bereitzustellen und ihre Schülerinnen und Schüler aus der Ferne zu beschulen. Dass Ihre Kinder mit ihrer Schule Probleme hatten, ist bedauerlich. Das gibt Ihnen aber noch nicht das Recht diesen Umstand zu verallgemeinern.
    Bitte bedenken Sie, dass Lehrerinnen und Lehrer i.d.R. nicht auf den digitalen Unterricht vorbereitet wurden. Üblicherweise studiert man das: https://www.fernuni-hagen.de/KSW/portale/mabm/
    Zudem gibt es bis heute keine Positivliste, mit welcher Software Lehrerinnen und Lehrer unterrichten dürfen. Auch hat der Dienstherr bislang i.d.R. keine Hardware zur Verfügung gestellt.
    Dass Sie hier die Lehrer Ihrer Grundschule an den Pranger stellen, finde ich unangemessen. Die Zustände an Ihrer Grundschule sind das Ergebnis von politischen Vorgaben und Rahmenbedingungen und resultieren mit Sicherheit aus keiner Verweigerungshaltung von Beamten.

    • Dietmar, ganz meine Meinung.

      Aber es gibt offensichtlich genug „naive“ Eltern, die tatsächlich die Probleme bei den Lehrern sehen. Das haben die verschiedenen Kultusminister immerhin gut hingekriegt. Jahrelanges Versagen bei der Digitalisierung der Schulen. Corona zeigt das nun auch den Eltern – und: „Die Lehrer sind schuld.“

      Klagen und Beschwerden müssen an die Politik gerichtet werden.

      Möglicherweise gibt es das eine oder andere schwarze Schaf auch bei den Lehrern. Wo gibt es das nicht?
      Aber nach meiner Erfahrung hat die übergroße Mehrheit der Lehrer sich echt ein Bein ausgerissen. Die sind nämlich Idealisten und wollen ihren Schülern was beibringen. Wegen des Gehalts geht ein studierter Mathematiker oder Physiker jedenfalls nicht in die Schule. In der freien Wirtschaft lachen die sich über die Gehälter im öffentlichen Dienst schlapp.

      Während des Shutdowns haben diese Lehrer sich wirklich engagiert. Es war für viele nur nicht sichtbar. Da wurden auf eigene Kosten Webcams und Headsets bestellt. – Keine Selbstverständlichkeit. – Ewig lange wurde sich eingearbeitet in Programme, um Lernvideos zu erstellen, Konferenzsoftware etc., etc… obwohl ständig das Damoklesschwert der Datenschutzbehörde über einem schwebte.
      Und die viele Mehrarbeit obwohl viele Lehrer nebenbei auch ihre Kinder daheim hatten, was man bei vielen Erklärvideos wohl im Hintergrund auch hören kann.

      Es gibt viele Eltern, die ihren Kindern sehr gut geholfen haben: Computer für Videounterricht eingerichtet, Ergebnisse verglichen, etc.
      Aber auch unter den Eltern gibt es schwarze Schafe, Barbara Gioffreda, denen der Bildungserfolg ihrer Kinder $@%€!$egal ist, die sich nicht kümmern. Aber die sind die Ersten, um zu Klagen, dass nichts funktioniert. Vielleicht sollten so manche Eltern mal darüber reflektieren.

    • Danke für den Kommentar.

      @Babara Gioffreda
      Für den Präsenzunterricht wie auch für die Aufgabenstellung im Distanzlernen gab es unterschiedliche Vorgaben in den Ländern, die man bei persönlicher Einschätzung des Erlebten sowie bei der Auswertung von Studien vor Augen haben sollte.

      Dass es Präsenzunterricht geben kann und soll, finden sehr viele Lehrkräfte gut, dennoch sollte der Schutz aller Beteiligten dabei nicht außer Acht gelassen werden, dazu gehört auch der Schutz von Risikogruppen und auch eine angemessene Ausstattung von Schulgebäuden sowie eine entsprechende personelle Ausstattung, ohne die Präsenzunterricht nicht möglich ist.

      • Natürlich „sollte der Schutz aller Beteiligten dabei nicht außer Acht gelassen werden“. Das gilt doch für alle Bereiche des öffentlichen Lebens und braucht für die Schulen kein exzessives Ausmalen von Schreckensbildern, so als wären Lehrer und Schüler durch Schulöffnungen die Märtyrer der Nation und dem Siechtum oder Todesengel durch Covid19 an erster Stelle ausgesetzt.

        Babara Gioffreda hat doch Recht, dass hier ständig „Front gegen Beschulung der Kinder“ gemacht wird. Auch ich kann mich bei den inflationären, oftmals hysterisch anmutenden Einwänden gegen die Öffnung der Schulen dem Eindruck nicht entziehen, dass es vielen Schreibern letztlich nur darum geht, die Schulen geschlossen zu halten.
        „Den Schutz aller Beteiligten nicht außer Acht lassen“, ist doch unumstritten und wird im Rahmen des Möglichen auch überall versucht. Wer dennoch immer wieder den Teufel an die Schulwände malt und wütend auf Gegenstimmen reagiert, erweckt leider den Eindruck, er sähe am liebsten die Schulpflicht außer Kraft gesetzt oder die Schulen weiterhin geschlossen.

        • „im Rahmen des Möglichen“ bedeutet aber nicht, dass Arbeitsschutz völlig vom Tisch gewischt wird.
          Wenn das, was in Gesetzen und Erlassen steht, seit Jahren in Schulen umgesetzt wäre, hätten wir einen anderen Ausgangspunkt.

          Würden Schulen geprüft und bis zur Verbesserung geschlossen, könnten die Missstände nicht unter den Teppich gekehrt werden und würde die Umsetzung ggf. nicht ständig auf den St.Nimmerleins-Tag verschoben werden.
          Offenbar kommt das erst jetzt in der Gesellschaft an, wird aber dann doch wieder den Lehrkräften angelastet, weil sie auf ihren Rechten bestehen.

          „im Rahmen des Möglichen“ ist eben abhängig vom Rahmen … und der ist schon lange brüchig.

          • Doch, wenn man die Fähigkeiten der obersten Schulbehörde sieht, dann findet der Arbeitsschutz für Lehrkräfte „im Rahmen des Möglichen“ statt.

      • Ihr zweiter Absatz, Palim, kommt einer Absage an den Präsenzunterricht gleich, auch wenn Sie schreiben: „Dass es Präsenzunterricht geben kann und soll, finden sehr viele Lehrkräfte gut,…“
        Wie soll trotz aller Bemühungen das gewährleistet sein, was Sie fordern?
        Allein schon „eine angemessene Ausstattung von Schulgebäuden sowie eine entsprechende personelle Ausstattung“ sind weitgehend unerfüllbare Bedingungen – jedenfalls von heute auf morgen.
        In allen Schulgebäuden müssten erhebliche Baumaßnahmen vorgenommen werden und was das pädagogische Personal angeht, müssten die Lehrerstellen von heute auf morgen mindestens verdoppelt werden.
        Wie soll das gehen?
        Dann wäre es ehrlicher, gleich zu sagen: Viele Lehrer wollen vorläufig (und wahrscheinlich auf Jahre hinaus) keinen Präsenzunterricht.

        • Das sehe ich auch so und bin echt entsetzt darüber. Es ist klar, dass der Bildungsbereich bei Bund und Ländern finanziell zu kurz kommt, aber jetzt Covid-19 zu nutzen um den Präsenzunterricht auszuhebeln ist eine Schande. Wo war die GEW die letzten Jahre? Warum haben Sie sich nicht mehr um eine bessere Ausstattung bemüht? Wo war der Lehrerverband? Ich habe nichts gehört, dass Verbände um kleinere Klassen gekämpft haben? Und jetzt sollen das die Kinder ausbaden. Lehrer sein heißt Präsenzunterricht und sie alle haben Ihr Studium aufgenommen, im Bewusstsein, dass es Infektionskrankheiten und große Klassen gibt.

          • Haben Sie bei Ihrer Berufswahl Pandemie eingeplant? Wohl kaum! Solche dummen Aussagen führen sicherlich nicht zu einer gelungenen Kommunikation. Wie war das noch? Kinder sollen Empathie lernen? Nun ja, fragt sich von wem…..

