Schulleitungsverband geht hart mit Gebauer ins Gericht: Corona-Vorgaben sind nicht zu erfüllen – Schulöffnungen „ein Feldversuch“

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DÜSSELDORF. Die Schulleitungsvereinigung Nordrhein-Westfalen hat sich in einem Brief an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) beschwert. Der Öffentlichkeit werde vorgegaukelt, wie verantwortungsvoll, vorausschauend und umsichtig das Ministerium arbeite. Aber: „Nach Auffassung der Schulleitungsvereinigung NRW kommt das Ministerium für Bildung seiner Verantwortung für Vorsorge und Gesundheitsschutz gegenüber den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften und den Schulleitungen im Land nicht nach.“

Probiert mal etwas Neues - aber nur im klitzekleinen Rahmen: die FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Magubosc / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
In der Kritik: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Magubosc / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

„Als Verband, der Schulleiterinnen und Schulleiter aller Schulformen vertritt, haben wir in den letzten Wochen und Monaten wahrgenommen, dass die Schulpolitik des Landes in Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Bedingungen trotz vielfacher diesbezüglicher Hinweise zu wenig die tatsächlichen Rahmenbedingungen der Schulen realisiert. Die Vorgaben des Ministeriums für Schule und Bildung (MSB) sind aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der schulischen Rahmenbedingungen kaum erfüllbar“, so heißt es in dem Schreiben, das News4teachers vorliegt – das belege die Praxis des Schulstarts.

„Normaler Unterricht“ in „festen Lerngruppen“ – wie soll das gehen?

So gebe das Ministerium vor, weitestmöglichen „normalen Unterricht“ zu erteilen – aber in „festen Lerngruppen“. Wie passe das zusammen? „Kurssysteme, Religionsgruppen, Fördergruppen, sonderpädagogische Förderung, Deutschunterricht für Schüler*innen aus anderen Herkunftsländern… finden in unterschiedlichen Lerngruppen statt und müssen daher ausfallen, wenn Schulen die Forderungen des MSB ernst nehmen“, so heißt es in dem Schreiben.

„Der ausschließliche Einsatz von Lehrkräften in festen Lerngruppen ist nicht realisierbar. Fachunterricht, Teilzeitkräfte und viele andere Begebenheiten müssen bei der Stundenplangestaltung berücksichtigt werden. Im Herkunftssprachlichen Unterricht sind Lehrkräfte an mehreren verschiedenen Schulen eingesetzt. Vertretungsunterricht für erkrankte Lehrkräfte erfordert ein hohes Maß an Flexibilität in den Schulen, unterjährige Stellenbesetzungen, Ausbildung von Lehramtsanwärter*innen/ Referendar*innen und Studierende im Praxissemester erfordern unterschiedliche Lerngruppen. Der Vertretungsbedarf durch Schwangerschaften ist immens.“

Bauliche Voraussetzungen in Schulgebäuden fehlen

Die Schulministerin ignoriere die vielerorts nicht gegebenen baulichen Voraussetzungen für einen wirkungsvollen Hygieneschutz. Die öffentlichkeitswirksam präsentierte Handreichung des Ministeriums zum Lernen auf Distanz signalisiere der Elternschaft das Versprechen der Umsetzung – den Anspruch auf Umsetzung werde auf die Schulleitungen vor Ort verschoben. Auch die Vorgabe, Fernunterricht genauso zu benoten wie Präsenzunterricht, sei kaum erfüllbar. „Von Schulen wird dadurch eine Leistungsbeurteilung im luftleeren Raum ohne Vorgaben, ohne Standards gefordert. Diese Forderung ist rechtlich und pädagogisch nicht haltbar, wirft alle Vorgaben des Prüfungsrechts über den Haufen, sorgt in den Schulen für Verunsicherung, führt in der Praxis zu sichtbarer Ungleichbehandlung und wird in der Folge zu Fluten von Widersprüchen und Klagen führen.“

75 Millionen Euro seien von der Landesregierung für die Förderung von Kindern in den Sommerferien zur Verfügung gestellt worden. „Die Information dazu kam in den Schulen unmittelbar vor, teilweise in der ersten Woche der Sommerferien an. Wie können Schulen und Schulträger Förderung organisieren, wenn die Informationen so spät kommen?“ Ähnlich unrealistisch sieht die Schulleitungsvereinigung die Gebauers Ankündigung, mehr Lehrkräfte und Vertretungslehrkräfte einzustellen. „In den Schulen arbeiten schon jetzt viele Menschen als Lehrerinnen und Lehrer, die keine abgeschlossene Lehrerausbildung haben und als ‚Seiteneinsteiger‘ gelten. In den strukturschwachen Regionen oder in Brennpunktschulen herrscht zum Teil ein immenser Lehrermangel, so dass Stundentafeln schon in der Vor-Coronazeit nicht abgedeckt werden konnten.“

