Klartext einer Lehrerin: Das Schulsystem kollabiert jeden Moment! Wir sind ausgebrannt!

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DÜSSELDORF. Einer Lehrerin – und Leserin von News4teachers – ist der Kragen geplatzt. In einem langen, emotionalen Post erklärt die Pädagogin, wie sie seit Monaten ihren Schulalltag erlebt und warum sie so wütend auf ihre Dienstherrin ist (konkret: die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann, CDU). Der Beitrag, den die Autorin im Leserforum von News4teachers veröffentlich hat, erfuhr viele zustimmende Reaktionen von Leserinnen und Lesern. Wir meinen, dass der Text eine breitere Öffentlichkeit verdient hat – und veröffentlichen ihn deshalb als Gastbeitrag hier noch einmal. 

Es reicht! Illustration: Shutterstock

Magistra Furiosa 15. Dezember 2020 um 23:08 Edit

Eisenmann will’s wissen? Magistra Furiosa antwortet gern!

SCHULE IST OFFEN

„Das Wochenende war angespannnt. Seit Monaten beobachten wir Lehreinnen und Lehrer die Corona-Infektions-Lage und hören ein ums andere Mal das Abschwächen dieser, deren Zuspitzung von namhaften Wissenschaftlern prognostiziert wurde, durch Frau Eisenmann und Frau Gebauer aus NRW.

Wir schauen zurück in den Sommer: Erst sollte ab einer Inzidenz von 50 gehandelt werden – darüber lachen wir noch immer. Die Zahlen stiegen an, vom „regionalen Lockdown“ nirgendwo eine Spur. Stattdessen die Gebetsmühle: die Schulen müssen offen bleiben (als wäre Präsenz das einzige Mittel für Bildungsgerechtigkeit! Das ist es dann, wenn die Ministerien keine Alternativen zulassen, sonst nicht!).

DEHNBARKEIT DER GRENZEN – WERTE? VERGISS ES!

Wir sind nun im Dezember 2020 bei der Ausdehnung der Grenzwerte auf 300 angelangt. Wir kriechen schon seit dem Sommer auf dem Zahnfleisch, als wir versucht haben, den Stoff doppelt vorzubereiten – für die Präsenz und den eventuellen Lockdown. Wir haben, im Gegensatz zum Kultusministerium, vorgearbeitet und etwaige Szenarien erprobt. Wir sind gut aufgestellt an unserer Schule, haben 100 Leihrechner (für Kinder aus bildungsfernen Schichten, von denen VIER abgerufen wurden!). Wir haben seit dem 6.3.2020, an dem wir das erste Wochenende als Kollegium quasi wach am Stück waren, unsere Schule digital abgebildet und liefern seit diesem Schuljahr parallel für zuhause bleibende Kinder in der Lernplattform Moodle nach jeder Stunde, was in Präsenz gearbeitet wurde – natürlich an das Medium angepasst.

Das flächendeckende Hybridunterrichten, das uns Angst, Sorge und nicht zuletzt auch gesellschaftlich Infektionsdruck genommen hätte, wurde in Baden-Württemberg vernachlässigt, Tablets, die Anfang Juli (!) an anderen Schulen bestellt wurden, kamen in der ersten Dezemberwoche und sind noch nicht eingerichtet. Wie auch? Die Kolleginnen und Kollegen bekommen nicht mal etwas dafür. Auch sie „krebsen“ am zeitlichen und nervlichen Limit.

Es ist die Anspannung mit Händen zu greifen. Ich selbst kann langsam nicht mehr. Der Spagat mit zwei Kindern, zwei Schulen, an denen ich unterrichte – also insgesamt vier Schulen mit den jeweiligen Regeln, Befindlichkeiten, etc. – und einer Mutter, um die ich mich sorge, sprengt mich langsam psychisch. Meine Tante hat den zweiten Stent bekommen, sie ist alleinstehend, genauso wie mein 80-jähriger Onkel.
Wir verlieren nicht nur numerische Werte.

WIR SIND IM KRIEG

Während die Bundesregierung seit Wochen erklärt, jede/r, der/die kann, solle ins Homeoffice, müssen wir Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, an der vordersten Front stehen. Vor uns die feindliche Linie an potentiellen Aerosolspreadern, die auch nur deswegen da sind, weil es der Anstand gebietet oder die Pflicht einfordert – unsere Schülerinnen und Schüler, die genau so wie wir einfach nur seit Monaten leiden und dem Druck ebenfalls nicht mehr lange stand halten, der sich deswegen aufbaut, weil wir ja aus dem ersten Lockdown gelernt haben: es kann jeden Moment kollabieren, das System, deswegen müssen wir juristisch valide Noten generieren. Damit wir nicht vors Strafgericht gezogen werden. Das militärische Vokabular ist bewusst gewählt. Wir alle sind das Kanonenfutter auf dem Weg von Frau Eisenmann nach oben – der Name scheint Programm.

Wenn es um die Impfung geht, dann stehen wir Kontaktpersonen ohne jeden Schutz an dritter Stelle. Die Merkmale der Risikobewertung wurden zurückgestuft – Hypertonie, Übergewicht, Diabetes gelten der Einfachheit halber nicht mehr als Risikofaktor – seid ja selbst schuld, wenn es euch erwischt, sind Zivilisationskrankheiten. Was fresst Ihr auch vor dem Rechner?! JA, WIESO?! Wer den Job ernst nimmt, hat seit NEUN MONATEN keine Zeit mehr, so einfach ist das. Weil wir selbst in den Sommerferien Mailverkehr hatten, um uns vorzubereiten, Mut zuzusprechen, Angst zu nehmen. Weil wir nebenbei kranke Kinder beschulen, die nicht in die Schule sollten – und unsere eigenen: aus Vernunft! Weil wir als Mütter und Lehrerinnen auch noch die übliche „Sorgearbeit“ machen – die älteren Verwandten im Blick haben, ggf. einkaufen, damit sie nicht infiziert werden.

Mich verlassen langsam meine Kräfte, denn ich habe seit MONATEN das getan, was sinnvoll ist: alle anderen Kontakte reduziert. Dadurch wird vieles schwerer, nicht zuletzt das Leben meiner Kinder, die hier mitziehen. Seit Monaten nur ein oder zwei ausgewählte Freunde treffen. Schulisch begleiten kann ich sie nicht, weil ich selbst an die Schule muss. Homeoffice? Geht nicht, weil ja alle Kinder beschult werden müssen. Ausnahmslos. Durchgängig. IMMER. Egal, wie die Infektionsraten sind.

DIFFERENZIERUNG? ABER NUR FÜR EUCH ALS LEHRER!

Diese Gleichsetzung von fast erwachsenen „Schulkindern“ mit Kita-Kindern und Grundschulkindern ist nur einer der „Denk-„Fehler dieses Ministeriums – nähme es nämlich die vom gleichen Ministerium in Auftrag gegebenen Studien zur Infektiosität von Kindern und Jugendlichen ernst, höbe es die gesellschaftlich-moralische Schulpflicht im Sinne eines Präsenzunterrichts für die Über-Zehnjährigen auf. Stattdessen wiederholt Eisenmann das Mantra: „Die Schulen sind keine Infektionstreiber!“ – man möchte gerne wissen, woher sie ihre Expertise für dieses Narrativ nimmt. Zahllose Studien stehen dagegen, raten an, die Altersgruppen zu differenzieren, zwischen Infektiosität, Virenbelastung und Kindern als asymptomatische aktive Vektoren zu differenzieren. Das Long-Covid-Syndrom bei asmptomatischen Menschen wurde entdeckt, jede/r Biologe kann ihr erklären, dass die Strategie dieses Virus ist, über die Jüngsten unbemerkt in die Populationen vorzudringen, um die Alten und Schwachen im Sippenverbund zu eliminieren. Ein sehr hilfreiches und einfaches, ein effizientes , biologisches Prinzip. Man sollte dazu stehen, wenn man es erkennt – und nicht so tun, als sei jede/r selbst verantwortlich für das eigene Wohl und Wehe.

Der zweite „Denk-„Fehler: Beamte sind unkaputtbar! Ich bin mittlerweile ausgebrannt. Ich habe die letzten 15 Jahre lang diesen Beruf sehr gerne gemacht. Mich fortgebildet, bin Ethiklehrerin und Theaterlehrerin im Zusatzstudium berufsbegleitend geworden, habe jetzt vier Fächer und Grundlagen in der Gewaltprävention. Meine Kinder, meine Schülerinnen und Schüler, sind mir wichtig. Der Beruf an sich ist großartig, auch wenn er per se schon Nerven kostet, aber das wusste ich.

Nur… jetzt erwäge ich tatsächlich den Rückzug. Ich fühle mich verheizt, respektlos ausgebeutet („Wir machen hier keine Ferien für die Lehrer!“); nachdem ich monatelang Ängste gelindert und den Stoff sinnvoll portioniert habe. Wer mich genauer kennt, weiß, dass ich niemand bin, der bei einfacher Belastung jammert, ich korrigiere auch mal freiwilllig ein Abitur mehr oder schreibe unbezahlt pädagogische Konzepte oder Jahrbücher. Nebenher redigierte ich auch für einen Schulbuchverlag – einfach, weil ich gerne arbeite. Aber es reicht mittlerweile.

Ihr macht mich kaputt – und mit mir viele andere, über deren „mangelnde Empathie“, deren „Egoismus“, deren „Faulheit“ ihr dann schimpft, wenn Ihr selbst wieder die Kraft habt….

SCHLUSS – ES REICHT!

Es reicht einfach, dass wir nicht nur die Belastungen unter Pandemiebedingungen, sondern dazu noch den fehlenden Respekt und die Sorglosigkeit der Politik ertragen müssen. Selbst „die Gesellschaft“ hat mittlerweile verstanden, was da auf unserem Rücken veranstaltet wird. Und nicht nur auf unserem. Auch viele Kinder und Jugendliche, ihre Eltern und Großeltern, sind in Sorge. War im Mainstream der Bevölkerung vor sechs Monaten noch der Glaube gesetzt, „die Lehrer wollen halt nicht“, erkennen die Schimpfenden jetzt: sie wollen – KÖNNEN und DÜRFEN aber nicht. Es fehlt das juristische Gerüst, die technische Ausstattung und ja, bei manchen, meist älteren, Kolleginnen und Kollegen auch die didaktische Schulung. Aber wann in diesen letzten Monaten hätten sich die Kolleginnen und Kollegen denn schulen lassen sollen? Zwischen 22 Uhr und 3.00?

FRAGEN AN …..EISENMANN WILLS WISSEN?! ACH GEH, BAUER!

Fassungslos beobachten wir ausgeschüttete Alibimaßnahmen wie „Kindergeld-Sonderbonus“, stinkende FFP2-Masken, OP-Masken mit Verspätung – das Geld dafür hätte in Luftwäscher längst investiert sein können, wäre es um Hilfe gegangen. Aber man begnügt sich diesbezüglich mit gefällig erstellten Gutachten des Umweltbundesamtes und lässt Kinder und Lehrer frieren. Natürlich ist das Lüften die beste Lösung – aber Luftwäscher würden die Anwesenden entspannen! Haben Sie jemals versucht, durch eine FFP2-Maske eine dreiviertel Stunde lang zu sprechen, Frau Eisenmann? Haben Sie überhaupt jemals unterrichtet? Wohl kaum.

Sie sprechen von Schule also als… ja, als WAS? WOHER nehmen Sie das Recht, über diese Instiutionen zu sprechen, außer aus ihrer eigenen, offenbar eine Weile zurück liegenden, Schulzeit? Haben Sie versucht, INHALTE, durch das Rauschen einer 28-köpfigen Klasse, Blätterrascheln, Kuliklicken hinweg, zu vermitteln? Nach 30 Minuten haben Sie Halsschmerzen, gehen aber nicht heim, obwohl das ein Covid-Symptom wäre, weil Sie als Lehrkraft nämlich, wider alle Unkenrufe, mehr Anstand im Leib haben als alle Minister der Landes- und Bundesregierungen zusammen. SO ist es nämlich. Nach einer Doppelstunde ächzen Sie – und dürfen sich, falls Sie die Maske kurz abnehmen, im Falle einer Covid-Erkrankung anhören, dass Sie sich wohl nicht an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten hätten, denn aus den Schulen könne die Erkrankung nicht kommen – die sind ja sicher, wie die Gutachten aus den Sommerferien bewiesen.

Wenn Sie es wissen wollen, probieren Sie es doch bitte einen Schultag lang mal aus, liebe Bildungsminister*innen der 16 Länder!

NICHT RELEVANT – HEUTE SO, MORGEN SO!

Damit nicht genug: Als arbeitsbedingte Erkrankung, nachdem Sie in die Schule oder Kita gedrängt wurden, obwohl Sie offensichtlich zu einer Risikogruppe zählen, die Sie im Frühjahr noch invalidisiert hat, gilt das Covid-Syndrom nämlich nicht. So ist das in Deutschland – Rücksichtslosigkeit um jeden Preis und auf Kosten der „Systemrelevanten“. Ach was – das sind Lehrer ja nichtmal. Nein, wir sind nicht relevant.

Dann noch die Häme. Stellt Euch doch nicht so an, was soll denn „der Arzt“/ „die Kassiererin“/ „xy“ sagen? Ja, vermutlich das Gleiche wie wir: Dieses System ist Mist, in dem alles aus Angst vor ein paar gegenredenden Leerdenkern bis zum Schluss gedehnt wird, um dann zu kollabieren. SO geht es nicht weiter. Wir können nicht mehr. Seit Monaten bewegen wir uns mit unseren Familien am Rande des Abgrundes, machen es garantiert niemandem recht und sind der Willkür und der fehlenden Planungsbereitschaft der Kultusministerien ausgesetzt.

Kein Arbeitgeber außer dem Staat dürfte sich so verhalten. Kein Arbeitnehmer würde dieses Pensum an unbezahlter Mehrarbeit machen. Ja, wir gehören zur privilegierten Gruppe der sicheren Arbeitsplatzinhaber. Und JA, dafür tun wir auch viel. Aus Idealismus, verdammt nochmal. Aus Liebe zu diesem Beruf. Und aus Achtung vor den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen. Wir tun sehr viel Ungesehenes. Und eben auch sehr viel Unbeachtetes. Von der „normalen“ Bevölkerung erwarte ich weder Klatschen noch Dankeslieder. Und von meinem Arbeitgeber keine Schweigegelder wie die lächerlichen 600 Euro „Bonus“ für die Schulleitungen. Jemand, der in „der Wirtschaft“ arbeitet, lacht sich darüber schier schlapp – weil es in keinem Verhältnis steht zum Geleisteten. Was ich aber erwarte, WENIGSTENS vom Arbeitgeber, ist RESPEKT.