          • Liebe Frau Szidlovszky,
            die Lehrerverbände und Gewerkschaften fordern seit Jahren ausdauernd kleinere Klassen und eine ordentliche (auch digitale) Ausstattung der Schulen. Leider ist das auf Grund der großen Sparprogramme aller politischen Parteien immer abgeschmettert worden. Im Gegenteil, vor kurzem sprach die Politik noch von der Erhöhung der Schülerzahl. Ich war froh, dass in BW die Schulen wieder geöffnet wurden. Bei uns lief es gut, auch wenn es einen Covid Fall gab. Die Hygienemaßnahmen haben funktioniert. Den Kindern hat der Unterricht gut getan und auch ich fand es besser als in der Grundschule digitalen Fernunterricht und analogen Fernunterricht durchzuführen und parallel Notgruppen zu betreuen. Unsere Schule bereitet sich auf alle Möglichkeiten vor. Wir wünschen uns eine Öffnung der Schulen und „Normalität“ unter Corona. Ich verstehe die Wut der Eltern und habe mich auch über Kollegen geärgert. Doch letztlich, haben wir die Schulschließung und das Hin- und Her nicht zu verantworten. Wir sind am untersten Ende der Nahrungskette. Als Befehlsempfänger haben wir keinerlei Einfluss auf die Entscheidung unserer Kultusminister. Ich wäre ihnen dankbar, wenn sie die polemischen Verallgemeinerungen unterlassen würden. „Die Lehrer“ gibt es nicht, genauso wenig wie „die Russen“, „die Ärzte“, „die Fußpflegerin“. Es gibt sehr viele engagierte Kollegen, die sich wirklich viel haben einfallen lassen, um unter Coronabedingungen ihre Schüler zu erreichen und die Eltern zu entlasten. Die seit dem 16. März hervorragend gearbeitet haben. Diesen Kollegen stoßen sie vor den Kopf. Wenn sie sich (was wahrscheinlich ist) über ihre spezielle Schule/ Klasse ihres Kindes ärgern, dann sagen sie das auch so.

          • Erneuter Käse von Ihnen. Niemand hat eine Pandemie eingeplant und in einem zivilisierten Staat, der an andere Milliarden ausschütten kann, sollte sich kein Schüler oder Lehrer in unbelüftete Klassenzimmer und ohne Schutzkleidung begeben müssen. Sabine S., wenn Sie Interesse an einer Verbesserung der Verhältnisse haben, sollten Sie sich lieber mit den Lehrern solidarisieren als ständig den falschen Gaul zu treten.

        • ein Vater: „Dann wäre es ehrlicher, gleich zu sagen: Viele Lehrer wollen vorläufig (und wahrscheinlich auf Jahre hinaus) keinen Präsenzunterricht.“

          Nein, das stimmt nicht. Wir machen uns nur Sorgen um unsere Gesundheit und die der Schüler und den Angehörigen.
          Zum Glück sind jetzt meine 3 Kinder alle mit der Schule fertig und müssen da nicht mehr hin.
          Auch das Wintersemester findet an den Unis online statt. Bis auf die Erstsemester, die in kleinen Gruppen Einführungen in den Unibetrieb bekommen. Mit Studenten ist der online-Unterricht auch einfacher. Sie besitzen per se mobile Endgeräte und müssen hauptsächlich Hausarbeiten und essays schreiben, haben evtl. online-Gruppenkontakte, um eine gemeinsame Arbeit zu konzipieren, e-mail-Kontakt mit den Dozenten, bestellen die Bücher in der Bibliothek vor und können sie dann abholen. Wie es mit den Leuten aussieht, die in ein Labor müssen, weiß ich nicht. Es ist mit den Studenten viel einfacher, auf online-Betrieb umzusteigen von der ganzen Arbeitsweise her. Je jünger die Schüler, je mehr brauchen sie den Kontakt zur Lehrperson, das wissen wir und das wollen wir. Nur jedes mal „auf Risiko“ in die Schule zu gehen kann ja wohl nicht sein. Auf „digitaler Seite“ stehen wir genauso dumm da wie im März. Alles sehr unbefriedigend. Hauptsache die Eltern meckern und geben den Lehrern die Schuld.

        • Insbesondere das Nachverfolgen und Kontrollieren der versendeten (im Idealfall auf einer Plattform eingestellten) Aufträge (ohne die Arbeitsergebnisse gleich zu bewerten!) allein ist schon aufwändiger als im Präsenzunterricht.
          Wenn dann noch die Erstellung z.B. von Erklärvideos hinzukommt ist der Zeitaufwand insgesamt deutlich höher als im Präsenzunterricht.

  16. Ich meine behaupten zu dürfen, dass die allermeisten Lehrer arbeiten WOLLEN. Und zwar IN der Schule. Wir wären alle nicht Lehrer geworden, wenn die Kinder uns egal wären.
    Ich wage auch zu behaupten, dass die allermeisten Lehrer weit über ihre Stunden arbeiten – und das schon im ganz normalen Schulbetrieb, jetzt erst recht.
    Ich höre auch von keinem Kollegen, dass er/sie nicht in die Schule will.
    Im Gegenteil, alle sind sich sehr bewusst, dass hier den Kindern ein Nachteil entsteht, je länger der Ausnahmezustand dauert.
    Fragt sich nur, womit man den größten Nutzen erzielt und den geringsten Schaden anrichtet.

    ABER: Die allermeisten glaubten auch daran, dass Kinder wie Lehrer unter halbwegs vernünftigen Bedingungen arbeiten könnten. So viel Schule für jedes Kind wie möglich, aber nicht zu jedem Preis!

    Hat schon mal jemand zusammengestellt – oder die zuständigen Stellen gefragt, ob sie die Kollegen gefragt haben (denn selbst melden dürfen sie sich ja nicht) – wer gute, konstruktive Vorshläge für möglichst viel Schule bei größtmöglicher Sicherheit für alle hat?
    Hat schon mal jemand zusammengestellt oder nachgefragt, wie viele Bitten um vernünftige Arbeitsbedingungen an die Schulleitungen, Bezirksregierungen und ans Ministerium gegangen sind?

    Jeder Arbeitnehmer in jedem Beruf hat das Recht auf Schutz. Mag beim einen mehr oder beim anderen weniger gut gelingen. Aber hier Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen, finde ich unter aller …

    So kommen wir nicht weiter.
    Was wollen die Lehrer? Ich behaupte, sie wollen Schule in möglichst großem Umfang für möglichst viele Kinder unter möglichst vernünftigen Bedingungen.

    Wenn alle Lehrer so arbeitsscheu wären, wie hier von einigen glauben gemacht wird, wäre das Schulsystem schon an jeder einzelnen der vielen nicht zu Ende gedachten „Reformen“ der letzten Jahrzehnte oder einfach am dauerüberlasteten Alltag zerbrochen.

    • „Wenn alle Lehrer so arbeitsscheu wären, wie hier von einigen glauben gemacht wird, wäre das Schulsystem schon an jeder einzelnen der vielen nicht zu Ende gedachten „Reformen“ der letzten Jahrzehnte oder einfach am dauerüberlasteten Alltag zerbrochen.“

      Wie wahr!

      Die Mahnungen waren nie wichtig,
      die Personalsituation schöngerechnet,
      der Arbeitsschutz wurde zwischen den verschiedenen Kostenträgern zerrieben,
      die Arbeitszeitstudie brachte zwar Ergebnisse UND Handlungsempfehlungen, aber keine Umsetzung der Entlastung,
      die Digitalisierung dümpelte vor sich hin…

      Jetzt muss man in der Not mit dem auskommen, was man hat.

      • „ Was wollen die Lehrer? Ich behaupte, sie wollen Schule in möglichst großem Umfang für möglichst viele Kinder unter möglichst vernünftigen Bedingungen.“

        Ja.

        Wie kann das trotz Not gelingen?
        Was ist sinnvoll?
        Wie können Schulen mit ganz unterschiedlichen Bedingungen und Schülerschaften dennoch möglichst viel erreichen?
        Was wäre mit bestehenden Möglichkeiten noch umzusetzen?