Digitalisierung der Schulen kommt kaum voran

Auch die Digitalisierung der Schulen laufe nur schleppend. „Einzig von Beschaffungsansätzen für Hardware ist die Rede, wobei man auch hier mit hohen Millionenbeträgen agiert wird. Bei der Umsetzung für betroffene Schülerschaft und das lehrende Personal vor Ort sind jetzt schon massive Verzögerungen festzustellen. Manche Schulträger bezweifeln schon jetzt, dass die Mittel ausreichen werden. Andere sind nicht einmal in der Lage, die bereitgestellten Mittel abzurufen, da keine Zuständigkeiten in den Schulverwaltungen vorhanden sind. Nicht verwundern kann es dann, dass Schulträger nicht über Konzepte für die mögliche Ausstattung mit Geräten in den unterschiedlichen Schulformen verfügen. In Bezug auf die Bereitstellung von Endgeräten sind inzwischen Schulleitungen aufgefordert, Bedarfs- bzw. Bedürfnisabfragen unter den Familien zu machen. Zu befürchten ist schon jetzt, dass nicht alle in notwendigem Maße partizipieren werden.“

Die Schulleitungsvereinigung sieht in den weiten Schulöffnungen ohne Abstandsregel einen „Feldversuch“ – und spricht von einer „Scheinbeteiligung“ der Schulleitungen. Fazit: „Ein wirkliches Interesse des MSB an der Realität vor Ort in den Schulen ist für uns nicht feststellbar.“ News4teachers

Nach 72 Stunden über 6.000 Quarantäne-Betroffene an Schulen – „Schulstart gelungen“

 

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35 KOMMENTARE

  1. Gut, dass der Schulleitungsverband deutlich sagt, wie es an den Schulen steht:
    „Die Vorgaben des Ministeriums für Schule und Bildung (MSB) sind aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der schulischen Rahmenbedingungen kaum erfüllbar.“
    Es ist richtig, dass die Schulleitungen dafür die Verantwortung ans Ministerium geben.

    Tatsächlich sollten die Schulen geschlossen bleiben, bis der Gesundheitsschutz gewährt werden kann.
    Zudem braucht es offenbar Kontrollen, die zur Schließung bei Hygiene- oder Arbeitsschutzmängeln führen.

  2. Wow. Sehr mutig. Und bisher habe ich solche deutlichen Worte innerhalb des Schulbetriebs noch nie vernommen.
    Die Schulleiter haben völlig Recht.

    Schauen wir mal, wie Y.G. reagiert. Und ob irgendwas geschieht.

    Ich vermute mal…

    Reporter: „Fr. G. was sagen Sie zu den Äußerungen der Schulleiter?“
    Y.G.: „Alles klappt bestens. Die Schulen sind gut vorbereitet. Das liegt alles nur daran, dass ich so eine tolle Kultusministerin bin. Huch. Halten Sie Mikrofon bitte mit mehr Abstand. Sicherheitsabstand ist wichtig. Haben Sie noch nie was von Corona gehört.“

    Reporter: „Aber in den Schulen gilt doch auch kein Abstand mehr.“

    Y.G.: „Schulen, da sind nur kleine Rotz$#… ähh.. Kinder. Außerdem haben wir Kultusminister beschlossen, dass das Virus in Schulen nicht ansteckend ist.“

    Reporter: „Aber Berufsschüler und Schüler in weiterführenden Schulen sind doch deutlich älter oder sogar volljährig.“

    Y.G.: „Hauptsache die Plagen sind betreut, damit die Eltern arbeiten können. Schwund gibt es immer.“

    Reporter: „Hust… Schwund heißt: schwer krank oder tot!!! Hust…“

    Y.G.: „Sie husten. Das sind Corona-Symptome!!! Schnell weg.. schnell…“

    Reporter: „Aber die Schüler und die Lehrer?!?“

    Y.G.: „Bitte.. das ist unwichtig. gehen Sie weg. Bürofutzi, wo sind unsere FFP3 Masken, der Luftraumfilter und die Plexiglaswände?“