Ihre zu den Ministerbriefen wiederholt dazu geschriebenen „Dankesworte“, Frau Eisenmann, drücken diesen Respekt nicht im Mindesten aus – sie wirken wie ein Schlag ins Gesicht! HANDELN SIE ENDLICH, statt weiter leere Worte zu produzieren, sonst MÜSSEN Sie sich tatsächlich irgendwann selbst vor die Klassen stellen – Menschen mit diesem Grad an Belastbarkeit, wie wir ihn derzeit demonstrieren, zusammen mit unserem abgelegten hochqualifizierten Studium in Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Praxiserfahrung im methodisch-didaktischen Bereich oder sogar Coachingkompetenzen werden nach dem wirtschaftlichen Kollaps nämlich als Führungskräfte zum Wiederaufbau gesucht!“

Die Kultusminister haben gezockt – Schüler, Eltern und Lehrer haben verloren

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DerAlex
1 Jahr zuvor

Als GS-Kollege aus BW kann ich nur sagen: Sie sprechen mir aus der Seele!

Notfunny
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerAlex

Bin GS Kollegin aus BW und ich stimme ebenfalls voll zu ( während ich nervös auf die Testergebnisse meiner Schüler warte – Coronaausbruch im Hort am letzten Schultag … Ein Weihnachten in Quarantäne wäre noch die Krönung dieses Schuljahrs…).

Katja
1 Jahr zuvor
Antwortet  Notfunny

Für uns Erzieherinnen hat unsere Bawü-Gemeinde für diesen Fall schon anfangs des Monats mitgeteilt wie das dann läuft:
Sollte kurz vor den Ferien ein Fall auftreten und wir als Kontaktperson 1 in Quarantäne müssen, die sich über unsere Urlaubstage erstreckt, haben wir Pech gehabt. Die Urlaubstage später geltend machen kann man nur wenn man auch wirklich erkrankt.
Also heißt es Daumen drücken, dass nicht noch ein Kind auf den letzten Metern und Corona anschleppt….

Maria
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerAlex

Auch mir spricht sie aus der Seele. Aber warum war Schulen offenhalten oberstes Credo bei allen Politikern?Nach dem ersten Lockdown gab es einen Megaaufschrei bei allen Eltern, die nahe am Nervenzusammenbruch in den Talkshows saßen. Psychologen konstatierten Psychokrankheiten bei Kindern in Zusammenhang mit Schulschliessungen…ergo müssen Schulen aufbleiben auf Biegen und Brechen. Bildung steht über Gesundheit
Dass es den meisten dabei eher um Kinderbetreuung als um Bildung geht, ist klar. Hauptsache die Kinder sind verräumt. Vater Professor, Mutter Anwältin, beide vollberufstätig, Geld spielt keine Rolle, aber alle MÜSSEN arbeiten, keiner kann sich um die Kinder kümmern
Müssen wirklich immer beide Elternteile arbeiten? Kann man sich nicht abwechseln und um die Kinder kümmern, bis die aus dem Gröbsten raus sind? Sozial schwache Familien und Alleinerziehende seien ausgeklammert. Aber in unserer Gesellschaft steht immer mehr Leistung vor Familie. Herzens-und Wertebildung ist auch eine Bildung, die sollte in den Familien stattfinden und die Eltern sollten sich dafür wieder mehr Zeit nehmen, anstatt ihre Kinder von einer Aufbewahrungsanstalt zur nächsten zu hetzen.

Vd
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maria

Schön gesagt! Das sollten viel mehr so sehen

DW
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maria

Maria: Sie sprechen mir genau aus dem Herzen!! Wieso hat man Kinder, wenn man diese ständig zu „verräumen“ versucht? Das ist wie mit dem „Kinder müssen in den Kindergarten“, am besten schon nach ein paar Wochen nach der Geburt… Heutzutage wird man als „ver-rückt“ , „Helikopter“, „nicht normal“, „mangelnd gleichberechtigt“ angesehen, wenn die Kinder die ersten Jahre Zuhause bleiben, die Frau als Mutter, Hausfrau, Erzieher agiert und der Mann voll arbeitet und Geld ranschafft. Auch wird dann eben auf vieles verzichtet, ja, wenn es sein muss, auch auf Urlaube, um sich dieses Lebensfamilienmodell leisten zu können. Was ist das für eine Gesellschaft geworden, iwo ist der Wert einer (intakten) Familie geblieben??

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maria

Maria: Das Groteske dabei ist, dass prominente „Bildungswissenschaftler“ in diversen Zeitungsartikeln heftig darüber geklagt haben, dass Schulschließungen deshalb schlecht sind, weil sie angeblich die soziale Bildungsungleichheit vertiefen. Kinder aus unteren Schichten könnten eben zu Hause nicht selbständig lernen, die Kinder aus dem Bildungsbürgertum schon eher. Sogar lange Ferien seien deswegen schädlich !
So als ob in diesem Moment nicht andere Argumente (z.B. Gesundheit) viel wichtiger wären als die Bildungsungleichheit. Diese Krankheit trifft ohnehin immer die Armen mehr als die Reichen, allein schon wegen der Wohnverhältnisse. Das wäre also nichts neues.
Bei der Abschaffung des Samstagsunterrichts hat auch niemand gesagt, das schadet jetzt aber den Kindern aus bildungsfernem Milieu, weil am Samstag sich die Bildungsbürgerkinder sinnvoller beschäftigen können als die anderen. Und in Italien gibt es fast einen Monat länger Ferien pro Jahr als in Deutschland. Darunter scheinen die Italiener kaum zu leiden, sie haben wohl andere Sorgen.

Maria
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Viele Kinder können die binomischen Formeln und 4 Sprachen, aber nicht mehr die einfachsten Dinge:ein Spiegelei kochen, Zimmer aufräumen, danke und bitte sagen. Alle -Kinder wie Eltern- sind nur noch im Stress. Leistung, Bildung über alles. Wir hatten einen italienischen Austauschschüler bei denen ist Familie noch groß geschrieben. Um Kinder und Omas und Opas wird sich gekümmert, die werden nicht „verräumt“.

Maria
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Nochwas: meine Großeltern hatten wegen des Krieges ein Jahr keine Schule, aus ihnen sind sehr tüchtige, geerdete Menschen geworden.

Anne
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maria

Ich bin auch Lehrerin in Teilzeit u habe einen Mann, der ganz gut verdient, aber ehrlich gesagt, bin ich gern unabhängig u lasse mir ungern von ihm Geld zuteilen, mit dem ich dann auskommen muss. Bis heute haben wir 2 getrennte Konten u er übernimmt den Löwenanteil ( Haus abbezahlen u alles das Haus betreffende). Das ist aber alles nicht der Punkt. Fakt ist, dass ich gern als Lehrerin arbeite u ja nicht wußte, das Covid kommt, als ich wieder begann zu arbeiten. Ich bewundere alle Frauen, die es toll finden, ihre Kinder 3 Jahre lang zu Hause zu betreuen, sie erst ab 3 in den kiga geben u sogar u 13h abholen….u nein, wir leben nicht in Italien, wo es immer jemanden aus der Familie gibt, bei dem man sie mal lassen kann….nein…man muss sie überall mit hinnehmen, zum arzt u in den supermarkt, denn wir Muttis müssen alles allein stemmen….da ist keiner ( schwiegereltern haben keine Lust, die andere Oni zu weit weg)…u in zeiten von corona schon mal erst recht nicht, weil wir unsere muttis schonen wollen. Und nein- ich finde es nicht dauerhaft spannend, meine kinder zu Hause zu bespaßen oder aber sie vor tv u spielconsole versauern zu lassen
Wenn ich nun spontan meine Arbeit aufgebe, werden meine Klassen ( da es wenig Lehrer meines Faches an der Schule gibt) niemanden haben, der indirekt ( über digitales Lernen) oder direkt unterrichten kann ( u ja- ich ziehe trotz allem direkt vor, denn digital mit 2 eigenen kindern ( einer, dem ich bei den Aufgaben helfe, der andere, den ich stunden vor dem tv parke, damit ich arbeiten kann) zu Hause ist die Vollkatastrophe. Mein Mann kann da auch nicht einspringen, da er systemrelevant den ganze tag weg ist. Fazit ist also, dass meine SuS dann erstmal keinen Lehrer haben würden, der einspringen kann u die Lernlücken werden immer größer.

Und ehrlich gesagt bin ich andererseits auch froh, dass wir Frauen heute die Wahl haben, arbeiten zu gehen u nicht das Mutti- Sein so gehypt wird, dass man sich schlecht fühlen muss, wenn man sagt, dass uns das Arbeiren auch Freude bereitet. Das Corona kommt und das in dem Ausmaß, hat doch keine arbeitende Mutter gewusst.
U ja….wenn von mir verlangt wird, dass ich online unterrichte,, möchte ich auch verlangen können, dass eine Betreuung von meinem Kleinsten durch d kiga gewährleistet wird, denn mitbihm zu Hause ist Arbeiten einfach nicht möglich. Wird die Betreuung nicht gewährleistet ( da man meint, alle home- office muttis allein zu hause könnten arbeiten, obwohl ihre kleinen kids zu hause sind) werde ich ihn nicht mehr stundenlang vor d tv verdummen lassen, nur um dei kinder von anderen leuten zu unterrichten. Dann werde ich von heute auf morgen wieder in elternzeit gehen- das ist dann blöd für d Schüler…..aber dann habe ich keine andere Wahl mehr. U wenn von heut auf morgen nicht geht, dann lasse ich mich krankschreiben….Da geht dann doch irgendwann die eigene Familie vor…obwohl ich so gern arbeite!!!

Cristina
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maria

Hallo Maria, ich gebe Ihnen und den anderen ‚Schreibern‘ insofern recht, dass hier alle beteiligten Personen auf dem Zahnfleisch gehen. Ich bin Mutter von drei Kindern, habe keine pädagogische Ausbildung und mir fällt es schwer meine Kinder zu unterrichten. Bei fremden Kindern habe ich Geduld ohne Ende aber bei den eigenen eben leider nicht. Zumal der Jüngste nicht einsieht, warum er zuhause etwas machen soll. Während dem ersten Lock-Down im Frühjahr sagte er nach vier Wochen, in denen er die vielen Arbeitsblätter und Seiten in den Arbeitsheften fertig hatte, dass er nicht weitermacht, weil ‚es keinen interessiert‘. So seine Aussage. ‚Die Lehrerin schaut sich das eh nicht an‘. Er war enttäuscht, dass sich niemand die Mühe machen wollte die Schulsachen durchzusehen. Es hatte sich auch niemand aus der Schule gemeldet. Erst nachdem ich der Klassenlehrerin eine Email mit seinen Worten geschrieben hatte, meldete sie sich und schlug vor ein bis zwei Mal pro Woche anzurufen und zu fragen wie es läuft. Das war‘s. Bei dem mittleren im Gymnasium 5. Klasse hat sich über vier Monate niemand gemeldet. Wir wurden mit Emails und Aufgaben bombardiert, Themen sollten selbständig erlernt werden und keiner war erreichbar.
Nein, ich bin momentan nicht berufstätig- ich bin selbstständig und habe seit März quasi Berufsverbot! Meine Arbeit kollidiert aber auch nicht mit den Schulzeiten, denn ich bin eher abends oder am Wochenende im Einsatz. Leider verdiene ich zur Zeit auch nichts. Gut, wie sie sagen, es müssen auch nicht zwingend beide Eltern arbeiten gehen. Wenn ich mir aber meine Renten-Information anschaue, dann kommen mir die Tränen. Nach 22 Jahren Arbeitsleben (und gutem Verdienst) und Einzahlungen in die Rentenkasse plus drei Kindern – macht noch einmal 9 Jahre, also insgesamt 31 Jahre beitragszeiten in die gesetzliche RV stehen in meinem Infoschreiben keine 700€ Rentenanspruch drin. Davon gehen noch die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge runter. Was bleibt? Wie soll ich davon später leben können? Was bleibt mir anderes übrig, als demnächst wieder arbeiten zu gehen und in die RV einzuzahlen? Natürlich werde ich wieder arbeiten, weil es auch bei meinem Mann nicht viel besser aussieht. Beamte haben hier einen klaren Vorteil!
Ansonsten täte die Protagonistin in dem Brief gut daran sich mit richtigem Namen zu outen. Ich halte nichts von Pseudonymen- entweder man steht dazu und nennt die Dinge beim Namen oder lässt es. Welchen Vorschlag gäbe es von Seiten der Lehrer? Seit mal mutig und gebt vor wie es sein soll, statt immer nur zu sagen was nicht geht. ‚Geht nicht, gibt‘s nicht‘. Sollte es wieder home-Schooling geben, werde ich wieder mein Bestes geben. Ansonsten sähe mein Vorschlag so aus: alle Kinder bleiben zu Hause und wiederholen einfach die Klassen. Fertig. Ist mir doch egal, ob die noch ein Jahr länger Schule haben. Die müssen sowieso alle bis mind. 70 arbeiten, da macht das eine Jahr später anfangen auch nichts aus. In diesem Sinn…bleiben Sie alle gesund und ich wünsche allen viel Kraft für die kommenden Monate.
PS: mein drittes Kind ist schon 20, hat letzten September eine Ausbildung bei der Polizei angefangen. Dort findet seit Oktober nur online-Unterricht statt. Keine Übungen, kein Training, keine Schießübungen. Sie soll aber nach dem theoretischen ersten Jahr bereits im Einsatzfahrzeug mitfahren – ohne das irgendwelche situativen Übungen stattgefunden haben. Sie hat im März eine Sport- und Schießprüfung – und fragt sich, wie das gehen soll, wenn doch keine Übungen stattgefunden haben und kein Sportplatz offen hat. Klar kann sie joggen gehen – ersetzt aber das Training nicht. Vielleicht rufen wir demnächst die Minister und Fußballer an, wenn wir einen Polizisten brauchen.