        Unterricht in kleineren Gruppen zum Erläutern und Einführen von Neuem und verpflichtende Hausaufgaben zum Üben?
        Nutzen digitaler Möglichkeiten soweit wie möglich, zumindest da, wo die Ausstattung schon weit vorangeschritten ist?
        Was noch?

        • Für die Sekundarstufe I:
          Unterricht in halbierten Klassen für die jüngeren Jahränge vormittags. Dann können viele Eltern auch in gewissem Umfang arbeiten.
          Mittagsversorgung und Notbetreuung als Hausaufgabenbetreuung nachmittags nur für die, deren Eltern es nicht anders organisieren können
          Unterricht in halben Klassen für die älteren Jahrgänge danach, in sehr reduziertem Stundenumfang (Hauptfächer, Sprachen?), da diese Schüler schon durchaus selbständig zu Hause lernen können.
          Möglichst wenige Lehrer in einer Klasse, feste Teams, die sich auch im Lehrerzimmer nicht auf den Füßen stehen.
          Und im Ganzen nur so viel Unterricht, wie tatsächlich Lehrer da sind. Und nicht schon im Vorhinein alles auf Mehrarbeit aufbauen (zu der dann noch die Betreuung der zu Hause beschulten hinzu kommt).

          • Danke, gute Vorschläge!

            Für die Grundschule kann man einiges übernehmen.
            – Unterricht in halben Klassen, da bin ich nicht sicher, ob die Schule den Wechsel entsprechend der Gegebenheiten organisieren sollte (frühe-späte Gruppe, täglicher Wechsel, wöchentlicher Wechsel?) und was bei evtl. Corona-Fällen günstig wäre, da man weniger Personen in Quarantäne setzen müsste

            – ein Not-Betreuungsangebot, das NICHT von Lehrkräften gestemmt weden muss, damit diese für Unterricht zur Verfügung stehen, ansonsten gehen diese Lehrkräfte-Stunden vom erteilten Unterricht ab,
            das braucht zusätzliche Kräfte, auch und gerade dann, wenn man hier eine weitere Durchmischung der Jahrgänge/ Kohorten unterbinden will

            – HA-Betreuung (fände ich ja auch außerhalb von Corona an jeder Schule sinnvoll, auch ohne Ganztag, dabei die Möglichkeit, digitale Angebote in der Schule zu nutzen, wenn dies von zu Hause aus nicht möglich ist

            (Tatsächlich wären diese Punkte das durch die pädagogischen Assistenzkräfte womöglich aufzufangen, wenn man diese seit Jahren zur Unterstützung, Förderung, HA-Betreuung, Schülerbegleitung in der Inklusion an den Schulen implementiert hätte.)

            – Klassenlehrerprinzip oder möglichst wenige Lehrkräfte in einer Klasse, was übrigens auch versetzte Zeiten oder zeitliche Entzerrung begünstigt wie auch fächerübergreifendes Arbeiten (Synergien nutzen),

            – erweiterte Räumlichkeiten, also das Angebot, weitere umliegende Räume nutzen zu können,

            – erweitere Pausenräume, also das Angebot, Parks, Gelände, Sportplätze o.a. nutzen zu können,

            Wichtig:
            Und im Ganzen nur so viel Unterricht, wie tatsächlich Lehrer da sind.
            – Anrechnung des Unterichts für SuS, die Materialien für das Distanzlernen benötigen, das ist nicht zusätzlich zu leisten, weil es extrem zeitintensiv ist.

            Als Lehrerzimmer würden wir einen weiteren Klassenraum benötigen, den wir nicht haben, da unser LZ auf jeden Fall für gemeinsame Pausen zu klein ist.

    • In meiner Firma waren gestern nur etwa 10 Prozent der Parkplätze belegt. Alternierende Anwesenheit und wo möglich, Home Office. Arbeitsscheu?

    • „Da lässt man lieber die SuS mit den LuL bei 30 Grad Innentemperatur mit Maske im vollbesetzten Klassenraum sitzen.“

      Meine Befürchtung ist, dass sie eher nicht sitzenbleiben sondern von den Stühlen kippen.

  17. Ich möchte auch möglichst viel Unterricht für unsere Schüler, aber ich möchte auch von meinem Arbeitgeber so gut es geht geschützt werden. Warum haben Lehrer weniger Recht auf Arbeitsschutz als andere Berufsgruppen? Und warum müssen Lehrer die nach Arbeitsschutz verlangen sich als faule Hunde oder Hysteriker beschimpfen lassen? Warum haben Schüler ein Recht auf Bildung, aber kein Recht auf Einhaltung der AHA Regeln. Es gibt weitaus mehr Spielraum zwischen „Schule uneingeschränkt öffnen“ und „komplett schließen“. Eigentlich müssten doch alle Befürworter von möglichst viel Unterricht bis hin zum Regelunterricht für möglichst viel Arbeitsschutz sein. Möglichst viel Schutz an Schulen bewahrt vor erneuten Schulschließungen. Und das sollten sich mal alle Lehrerhasser hier vor Augen führen. Je sicherer Schule gemacht wird unter Einhaltung der AHA Regeln, desto zuverlässiger kann doch in Zukunft Unterricht stattfinden. Und das ist doch was alle wollen, planbare Betreuung und planbare Unterricht unserer Kinder.

  18. @ein Vater
    Ehrlich ist es, zu sagen: Bildung ist unserem Land nicht wichtig.
    Darum wird seit Jahrzehnten in den Schulen gespart, statt sie gut auszustatten, weil Länder und Kommunen dort ungesehen streichen können.

    Es sind es die Lehrkräfte, die trotzdem den Unterricht gewährleisten, die Materialien aus eigenen Mitteln stellen, die die Gebäude renovieren, die putzen, die Endgeräte organisieren, für die eigene Arbeit und für den Unterricht, die ihre Arbeitszeit unentgeltlich erhöhen…

    … gerne für „die leuchtenden Kinderaugen“ und weil Lehrkräften Bildung wichtig ist, ein Grund, warum Lehrkräfte diesen Beruf ergriffen haben…

    … und wenn die Lehrkräfte dann doch etwas sagen und auf die Missstände hinweisen, denken die einen „wieso, läuft doch“ und die anderen sagen, Lehrkräfte würden nur jammern, seien arbeitsscheu und unwillig.

    Es ist den Lehrkräften klar, dass man die Verbesserungen nicht von heute auf morgen umsetzen kann, aber es gibt nicht einmal Ansätze, Verträge, Verpflichtungen.

    Stattdessen wurden in den letzten Jahrzehnten Vorgriffsstunden, also eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung und damit Mehrarbeit, angesetzt, um den Lehrkräftemangel aufzufangen. Das begann in NDS. im SJ 98/99, über 10 Jahre mussten die Lehrkräfte 1-2 Stunden mehr unterrichten. Als es dann nach Ablauf und absehbar wie versprochen zur Rückgabe kommen sollte, sollten Lehrkräfte dies auf die Zeit vor den Ruhestand verschieben ODER es wurde für das Gym gleich zu einer regulären Deputatsverpflichtung gewandelt. Dagegen half dann nur der Klageweg.
    Was hat sich seit 1999 getan?
    Nach 20 Jahren ist der Lehrkräftemangel bundesweit erheblich schlimmer als damals.

    Oder man halst den Kollegien das x. Konzept auf, das sie zu den gesamten anderen Aufgaben erstellen müssen,
    oder schafft noch einen Beauftragtenposten in jeder einzelnen Schule, damit dort jemand die Verantwortung tragen darf für das, was an Ausstattung nicht gegeben ist.
    An welcher Stelle wurden je die Konzepte gesichtet und notwendige Anschaffungen oder Umsetzungen gesehen und berücksichtigt?

    Mit vielen ähnlichen Erfahrungen sind die Lehrkräfte es leid, aufzufangen, was andere nicht verbessern wollen.
    Mahnen und Erinnern hilft nicht,
    Kompromisse enden immer in einseitiger Erfüllung, die Lehrkräfte schaffen ihre Arbeit, die anderen bleiben sie schuldig.