    Büroassistent: „Frau Ministerin, das haben wir alles für ihr Büro besorgt, wir konnten die letzten Sachen gerade noch so einem besorgten Schulleiter vor der Nase wegschnappen. Sowas aber auch. Unverschämte Lehrer und Schulleiter. Wissen die denn nicht, dass wir festgelegt haben, dass das Virus in Schulen nicht gefährlich ist? Schleim.. Schleim..“

    • „In echt“ war es vorhin auf dem WDR nicht ganz so schön, aber vom Grundtenor genau gleich. Sie könnte das überhaupt nicht nachvollziehen, alles wäre wunderbar geplant, in den Schulen, die sie besucht hat, würde es hervorragend laufen, Lehrer und Schüler wären überaus zufrieden, bla, bla, bla, bla… Die Frau lebt dermaßen in ihrem Elfenbeinturm, das tut schon richtig weh. Außerdem grüßt wieder das Murmeltier: die aktuelle Verordnung läuft am kommenden Montag aus, Frau G. kündigt eine rechtzeitige Information der Schulen an und erklärt auf Nachfrage, bis zum Ende der Woche käme die neue Verordnung. Also vermutlich Freitag Abend. Die SL können sich das WE schon mal prophylaktisch frei halten.

  3. Dem kann ich nur zustimmen. Sämtliche Hygienemaßnahmen, die vor den Ferien doch ach so wichtig waren, werden jetzt mit Füßen getreten.
    Fachräume und Klassenräume werden von unterschiedlichen SuS benutzt, direkt hintereinander ohne Lüftung/ohne Desinfektion.
    Feste Lerngruppen gibt es nur, wenn die Schule als eine Lerngruppe angesehen wird, Mindestabstand nur auf dem Schulhof möglich usw.
    Und zum Thema Digitalisierung: Der Weg ist doch klar. Jeder, der ein eigenen Laptop/Tablet besitzt,.muss es mitbringen. Die anderen SuS bekommen diesen gestellt.
    30 SuS, 20 unterschiedliche Geräte, unterschiedliche Betriebssysteme usw… Das die Milchmädchenrechnung nicht aufgeht, war eigentlich schon von vornherein klar.
    Schade NRW, eine riesen Chance vertan.
    Aber: Es läuft———-nicht.

  4. Im Tenor wie in zahlreichen Details stimme ich der Schulleitungsvereinigung zu. Die Ignoranz von Frau Gebauer gegenüber Realitäten an der Basis ist mehr als bemerkenswert. Vergangene Woche habe ich mich wegen der von mir als Schulsozialarbeiter erlebten Praxis mit Mund-Nasen-Schutzmasken im Schulalltag ebenfalls mit einem offenen Brief an Frau Gebauer und Herrn Laschet gewandt, und nun auch eine Kampagne via WeAct! gestartet. Diese kann sehr gerne unterzeichnet und geteilt werden.

  5. Leute, Leute, wie oft soll ich das noch herunterbeten. Es geht nur vordergründig um unsere Kinder und Bildung. Wichtig ist Wirtschaft und Politik. Ein klein wenig Durchseuchung gibt es obendrauf ganz umsonst. Die Verarsche kennt scheinbar keine Grenzen und wir lassen uns alles gefallen – das hört jetzt bald auf! Wo sind die Luftreiniger mit H14 Filter in den Klassenzimmern? Immer geht es um Masken, ich kann den Mist nicht mehr hören. Masken bezahlen die Eltern… Bin super gespannt, wann es tote im Kreise der Schüler, Eltern oder Lehrer zu verzeichnen gibt. Dann platzt uns der Kragen…

    • „Masken bezahlen die Eltern“: manche kauften offensichtlich nur eine und „vergessen“ diese täglich zu reinigen. Bei manchen bekommt man als Lehrer einen Würgreiz, wenn Kinder nach zwei Wochen Präsenzumterricht in der Grundschule ihre Maske abnehmen und man einen Blick auf das Innenleben wirft.

  6. Verbände und Gewerkschaften werden seit Monaten zwar willkürlich ab und an mal gehört. Ihr Wort wird aber direkt im Mülleimer entsorgt. Auch der Schulausschuss des Landes NRW versucht verzweifelt gehört zu werden. Leider immer erst im Nachhinein, nachdem unerträgliche Erlasse bereits raus sind. Frau Gebauer führt ein diktatorisch organisiertes Ministerium. Diese Art der Leitung gab es so nie zuvor. Es wird dringenst Zeit, diese Frau abzuwählen!!!!