Defence
1 Jahr zuvor

Bravo und Respekt!

Ersetzt Eisenmann mit den Namen der Bildungsminister*innen Eures Bundeslandes und es passt ohne, dass ihr ein weiteres Wort verändern müsst.

Lametta
1 Jahr zuvor
Antwortet  Defence

Genau so ist es, der gleiche Wahnsinn auch in Hamburg. Tschüß, Kultusminister und Bildungssenatoren!

Kathrin
1 Jahr zuvor
Antwortet  Defence

Ja, passt 100%ig auch auf NRW! Frau Gebauer hat gerade in einem offenen Brief an die Eltern betont, wie richtig sie alles entschieden hat.
Herr Laschet, wann reagieren Sie endlich? Von selbst wird Frau Gebauer es nicht merken, dass sie zurücktreten muss. Auf Lehrer*innen und Eltern reagiert sie ja nicht.
Wissenschaftsleugnerinnen im Ministeramt – ohne Worte!

Anni
1 Jahr zuvor
Antwortet  Kathrin

Die Rücktrittsforderung der SPD war das einzig politisch sinnvolle, was in NRW seit Monaten passiert ist.
Als ich aber den offenen Elterbrief von Frau Gehwegbauer gelesen habe, hab ich sofort wieder Puls bekommen. Sie lebt fern jeder Realität, vor allem unserer Realität als Lehrerinnen und Lehrer und Laschet schütz sie auch noch.

Brandenburger
1 Jahr zuvor
Antwortet  Defence

Ja, für Frau Ernst aus Brandenburg passt das auch super. Ich bin mir nicht sicher, ob ihre Eigenschaft als jobsuchende Frau von Olaf Scholz, nicht den Ausschlag für ihre Benennung gegeben hat. Ich kann an ihrem Lebenslauf sonst nicht unbedingt erkennen, worin ihre Expertise für Bildung liegen soll. Jedenfalls ist parallel zu ihrem Dankesbrief an uns gestern mal die komplette Landes-Schul-Cloud im Hochbetrieb abgerauscht. So ein halbes Jahr Vorbereitung scheint nicht gereicht zu haben, um sich auf eine zweiten Lockdown vorzubereiten.

Wunder SAM
1 Jahr zuvor

“ … Ja, wir gehören zur privilegierten Gruppe der sicheren Arbeitsplatzinhaber.“

Leider ist dies nicht immer der Fall.
Aus dem Bekanntenkreis ist bekannt, dass Lehrer ein befristetes Arbeitsverhältnis in Nds. vom 01.08 eines Jahes bis zum Beginn der Sommerferien mit Schuljahresende (30.06.) angetreten haben.
Mit den Sommerferien mussten diese Lehrer dann Hartz IV beantragen, denn Arbeitslosengeld gab es nicht, da die erste Anstellung nach dem Studium keine 12 Monate umfasste – ein Antrag auf Arbeitslosengeld war somit UNMÖGLICH -.

Für mich zeugt dies von wenig Respekt und Wertschätzung einer Landesregierung, wenn auf der anderen Seite händeringend ‚Lehrer‘ gesucht werden!

Magistra Furiosa
1 Jahr zuvor
Antwortet  Wunder SAM

Das ist leider eine weitere Seite dieses skurrilen Ausbeutens, die man beleuchten muss….
Magistra Furiosa

Jacqueline
1 Jahr zuvor
Antwortet  Wunder SAM

So ist es auch in Berlin! Jahr für Jahr einen befristeten Arbeitsvertrag.

Friedrich der Kleine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Wunder SAM

Kenne ich. Und bei mir war es damals ein Darlehen, das ich auf Heller und Pfennig zurückzahlen musste.

Gabriele
1 Jahr zuvor
Antwortet  Wunder SAM

Lieber Sam,

war schon vor mehr als 40 Jahren so!

StudienreferendarInnen waren schon damals – und sind es immer noch – während (!) ihrer
Ausbildungszeit an der Schule während der Sommerferien entlassen – und werden dann zu Beginn des neuen Schuljahres im September zur Fortsetzung der praktischen Ausbildungsphase wieder eingestellt.

Sie lagen/liegen in den Sommerferien erneut ihren Eltern auf der Tasche, denn die Miete der Wohnung muss ja weiterbezahlt werden, ebenso die Versicherungen, … .

Katharina
1 Jahr zuvor

Die reißerische Überschrift hatte mich gleich in Widerspruchshaltung versetzt. Inhaltlich kann ich dann aber tatsächlich nur zustimmen. Man muß natürlich nicht dramatisieren – kollabieren wird das System davon bestimmt nicht. Es kommen immer schnell Junge nach, die sich verbrennen lassen..

Palim
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katharina

Der Lehrkräftemangel ist seit Jahren hoch, Seiten- und Quereinsteiger, Vertretungen ohne Lehramtsausbildung, PraktikantInnen, erhöhter Anteil des eigenverantwortlichen Unterrichts bei Referendaren, unbesetzte Stellen mit „Deutsch-beliebig“ zeugen davon.

Zu den wirklich gut beschriebenen Zuständen kommt der „normale“ Alltag mit Vertretungen und Abordnungen, personell unterbesetzten und schlecht ausgestatteten Schulen hinzu.
Wäre das System nicht so extrem auf Kante genäht und insgesamt gut aufgestellt, hätten Schulen mehr Möglichkeiten, in einer Krise handlungsfähig zu sein und notwendige Bedürfnisse besser aufzufangen.

Alla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katharina

„Es kommen immer schnell Junge nach…..“
Schön wäre es!
Im Sommer gingen 2 KollegInnen. Eine Stelle konnte besetzt werden.
Eine Kollegin wurde schwanger, fällt ab sofort für den Präsenzunterricht aus.
Eine Kollegin seit den Herbstferien im Burn Out. Steigt jetzt aus.
Eine Kollegin hat Covid-19 schwer erwischt. Rückkehr ungewiss….
Trotz aller Bemühungen finden wir keinen Ersatz, keine Vertretung, nicht einmal Seiteneinsteiger.

trotzki
1 Jahr zuvor

Ich kann in vielen Punkte zustimmen, nur wenn jemand dem Virus Strategie unterstellt, dann wird es meines Erachtens auch etwas suspekt. Besonders intressant, dass es sich die jüngesten sucht um an die Alten zu kommen finde ich schon fragwürdig.

Magistra Furiosa
1 Jahr zuvor
Antwortet  trotzki

Gerne hier einfach mal kurs drüber „scannen“ 😉 #
https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-642-18740-7_7

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  trotzki

Es ist keine Strategie, höchstens Gleichgültigkeit. Dem Virus ist es egal, auf wem es überspringen kann, Hauptsache es kann überspringen.

Küstenlehrer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Es ist sehr wohl Strategie. Vielleicht erkennt ein Organismus es nicht explizit als Strategie, dennoch ist und bleibt es ein genetisch gesteuerter Prozess. Und wie überall in der Natur (und auch beim Menschen) verändern sich solche Prozesse abhängig von den äußeren Gegebenheiten, um eben diesen möglichst schadfrei und effizient zu vollziehen.
Als ob ein Organismus gleichgültig handeln würde. Das könnte man höchstens dem menschlichen Hirn unterstellen. Der Natur sicherlich nicht!

KnechtRuprecht
1 Jahr zuvor
Antwortet  trotzki

„Strategie“ ist hier ein biologischer Fachausdruck und nicht ein bewusstes, überlegtes Vorgehen des Virus. Vgl. etwa „Überlebensstrategie“, „Fortpflanzungsstrategie“ von Einzellern u.a.m.

Senior Didi
1 Jahr zuvor
Antwortet  KnechtRuprecht

Danke für Klarstellung – und auch diese >Strategie< hat Kipp.Grenzen, WEIL es bio – und nicht techno-logisch ist. Und das lässt uns Chancen – wenn wir die BIOlogie ernst nehmen, und nicht stattdessen völlig verquere SOZIALpsychologie dagegen setzen.

Cristina
1 Jahr zuvor
Antwortet  trotzki

Ein Virus sucht sich i. R. einen passenden Wirt, bei dem er sich vermehren kann ohne diesen zu zerstören. Bei Menschen mit gutem Immunsystem funktioniert das, was auch erklären würde, warum so viele zwar positiv sind aber keine Symptome aufweisen, damit das Virus einen Träger hat – Neudeutsch: Spreader! Damit verteilt es sich besser. Allerdings wehrt sich auch hier das Immunsystem und er muss sich eine neue Bleibe suchen. Die Menschen, die dann erkranken und sogar sterben sind für das Virus ein Kollateralschaden. Denn dann kann es sich nicht weiter vermehren. Usw…

Jürgen Müller
1 Jahr zuvor
Antwortet  trotzki

Dazu kann ich berichten: als kurz nach dem ersten Lockdown die Klassen teilweise wieder antreten mussten,hat ein Schüler in Nds geklagt,weil über ihn seine schon betagten Eltern einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
Szenenwechsel:ein halbes Jahr später in Mannheim,September,(bis dahin 13 Tote) und nach zig Gesprächen mit Coronaleugnern u.dem immer wieder vorgetragenen Argument:haben Sie in ihrer Familie o.in ihrem Freundeskreis einen Todesfall,berichtete eine nahe Bekannte von dem 14.Coronatodesfall in MA aus Ihrem persönlichen Umfeld.
Ein 70-Jähriger in einem Zweifamilienhaus war verstorben.Gleich wurde die Familie(seiner Tochter),die die andere Hälfte des Hauses bewohnte auf den Virus getestet.
Der 4-jährige Enkel hatte als einziger den Virus u.seinen Opa angesteckt.
Es ist ein Aerosolvirus.Untauglich die Klassenstärke auf anfänglich 8 Schüler zu reduzieren,Tische zu rücken,Fenster zu öffnen u.Masken auf.Wenn Anfang April 20 Präsident Putin vor laufender Kamera den gesammten russischen Werktätigen einen Monat ,Urlaub‘ auf Staatskosten ,verordnen‘ kann,dann kann auch die Schule (ja!) 2 Jahre schließen.
Und der Staat die Lehrer bezahlen.Wir befinden uns doch bereits in einem unsichtbaren Krieg.Zumindest deuten die Maßnahmen es an.
Wer einen Menschen tötet,tötet eine ganze Welt.
Welcher Minister kann das verantworten.
Zum Schluss war es dann der Virus.

Birgit
1 Jahr zuvor

Liebe Kollegin! Sie sprechen mir aus der Seele!!!!!!! Danke! Für Ihre ehrlichen und eindringlichen Worte! Wobei ich glaube, dass diese wieder nicht an den richtigen Stellen gehört werden! Bzw. nicht gehört werden wollen! Halten Sie tapfer durch! Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein besinnliches und ruhiges Weihnachtsfest!!!!! Tanken Sie Kraft, Ruhe und inneren Frieden!

Die Elfe
1 Jahr zuvor

Unglaublich guter Beitrag- muss ganz dringend in den Spiegel, FAZ, Die Zeit usw.
Und Ja- ich fühle mich genauso- völlig platt. Absolut am Limit…. Und ja, ich bin 20 Jahre durchgehend als verbeamtete Lehrkraft in Vollzeit tätig, Mutter, Tochter und Angehörige von Hoch-Risikopatienten.

Gabriele
1 Jahr zuvor
Antwortet  Die Elfe

@ Die Elfe,

@ Die Redaktion,

ganz klare Empfehlung auch von meiner Seite!

Auch an die SZ, … .

Super anschauliche Momentaufnahme! Sachlich korrekt – und dazu noch die Gefühlslage
treffend, sehr gelungen eingefangen!

FLUFFIG
1 Jahr zuvor

Respekt!

Magdalena HOPFNER
1 Jahr zuvor

Exakt den Nagel auf den Kopf getroffen

P.P-T
1 Jahr zuvor

Danke für diese Worte. Ich könnte es nicht besser formulieren. Der Kopf ist voll, die Nerven angespannt. Wir versuchen alles zu geben und kommen nie zu einem befriedigenden Resultat. Ich weiß nicht mehr, wie das alles enden soll. Angst ist mein ständiger Begleiter.

Timo
1 Jahr zuvor

Absolut richtig! Ich hoffe dieser Artikel wird geteilt, geteilt, geteilt. Es ist eine Zumutung, nun diese Mehrarbeit durch kurze Beschlüsse. Nicht alle Schulen starten wieder am 10.01. es gibt auch andere Ferien wie zum Beispiel an Ersatzschulen, wo die Lehrer/innen bereits kurz nach dem neuen Jahr wieder Online Unterrichten. Es muss sich schleunigst etwas ändern.

Wage Mut
1 Jahr zuvor

Besser ist’s nicht auszudrücken. Leider interessiert es die Damen und Herren Ministerinnen nicht. Nächste Statistik wird ganz wichtig, nämlich die, die darüber Auskunft gibt, dass alle Schüler*innen auch ja in jedem Fach Zensuren bekommen. Das ist wichtig. Das Lehrer*innen nicht streiken ist auch so sicher, also wird auch weiterhin verfahren wie beschrieben. Statistik muss stimmen und dann ist alles fein. In Griechenland sind Minister, die aus dem Gesundheitsdienst kamen, in die Krankenhäuser gegangen, um zu arbeiten. Das erwarte ich auch von unseren Ministeriumsmitarbeitern. Doch damit würden sie nicht zurechtkommen. Deshalb sitzen sie im warmen Büro allein, oder zwischen Spuckschutzwänden, damit sie sich nicht anstecken. Auch müssten sie sonst den Arbeitsalltag erleben, den sie, ihre Vorgänger und auch Nachfolger für uns und zu unserem Besten gestalten.

Oka
1 Jahr zuvor

Also für mich spricht die Kollegin aus NRW natürlich nicht. Ich finde das alles reichlich übertrieben, aber womöglich spricht sie für jenes Drittel der Lehrerschaft, die wegen Corona mit Angst zur Schule gehen. Die diesbezügliche DAK-Umfrage ist zwar nun schon ein paar Wochen alt, also aus der Zeit vor dem neuen starken Anstieg der Corona-Infektionen, aber die Aufzeichnungen der Kollegin reichen ja auch Monate zurück.