    Wenn Bildung und Betreuung so wichtig ist, dann werden wir dahin kommen müssen, Schulen entsprechend auszustatten, damit alle Kinder in angemessenen Gebäuden von gut ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet werden und von angemessen bezahlten ErzieherInnen betreut werden können, WEIL uns die Bildung unserer Kinder wichtig ist.

    Wenn uns Digitalisierung wichtig ist, dann werden wir die Schulen und Lehrkräfte dafür ausstatten müssen und sollten den Support und die Erneuerung der Geräte, die in ein paar Jahren kommen wird, gleich mit einplanen.

    Fortbildungen für die Digitalisierung, die Inklusion, die Leseförderung o.a., seien es gebuchte oder im Kollegium organisierte, finden in der regulären Arbeitszeit statt, womöglich fällt sogar Unterricht dafür aus, wahlweise ein Elternsprechtag, eine Beauftragung, die Schulbüchereipflege, ein Schulfest, ein Konzept, die Einarbeitung in ein neues Unterrichtsfach, die Differenzierung im Unterricht. Der Tag bekommt nicht mehr Zeitstunden, wenn man die Aufgaben erhöht. In der Arbeitszeitstudie, erhoben ab Ostern 2015, zeigt der Deckeneffekt, dass Lehrkräfte am oberen Limit arbeiten. Mehr geht nicht! Und zwar nicht, weil die 40h-Woche gut gefüllt sind, sondern weil Lehrkräfte bei herausgerechneten Ferien weit über ihre Verpflichtung arbeiten. Die Überstundenuhr läuft. https://www.gew-nds.de/gute-arbeitsbedingungen/ueberstunden-uhr/

    Vielleicht muss man aus diesen Erfahrungen heraus dahin kommen, dass man Bedingungen stellt, die nicht als Versprechen gegeben und später einkassiert werden, sondern zuerst umgesetzt sein müssen, bevor man mit der nächsten neuen Aufgabe beginnt.

    Das Land sagt also, welche Aufgaben wegfallen, bevor eine neue Aufgabe in Schulen umgesetzt wird.

    Die Arbeitszeit wird verbindlich erhoben und Entlastung sicher gewährleistet. In diesem Rahmen kann dann über weitere Aufgaben und Beauftragungen entschieden werden. Reicht das Personal nicht aus, wird man mehr einstellen müssen, ggf. weitere Mitarbeitende, die einen Teil der Aufgaben übernehmen können, um so die notwendige Entlastung zu erreichen und den Lehrkräften Zeit für die pädagogischen Aufgaben zu erhalten.

    Die Bezahlung wird angehoben, weil Lehrkräfte alle die gleiche Ausbildungszeit haben und professionell arbeiten. Das muss es uns wert sein, weil unsere Kinder vernünftig ausgebildete Lehrkräfte brauchen und der Lehrkräftemangel seit 20 Jahren hoch ist.

    Wenn Lehrkräfte in den Regelschulen die Last der Inklusion quer über alle Förderschwerpunkten tragen, die bisher andere Lehrkräfte übernommen haben, die sich im Rahmen ihrer Ausbildung auf 2 Förderschwerpunkte spezialisiert haben, muss es dafür eine Anerkennung oder eine Aufwertung geben. Ein Ausgleich für die Einarbeitung in immer neue Förderschwerpunkte, eine Anerkennung der Übernahme dieser Aufgabe, ein Entgegenkommen für den vermehrten Vorbereitungsaufwand und die notwendige Kommunikation mit Eltern, Ämtern, Therapeuten, das FöS-LuL auch in vermindertem Deputat haben, wird sofort für Regelschullehrer implementiert, damit weiterhin FörderschülerInnen beschult werden können, weil uns Inklusion wichtig und unterstützenswert ist.

    Eine Entlastung in Form von im Erlass festgelegten Unterrichtsstunden wird festgesetzt und in der Statistik fest eingetragen, bevor der Schule Referendare, Seiteneinsteiger und Abordnungen aus anderen Schulformen zugewiesen werden können, die eingearbeitet oder ausgebildet werden müssen, weil diese in den nächsten Jahren selbst die vielfältigen Aufgaben übernehmen sollen. Dadurch erhält die Schule auch den notwendigen Bonus, diese Aufgaben zu schaffen und die anderen außerunterrichtlichen Aufgaben stemmen zu können, die in der Regel das Stammkollegium unter sich aufteilen muss.

    Weil Schulleitungen ständige Neuerungen umsetzen müssen und die Verwaltung viel Zeit in Anspruch nimmt, muss ihr Deputat auch an kleinen Schulen erheblich geringer sein, sodass sie keine Klassenführung übernehmen müssen, sondern Leitungszeit haben, weil uns Verwaltung und Schulentwicklung wichtig sind. Möglichkeiten, sich die Aufgaben zu teilen, kann man dann immer noch anbieten.

    • Und wo bleiben die Änderungen wegen Corona?

      Die Belüftung der Klassen wird umgehend in Auftrag gegeben, damit die Klassenräume spätestens nach den Herbstferien entsprechend gelüftet werden können, ansonsten können die Kinder nicht sicher beschult werden und müssen zu Hause bleiben.

      Waschgelegenheiten werden in allen Klassenräumen installiert und dazu wird eine Quote festgelegt, sodass im Raum nur so viele SuS beschult werden können, wie anteilig Waschgelegenheiten zur Verfügung stehen. Ist dies nicht der Fall, muss die Gruppe geteilt werden und es kommt ggf. zu Unterrichtsausfall.

      Eine ähnliche verbindliche Richtlinie darf es auch für Raumgrößen geben, samt Prüfung und Konsequenz. Mir ist nicht klar, warum es das fürs Tierwohl gibt, nicht aber für das Wohl der Kinder. Dann muss der Schulbetrieb eben geschlossen werden, wenn die hygienischen Standards nicht gewährt werden. Das sollte Eltern nicht egal sein.

      Wäre das die Grundlage, wäre eben der Ausgangspunkt in einer Pandemie ein anderer, weil man aus einem gut aufgestellten System heraus Neues schaffen kann.

      In der Mangelverwaltung ist alles entsprechend begrenzter.
      Und da geht es eben nicht mehr um das eine Kind in der einen Schule, sondern darum, dass man lange Zeit vernachlässigt hat, was hätte unterstützt werden müssen.
      Da kann dann die verlässliche Betreuung, die Schulen seit vielen Jahren auch übernehmen, nicht mehr verlässlich gewährt werden, weil die Schulen verlassen oder vernachlässigt wurden von denen, die für die Ausstattung verantwortlich sind.

      Aber bevor das wirklich auffällt, rufen wir lieber die Rückkehr zum Regelunterricht aus.
      Die Lehrkräfte machen das dann schon, die sind seit Jahren gewohnt, den Laden trotz aller Mängel am Laufen zu halten und schaffen es tatsächlich auch noch, Bildung zu vermitteln, weil das ja ihre Berufung ist.

      Die Pandemie ist das Brennglas, eine Lupe, die uns vielleicht mal genauer hinschauen lässt, sicher auch in anderen Bereichen.

      Statt gegenseitig die Sparkonzepte zu kopieren, könnte man ja auch mal zeigen, welche Kommunen sich um die Schulen wirklich kümmern und in welcher Form ein Land für seine Lehrkräfte Fürsorge trägt, die auch wirklich zur Entlastung der Lehrkräfte beiträgt.

      Lehrkräfte sind nicht generell dagegen, sie werden aber vehementer darin, eigene Rechte zu benennen.

      Wir sind an diesem Punkt, gerade weil das in den letzten Jahren nie wichtig genug war.
      Daran tragen die Lehrkräfte, weil sie die schlechten Bedingungen jedenTag auffangen müssen. Sie wissen darum, was möglich wäre, das macht sie wütend, weil die Bildungschancen der anvertrauten Kinder schlecht sind und von Jahr zu Jahr schlechter werden.

      Offenbar müssen Lehrkräfte mit ihren Forderungen deutlicher werden, es interessiert nämlich sonst keinen.