  7. https://www.wz.de/nrw/corona-nrw-schulleiter-warnen-vor-oeffnung-der-schulen_aid-50135605
    Bereits nach den Osterferien gab es von den SchulleiterInnen ähnliche Beschwerden und Hinweise, die aber bereits damals ignoriert wurden. Und seitdem hat sich die KM Gebauer in keinster Weise bewegt, geschweige denn Einsicht gezeigt. „Der Schulstart ist gelungen.“
    Solche Schlagworte kommen in der Öffentlichkeit an, wie es tatsächlich um das Schulwesen in Deutschland steht, sehen nur die Betroffenen.
    Das Brennglas Corona muss genutzt werden, um von allen Seiten – Schüler, Eltern, Lehrer und Schulleiter – Druck zu erzeugen, damit es kein Weiter-so geben kann.

    • NRW hat keine KM – Kultusministerin -, es gibt hier nur das MSB – Mysterium für Schule und Bildung.
      Letzteres berifft die Bildung von Abwehrzellen/Antikörpern. Um die bilden zu können, muss man aber erst einmal infiziert sein. Wie gesagt, das Mysterium sieht sich auf einem guten Weg oder für Humanisten „per aspera ad astra“. „Astra“ gibt es ins Glas, weil „Corona“ derzeit ja nicht mehr in Mexiko gebraut wird.

      • Ich fürchte, nein, ich behaupte (!!!) , das Frau G. in ihrer „Haltung“ nicht allein ist. Meiner Meinung nach sind alle Kultusministerien hier gleich (schlecht). Sie „ziehen immerhin in dieser Hinsicht alle an einem Strang“. Und alle behaupten: Es läuft! – Leider rückwärts, und nur das „gemeine Volk“ bemerkt das!

  8. Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger bei der anstehenden Wahl die Expertise von Frau Gebauer honorieren – und natürlich auch die Expertise ihrer Partei, die dieses Ministerium durch eine Person leiten lässt, die noch nicht einmal die Laufbahnvoraussetzung für den höheren Dienst hat…

    • Vielleicht macht sie ja das zu einer so guten „Schein“-Ministerin: Scheint doch alles gut zu klappen und anScheinend ist man in der CDU/FDP- Regierung sehr zufrieden wie sie die verantwortungsbewusste Schein-Realität händelt, denn sie hatte doch alle schulischen Verantwortlichen einschließlich Schulträger und Schulleiter Scheinbar mit ins Boot geholt hat und ist um die Gesundheit der Menschen, die täglich in die Schule gehen, Scheinheilig besorgt.

  9. Es werden noch weitere Feldversuche kommen, und zwar spätestens dann, wenn die Impfstoffe zur Verfügung stehen sollten, die Rekeordzeit entwickelt wurden. Es laufen ja jetzt schon die Studien in betroffenen Regionen.
    Und dann wird es wie bei den „Masern“ laufen. Wer an die Schule will, muss eine Impfung nachweisen oder zumindestens etwas vorlegen, warum er keine Impfung bei sich durchführen kann.
    Ich weiss, das die Politik sagt, dass die Impfung freiwillig ist, aber durch die Hintertür kommt die Verpflichtung. Der Unterscheid ist nur, beim Masernimpfstoff gab es die entsprechenden Vorlaufzeiten. Bei Corona werden vermutlich einige Augen zugedrückt und gehofft, dass es schon gut geht. Und dass ist dann wirklich ein Feldversuch.

  10. Gehen wir noch ein bisschen weiter: Es sind nicht nur die genannten Fächer wie Religion, Förderkurse, Oberstufenkurse usw. Es ist mitunter der Sportunterricht (Mädchen der a und b in einer Gruppe, in der anderen Jungen der a und b), es sind auch Hauptfächer wie Latein/Französisch (Schüler sind da mit anderen zusammen, v. a. die Lateiner), es sind bilinguale und monolinguale Englischstunden usw.
    Ich habe alle Hochachtung vor diesen Schulleitern! DANKE!