An meiner Schule haben wir uns eigentlich seit Schuljahresbeginn auf eventuellen Wechselunterricht oder sogar Schulschließungen vorbereitet. Manche rechneten ständig damit. Wir teilten bereits die Klassen in Gruppen ein; wir überlegten uns, wie wir den Heimunterricht inhaltlich gestalten könnten; wir nahmen Onlineplattformen in Augenschein und in Angriff, mittels derer wir dann mit den Schülern in Kontakt bleiben, auch wenn sie jetzt vielfach versagen.

Die Stimmung bei uns war natürlich unterschiedlich. Ich kann nur für jene zwei Drittel sprechen, die laut DAK-Umfrage ohne Angst zur Schule gingen („damals“). Ich verstand und akzeptierte, dass die Schulen so lange wie möglich offenbleiben, weil Schulschließungen für Kinder aus gewissen Familien schlimme Auswirkungen haben und weil Präsenzunterricht für eigentlich alle Kinder die beste Unterrichtsform ist und weil man bis zuletzt noch meinte, dass die Schulen KEINE Infektionsherde seien. Das meinen manche jetzt immer noch.

Ich bin froh und auch dankbar, dass wir Lehrer nicht wie andere in dieser Krise von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit und den damit verbundenen erheblichen Einkommensverlusten bedroht sind. Unser JOB und unser GEHALT sind sicher. 100%! Ich akzeptiere alle Hygienemaßnahmen, die uns vor Ort schützen sollen und dass jetzt doch Schulschließungen und Wechselunterricht verordnet wurden, weil sich die WEGE zur Schule und wieder nach Hause als Infektionsrisiko entpuppt haben (Busse und Bahnen).

Der ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin wies unlängst darauf hin, dass der weltweite Lockdown bis zu 30 Millionen Hungertote weltweit verursachen wird/könnte. Das zeigt, dass man das Ganze und seine Auswirkungen und nicht nur SICH SELBST im Blick haben muss! Das finde ich richtig!

Bernd
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Sie sind nie im Leben eine Lehrerin/ein Lehrer. Dieses 08/15-Blabla zur angeblichen Vorbereitung zeigt: Sie haben niemals in einem Lehrerzimmer gesessen.

„Wir überlegten uns, wie wir den Heimunterricht inhaltlich gestalten könnten.“ Es gibt Lehrpläne, nach denen sich Lehrkräfte richten müssen – die gelten nach wie vor.

Die Elfe
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bernd

@OKA- so spricht keine Lehrkraft– wir überlegten uns….. Heimunterricht….. Ihr „Sprech“ ist so befremdlich..
Achso Sorry-Kolleg*innen bin schon wieder auf OKA reingefallen/angesprungen….. Hier war doch immer so’n „trollige“ Warnung- irgendwas mit Nahrungsentzug und so…. Also ich fütter‘ jetzt zum letzten Mal den Troll…

C K
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bernd

@Bernd
Wen bitte schön meinen Sie? Die Kommentatorin?
Falls ja, frage ich mich ernsthaft, wie Sie Ihre Kuk wahrnehmen bzw. Ihre eigene Arbeit zuverlässig, strukturiert und gelassen durchführen können bei dem Hin und Her, dem Druck und den damit verbundenen wechselnden Bedingungen.
Falls Sie auf Oka reagiert haben, sieht die Lage anders aus.

Bernd
1 Jahr zuvor
Antwortet  C K

Klar, Oka war gemeint.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bernd

Man kann einen Unterricht auch unter Beachtung der Lehrpläne gestalten. Das tun Lehrer tagtäglich auch im Präsenzunterricht. Die Qualität und die Möglichkeiten, das halbwegs auf Heim- oder gar Hybridunterricht zu übertragen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Einerseits braucht es Technik und ihr Verständnis bei allen Beteiligten, zweitens die elterliche Kontrolle, weil die der Lehrkraft weitgehend entfällt. Ansonsten teile ich Ihre Meinung zu Oka.

Manfred Arnhold
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Oka redet wie Gebauer ,Eisenmann bzw , wie alle Kultusfürsten, minimale Abweichung Herr Tonne aus Niedersachsen. Allerdings funktioniert Homeschooling im Gegensatz zum ersten Lockdown sehr schlecht.Hausaufgaben werden nicht geschickt .Lehrer wollen nach 2 Monaten Homeschooling der Tochter ein Ärztliches Attest für eine versäumte Klassenarbeit , besser gesagt sie wussten nicht das einige ihrer SuS im Homeschooling sind seit Monaten.Hausaufgaben werden geschickt an deren Vorbereitungen diese SuS nicht teilgenommen haben und auch ohne jede Erklärung. Es ist ein Desaster und daran sind nicht die Lehrkräfte schuld sondern dieses aufhalten der Schulen um jeden Preis, das die Lehrer völlig an den Rand ihrer Kräfte bringt.Danke liebe Kultusfürsten das sich die Noten der Schüler insbesondere der Homeschooling Schüler stark verschlechtern weil unsere sonst so guten Lehrkräfte einfach überfordert sind

Andre Hog
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Sorry Oka-Mathias…aber du bist wirklich doof, wie 100 Meter Feldweg….nicht nur, dass du den anmoderierenden Text nicht zu lesen in der Lage bist – da steht nämlich eindeutig, dass die Kollegin aus BW kommt und nicht aus NRW, sondern du auch im Zuge deiner völlig empathiefreien Grundhaltung keinen Zugang zu echtem Erleben von Realitäten hast.

Du – Oka – bist einfach nur erbärmlich!!!!

Unerträglich
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Blablablubb
Ein typischer Oka (ObersterKultusministerAssistent)
Wie immer unmöglich, anmaßend und überheblich. Und als Totschlagargument wieder mal die Hungertoten.
Und vorher die sicheren Schulen und die unsicheren Bahnen und Busse. Immer wieder, immer wieder überall drunter geschwurbelt.
Ist bestimmt mit mehreren Namen hier unterwegs.
Und dann gleich wieder sein Mimimimimimi von wegen alle hier heulen rum und er vertritt ja die schweigende Mehrheit die alles ganz dufte findet. Und alle wollen ihn hier mundtot machen. Kennt man ja von den Schwurbel Demos.
Es wird laaaaaaaangweilig. Lassen sie ihn bei Twitter nicht mehr rein? Man weiß es nicht.

Cristina
1 Jahr zuvor
Antwortet  Unerträglich

Dann erklären Sie mir bitte Folgendes: wir haben mehrere Lehrer in der Nachbarschaft und Freundeskreis und bis auf EINE, die wirklich immer super engagiert ist, waren alle anderen im Garten oder mit ihren eigenen Kids beschäftigt. Auf meine Frage (im Frühjahr 2020) ob sie denn keinen Unterricht hätten. Kam schlicht die Antwort ‚nee die Schule stellt mir keinen Rechner, meiner ist zu alt und wir haben kein stabiles Internet in der Schule. Ich finde es super…und das bei 100%iger Bezahlung‘ Zitat Ende! Dabei wurde einem noch blöd ins Gesicht gegrinst. Können Sie sich vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man seit März quasi Berufsverbot hat und kein Einkommen? Nebenher andere Einnahmequellen suchen und aber noch die eigenen Kinder unterrichten muss?

Wunder SAM
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

@Oka

… mein Gott jetzt wird’s episch …
„wir nahmen Onlineplattformen in Augenschein und in ANGRIFF, mittels derer wir dann mit den Schülern in Kontakt bleiben, auch wenn sie jetzt vielfach versagen.“

Na denn, auf in den Kampf und übergegangen zum Angriff, auch wenn er umsonst, weil die Technik falsch konzipiert ist und versagt!!!
IMMER WEITER so, Augen zu und durch!!! – Klar doch, alles gut! –

Oder eher mit Bedacht? – Survival of the Fittest. –

Pit 2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Wunder SAM

@Wunder SAM

„wir nahmen Onlineplattformen in Augenschein und in ANGRIFF, mittels derer wir dann mit den Schülern in Kontakt bleiben, auch wenn sie jetzt vielfach versagen.“

Fand ich auch klasse!
Logik „reloaded“
🙂

Sarah
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Vielen Dank für diese differenzierte Sicht,

Pit 2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

@Oka

“ Oka 17. Dezember 2020 um 21:32
Also für mich spricht die Kollegin aus NRW natürlich nicht.“

Im Untertitel des obigen Artikels:
„In einem langen, emotionalen Post erklärt die Pädagogin, wie sie seit Monaten ihren Schulalltag erlebt und warum sie so wütend auf ihre Dienstherrin ist (konkret: die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann, CDU).“

Schön, dass Sie diesmal stellenweise auf „copy & paste“ verzichtet haben.
Schade, dass das gleich so schief ging.

Anfängerfehler.
Aber lassen Sie sich bitte nicht entmutigen.

Markus
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Entweder arbeiten alle bei Ihnen in Teilzeit am Mindeststundenlimit oder sie sind kein Lehrer.
Wer schafft es bitteschön bei vollem Stundenplan zeitgleich Präsenz- und Distanzunterricht vorzubereiten. Es ist ja nicht mit den regulären 24h getan, wir schieben die Überstunden von einem Zeitkonto in das nächste, dabei werden es immer mehr jedes Jahr. Vertretung soll ja laufen, bitte auch mit Inhalt.
IT? Jeder Lehrer wird mit Hard- und Software alleine gelassen. Schulnetzwerk hat nur 100MBit, für 70 Lehrer… Da ist nichts mit Lifestream aus dem Klassenzimmer.

Eine Möglichkeit sehe ich allerdings wenn ich Ihren Text lese… Sie nutzen noch die selben OHP-Folien, die sie im Referendariat vor 30 Jahren entworfen haben…

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Lesen bildet. Erstens Kollegin: ja.
Zweitens NRW: nein, die Briefschreiberin arbeitet an eier GS ind BaWü.

Wie immer bei @Oka, es kommen nur Halbwahrheiten.

Pit 2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

@dickebank

Hhhhhhm …
Das mit „Kollegin“ ist ja auch nicht sicher … Aber egal. 😉

Erasco
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Wie alt sind Sie Oka? Ich bin über fünfzig und werde nicht behandelt werden wie ein Präsident Trump.

magister felix
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Lieber Oka, liebe KommentatorInnen,

es scheint ein Zeichen der Zeit zu sein, dass auf ein Statement, welches nicht dem entspricht, was man selbst fühlt oder denkt, auch hier mit unsachlichen, diffamierenden Kommentaren reagiert wird.
Ich war zuerst erschrocken, wie einseitig und offenbar impulsgesteuert die Kommentare hier von KollegInnen sind, um dann erleichtert festzustellen, dass es auch Lehrkräfte gibt, die schildern, dass sie ihren Alltag nicht so extrem zerstörerisch erleben, wie es magistra furiosa tut. Nun, dann allerdings nehme ich wieder erschrocken zur Kenntnis, dass Menschen, die anders empfinden, denken und diese Meinung kundtun, als „dumm und vieles mehr“ bezeichnet werden.
Ich möchte niemandem absprechen oder auch nur in Frage stellen, dass er / sie über dem Limit ist und am Stock geht. Ich selbst – und da schließe ich mich @oka an – möchte mich nicht in die „Klagefront“ eingereiht sehen, möchte nicht eingereiht sehen, wenn davon gesprochen wird, dass „Wir LehrerInnen ausgebeutet, respektlos behandelt etc.“ würden.

Auch in diesen Zeiten – ich traue mich ja kaum zu sagen „vielleicht gerade“ in diesen Zeiten – bin ich ein magister felix, vielleicht sogar ein magister felicissimus.
Lockdown I – der jetzige sowieso – bedeutete für mich schlicht weniger Stress und Arbeit, dafür mehr Geld. Begonnen bei den wegfallenden langen Pendelwegen, teilweise ersatzlos entfallendem Unterricht. Das digitale Arbeiten nehme ich als große Chance wahr und freue mich, mich da ausprobieren zu können und auch die Kinder und Jugendlichen auf digitales Arbeiten einzustellen – wie wir alle wissen, war und ist das überfällig in Deutschland.

Ich möchte es noch einmal deutlich sagen: Ich möchte niemandes Ärger, Wut, Alleingelassenfühlen absprechen. Ich möchte mich aber nicht eingereiht sehen, wenn so oft von „WIR Lehrkräfte“ gesprochen wird. Das ist zum einen Wasser auf die Mühlen des in der Gesellschaft vorhandenen Stereotyps des „Lehrer sind immer nur am Jammern, trotz aller Privilegien, die sie haben“.
Zum andern bilden diese Empfindungen wie von magistra furiosa eben nur einen Teil der Lehrerschaft ab. Sicherlich ist es multifaktoriell, wie es um die Situation einer Lehrkraft steht.
Die meisten KollegInnen, mit denen ich zu tun habe, fühlen sich allesamt nicht überfordert, nicht gegängelt, sondern dankbar für das, was wir haben: einen herausfordernden, gut bezahlten, sicheren Job – komme, was wolle.
Eine schöne Weihnachtszeit allerseits 🙂

Ah, falls das relevant ist: ich bin Lehrer in bw

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  magister felix

Felix?
Der Glückliche – Beati pauperes spiritu,
quoniam ipsorum est regnum caelorum.

Wer „beati“ hier mit „glückselig“ übersetzt, kommt der Geisteshaltung des Glücklichen nahe. Vor allem, wenn man gedanklich berücksichtigt, dass dem Glücklichen seine Schule der Himmel auf Erden ist. Vermutlich weil er zur Rechten des Chefs/der Chefin dank des gleichen Parteibuchs sitzen und auf eine steile Karriere, die dereinst nicht vor Kreide enden wird, hoffen darf.

Cui bono?

S.
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Sie sind niemlas Lehrkraft – sonst hätten Sie auf meine Frage nach Lehrkopnzepten zu digitalem Unterricht geantwortet. Sie sind ein „troll“ aus einem der Ministerien, um hier Stimmung zu machen.

magister felix
1 Jahr zuvor
Antwortet  S.

Auf ein Statement „Sie sind niemals Lehrkraft…sonst“ zu antworten ist wie mit Menschen ins Gespräch zu gehen, die leugnen, dass es überhaupt Corona gibt….

Lehrerin
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Hinzu kommt, dass Angestellte Lehrer/Lehrerinnen – und von denen gibt es einige ( mit vollem 1. Und 2. Staatsexamen) – das Ganze auch noch für einen Nettolohn machen, der ein Witz ist.