      Was das alles mit der Beschulung des eigenen Kindes angesichts der Pandemie zu tun hat?

      Wenn Eltern eine gute Bildung ihres Kindes wichtig ist, sollten eine gute Ausstattung der Schulen und die Wahrung der Rechte der Lehrkräfte selbstverständlich sein.
      So selbstverständlich wie manche hier das Recht auf Bildung und Betreuung des eigenen Kindes einfordern oder den Schutz ihres Kindes vor der Erkrankung wünschen.

      • Die Wünsche und Erwartungen sind verschieden. Schulen stehen auch gerne in der Kritik, weil sie alle Erwartungen erfüllen sollen, selbst wenn sie diametral gegenüber stehen.

        Ja, ich unterrichte gerne vor der gesamten Klasse, mir ist Unterricht wichtig, aber weil es so wichtig ist, braucht es Bedingungen, die nicht in den nächsten Lockdown führen, sondern längerfristig Unterricht ermöglichen. Entsprechend deutlich sollten Schutzmaßnahmen verbindlich festgelegt werden, damit es nicht zu neuen Schließungen kommen muss und damit Eltern ihre Kinder sicher aufgehoben wissen.

        Ja, ich finde, Kinder und ihre Angehörigen mit höherem Risiko einer schweren Erkrankung sollten geschützt werden und es müssen Wege entstehen, dies zu gewähren, ggf. durch ein Distanzlernen. Das braucht aber Ressourcen, die Lehrkräfte nicht haben und die geschaffen werden müssen.
        Dies betrifft die Digitalisierung und die Betreuung der SchülerInnen, wenn neben dem Präsenzunterricht die Inhalte aus dem Unterricht kindgerecht nach Hause gegeben werden sollen.

        Ja, ich verstehe, dass Familien eine Betreuung für ihre Kinder brauchen, weil sie sich mit den Betreuungsmöglichkeiten im Ganztag arrangiert haben, aber dies ist nur zu realisieren, wenn der Ganztag professionell ausgestattet ist und keine Aufbewahrung darstellt. Deshalb bräuchte es jetzt zusätzliches Personal, um Gruppen verkleinern und Abstand gewähren zu können.

        Ja, ich sehe, dass die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen steckt und es noch viel Hilfe und Unterstützung braucht. Was Dänemark in 20 Jahren umgesetzt hat, wird hier nicht in 5 Monaten erreicht sein. Aber man kann von anderen Ländern lernen. Landes- oder bundesweite Plattformen wären gut, auf denen Lehrkräfte sich austauschen können – siehe 4teachers. Die benannte Niedersächsische Bildungscloud wurde angekündigt, sie ist aber noch lange nicht allen Schulen zugänglich. Es braucht feste Regelungen zum Urheberrecht, klare Angaben zur einsetzbaren, dsgvo-konformen Software. War es nicht so, dass Norwegen dies für das gesamte Land umgesetzt hat und Lehrkräfte Materialien einstellen konnten, die für alle zur Verfügung stehen? Das kostet Geld, weil man die Plattform braucht und die Lehrkräfte dafür freistellen muss, aber es bietet die Chance, alle schneller voran zu bringen, weil sich nicht jede Schule selbst auf den Weg machen muss. Tatsächlich könnte man darüber auch anderes zur Verfügung stellen: Fortbildungen, Informationen zu Förderschwerpunkten, Beratungsangebote uvm.

        Unverständlich bleibt mir, warum man immer pauschal „den Lehrkräften“ die Verantwortung überträgt. Warum wird nicht gefragt, was die Hintergründe sind?
        Warum kann man in den Schulen nicht lüften?
        Warum bietet die Schule so wenig digitale Möglichkeiten an… oder welche bietet sie überhaupt an?
        Was sind die Vorgaben, unter denen die Beschulung zu erfolgen hat?
        Welche Grenzen werden vom Land oder von der Kommune gesetzt?
        Wie ist die Ausstattung der Schule?

        Warum geht man bei einer Lehrkraft, die sich nicht gemeldet hat, davon aus, dass sie nicht wollte und Urlaub gemacht hat? Warum fragt man nicht, ob es ihr gut geht, ob es einen Grund gibt, ob sie andere Aufgaben übernehmen musste?

        Neben den unzähligen, kaum zu bewältigenden Aufgaben müssen Lehrkräfte vielleicht weit mehr über die Hintergründe informieren, damit die Eltern verstehen können, warum ihre Wünsche und Erwartungen nicht erfüllt wurden oder werden können.
        Dazu braucht es dann aber auch ein ehrliches Zuhören statt der ständigen Unterstellungen, es würden nur Ausreden vorgeschoben.

        • Richtig, es braucht ehrliches Zuhören!
          Aber es braucht auch Schulleitungen, die nicht von oben veranlasst werden durchzuregieren und ihren Lehrkräften verbieten, Eltern etwas zu erklären.
          Es braucht Minister, die offen (vielleicht sogar dankbar? – oh, was für ein Wunschdenken, wir sind schließlich nicht auf dem Ponyhof… ) sind für Kritik und Anregungen, gute Vorschläge und Diskussionen.
          Solange wir alle nicht laut sagen dürfen, was im Argen liegt seit Jahrzehnten, solange wir hier nur unter Pseudonym konstruktiv sein können, werden Eltern und andere Teile der Bevölkerung weiterhin glauben können (und wollen? weil damit alles einfach, klar und erledigt ist?), dass Lehrer eben „faule Säcke“ sind…

        • @Palim – wahre Worte gelassen ausgesprochen. Die meisten Lehrkräfte haben es grundsätzlich satt als Blitzableiter für berechtigte Kritik am Schulsystem herhalten zu müssen. Es ist vollkommen unverständlich, warum nicht an die zuständigen Ministerien.

    • Also gut, wenn ich das lese, muss ich annehmen, dass zumindest versucht wird seit vielen Jahren Verbesserungen in der Ausstattung, kleinere Klassen etc…beim KM durchzusetzen. Ich bin 54 Jahre, wir waren im Gymnasium 33 Kinder, die Schulausstattung war rudimentär. Die Lehrer alt. Mein ältester Sohn ist 30, Tochter 28, hier waren die Klassen weiterhin groß, die Schulzimmer sind nicht größer geworden, aber es gab die verlässliche Grundschule, und dort waren kleinere Klassen. Aber auch hier war die finanzielle Ausstattung dürftig. In dieser Zeit erlebte ich die Lehrer eher engagiert. Nun meine fast 10 Jährige Tochter, die Grundschule ist nicht mehr verlässlich, dauernde lange Krankheitsausfälle, wenn man das Kind tatsächlich im Rahmen der Schulzeit in der Schule lässt, wird hinterfragt ob das sein muss. Im letzten Schuljahr dauerndes Hitzefrei und 3 Monate Ausfall der Deutschlehrerin. Diese Schuljahr Corona und danach Ausfall der Klassenlehrerin. Da in einem Jahr der Schulwechsel ansteht, habe ich bei Gymnasium und Realschule nachgefragt, wie die Coronazeit gelaufen ist. Kaum Videounterricht, 2 Wochen frei, eine Woche Schule, an manchen Tagen hatten die Kinder 0-2 Stunden Aufgaben. Nun ja, hier beklagen sich die Lehrer, aber sind wir mal ehrlich, die Situation mit großen Klassen, kleinen Zimmer, fragwürdigen Kultusministern ist seit 50 Jahren so. Sie haben sich unter diesen Bedingungen für den Beruf entschieden. Warum soll jetzt alles anders sein? Gefährliche Infektionskrankheiten gab es schon immer.

      • Vielleicht sind heutige Lehrer auch nicht Lehrer geworden, weil sie es unter diesen Bedingungen so wollten, sondern weil sie die Bedingungen für neue Schülergenerationen hofften verbessern zu können…???!!!

        Möglicherweise naiv oder traumtänzerisch, aber wer kann das mit 23 zu Beginn seiner Berufskarriere oder gar mit 18 oer 19 nach dem Abitur wirklich realistisch einschätzen?