  11. Hilfe, die Schule meines Sohnes hat mir soeben mitgeteilt, dass mein Kind, obwohl ich Risikopatientin bin, trotzdem zur Schule gehen muss. (Bundesland Sachsen-Anhalt)
    Wer kann mir einen guten Rechtsanwalt nennen, der mir in dieser Situation helfen kann. Mein Kind hat panische Angst zur Schule zu gehen, weil er sich selbst mit den Risiken auseinander gesetzt hat. Lernen funktioniert nicht mit Angst im Nacken. Distanzunterricht wie bisher war die optimale Art des Lernens.

    • Erst einmal krank melden. Hierzu bedarf es noch nicht einmal einer Begründung.
      Das lässt sich ziehen. Je nach Lehrkraft und Einsatz mehrere Wochen. Hier und da mal ein Attest einreichen, beruhigt alle.
      Parallel nach Arbeitsmaterialien fragen, um das ganze doch irgendwie mitzumachen.
      Vielleicht kommt irgendwann eine Attestpflicht. Dauert aber, da hier alles bis ins Kleinste dokumentiert werden muss.

      • Ich hätte damit ein Problem weil ich es ablehne, Kinder zu Lügnern zu erziehen.

        Es ist eine bodenlose Unverschämtheit, dass es vorerkrankten Eltern in vielen Bundesländern nicht legal möglich ist, sich vor einer Infektion zu schützen.

    • Das Gute an Ihrer Lage ist, dass es in Sachsen nur 20% der Fälle pro 100000 Einwohner gibt wie in Rheinland-Pfalz und nur 1/7 von dem, was in Hessen los ist. Wenn Sie Ihrem Kind erklären, dass Kinder praktisch nie schwer krank werden und dass in Sachsen viel weniger Kranke sind als anderswo, wenn Sie ihm zeigen, wie er Abstand hält und sich die Hände gut wäscht, dann wird er seine Angst verlieren und kann wieder normal leben.

      • Oh Verzeihung, eben schaue ich genauer hin: Sachsen-Anhalt! Da sind die Zahlen nicht ganz so gut, aber immer noch viel besser als in westlichen Bundesländern.

      • Abstand halten geht ja eben in der Schule nicht. Alle sitzen Ellenbogen an Ellenbogen. Von den Schulbussen gar nicht zu reden. Und Händewaschen ist, wenn man die Wege der Virusverbreitung durch Aerosole betrachtet, nicht gerade das wirksamste Mittel zum Infektionsschutz. Das begreift auch ein Kind.

        • Wahrscheinlichkeitsrechnung ist eben für Grundschüler noch zu schwer, darum ist die Gefahr der Panik so groß. Es gibt ja fast keine Infizierten (je nach Kreis…), unsere Maßnahmen führen wir ja durch für den seltenen Fall, dass wir doch einem noch nicht erkannten Infizierten begegnen. Das Risiko muss man realistisch berechnen und dann eingehen, ebenso wie wir uns dem Risiko des Verkehrs aussetzen, oder man schirmt sich von der Umwelt ab, mit allen Folgen. Ich finde, dieser Belastung darf man ein Kind nicht aussetzen, die Welt besteht nicht nur aus Corona.

          • Und sowas sagen Sie vorerkrankten Menschen, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit an dem Virus schwerst erkranken, wenn nicht gar sterben?

            Bei solchen Posts kann man sich nur fremdschämen.

        • In NRW ist das Risiko laut den offiziellen Zahlen vielfach höher als in Sachsen-Anhalt, vielleicht weil es dort mehr Bewohner aus den Balkanländern gibt (in den Medien-Berichten wurden Rückkehrer aus dem Balkan als Hauptquelle von Neuinfektionen genannt).

    • Evtl. kommt ein Umzug in Frage. Evtl. auch nur zum Schein?
      In Berlinmachen das viele Eltern und melden sich wohnhaft bei den Großeltern, damit die Kinder nicht in bestimmte „Klientel“-Schulen (ehemals z.B. Rütlischule) müssen.

      Vielleicht hat man Großeltern oder Verwandte in Baden-Württemberg? Dort ist die Schulpräsenzpflicht ausgesetzt.

      Großen Respekt an Frau Eisenmann. Ich bin kein Fan,sie hat schon einiges falsch gemacht. Aber das macht sie ganz eindeutig richtig!
      Der Staat sollte kein Recht haben, Eltern zu zwingen, ihre Kinder solchen Gefahren auszusetzen.

  12. Genau! Ein Testament wollte ich eigentlich noch nicht schreiben…dafür fühle ich mich noch zu jung. Aber scheinbar will der Staat lieber Tote als lebendige Steuerzahler. Ich appelliere nochmals an die Einhaltung des Art. 2 des GG!!! Was können wir nur tun?