Gabriele
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

@ Oka:

Wieder einmal, schon wieder das übliche, unselige Gesülze von Oka.

unverminderte Beratungsresistenz in allerhöchster Potenz!

pure Zeitverschwendung, darauf irgendwie einzugehen! Verlorene Liebesmüh!

Don’t feed the troll!!!

Lehrer_X
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oka

Oka, einfach die Klappe halten. So langsam glaube ich eher, dass sie nie wirklich positive Gefühle von anderen Menschen entgegengebracht bekommen haben – was ich inzwischen vollkommen verstehe. Solche Menschen neigen dann dazu, anderen Menschen ebenfalls nur Abschätzung entgegenbringen zu können.

Gut gemeinter Rat: suchen Sie sich einen Therapeuten. Wenn nichts davon der Fall ist, dann ist Ihr moralischer Standard vollkommen für die Mülltonne – aber bitte den Rest- und nicht den Biomüll.

Lucy
1 Jahr zuvor

Ein wahrer Text, gilt auf jeden Fall auch in NRW. Nicht zu vergessen einige Eltern, die immer mehr fordern und selbst Regeln nicht einhalten, oder ihre Kinder zur Schule schicken, obwohl sie selbst zu Hause sind und der Präsenzunterricht aufgehoben ist.

Sonnenschein
1 Jahr zuvor

Bester Text ever! Genau so ist es! Und ich bin ,nur‘ berufstätige Mutter. Aber Frau Eisenmann plus Gefolge wie Gebauer, Piazolo und ähnliche Pfeiffen spielen mit der Gesundheit aller Kinder, Mütter, Familie usw… und glauben dabei noch schlauer zu sein wie die Wissenschaft! Hätten Sie auch nur ein winziges Fünkchen Anstand im Leib würden sie ihren Platz einfach räumen. Mit dem Rest sind sie ohnehin deutlich überfordert

Werner Engelhardt
1 Jahr zuvor

Die derzeitige Lage an den Bildungseinrichtungen
verdeutlicht wieder einmal die Grundübel an den Schulen:
1. Überängstliche Ministerien, die sich scheuen, unbequeme Entscheidungen zu treffen
2. Angsthasen in den Schulleitungen, für die Widerspruch, Zivilcourge und Fürsorgepflicht Fremdwörter sind
3.Viele Eltern mit dumm-dreisten Forderungen
Übrigens: Ich weiß nach über 40 Jahren im Schuldienst (auch als Mitarbeiter in der Schulaufsicht und als Schulleiter), wovon ich rede.

Pit 2020
1 Jahr zuvor

@Werner Engelhardt

Lieber @Werner Engelhardt,

da haben Sie „schon einen ordentlichen Strumpf mitgemacht“ in über 40 Jahren …

Und für alle, deren eigene Schulzeit schon ein wenig länger zurückliegt – auch Eltern erfahren ja auf Nachfrage bei den Kids („Wie war’s heute in der Schule?“) meist nur „Wie immer.“ was irrtümlicher Weise mit „gut“ gleichgesetzt wird …
Jeder Erwachsene kommt – bei glattem Durchlauf durch die Schule – eben auf maximal 13 Jahre Erfahrung und hat dann in der „anderen Mannschaft“ gespielt, vieles auf Grund des jugendlichen Alters anders wahrgenommen (mir ging es als Kind/Jugendlichem doch ebenso) oder eben gar nicht wahrgenommen. (Über die Alltagsseite der Arbeit der Eltern weiß ja auch kein Kind in allen Details bescheid.)

Als Lehrer wundert man sich dann z.B., dass die früher gefühlt endlos lange „große Pause“ eben so …. huch, wo isse hin, die große Pause? Ich muss noch schnell mal wenigstens aufs Toilettchen, aber ich muss auch noch mit Kollege Sowieso was abklären und da stehen schon wieder ein paar SuS mit ihren Fragen/Sorgen/ … und ich muss dringend mal wenigstens einen Schluck Wasser trinken …

Und jetzt noch der geballte Corona-Irrsinn, hier komprimiert und dennoch gut dargestellt:
https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/panorama/videosextern/schulschliessungen-wankelmut-und-wirrwarr-100.html

Lieber Herr Engelhardt, alles Gute für Sie!

Hase
1 Jahr zuvor

Ziemlich unschicklich. Jedenfalls werden wir es nicht sein, die ihre berufliche und finanzielle Existenz einbüßen werden.

Friedrich der Kleine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hase

Aber vielleicht ihre gesundheitliche?

Friedrich der Kleine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hase

Aber vielleicht ihre gesundheitliche Existenz?

Ela
1 Jahr zuvor

Allen Respekt und Verständnis für die Lehrer, keine Frage. Aber ich erlaube mir, die Eltern mit ins Gespräch zu bringen. Ich als Mutter bin nach der neuesten Phase des Home-schooling am Ende meiner physischen und psychischen Kräfte. Aufgrund besonderer Umstände haben wir bereits, anders als die Meisten, Home-schooling seit Anfang Dezember. Ich bin quasi den ganzen Tag damit beschäftigt, die Aufgaben für 2 Kinder zu koordinieren, auszudrucken, die Erledigung zu begleiten, die Erledigung zum Teil zu übernehmen weil der Umfang sonst nicht zu schaffen wäre und die Aufgaben teilweise an die Schule zurück zu schicken. „Nebenbei“ arbeiten im Home-office ist nahezu unmöglich. Home-schooling in unserm Fall bedeutet: Aufgaben über eine Online-Plattform zu verteilen (möglichst viele Aufgaben um den Lehrplan irgendwie abzuhaken). Mit dem lapidaren Hinweis, sich doch zu melden bei Rückfragen. Ansonsten werden wir allein gelassen und müssen versuchen, den Kindern den Stoff zu vermitteln. Der Erfolg ist mäßig, trotzdem wir uns als Eltern völlig aufreiben…

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ela

Ist so, wenn man zugunsten einer erwerbstätigkeit über Jahre die Erziehung des eigenen Nachwuchses meint outsourcen zu müssen.

Monika, BY
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Genau das beobachte ich seit Jahren um sich herum. Die Schule ist vor allem Betreuungsort geworden, erst dann Bildungsort.

Diese Probleme haben wir nicht. Homeschooling funktioniert bei uns reibungslos. Kinder sind fit, ihre Leistungen ebenso. Vor unserem Haus (Whonung) steht zwar kein Porshe, ich arbeite nämlich nicht, aber dafür kummere ich mich um unsere Familie, nicht verschiedene Institutionen.

Bei uns steht die Familie auf der erste Stelle. Erst dann das Geld.

Aber so kann nicht jede Familie funktionieren. Das ist auch die Wahrheit. Besonderes nicht, wo Mutter oder Vater Alleinerziehr sind.

Deshalb muss man endlich den Eltern die Entscheidung überlassen, ob die Kinder während der Pandemie Präsenzunterricht besuchen oder nicht und den Lehrern das Gleiche zu ermöglichen.

Die Welt geht wegen eines verlorenes Schuljahres nicht unter, aber wegen nur eines verlorenes Lebens für viele Kinder und Menschen schon.

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ela

Ja, genau. Das mach ich als Lehrerin auch, mich zu koordinieren zwischen den 4 Klassen, für die ich Distanzunterricht o. Wechselunterricht mache und meinen Kindern. Lehrer mit Kindern machen nämlich zusätzlich zu dem, was im Artikel steht noch das, was Sie beschreiben.

Erna Miok
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ela

Genau, wie sie es beschreiben. Die Kultusminister machen es sich einfach, schließen und die Lehrer und Eltrrn sollen schauen wie sie zu Recht kommen. Aber warum wird nicht geschaut dass Luftfiltergeräte für die Kkassenräume sngeschafft werden, damit Lehrer und Schüler es übertragbar haben. Aber das meiste Risiko ist der Schulweg. Es gibt Schulbusse in denen jedes Kind sein Platz zugewiesen hat und kein Kind stehen darf. Alle tragen Masken, aber keine Fetzen, sondern FFP2. Nur dazu braucht man Geld und Organisation. Präsenzunterricht ist besser und möglich, für Kinder und Lehrer.

GriasDi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ela

@ Ela
Zitat:“Allen Respekt und Verständnis für die Lehrer, keine Frage. Aber ich erlaube mir, die Eltern mit ins Gespräch zu bringen.“

Vergessen Sie bitte nicht, dass eine Vielzahl an LehrerInnen (73 % der LehrerInnen sind Lehrerinnen) auch nebenbei noch Eltern sind, also die selben Probleme zu bewältigen haben wie andere Eltern auch.

Pit 2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ela

@Ela

Liebe @Ela,

ich verstehe Ihre Probleme, denn
– Lehrer haben ja nicht zwangsläufig „nur“ andere Lehrer als Sozialkontakte,
– Lehrer haben ja oft auch eigene Kinder (und damit dieselben Probleme).

Was mich entsetzt ist Folgendes:
„die Erledigung zum Teil zu übernehmen“

Warum – zur Hölle – machen Sie die Hausaufgaben Ihrer Kinder???
Sorry, wenn ich das mal ganz direkt schreibe: DA läuft etwas ganz gewaltig schief! WAS wollen Sie Ihren Kindern damit
– zeigen
– beweisen
– vermitteln/beibringen?
Was bei den Kindern ankommt, ist das hier:
„Irgendwer findet sich immer, der was für dich erledigt – Schatz, nicht dass DU dich anstrengst, das könnte DICH belasten und dann bist DU traurig und das wollen WIR doch nicht?“
Jetzt fällt es Ihnen ungebremst auf die eigenen Füße …
Es ist genau diese Haltung, die sich im Betreuungs-Zirkus „Schule“ seit vielen Jahren zeigt, wo Eltern genau das immer häufiger verlangen, zusammengefasst etwa: Mein „Schatz“ ist seeeehr sensibel und etwas ganz Besonderes und verdient (!!!) die absolute Aufmerksamkeit , natürlich PLUS individueller Bespaßung nach Kinderwunsch!
Die Kleinen sollen halt glücklich sein!
Und Sie haben wohl kaum 30 von der Sorte „die Kleinen“ Zuhause?
Und fremde Eltern kommen nicht zum Gespräch vorbei – Sie können da direkt in den inneren Monolog gehen, dann fühlen sich „die Kleinen“ wenigstens nicht gestört.

Liebe @Ela,
ich glaube Ihnen vollkommen, dass Sie Ihr Bestes tun und sich aufreiben – aber manchmal ist das Beste ZU GUT GEMEINT, im Ergebnis gar nicht gut.

(Salopp formuliert sagt der Volksmund: „Gut gemeint ist die kleine Schwester von Sch…“)

„Nein“ können auch Kinder verstehen (lernen) – es würde der Gesellschaft insgesamt sehr helfen.

Eine Mutter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Pit 2020

Was spricht dagegen, bemüht zu sein, dass das eigene Kind glücklich ist.
Vielleicht liegen Sie auf dem Holzweg, von Kindern Tag genau bestimmtes Wissen abzuverlangen, obwohl das natürliche Interesse des Kindes, an diesem Tag verstärkt in eine andere Richtung zeigt. Ja ich weiß, Frontal-Unterricht läuft nun mal so (ja die Inklusion, ich vergaß). Auch ich werde meine Kind in schulischen Dingen zu unterrichten, wenn plötzlich 5 Lehrer bis zum nächsten Tag Aufgaben erteilen werden, die für mein „sensibles“ Kind zu viel sind.

Ich_bin_neu_hier
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ela

@Ela: Das tut mir Leid, ist aber eigentlich die logische Konsequenz, wenn Fern-„Unterricht“ nur aus zu erledigenden Aufgaben besteht.
Dafür gibt es dann zwei mögliche Ursachen: Variante eins, es liegt an den Lehrkräften, die zu faul sind, sich das notwendige technische Wissen anzueignen – Variante zwei, die technische Ausstattung fehlt.
Sicher entscheiden, was zutrifft, kann ich als Ferndiagnose nicht, aber ich tippe trotzdem vorsichtig-abwägend auf letzteres, da Sie keinerlei Videokonferenzen erwähnen und es extrem unwahrscheinlich wäre, zwei vollständig nur mit „faulen Säcken“ besetzte Schulen zu finden, in denen sich gar niemand nicht wenigstens in Videokonferenzen einzuarbeiten bereit wäre. Zumindest habe ich nie auch nur gerüchteweise von einem Kollegium gehört, dessen Mitglieder ohne jede Ausnahme dermaßen nicht motiviert wären.
Die technische Ausstattung der Schulen ist jedoch nicht Sache der Lehrkräfte und diesen auch nicht anzulasten – dafür stehen wir nicht gerade und müssen es auch nicht. Ob wir lernen, mit den uns zur Verfügung gestellten technischen Mittenln umzugehen und sie sinnvoll einzusetzen, daran dürfen, ja sollen Sie uns selbstverständlich beurteilen – und im Zweifelsfall auch verurteilen.
Aber nicht dafür, wenn Voraussetzungen fehlen, die zu schaffen niemals unsere Aufgabe gewesen wäre.

Lehrer_X
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ela

… und wo ist das unsere Schuld, wenn wir seit Jahrzehnten meckern, Missstände bemängeln, nichts passiert und WIR Lehrer jetzt alles innerhalb von Wochen stemmen sollen?

Sorry, aber ich lese bei Ihnen den Vorwurf gegenüber Lehrern und die haben den ganzen Mist nicht zu verantworten. Nebenbei sollen wir übrigens (Anweisung vom KM!!!!) weiter Dinge planen, die in irgendeiner Zukunft stattfinden, Schüler zu Praktika ermutigen (kein Witz) etc. Die Liste ist lang.

Wenden Sie sich gefälligst mit alledem an die Minister. Danke.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ela

@Ela
Das glaube ich Ihnen gerne. Erholen Sie sich gut über die Ferien. (ausdrück KEINE Ironie!)

Das, was Sie da beschreiben, ist seit mehr als 20 Jahren mein Beruf – für 30 Kinder pro Stunde unterschiedliche Materialien für alle möglichen Lernkanäle anbieten, Lernfortschritt sehen und dokumentieren, kontrollieren (sowohl HA und aktuelles Unterrichtsgeschehen), von den Unterrichtsstörungen mal abgesehen.

Ach, das war nur eine von 28 Stunden – da sind auch viele, viele SuS drin. Alle wollen gleichzeitig drankommen oder eben auch nicht, jeder hat jede Stunde ganz unterschiedliche Empfindungen und Befindlichkeiten – ALLES muss berücksichtigt werden.