        Ein Beruf, der einem Berufung erscheint, lässt einen viele Missstände ausblenden in der Hoffnung, es komme vielleicht doch nicht so schlimm oder sei womöglich gar zu ändern…
        Ein Trugschluss, wie viele, viele Kollegen seit Jahrzehnten erleben!

        Um wirklich etwas zu ändern, brauchen wir die Unterstütuung der Eltern!
        Die Gesellschaft muss entscheiden, was Bildung ihr wert ist.
        Die Gesellscahft entscheidet damit auch über die Arbeitsumstände von Kindern und Lehrern.

      • Zum einen:
        Dass Ihre jüngere Tochter viel Ausfall hatte, ist sicher nicht schön und ich kann den Ärger verstehen.
        Allerdings sehe ich die Sache auch von schulischer Seite:
        Viele engagierte KollegInnen sind irgendwann krank. Sie überdecken das lange, wollen unbedingt weiter die Klassen betreuen, irgendwann geht es nicht mehr. Plötzliche Ausfälle gibt es natürlich auch.
        Tatsächlich hat die Schule dann sehr wenige Möglichkeiten, dies aufzufangen. Je nach BL gibt es verschiedene Vertretungsmodelle, eine Reserve mit Lehrkräften ist mir nur aus BY bekannt.
        Um eine Vertretung zu bekommen braucht es ein längeres Genehmigungsverfahren. Früher gab es volle Listen und BewerberInnen, die Listen wurden von Jahr zu Jahr kürzer, nun sind sie manchmal leer.
        Ähnliches kann auch bei Stellenausschreibungen passieren, die Stellen werden nicht besetzt.
        Dann müssen recht kurzfristig Abordnungen von anderen Schulen geschehen, die eigene Schule strickt den Plan dazu passend neu, bedenkt Fächer und Zeiten der Abordnungen, verschiebt im eigenen Team), die abgebende Schule strickt den Plan neu.

        Die Schule hat da wirklich wenig Spielraum.
        Bei uns sind die Schulen weiterhin verlässlich und die Kinder sind in jedem Fall 5 Stunden in der Schule. Da fällt der Mangel vielleicht gar nicht so sehr auf.
        Wenn man dann Jahr für Jahr den Mangel auffängt, wird das Engagement innerhalb der Klassen vielleicht geringer, weil die Arbeit zehrend ist und viele außerunterrichtlichen Aufgaben immer und der verbliebenen KollegInnen aufgeteilt werden. Ist die Schule sehr klein oder hat sehr hohen Ausfall (50% des Stammkollegiums), ist das nicht zu schaffen.
        Die aufgetragenen Aufgaben sind so umfangreich, dass sie in regulärer Arbeitszeit nicht erledigt werden können. Auch darüber gibt es Studien, die die Aufgaben auflisten und die zeitliche Dauer hinzufügen (siehe https://www.isf-bremen.de/ ).
        Die Lehrkräfte müssen also ständig Abstriche machen oder immense unbezahlte Mehrarbeit.
        Weil dann die Erwartungen anderer nicht erfüllt werden, stehen anschließend die Lehrkräfte in der Kritik, sie seien faul und würden nicht arbeiten.

        Dass Schulen seit 50 Jahren schlecht ausgestattet sind, mag stimmen, dennoch ist es etwas anderes, da unzählige Aufgaben hinzugekommen sind, die vor 50 Jahren nicht zur Schule gehörten.

        Auch anderswo verändern sich Berufsbilder, es braucht Weiterentwicklung und Fortbildung.
        Als Lehrkraft würde man meinen, der Kern des Berufes bliebe der Unterricht, bei den unzähligen zusätzlichen Aufgaben fragt man sich manchmal, ob dem so ist.

      • Was Ihnen noch fehlt, Frau Szidlovszky, ist die praktische Erfahrung im Klassenzimmer. Als Lehrer, nicht als Schüler. Dann werden Sie alles noch mal mit anderen Augen ansehen .Motto: Standortwechsel führt zu Standpunktwechsel. Man sollte nie alles nur aus einer Perspektive betrachten.

      • Zum anderen:
        Gefahren gab es schon immer, stimmt.
        Warum man bei Hygiene, Arbeits- und Gesundheitsschutz nachlässig ist, kann man schon nicht vernünftig erklären.
        Warum man aber bei erhöhter Gefahr diesen gleich ganz bei Seite lassen soll, ist mir nicht klar und spätestens dann ist es grob fahrlässig.
        Oder stellt man bei hoher Auftragslage die Schutzschalter an den Maschinen ab, lässt bei hohem Verkehrsaufkommen Gurt weg und Airbag aus und fährt einfach mal ein bisschen schneller als erlaubt, nimmt man bei verstärktem Lärm den Gehörschutz ab?

        Mit „hat’s schon immer gegeben“ kann man daraus folgende Erkrankungen nicht rechtfertigen, den Schutz und die Fürsorge zu vernachlässigen ist immer falsch.

        Das gilt im übrigen auch für die Fürsorge, die Lehrkräfte den SchülerInnen gegenüber tragen. Bei jedem Unfall, bei jeder Verbreitung von Läusen und manchmal auch bei Erkrankungen (persönlich erlebter Elternanruf: Wer hat mein Kind angesteckt?) steht die Schule in der Kritik und muss darlegen, was sie unternommen hat.
        Ebenso, wie Sie nicht fragen, warum es denn so wenig Videounterricht gibt (keine Geräte, keine sicher Software, synchrone Beteiligung nicht möglich) oder warum 2 Wochen frei waren (Anordnung des Ministeriums), dennoch aber zu einem Urteil kommen, wird sich jede Schule bei einem Ausbruch rechtfertigen müssen.

        In NRW steht in den Vorgaben, dass ein Raum, der nicht gelüftet werden kann, nicht zum Unterrichten eingesetzt werden darf. Was passiert, wenn die Schule sagt: „Uns war klar, dass die Fenster zugenagelt/ nur gekippt werden können und die Lüftung nicht ausreicht, aber wir hätten sonst den Unterricht komplett ausfallen lassen müssen.“?
        Und was passiert, wenn die Schulleitungen nun vehement darauf bestehen und diese Räume nicht zur Nutzung einplanen, sodass Unterricht an etlichen Schulen nicht beginnen kann?

        Bei einer Pandemie kommen wir mit „hat’s schon immer gegeben“ , „stellt euch mal nicht so an“ oder „jeder muss Opfer bringen“ nicht weiter.
        Die Sätze kann man sich sparen.
        Nutzen Sie sie doch dann bei denen, die sich in der Schule infizieren und durch die Erkrankung Verluste der dauerhaften Gesundheit oder von Mitmenschen haben.

  19. Wir hatten an unserer Grundschule im letzten Jahr ein Elternpaar, welches, sagen wir mal, der Arbeit der LuL sowie der päd. Mitarbeiterinnen immer wieder mit Kritik begegneten, nichts war ihnen gut genug.
    Da die Mutter einen päd. Beruf ergreifen wollte, absolvierte sie ein zweiwöchiges Praktikum an unserer Schule, wobei ihr Einblick in sämtliche Bereiche ermöglicht wurde.
    Nach diesem Praktikum zog sie folgende Bilanz:
    Wenn sie gewusst hätte, was LuL und päd. Mitarbeiter im Schulalltag leisteten, mit welchen zahlreichen Aufgaben und Problemstellungen sie sich täglich auseinandersetzen müssten und wie immer wieder versucht würde, allen Kindern gerecht zu werden, dann hätte sie sich VOR ihrem Praktikum nicht so negativ geäußert. Inzwischen sei es ihr unendlich peinlich, wie “ mäkelig“ sie gewesen sei…

  20. ich verstehe nach wie vor nicht, warum hier so viele engagierte lehrer und eltern auf die kommentare der werten frau Sabine Szidlovszky eingehen.
    es ist doch mehr als durchsichtig, dass selbige eine reine auftragsschreiberin ist, die für gutes geld im auftrag irgendeiner behörde ihr geschreibsel ablässt und hofft, dass man ihren falschaussagen kritikfrei folgt.
    der zweck heiligt die mittel…

    • Warum sollte man, wenn es denn so wäre, das durchsichtige Geschreibsel kritikfrei stehen lassen?