    • Der Staat ist in dem Fall das Bundesland in dem Sie leben. Und die erbschaftssteuer ist eine Steuereinnahme, die ausschließlich den Bundesländern zusteht.

  13. Ich verstehe die Sorgen und den Ärger der SchulleiterInnen, aber mit Blick auf die Entwicklung der 7-Tages-Inzidenz in NRW müsste man fast gegenteilig konstatieren:

    Schulbetrieb ohne Mindestabstand wirkt gegen Corona-Infektionen.
    War in den Sommerferien noch ein deutlicher Anstieg der 7-Tages-Inzidenz in NRW von 5,1 (10. Juli) auf 15,9 (15. August) zu beobachten gewesen, konnte die Landesregierung durch die Öffnung der Schulen ohne Mindestabstand der bedenklichen Entwicklung erfolgreich entgegentreten und ein Absenken der 7-Tages-Inzidenz auf 10,5 erreichen. Möglicherweise spekuliert man bereits auf eine weitere Absenkung durch Aufhebung der Maskenpflicht am 31.08., aber das ist natürlich reine Spekulation.

    Klingt verrückt, entspricht allerdings den (völlig aus jeglichem Zusammenhang gerissenen) Zahlen, die das Infektionsgeschehen (Zitat: MSB, 03.08.2020) in NRW darstellen sollen, auf welches das MSB mit dem „Konzept“ vom 03.08.2020 reagierte, worauf die ganze Diskussion fußt.

    Bleibt mit ausreichend Abstand nur festzustellen:
    Extrem viel Lärm um nichts Genaues weiß man nicht und wird auch nicht kommuniziert und wird auch nicht kritisiert, dass es nicht kommuniziert wird.

    Wenn ohne transparent dargelegten Zusammenhang ein Wort wie „Infektionsgeschehen“ die Grundlage für weitreichende Entscheidungen bildet, dann wäre es an jedem, der diese Entscheidungen hinterher ausbaden soll, zu fordern, dieses zunächst einmal transparent und im Zusammenhang dargelegt zu bekommen.

    Ich empfehle die Lektüre des Positionspapiers des Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V zur Risikokommunikation:
    https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/pdf/stn-risikokommunikation-covid19-20200820.pdf

    Eine evidenzbasierte Risikokommunikation sollte von Frau Gegenbauer gefordert werden.

  14. „In Unterrichtssituationen in Klassen-/Kursräumen ist es ausreichend, wenn durch Bildung fester Lerngruppen, Einhaltung fester Sitzordnungen und eine entsprechende Dokumentation ein näherer Kontakt auf einen begrenzten und bestimmbaren Personenkreis reduziert wird und für diesen die besondere Rückverfolgbarkeit nach § 2a Absatz 2 der Coronaschutzverordnung sichergestellt ist.“

    Die vom KM NRW erlassene Corona Betreuungsverordung wurde in ihrer Fassung vom 15.06.2020, §1 (4) aufgrund der ebenfalls vom KM NRW in Auftrag gegebenen „Studie“ zur Beteiligung von Kindern am Infektionsgeschehen dahingehend geändert, dass der Mindestabstand von 1,5 m in den Schulgebäuden NICHT mehr eingehalten werden muss, um einen angepassten Regelbetrieb gewährleisten zu können…
    Da diese Studien aber längst durch die Realität
    überholt worden sind, muss der Mindestabstand, wie er überall im öffentlichen Raum gilt, auch in den Schulen wieder gelten!!!

  15. Wo sind denn die offenen und die sonstigen Beschwerdebriefe der Eltern-, Lehrer- und Schulleitervertretungen an die KM geblieben???
    Wahrscheinlich im Aktenvernichter – wo sonst???
    Was nutzen all die Eingaben und Beschwerden, wenn nicht darauf gedrungen wird, dass man eine (irgendeine!) Antwort erhält, die dann auch transparent kommuniziert wird?!

  16. Schon meine Oma sagte immer: „Bellende Hunde beißen nicht…“
    Warum werden die Forderungen der Verbände nicht konsequent verfolgt und deren Umsetzung eingefordert??? Wozu dann noch die Diskussionen hier und an anderer Stelle, wenn die KM der Länder auf Durchzug schalten und weiterhin die Marschrichtung diktieren dürfen???

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