Immer ein paar ABs in Reserve, weil die Hälfte sie eh nicht dabei hat, verloren, vergessen, aufgegessen……

Ich möchte Ihnen keineswegs absprechen. Aber vielleicht ist dadurch etwas klarer geworden, was u.a. zum Lehrerberuf dazugehört. Und das sind erst einmal nur die Basics. Der Rest kommt oben auf – für etwa 120 bis 150 Kinder pro Woche, je nach Stundenplan, Klassenzusammensetzung etc.

Nun sind Ferien – mit homeoffice, da einige SuS die Aufgaben, die bis Freitag zu bearbeiten waren, nicht bearbeitet haben und täglich kontrolliert wird, ob nicht doch jemand etwas geschickt hat, das es zu kommentieren gibt.

Genießen Sie die „unterrichtsfreie“ Zeit, passen Sie gut auf sich und andere auf – SuS brauchen die Schule – aber keiner braucht Corona. (auch hier keine Ironie!)

S.
1 Jahr zuvor

…und stellt hier eindeutig die Wut, den Druck entsprechend dar, sehr gut.
Es entspricht der Realität, auch ich bin am Rande des Burnouts mit vielen bedenklichen Symptomen. Dazu regelmäßig Tränen, Angst und Wut (seit wann wohl)..und dennoch beißt man die Zähne zusammen, weil man eine Beziehung zu den Kindern hat und seine Kollegen nicht in Stich laden will.
Ich möchte auch nicht mehr aufzählen, wie oft ich nach „alten“ Regelungen (denn die Neuen wurden explizit für Schulen ja gelockert) in Quarantäne oder beim PCR Test hätte sein müssen, wie oft ich mit positiven Fällen durch Schule zu tun hatte. Und nein: ich kann mit diesen Bedingungen bestimmt NICHT gut unterrichten.
Genau: frieren und kaputte Stimme wird quasi vorausgesetzt.
Als ehemalige DDR Bürgerin kommen mir Erinnerungen hoch: seid bereit, immer bereit/ kaputtsparen und Wahrheiten verschweigen und mit Menschenleben wird Lotto gespielt…ganz zu schweigen von den maroden Gebäuden.

Chorleiterin
1 Jahr zuvor

„Hygiememaßnahmen die uns vor Ort schützen sollen“, wo leben Sie denn?

Bei uns: Kein Abstand möglich, manche Klassenräume so eng und vollgepropft, dass ich mich vorne kaum um mich selbst drehen kann und höchstens 50cm Abstand zum nächsten Schüler habe.

Hygiene auch nur sehr rudimentär möglich, ein Waschbecken im Raum umd überhaupt keine Zeit für gründliche Handhygiene womöglich noch aller Schüler….

Nächster Punkt: Masken, auch Fehlanzeige im Unterricht. Neuerdings sollen wir Lehrer im Unterricht eine tragen, komme mir vor, als sei ich der Superspreader, vor dem alle Schüler geschützt werden müssen, und umgekehrt??? Schließlich bekomme ich doch vorne sämtliche Ausatmungen der Schüler ab…interessiert aber niemanden.

Lerngruppen/ Kohorten auch für die Katz, die 5er und 6er, 8 Klassen, bilden bei uns
eine Kohorte, bei einem Coronafall wurde aber nur eine Klasse in Quarantäne geschickt, obwohl sich diese Klassen auf der Hin- und Heimfahrt ständig vermischen und auch zusammen Hofpause haben.
Alles in allem ein verlogener Aktionismus, der allen Empfehlungen vorbeugenden Gesundheitsschutzed widerspricht.

Ich_bin_neu_hier
1 Jahr zuvor
Antwortet  Chorleiterin

@Chorleiterin: „Hygiememaßnahmen die uns vor Ort schützen sollen“, wo leben Sie denn? – Wenn ich mir den Post von OKa so durchlese: Oka lebt offenbar in einer Kultusminister-kompatiblen Parallelwelt, die weitestgehend aus den Aussagen der Kultusministerien zusammengesetzt ist und allerhöchstens geringe Beigaben Realität enthält.

Manchmal beneide ich ihn/ sie dafür, dass er/ sie sich nicht – wie wir anderen – der unerfreulichen realen Welt stellen muss. Oder zumindest nur homöopathische Dosen davon abbekommt.

BlueCat
1 Jahr zuvor

Leider wird der Brief unbeantwortet bleiben. Ich selber schrieb Frau Eisenmann auch einen Brief, um ihr die wirkliche Situation zu schildern. Ihr darzulegen, wie stümperhaft der Arbeitsschutz, wenn man überhaupt von einem solchen schreiben kann, von Seiten des Kultusministeriums umgesetzt wird. Es scheint ihr aber egal zu sein, wie es uns Lehrern geht. Hauptsache, die Schulen blieben offen.

Sarah
1 Jahr zuvor

Ich finde den Artikel mehr wie polemisch und unsachlich.

Krieg? Vorderste Front?
Sind die Schüler die Gegner?

Was machen andere Berufsgruppen mit unbezahlten Überstunden welche regulär im Arbeitsvertrag festgehalten sind? Da sind Eltern unbezahlt zu Hause, weil die Schulleitung andere und strengere Voraussetzungen für die Notbetreuung ansetzt, da sie nicht alle Lehrer zur Verfügung hat, da diese mit Kindern zu Hause bleiben. Diese Lehrer machen krönen Fernunterricht aber haben keine finanziellen Sorgen.

Ich glaube es sollte mal eins ins Auge gefasst werden: es ist keine ruhige Zeit um Lehrer zu sein, aber wesentlich besser wie bei vielen anderen, die nicht nur mehr Arbeit haben, sondern auch von Existenzängsten geplagt werden. Oder gibt es bei dem verbeamteten Lehrern Ängste gekündigt zu werden aufgrund von corona?

Lehrer haben mit der Bürokratie zu kämpfen und sehen sich einem starren System gegenüber. Doch sie sind nicht an der Front, schon gar nicht vorderster. Gerne dürfen sie mal in einem Pflegeheim mitlaufen, Menschen grundpflegen die ihnen die Maske abnehmen und dabei so nah sein, dass man die Wimpern zählen kann. Oder im Krankenhaus arbeiten. Hier mit wirklich kranken Menschen und tatsächlich Infektiösen.

Ich glaube etwas Augenmaß tut der eigenen Psyche besser wie so ein Pamphlet zu verfassen.

Es ist eine beschissene Zeit und man ist mit seinen Chef nicht immer zufrieden. Aber was haben Lehrer nicht alles auf der Bonusseite? Wer das nicht sieht ist aus dem falschen Gründen Lehrer geworden.

Lg

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sarah

mehr als …

Wenn von helden des alltags geredet wird und der Bekämpfung der Pandemie, dann muss es zwangsläufig eine Front geben …

Und nein, Augenmaß hilft nicht. Überspitzung ist eine Form der Rhetorik und manchmal angemessen, um überhaupt Gehör zu finden. Die Überspitzung oder meinetwegen auch Polemik ist im vorliegenden Fall ein rhetorisches Mittel um sich gegen die Mantren der Dienstvorgesetzten/Arbeitgeber anzugehen, für die die Schulen und Kitas sichere Orte sind und alle Altersgruppen von U3 bis ins Vorschulalter, Grundschulkinder und Jugendliche in der SekI sowie junge Erwachsene in den GOSten der SekII sowie alle SuS an berufsbildenden Schulen und auf sekundären Bildungswegen wie z.B. an der „Abendschule“ gleichbehandelt werden. Da wird ein über 50-jähriger Umschüler wie eine 7-jährige Grundschülerin als Überträger des Virus gleichbehandelt bzw. des Risikos gleichgesetzt. Mehr Dummheit ist außerhalb der Schulministerien nur noch bei @Oka anzutreffen.

Achmensch
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Mensch, da komme ich ja leider zu spät mit „mehr als“.

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Achmensch

Sorry, ich wollte nicht vorgreifen:)

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sarah

Mag ja alles sein, es ging hier aber nicht um den Vergleich mit anderen Berufen, sondern um die Darstellung der aktuellen Situation dieser Lehrerin. Klar, woanders hungern Menschen usw. – deshalb soll man die Klappe halten als wär nichts und ignorieren, dass Arbeitsschutzregeln für den eigenen Job nicht gelten?

Mit Infizierten arbeiten viele Lehrer mittlerweile auch, und zwar ohne dass sie es wissen, ohne Schutzkleidung, lediglich bei offenem Fenster und 14‘ Raumtemperatur.

Eine ruhige Zeit Lehrer zu sein, gibt es nicht. Aber was momentan läuft sprengt echt alles und wer nicht selbst mittendrin steckt, soll sich einfach mal nicht äußern, sondern schön beim eigenen Berufsstand bleiben, wie immer…!

Mal so
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sarah

Das streitet auch niemand ab. Das hat die Autorin auch in ihrem Beitrag erwähnt. Der Unterschied ist jedoch, dass in ein Altenheim die Viren immer von Außen kommt. Das heißt, nicht die alten Menschen stecken die Pfleger*innen an, sondern diese stecken sich vermutlich auch durch ihre Kinder an, die es aus der Schule mitbringen. Und glauben Sie mir, ich bin froh, dass es diese Pfleger*innen gibt. Ich bin es aber leid, dass einzelne Berufsgruppen gegeneinander ausgespielt werden. Was die Autorin schreibt unterschreibe ich zu 100%. Die Front ist die Schülergruppe.. denn dort ist das Virus. Ich habe selbst Risikogruppen in meinem Haushalt, habe seit März keinen weiteren Kontakte außer zur engsten Familie, kaum Pause, habe Nächte durchgearbeitet um Unterrichtsmaterialien so aufzubereiten, dass sie eben nicht ausgedruckt und von Eltern mitgearbeitet werden müssen, habe die Abgaben durchkontrolliert, kommentiert und zurückgeschickt. Habe Verträge und Tarife geändert, um stabiles Internet zu haben, online face to face unterrichtet. Als Dank hörte dann regelmäßig von einigen Eltern in den Telefongesprächen, bei denen ich mich um die Kinder sorgte und den Zustand erkundigte, dass mir jetzt durch das Gespräch eine halbe Stunde Freizeit genommen wurde. In vielen Köpfen herrscht immer noch die Meinung, die Lehrer Arbeiten nicht. Das mag für einen kleinen Teil stimmen, das möchte ich nicht abstreiten, aber wenn ich in meinem Kollegium schaue, sind alle am Limit, alle reißen sich ein Bein aus. Achja auch Lehrer haben Kinder. Das vergessen übrigens auch sehr viele.
Und noch einmal zur Front. Ja ich fühle mich tagtäglich so. Ich reduziere alles, um meine Lieben zu schützen. Trage Zuhaus Maske, um meine Angehörigen vor mir zu schützen und gehe jeden Tag mit Angst in die Schule. Mir wird jegliche Chance genommen, mich ausreichend zu schützen und das ist das Problem. Diese Fürsorgepflicht hat mein Dienstherr und dieser kommt seiner Pflicht in keiner Weise nach.

Leider Realist
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sarah

Das musste einmal gesagt werden, auch wenn es wohl nicht auf viel Gegenliebe stoßen dürfte! Ich habe den Eindruck, dass viele Kommentare hier zu polemisch sind. Mehr Sachlichkeit würde sicherlich besser goutiert, womöglich sogar von den relevanten Ministerien! (Wäre zumindest schön . . .)

Gabriele
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sarah

Liebe Sarah,

da muss ich Sie leider enttäuschen, es ist keine unsachliche Polemik, kein Pamphlet, sondern einfach nur die momentane Schulwirklichkeit – ungeschminkt, ungeschönt geschildert!

Also nicht Meckern aus Unzufriedenheit mit ChefIn oder Lamentieren auf höchstem Niveau!

Wenn martialische Worte wie „Front“, „Feind“ verwendet werden, dann nur deshalb, weil sich die Lehrkräfte jetzt als „Kanonenfutter“ fühlen, die „verheizt“ werden, weil sie ungeschützt, z.B. ohne Abstand (!!!) im Kochunterricht an der Berufsschule, unterrichten müssen.

Im Ersten oder Zweiten Weltkrieg sprach man vom „Blutzoll“, den die politische Führung damals zu zahlen bereit war.

Jetzt sind es „Gesundheitszoll“ – und ggf. auch „Blutzoll“ – bei den LehrerInnen, die die politische Führung als denkbare Kollateralschäden offensichtlich in Kauf nimmt!!

Ein(e) Soldat(in) ist sich bewusst, wenn er/sie zum Militär geht, dass er/sie ggf. „Blutzoll“ an der Front zu entrichten hat.
Auch ein Arzt, Krankenschwester, … weiß um Berufsrisiken.

LehrerInnen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie den Beruf „an der pädagogischen Front“ ergreifen.
Pubertierende SchülerInnen/Kinder machen ja auch zuhause im familiären Nest eine „Front“ auf, wenn sie sich von ihren Eltern lösen und erwachsen werden.

Heutiger Normalzustand:
Ständige, höchste Angst um ihre Gesundheit im Hinterkopf, die sie aber, wenn sie vollkonzentriert in den vollen (!) Klassen (!) (z.T. ohne Abstand! ohne Vollschutzkleidung!) stehen, mehr oder weniger verdrängen können.

Bei ihrer Berufswahl war jedoch von einer derartigen Gesundheitsgefahr keine Rede!

Immer Bauchgrimmen, tiefe Sorge um die Lieben daheim, denen man vielleicht Leid und Tod aus der Schule mitbringt, Schlaflosigkeit, … . Absoluter Horror! Verdrängte Panik pur!

Ein(e) KultusministerIn hat zudem als ihr(e) oberste(r) Dienstherr(in) auch eine „Fürsorgepflicht“ gegenüber ihren Lehrkräften.
Deren Anwendung ist aus der Schulwirklichkeit scheinbar verschwunden.

Ich spreche als Lehrerin a.D. (Gymnasium), die ich über Jahrzehnte immer mit Leidenschaft und viel Herzblut für „ihre“ Schule, ihre SchülerInnen und ihre drei Fächer- auch in leitender Funktion – mit Leib und Seele, aus Berufung gearbeitet, ja z.T. geackert, habe.