      Damit dem mehr Leute folgen?

      • @Palim …
        Sie haben einerseits recht, solch ein geschreibsel sollte man nicht unkommentiert lassen.
        andererseits ist es müßig, auf solch offensichtliche fehlinformationen einzugehen.
        ein großteil der eltern setzt mittlerweile den schutz ihrer kinder höher ein als unbedingtes durchboxen von präsenzunterricht seitens der behörden. (siehe hamburger elterninitiative).
        ich kann nicht nachvollziehen, wie manche eltern ihrem konto einen höheren stellenwert einräumen als der gesundheit und unversehrtheit ihrer kinder.
        die lehrer und das übrige schulpersonal spielt bei diesen überlegungen natürlich eine untergeordnete rolle, wie auch die kultusministerien uns täglich aufzeigen… traurig, dass hier wahltaktische überlegungen den gesunden menschenverstand verdrängen.
        ich bin mir sicher, dass die quittung spätestens in wenigen monaten vorliegt. dann werden wieder schuldige gesucht.. und gefunden..
        virus in die schule eingebracht, hygienevorschriften verletzt, fehlerhaftes urlaubsverhalten, bei der überwachung der pausenabstände geschlampt und an der bushaltestelle nicht aufmerksam gewesen..
        ich sehe es mit grausen, dass die lehrer immer die blitzableiter sind für eine verfehlte schulpolitik, nicht erst seit corona..

    • Ich bin dankbar für die Kommentare aus der Lehrerschaft!!!
      Als Eltern sind wir über vieles falsch oder aber überhaupt nicht informiert.
      Also vielen Dank an alle engagierten Lehrerinnen und Lehrer, macht weiter so!!!

    • baaaal1 9. August 2020 um 12:10
      ich verstehe nach wie vor nicht, warum hier so viele engagierte lehrer und eltern auf die kommentare der werten frau Sabine Szidlovszky eingehen.

      —————————–

      Richtig erkannt, aber sie ist nicht die einzige Auftragsschreiberin.

    • Ich arbeite bei der Wirtschaftsförderung einer Großstadt in BW, habe schon erwachsene Kinder und ein ganz spätes Kind. Ich mache im Zuge der Ganztags Betreuung Lernzeitbetreuung und eine AG. Die Zustände in der Schule fand ich schon vor Corona fragwürdig und ganz klar der Bildungsbereich wird so kaputt gespart, wie der Gesundheitsbereich. Ich glaube nicht einfach alles, was in den Medien steht, halte mich eher an Zahlen und Statistiken, hinterfrage sehr viel, habe sehr viele Kontakte ins Ausland. Und nein ich habe keine Angst vor Corona, ich bin hier in Skandinavien froh über die maskenfreie Zeit. Ich weiß wie lange eine seriöse und sichere Impfentwicklung bedeutet, das Thema Schweinegrippeimpfung und Narkolepsie sollte jedem ab 40 ein Begriff sein. Corona ist eine weitere Infektionskrankheit in unserem Leben, wir werden damit leben müssen. Und keiner bekommt den 100% Schutz.

      • Sie leben in Skandinavien, beurteilen aber das aktuelle deutsche Schulsystem, das Ihre Tochter schlecht beschult hat? Hat sich Ihre Tochter nach Deutschland gebeamt? An Ihrer Geschichte kann etwas nicht stimmen.

        • Und weil sie so skandiniavienaffin ist, verfolgt Frau S. in Sachen Corona und Schule auch die von Pippi Langstrumpf bekannte Maxime: „Ich mach‘ mir die Welt, wie-de-wie-de wie sie mir gefällt.“
          Leute, hört auf, euch an dieser Dame abzuarbeiten! Ist zwecklos.

  21. @Sabine Szidlovszky : Sie haben offensichtlich nichts Besseres zu tun, als Lehrer zu kritisieren. Hast du einen Job? Wenn ja, wäre es interessant, die Corona-Sicherheitsmaßnahmen zu wissen? Die Lehrer verlangen nichts Besonderes, sie wollen nur die gleichen 1,5-Meter- und Gesichtsmaskenregeln wie überall sonst.

  22. @Palim
    Ich frage mich bei vielem, was Sie ganz richtig schreiben, warum Lehrer in den letzten Jahrzehnten so bereitwillig mitgemacht und dabei so wenig auf die elementarsten Erfordernisse an Ausstattung und Personal geachtet haben. Kamen von ihrer Seite etwa deutliche Bedenken gegen die Einführung der Inklusion ohne die erforderlichen Arbeitsbedingungen?
    Nein, sie die kamen erst viel später, als nicht mehr zu übersehen war, dass sich die schöne Idee im Schulalltag mehr und mehr zu einer Katastrophe entwickelte. “So haben wir uns das nicht vorgestellt”, hieß es dann und “die Idee finde ich aber immer noch gut”.

    Eine bessere Vorstellung von der Praxis und den notwendigen Erfordernissen für ein gutes Gelingen kann und muss vor allem von Lehrern erwartet werden können. Wer soll denn die realistische Ausgangslage an den Schulen besser beurteilen können als sie? Dieses Abklopfen auf Praxistauglichkeit ist – außer zu Corona-Zeiten – allerdings ein unangenehmes und viel undankbareres Geschäft als das Ausstrahlen von Reforminteresse, das automatisch gut wirkt, auch wenn nur Opportunismus dahintersteckt.
    Bedenkenträger auf Grund langjähriger Erfahrung werden dagegen gern als “Ewig-Gestrige” eingestuft, die in ihrem bequemen Trott nur ungestört sein wollen.

    Jetzt rächt sich, was bei vielen Modernisierungsplänen versäumt wurde, nämlich die Frage vieler Lehrer nach der Praxistauglichkeit, wenn an der Schule notwendige Voraussetzungen fehlen. Keine Politik hätte es sich leisten können, gegen den vereinten, begründeten und auch lautstarken Protest vieler Lehrer eine Reform nach der anderen durchzuziehen und die Schulen dabei im Regen stehen zu lassen.

    Jetzt, in der Corona-Zeit scheinen persönliche Ängste dafür zu sorgen, dass sich viele Lehrer plötzlich auf die Hinterbeine stellen und die Schulpolitik für jahrzehntelange Versäumnisse – wie kleinere Klassen und mehr Lehrer – anklagen.
    So sehr ich das begrüße, so sehr bedaure ich jedoch, dass in früheren Zeiten solch berechtigte Forderungen keineswegs derartig vehement und nachdrücklich vorgetragen wurden, wie Sie das heute darstellen.
    Viele Lehrkräfte haben sich in der Vergangenheit lieber mit risikoarmer Reformbereitschaft nach neuster Glaubenslehre und ohne Aufstockung der Ressourcen angefreundet. Bloß nicht anecken oder Schwäche zeigen, lautet seit Langem die Devise.

    Nein, Palim, die Lehrer haben seit Jahrzehnten keineswegs so mutig für ihre Interessen gekämpft, wie Ihre Kommentare suggerieren. Mehr Lehrer und kleinere Klassen waren als nachdrückliche und einhellige Forderung der Lehrerschaft erst nach den vielen desillusionierenden Praxiserfahrungen mit der Inklusion klar und deutlich zu vernehmen. Auch die GEW war keine große Hilfe. Ihre sozialideologischen Ziele nahm sie immer wichtiger als die Praxisprobleme der Mitglieder.

    Alle Fehlentwicklungen nun auf die bösen Politiker zu schieben, die den rührigen Lehrern seit Ewigkeiten kein Gehör schenken, führt zu einem schiefen Bild. Neben der Politik und der GEW haben auch große Teile der Lehrerschaft versäumt, sich für kleinere Klassen und mehr Lehrer stark zu machen.
    In der Corona-Zeit wird die fehlende Durchsetzung dieser Ziele zwar von allen Seiten festgestellt und beklagt, die Schuld dafür aber nur bei anderen Mitspielern gesucht.

    • Wieder falsch:

      Ausnahmslos alle Schulen, in denen Kolleginnen und Kollegen arbeiten, die ich kenne, haben sogenannte Überlastungsanzeigen gestellt.