Die Schule war wirklich stets mein zweites Zuhause, neben meinem Mann und meinen zwei Söhnen.

Was ich inzwischen von KollegInnen, die noch im aktiven Schuldienst sind, höre, verstört mich aber schon sehr.
Ausführliche, wöchentliche Einblicke in den Schulalltag meiner Schwester – über Monate –
schockieren mich zusehends.

Aus allererstem Mund, aus einer Berufsschule in einem anderen Bundesland, von einer Lehrerin, die so „tickt“ wie ich früher!
(Also, sehr hohes Berufsethos, belastbar, mit Liebe für ihren Beruf, immer mit Leib und Seele an der Schule und sehr loyale, „brave“ Beamtin.)

Ziviler Ungehorsam, Zivilcourage? – Nicht zwingend, kaum erforderlich, da damals keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben erkennbar drohte.

Ist-Zustand: Trauerspiel, eigentlich ein Horrorszenario!:

Alle (!!!) gehen inzwischen ständig viel weiter über ihr Limit, im Übermass (!), als ich früher. Damals höchstens zeitweise und kurz vonnöten.

Und zusätzlich: ständige, tiefsitzende Angst!!!

Etwas entspannter unterrichten nur die, welche gerade im ganz neuen, modernen Gebäudetrakt sind, wo moderne Luftfilteranlage (zufällig) fest installiert ist.

Mein persönliches Fazit zum Schluss:
Gegenüber den unzähligen Studierenden, die ihr Schulpraktikum bei uns absolvierten, auch gegenüber den unzähligen StudienreferendarInnen habe ich immer Licht- und Schattenseiten unseres Berufes ganz offen kommuniziert – und aus tiefster Überzeugung für meinen Traumberuf geworben!

Dies könnte ich zur Zeit überhaupt nicht mehr! Was sehr traurig ist!!!

Lehrer_X
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sarah

Wenn man ertrinkt, ist es scheißegal, ob es 10m oder 50m bis zum Grund sind……… so eine dämliche deutsche Art, Opfer noch hinzustellen „bist ja selbst schuld“. Dann werden Sie doch einfach Lehrer?! Problem gelöst, dann können Sie die ganzen Vorteile genießen.

Idiotische Argumentation.

YlvaMaus
1 Jahr zuvor

Ich weine gleich mit…

Vater
1 Jahr zuvor

ich gehöre nicht zur lehrerschaft, ich bin nur ein alleinerziehender vater und ich weiß um ihren ergeiz und einsatz und ich bin unendlich dankbar dafür, ich bin in meiner firma unabkömmlich (nein, kein einzelhandel und kein pflegeberuf, einfacher lagerarbeiter in der industrie) mein sohn ist das EINZIGE kind bis auf eine gestrige ausnahme das in seiner schule in der notbetreuung ist nur weil mein arbeitgeber darauf besteht das ich zur arbeit komme da der grossteil meines jahresurlaubes im märz diesen jahres drauf gegangen ist als alleinerziehende noch keinen anspruch auf notbetreuung hatten und mein arbeitgeber mir den vom staat subventionierten zusatzurlaub verweigert hat bis ich mit meiner eigenen kündigung gedroht habe…
vielen dank und größten respekt an alle lehrer und erzieher

Pit 2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Vater

@Vater

Und SO sieht GEGENSEITIGE Wertschätzung aus, wenn ALLE begriffen haben, dass wir im selben Boot sitzen.

Lieber @Vater,
vielen Dank für Ihren Post. 🙂

Alles Gute für Sie und Ihren Sohn!

bernd
1 Jahr zuvor

Ich wüsste nicht das Beamte und / oder Angestellte im öffentlichen Dienst nicht Streiken dürfen. Wenn die Situation in den Schulen unter den Lehrkräften so schlimm bzw. ausweglos ist, sollte man sich einmal überlegen, sich gewerkschaftlich zu Organisieren. Viele Dinge lassen sich leider nur mit Druck regulieren. Und zwar von unten nach oben und dann in der Masse.

Ich kann mir denken das ich mit den obigen Sätzen in den Fettnapf getreten bin. Aber in den jetzigen Zeiten muss und sollte man Prioritäten setzen. In einem Blog Dampf abzulassen ist das eine, das andere wäre, Richtig und Konsequent zu reagieren und nachhaltig eine Änderung herbei zu führen. Im Alleingang aufreibend, langwierig und sehr kostenintensiv.

Gümnasiallehrer a.D.
1 Jahr zuvor
Antwortet  bernd

Beamte dürfen nicht streiken und ein „Streik“ nach Dienstende ist kein Streik sondern eine Demo.

Lehrer_X
1 Jahr zuvor
Antwortet  bernd

So viel Desinformation bewirkt so eine naive Meinung. Lesen Sie sich doch einfach mal ein, dann sehen Sie, was alles an Ihren Punkten nicht stimmt. Ist nämlich eine Menge.

Einfach weiter CDU wählen – so klingen Sie nämlich.

Gabriele
1 Jahr zuvor
Antwortet  bernd

Lieber bernd,

sich gewerkschaftlich zu organisieren, sei es z.B. im Philologenverband oder in der GEW, darauf sind sogar LehrerInnen schon vor sehr (!) langer Zeit gekommen.

Interessensvertretung in einem Verband, um politisch Druck aufzubauen, ist schließlich kleines Einmaleins bei der politischen Partizipation.

Hat nur in der gegenwärtigen Pandemie nix gebracht.
Verbandsarbeit der LehrerInnen läuft gerade ins Leere. Kampf gegen Windmühlen.

Selbst Herr Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, steht gerade auf verlorenem Posten, stößt auf taube Ohren, wird zum einsamen Rufer in der Wüste.

Und der ist ein Verbands-„Schwergewicht“, zudem erfahrener langjähriger Gymnasiallehrer und Ex-Schulleiter u.a. .

Verbandsarbeit der Lehrerschaft ist inzwischen wirklich zum völlig „zahnlosen Tiger“ geworden.

Einige KommentatorInnen (hier auf dem Forum) haben deshalb bereits ihren Austritt aus ihrer Standesvertretung signalisiert, so enttäuscht sind sie über die Erfolglosigkeit von Bemühungen ihrer VerbandsvertreterInnen in der gegenwärtigen Gefahrensituation.

Hoffnungslosigkeit, ein Gefühl des Ausgeliefertsein, Gefühl der Ohnmacht machen sich breit.

Über ein Streikrecht als Ultima Ratio, allerletztes Mittel, verfügen BeamtInnen ja nicht.

Ob ggf. ziviler Ungehorsam bei doch offensichtlicher Gefahr für Leib und Leben mit Berufung auf das verfassungsrechtlich verbriefte Widerstandsrecht legitimiert werden könnte, wage ich jedoch zu bezweifeln.

Dies wäre eine juristische Frage, die nur ausgewiesene VerfassungsjuristInnen beantworten bzw. klären könnten.

Svenja
1 Jahr zuvor

Mir als Schulbegleitung geht es ähnlich. Natürlich muss ich keinen Unterricht vorbereiten, jedoch hatten wir nach den Sommerferien beginnend, bis Anfang November, jede Woche einen Distanztag. Es waren viel zu wenig Lehrer da.
Da ‚unser‘ Klassenlehrer oft zur Vertretung musste, gab es Tage wo wir zusätzlich Zuhause bleiben mussten. Zwei Mal wurde ‚Lehrerquarantäne‘ verordnet, da es in den Vertretungsklassen Covid 19 Fälle gab. Wieder Zuhause. Ganz viele Tage wurden, werden mir, als Minusstunden angerechnet. Jeder Tag der die letzten Wochen (seit ich das mit den Minusstunden erfahren habe), war eine Qual. Trotzdem , mussten Kolleg*innen und ich uns jeden Tag auf einen Vertretungseinsatz vorbereiten. FALLS ein Anruf käme.
Auf Nachfrage bei meinem Träger, was mit den Minusstunden geschehe hieß es lediglich – werden eingefroren. Eine unbefriedigendere Antwort war nicht möglich. Ich befinde mich erneut in Kurzarbeit, habe zwei Kinder zu versorgen, ein Gehalt, das so schon nicht mal zum Überleben reicht. Im Frühjahr gab es einen Monat wo ich 400 Euro! Gehalt hatte. Ganz ehrlich, ich liebe meine Arbeit total. Mit zu Fühlen wenn es wieder einen Fortschritt, dank meiner Unterstützung, gibt. Als Schutzengel, Anwältin, Mentorin, Seelentrösterin und auch als Vermittlerin zwischen Eltern, Lehrern und meinem ‚Klienten‘ – by the way, Ich finde diese Bezeichnung in dem Zusammenhang schrecklich, habe ich viel Verantwortung für diesen Menschen. Viele Kinder können und/oder dürfen nicht ohne Begleitung zum Unterricht! Seit der Pandemie, wird auch immer mehr Bürokratisches von uns erwartet. Für Sage und Schreibe 1 Stunde ‚Mehrarbeit‘ monatlich.
Und wenn ich mal nicht darüber nachdenke wie meine Zukunft mit Covid 19 ausschaut, ich uns ‚über Wasser‘ halten kann, dann kommt die Frage was ist, wenn das Pool Modell (welches 2021 bei uns kommt) ist. Dann bleibt schließlich nur ein Träger an jeder Schule. Was wird dann aus/ mit ‚meinem‘ autistischen Kind? WÜRDE ich bei ihm bleiben können, steht dann zum Sommer wieder das Bangen an ob mein Vertrag verlängert wird. Covid 19 läuft ja auch ’nebenbei‘ weiter… Ich will aber auch ganz klarstellen, dass es hier, auch, viel am Träger liegt. Es gibt auch Träger, welche Es, sofern möglich, besser organisieren und so zumindest etwas mehr Sicherheit bieten. Ein Wechsel funktioniert, aufgrund des ausstehenden Poolloses, allerdings, genau so wenig. … Zum Dank aller an Schulen und Kindergarten tätigen Menschen wird dann die Verantwortung bezüglich Präsens-, Distanzunterricht auch noch einfach abgeschoben. Da frage ich mich echt, wer hier ein angemessenes Gehalt verdient. …
Danke an dieser Stelle an alle Lehrer*innen, Schulbegleiter*innen, Dozent*innen, Ergotherapeut*innen, Logopäd*innen, Sozialarbeiter*innen, Reinigungskraft, Busfahrer*innen und ihre Begleitung. Ebenso an die Eltern, welche sich engagiert einsetzen, oft, trotz Sorgen an verschiedenen Standpunkte. Ich wünsche Allen, dass sie sich etwas erholen können, sich auf ihre Familien besinnen und weiter so Durchhalten! Wenn nicht, gibt es in Deutschland bald das nächste Dilemma, NEBEN der Pandemie … .

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Svenja

Hätten die Schulministerien den regelbetrieb ausgesetzt, hätten die Träger die Schulbegleiter*innen in Kurzarbeit schicken können. So, wie Sie es beschreiben, ist Ihr Träger der meinung, dass Tagelöhnerei ein gesetzlicher Mindeststandard sein könnte.

Tun Sie sich mit Ihren Kolleg*innen zusammen und klagen Sie an einem Arrbeitgericht gegen die Stundenanrechnung, die ja Grundlage für die Entgeltabrechnung ist. Beantragen Sie darüberhinaus „Aufstockung“ gem. ALG II bei der zuständigen ARGE. Wird die verweigert, dann Widerspruch und ebenfalls Klage, wenn der Einspruch zurück gewiesen wird.
Und nicht aufgeben, notfalls bis zum EuGH gehen.

Wunder SAM
1 Jahr zuvor
Antwortet  Svenja

@svenja
Zitat:“… dann kommt die Frage was ist, wenn das POOLMODELL (welches 2021 bei uns kommt) ist. Dann bleibt schließlich nur ein Träger an jeder Schule. Was wird dann aus/ mit ‚meinem‘ autistischen Kind?“

Poolmodell versus individuelle Schulbegleitung ist für autistischen Schüler bedarfsgerecht zu ermitteln. Bei Vorliegen eines entsprechenden Gutachtens des KJP kann eine individuelle Schulbegleitung UNABHÄNGIG vom Poolmodell über die Eigliederungshilfe beantragt werden!

„Der individuelle Bedarf für Schulbegleitung ist für jeden Schüler mit Autismus einzeln zu ermitteln.“
http://www.autismus.de/fileadmin/user_upload/Heft85_Artikel_Bundesteilhabegesetz.pdf

Zu den rechtlichen Aspekte bezüglich Schulbegleitung autistischer Schüler – auch in Corona-Zeiten bei ggf. Schulschließungen – sind hier aktuelle Rechtssprechungen zu finden:
http://www.autismus.de/recht-und-gesellschaft/aktuelles.html

Frau M.
1 Jahr zuvor

Ihre Worte treffen ins Mark. Genau so fühlen wir uns auch in Hamburg! Wir zerreißen uns und niemanden interessiert es. Bitte diesen Text an Stellen weiterleiten, die etwas anstoßen oder sogar ändern können. So geht es jedenfalls nicht weiter.

Eine Mutter
1 Jahr zuvor

KANN BITTE JEMAND DIESEN BRIEF NACH BERLIN SCHICKEN!!!
Hier kann man nur ausnahmslos zustimmen! Deutschlands Politik hat geschlafen. Und schläft weiter. Die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown nicht im geringsten verarbeitet und entsprechend draus gelernt. Was ist aus dem Bildungspaket geworden?! Man hätte längst reagieren können. Technik und Schulung für Lehrer und Schüler installieren, Bedingungen anpassen können. Beantragungsmechanismen vereinfachen können. Man durfte dankbar sein, dass es Spendenwillige aus lokaler Wirtschaft, Gemeinden oder Privat gab, die ein paar alte Laptops zur Verfügung gestellt haben und es (zumindest in der Schule unsrer Kids) einen hochmotivierten und technisch begabten Lehrer gab, der alles zum Laufen brachte! Stattdessen stellt man sich hin und konstatiert Präsenz Präsenz Präsenz und riskiert weiter ungesehen Infektionen und ignoriert die zu erhaltende Gesundheit von Familien und Angehorigen, damit Eltern ihre Kinder betreut bekommen, als wäre es nicht auch deren Aufgabe. Ich bin selbst Risikopatient, soll ich meine Kids jeden Mittag, wenn sie aus Schule und viel zu vollem Bus kommen, durch eine Desinfektionsschleuse schicken und dann in ihrem Zimmer einschließen?! Hallo Eltern! Auch ihr wolltet diese Kinder! Kümmert euch drum! Unterstützt die Schulen und Lehrer, wo es geht, schlagt bei Politik Alarm, fordert Technik, ordentliche Internetzugänge, Luftreiniger, etc. für Schulen und stellt euch nicht hin mit dem Spruch „das ist aber mein gutes Recht…“. Auch ihr macht euch schuldig, wenn das alles nicht gut läuft. Kein Kind lernt gut, wenn ihm die Finger halb einfrieren und es dick eingepackt im Klassenraum sitzt. Deutschland ist sowas von hinten dran! Man hat von Eltern gehört, die montäglich in die Schulen fahren mussten, um den Lernstoff für ihre Kinder persönlich abzuholen! Unfassbar! Wirtschaftsmacht Deutschland! Wach auf! Die Kinder sind unsre Zukunft!