      Leider ohne Wirkung- Man solle Arbeitsgruppen bilden, um der Überlastung entgegenzuwirken und sich selbst helfen.

    • @Ursula Prasuhn
      Wie freundlich, dass Sie mich persönlich ansprechen und mir unterstellen, was ich in den letzten Jahrzehnten getan oder gelassen hätte.

      Ich muss Sie enttäuschen.
      Meine Aktivitäten und Äußerungen waren auch zur Einführung der Inklusion deutlich.
      Das Land Niedersachsen hat damals die Einführung der Inklusion beraten, ganz ohne die Bedingungen klar auf den Tisch zu legen. Die wurden erst öffentlich, als die Sache schon beschlossen war, und entsprachen 1:1 den Bedingungen des Vorläufers RIK, bei parallelen Förderschulen: 2 Std. pro Woche pro Klasse pauschal Unterstützung durch Lehrkräfte der FöS Lernen. Inzwischen werden nicht einmal diese Bedingungen aufrecht erhalten und die Inklusion weiterer Schwerpunkte ist hinzugekommen.
      Dass Ihnen, Frau Prasuhn, die Inklusion nicht schmeckt, ist ein anderes Thema.

      Auch ich erlebe es so, dass das, was man unternimmt, häufig ohne Wirkung bleibt.
      Mit sehr langem Atem erreicht man manchmal winzige Schritte, quasi ein Fünkchen Entgegenkommen. Wenn während der Pandemie nach Wochen umgesetzt ist, worum man seit 10 Jahren bittet, ist es eineseits erfreulich, andererseits ernüchternd, konkret z.B. Dienst-E-Mail-Adressen.
      Ich freue mich derzeit über die gute Zusammenarbeit mit dem Schulträger.
      An anderen Stellen wundere ich mich oder bin enttäuscht.

      Das erleben sicherlich mehr Lehrkräfte, wie ja auch Defense vom Ergebnis der Überlastungsanzeigen berichtet. Die Entlastung besteht in Hinweisen oder Fortbildungsverfügungen, ohne eine Verbesserung der personellen Ressource oder eine Verminderung der Aufgaben zu erwirken.
      Die Unterrichtsversorgung pro Schule und die Zahl der Abordnungen, die erteilt und erhalten werden, sind in Nds. über NILAS öffentlich einzusehen.

      Sich kümmern, Bedenken äußern, Gremienarbeit hilft nur bedingt und ist offenbar zu wenig ersichtlich.
      Deutlich ist hier im Forum auch, dass vielen Eltern ebenfalls Bedingungen und Hintergründe verborgen bleiben. So ärgern sich viele über das, was in der Schule läuft oder unterlassen wird, sehen aber nicht die Vorgaben, die die Einschränkungen setzen, z.B. einen Richtwert beim Distanzlernen oder die DSGVO, die mangelnde digitale Ausstattung u.a. So werden die Lehrkräfte zum Prellbock, können selbst aber an den Gegebenheiten kaum etwas ändern, zumal sie immer wieder erleben dürfen, wie ohnmächtig sie mit den zur Verfügung stehenden Instrumenten sind.

      Wer Änderungen will, muss zuerst die Bedingungen benennen und auch umsetzen, zu denen diese geschehen sollen,
      wer Aufgaben verteilt, muss zuerst andere streichen,
      wer Einsatz und Fürsorge in den Schulen möchte, soll diese auch zeigen, indem er aktiv und von unabhängiger Stelle überprüfbaren Arbeits- und Gesundheitsschutz umsetzt.

      Tatsächlich gibt es aus diesem Grund Studien, die die Missstände aufzeigen,
      z.B. vom ISF Bremen zur Aufgabenanalyse von 2013, die darlegt, dass die aufgetragenen Aufgaben in der gegebenen Arbeitszeit nicht erledigt werden können,
      sowie eine Studien zum Lärm mit Befragungen seit 1999,
      oder die groß angelegte Arbeits- und Belastungsstudie mit Erhebungen von 2015-2016 (GEW/ Uni Göttingen), Veröffentlichungen bis 2018, gerichtsfest und anerkannt vom Ministerium,
      einer Arbeitszeitkommission des Landes Niedersachsen mit Abschlussbericht im Oktober 2018 und deutlichen Empfehlungen zur Entlastung in den Schulen.

      Dennoch arbeiten die Lehrkräfte motiviert und weit über das Maß hinaus, wie auch die Arbeitsbelastungsstudie (Uni Göttingen, 2016) darlegt.

      Gerne lasse ich mich eines Besseren überzeugen und mir von Ihnen darlegen, an welcher Stelle Politiker in den letzten 20 Jahren tätig geworden sind, weil die Bildung wichtig war, sie Lehrkräfte in dieser Arbeit unterstüzten wollten, sie auf deren Mahnungen und Bedenken eingegangen sind und es zu Verbesserung in der Ausstattung von Schulen sowie hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gekommen ist.

  23. Ich würde allen Lehrern empfehlen, vor dem Massenunterricht auf einer Gefährdungsbeurteilung zu bestehen. Es ist nicht vermittelbar, dass in der Gesellschaft und dem restlichen Teil der Arbeitswelt andere Regeln als an Schulen gelten.

  24. An meiner bayerischen Grundschule ist es für nächstes Schuljahr so geplant, dass möglichst wenig Lehrer in einer Klasse unterrichten, damit im Fall des Falles nicht zu viele ausfallen. Dennoch ist die ganze Klasse ohne ausreichenden Abstand im Klassenzimmer anwesend. Diese ganzen Desinfizierungsmaßnahmen nutzen so oder so nicht viel, wenn das Virsu hauptsächlich durch Aerosole übertragen wird, die einen Abstand erfordern. Da wiegt man sich in falscher Sicherheit.

    Was besonders lustig wird: Das Fach WG (Werken Gestalten) wird von 2 Lehrerinnen (dürfen nur spezielle Fachlehrer unterrichten) für alle Schüler der Schule unterrichtet und in Religion werden die Klassen in die Konfessionen und Ethik eingeteilt und je nach Bestückung in neue Gruppen zusammengefasst. Teilweise sind das 4 verschiedene Gruppen, zu denen die Schüler einer Klasse gehen. Die Religionslehrer, die zu uns kommen, unterrichten in verschiedenen Schulen in der Umgebung. Wenn da einer infiziert ist, trägt der das locker in die Schule. Hiermit wird deutlich das Konzept der Klassen als geschlossene Einheiten unterwandert. Religion, Ethik und WG werden zum Risikofaktor.

  25. Selbst mir als nur peripher Betroffenem geht langsam die Hutschnur hoch. Diese geballte Inkompetenz wird dazu führen, dass Deutschland in eine neue Infektionswelle segelt. Was sagen die Gerichte zur Fürsorgepflicht? Das grenzt doch schon an fahrlässige Körperverletzung! Schickt eure Klassen unmaskiert und in voller Stärke in die Landesparlamente. Wenn Unterricht ohne Schutz ungefährlich ist, sollten sich Politiker doch über den Besuch der Schüler freuen, die sie Stunden ohne Abstand begleiten. Lernen vor Ort.
    Danach sprechen wir weiter über angemessenen Arbeitsschutz.

  26. Es wird geredet und geredet.Da gibt es die Gruppe die alles weiss und es für sich am besten so entscheidet das es passt. Keine Zeit für Corona , alles muss so sein das es passt. Kind in die Schule schicken ,dann arbeiten und wenn mal was dazwischen kommt , passt es nicht. Also weg mit Corona. Was ist das schon!!! Dann gibt es die andere Seite ,die weiss da ist ein Virus und wir müssen miteinander zusamme uns an Regeln halten. Das grosse Problem ist aber. Was sind Regeln. Fragt eure Kinder. Die sollen diese befolgen. Aber da kommt es jetzt. Die Kinder sehen ,das es jeder so machen will ,wie es am besten passt. Es ist ein großer Müll was uns allen erzählt wird.
    Der Mensch der sich an Regeln hält ,wird heut zu Tage ausgelacht. Es muss erst etwas schreckliches in den eigenen Familien passieren, bis auch die leichtsinnigen verstehen Corona ist gefährlich

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