Pit 2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Eine Mutter

@Eine Mutter

Danke für Ihren tollen Post!

Michael
1 Jahr zuvor

Ja! Sie haben Recht. In beinahe allen Punkten. Doch muss ich der Gerechtigkeit halber erwähnen, dass diese Ausbeutermentalität seitens der Arbeitgeber auf dem sog. ‚Freien Markt“ spätestens seit Kanzler Schröder (Rot/Grün) Gang und Gäbe ist. Mindestlohn von dem niemandwirklich leben kann, zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse, Enteignung und Demütigung im Hartz4 -Verfahren usw. Dieses System ist krank und wird nur noch gesund geredet!

J. K.
1 Jahr zuvor

Ich kann mich OKA nur anschlien. Ich arbeite als Schulsekretärin. Meine Rektorin und ich haben ständig Pläne entwerfen und wieder umstossen müssen, von allen Arbeiten die zusätzlich möchte ich gar nicht reden, wir waren immer da, auch wenn alle anderen nach Hause geschickt wurden. Vorwürfe.von.allen Seiten, genau wie hier. Aber gibt es die Lösung? Nein. Man sollte bei allem nicht den Blick.auf andere verlieren.

Fliewatüüt
1 Jahr zuvor
Antwortet  J. K.

@J. K.

„Ich arbeite als Schulsekretärin.“

Oh, wie schön.
Und nachmittags in der Betreuung korrigieren dann die Erstklässler hoffentlich Ihre Rechtschreibung und Zeichensetzung.

Ach sorry, das geht ja nicht in einer Baumschule.

Koogle
1 Jahr zuvor

Am letzten Sonntag tagten die KultusministerInnen und beschlossen den Lockdown.
Abends um halb neun erhielten wir von der Grundschullehrerin eine Email mit dem Planung für die ganze Woche mit Aufgaben Arbeitsblättern etc.
Sie hat wohl den ganzen Sonntag Nachmittag damit verbracht, das alles vorzubereiten.
Ich mache mir Sorgen um die Lehrer und Lehrerinnen.
Wie sollen sie das nochmal 2 Jahre durchhalten bis alle geimpft sind.
Ein Grund warum ich hier immer die Halbierung des Lehrstoffs und der Unterrichtsstunden vorschlage damit 2 Halbklassen in 2 Schichten hintereinander täglich unterrichtet werden.
Ohne Distanzunterricht.

Katinka
1 Jahr zuvor

„Ein Grund warum ich hier immer die Halbierung des Lehrstoffs und der Unterrichtsstunden vorschlage damit 2 Halbklassen in 2 Schichten hintereinander täglich unterrichtet werden.“

Sie haben aber schon letztes Mal keine Antwort darauf gegeben, ob die Schüler dann doppelt so lange in die Schule gehen müssen. Was bringt die Halbierung des Lernstoffs? Damit kommt man doch nicht weiter!

Koogle
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katinka

Halbierung der Unterrichtsstunden heißt ja wohl dass jedes Kind halb so viel Schule hat.
Als statt 6 Stunden nur noch 3 Stunden. Dafür täglich.

Distanzunterricht für Grundschüler funktioniert nicht.
Distanzunterricht ist illegales Homeschooling durch die Eltern.
So als gäbe es keine Schule mehr.

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Koogle

Ja, das hab ich verstanden. Wenn die SuS aber in 1 Jahr nur die Hälfte des Unterrichtsstoffes durchnehmen, wie in Ihrem Vorschlag beschrieben, wann lernen sie dann die andere Hälfte? Und im nächsten Jahr? Dann bleiben sie 1-2 Jahre länger an der Schule oder wie?
Die anderen Schuljahre bauen auf diesem Unterrichtsstoff auf, da kann man nicht mal soeben 50% weglassen. Das kann keine Lösung sein.

Koogle
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katinka

Man hat 13 Schuljahre in 12 Jahre gepackt.
Es gab auch schon Kurzschuljahre.
Einfach den Schulplan entrümpeln.

Natürlich geht es.
Es geht ums Überleben.
Auch ums Überleben der Lehrer.

Sara
1 Jahr zuvor

Ich bin „nur“ zweifach, vollzeitarbeitende Mutter von Gs Kids. Ich würde jedes Wort genauso unterschreiben. Dieses harakiri seit Monaten…ich danke allen Lehrkräften für jede einzelne Sekunde.

Tanja Wagner
1 Jahr zuvor

Danke an die Redaktion, dass Sie diesen Beitrag mit uns allen teilt und danke an die mutige Verfasserin, dass Sie diese wichtigen und starken Worte geäußert hat!! Sie sprechen vielen aus der Seele!!

Dorothee Häußge
1 Jahr zuvor

Sie haben völlig Recht, ich hoffe, dass diese Lage nicht dazu führt, die Zahl gut ausgebildeter Lehrer weiter zu vermindern. Ihre Liebe zum Beruf kann ich gut nachvollziehen, ich habe sie ein Jahr nach meiner Pensionierung auch noch. Hätte gerne noch länger gemacht, aber Schulämter und so weiter siehe oben.

A.H.
1 Jahr zuvor

Ich bin Mutter von drei schulpflichtigen Kindern. Zweimal sind uns Geräte kaputtgegangen, zweimal gab es nichts von der Schule. Unser hier so geschmähter Kinderbonus wurde zum Kauf von zwei neuen Geräten für die Kinder verwendet. Der Rest bleibt Reserve, denn das dritte Gerät hat der Großvater zur Verfügung überlassen, es funktioniert, hat aber schon etliche Jahre auf dem Buckel. Was die Zusatzarbeit angeht – da verklärt jemand hier aber auch die Arbeitsbedingungen. Natürlich wird da oft zusätzlich gearbeitet ohne Vergütung. Mach doch das bitte noch schnell fertig – Das ist so ein typischer Spruch. Wer aufmuckt, der ist schnell raus. Das weiß ich aus Erfahrung. Da kann schon die Frage reichen, ob nach Monaten nicht doch mal Überstunden bezahlt werden könnten, wenn man für den entlassenen Kollegen niemand neuen einstellen will. Der Weihnachtsgruß von Frau Gebauer hat mir dann vorhin echt die Stimmung vermiest. Wie selbstgefällig und ignorant gegenüber Fakten kann man sein?

Erasco
1 Jahr zuvor

Dem ist für mich nichts hinzuzufügen. Und ich habe Oka noch nicht gelesen. Aber das ist ungefähr das, was mich beschäftigt. Und meine erwachsenen ungeimpften Schüler. Vielleicht in Phase7? Auch hier gibt es schwerere Verläufe.
Nicht nur Lehrer, auch Schüler impfen.

ucke
1 Jahr zuvor

Oka, das war nix. Streut in dieser Runde nur weitere Verärgerung. Einfach mal still sein, wenn man so wenig vom Thema versteht.

Robert Segel
1 Jahr zuvor

Ich bin Lehrer und alles andere als ausgebrannt.
Ich habe selten so wenig wie im ersten Lockdown im Frühjahr gearbeitet, obwohl ich nahe an den Schülern und engagiert war. Als Klassenleitung einer 8. Klasse war viel zu tun im Bereich Kommunikation. Die Stoffvermittlung rückte in den Hintergrund.
Ich bin dankbar für meine sichere Arbeitssituation und auch verwundert, dass unser Gehalt nicht gekürzt wird in diesen schwierigen Zeiten. Ich könnte es durchaus verstehen.

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

Sorry, aber dann haben Sie Ihren Job nicht richtig gemacht, vor allem wenn die Stoffvermittlung in den Hintergrund tritt und Sie weniger arbeiten als sonst… Ist das Ihr Verständnis von Distanzunterricht oder digitalem Lernen? Da stimmt was nicht!

Oder Sie trollen (ist wohl warhscheinlicher)…

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

Sorry, aber dann haben Sie Ihren Job nicht richtig gemacht, wenn Sie weniger als sonst arbeiten und die Stoffvermittlung in den Hintergrund gerät! Da kann was nicht stimmen!

magister felix
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

Du sprichst mir aus der Seele Robert, same same – Bin Klassenlehrer in 8 – alles andere als ausgebrannt, durch die Lockdowns sehr ENTlastet.
Auch was das Gehalt angeht – dass inmitten der größten wirtschaftlichen Krise der Nachkriegsgeschichte ausgerechnet bei den Beamten die nächste Gehaltserhöhung ansteht ist fast schon zynisch!

OlleSchachtel
1 Jahr zuvor
Antwortet  magister felix

So ein Unsinn ! In BW ist keine Gehaltserhöhung in Sicht. Wir hatten in den GS deutlich Mehraufwand. Aber dann sind sie sicher so ein Lehrer wie mein JS1 Kind ihn hatte. Null Material, Null Reaktion auf Emails. Solche Lehrer braucht man nicht. Der gro an Lehrer in meiner Umgebung hat durch die parallele schmalspur Digitalisierung, das Ausfahren und Einsammeln von Material, das Aufbereiten von Lernstoff für das Homeschooling, die tägliche Flut an emails von Eltern einen deutlichen Mehraufwand gehabt, zusätzlich zurNotbetreuung, die wir auch noch abgedeckt haben. Entweder sind sie tatsächlich kein Lehrer, oder eben einer, der als schlechtes Beispiel herhalten kann.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  magister felix

Ich sage nur: Diätenerhöhung – ausgesetzt wann und wie oft?

Gabriele
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Thema??? Beim Themenbereich „Schule“ – „LehrerInnen“ blanker Unsinn!

„Diäten“ bekommen nur Abgeordnete!!! – im Bundestag oder den Landtagen.

LehrerInnen im aktiven (!) Schuldienst sind n i e m a l s gleichzeitig MandatsträgerInnen in Parlamenten!

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

Sorry, dann haben Sie irgendwas falsch gemacht, wenn sie weniger arbeiten als sonst und die Stoffvermittlung in den Hintergrund geraten ist. Wie verstehen Sie Distanz-/Wechselunterricht? Da stimmt irgendwas nicht!

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

Können Hohlkörper ausbrennen?

Andre Hog
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

🙂

Unerträglich
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

Natürlich.
Überweise doch einfach den Teil zurück, den du nicht verdient hast. Und schreib deinen richtigen Namen hier hin Oka.

Gustav
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

Sie können doch einfach den Teil, den Sie Ihrer Meinung nach nicht verdient haben, spenden.
Ist schnell gemacht. Schneller, als hier Verwunderung zu äußern, was schon rein rechtlich überhaupt nicht zu realisieren ist.
Oder wären Sie der Erste, der dann doch auf einmal mehr gemacht hätte, wenn der AG gefragt hätte 🙂

Robert Segel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gustav

Meiner Meinung nach ist es ein Privileg, verbeamtet zu sein. Daher finde ich es auch angebracht zu spenden, was ich jeden Monat an verschiedene Stiftungen tue. Und ich finde es ungerecht, dass Grundschullehrkräfte weniger verdienen als ich.

Pit 2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

@Robert Segel

… segelt mit seiner eigenen Hochsee-Luxus-Yacht in den Sonnenuntergang, anstatt – wie sonst Zuhause mit dem „guten Glas Rotwein“ vor dem Kamin – 24/7 mit einer viel zu hohen „Star-Gage“ zu … tindern?
Man sieht es direkt vor sich.
HAHAHA.

Netter Versuch.

Pit 2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Robert Segel

@Robert Segel

Ach, da fällt mir noch ein:

Herzliche Grüße an Willi Wohnmobil!
Sie erinnern sich: „Ich habe selten so wenig wie im ersten Lockdown im Frühjahr gearbeitet“.

😉

Gestresster Lehrer
1 Jahr zuvor

In einem Punkt muss ich der Briefverfasserin widersprechen. Im aktuellen Spiegel-Artikel „Heimliche Virusträger“ (S.108, 109) werden Studien genannt, die der bisherigen Haltung des Kultusministeriums, dass kleinere Kinder weniger infektiös sind, widersprechen.

Da dies bei Frau Eisenmann noch nicht ankam (Ich könnte fast wetten, dass es bei ihr nie ankommen wird!)), erhalten Grundschullehrer in Baden-Württemberg nach-wie-vor keinerlei Masken gestellt und es gibt weiterhin kein Abstandsgebot.

Ansonsten stellte sich das Jahr bei mir in der Primarstufe ähnlich dar, wie von der Verfasserin geschildert. Lediglich mit dem Unterschied, dass wir keine digitalen Konzepte haben (außer dem verpflichtenden Moodle), was in einer Grundschule nur sehr eingeschränkt möglich ist, da es entweder von den Schülern alleine gar nicht leistbar ist (Klasse 1 bis 2/3) mangels Lesekompetenz und Umgang mit digitalen Medien und somit die Eltern noch verstärkt zur Mitarbeit nötigen würde oder wenig Sinn -wie beispielsweise Moodle- macht. Moodle ist kompliziert, ein Einlogvorgang nötig und entspricht nicht dem gängigen Funktionsablauf wie beispielsweise Windowsprogramme. Dies sollen Kinder im Alter von rund 10 Jahren leisten können?
Deshalb hatten wir Materialpakete zusammengestellt, die möglichst alleine bearbeitbar waren und -wenn doch neue Inhalte kamen, mit Erklärungen für die Kinder und/oder Eltern versehen wurden. Dazu kam ein tagesgenauer Arbeitsplan, damit die Familien eine Struktur an die Hand bekamen und unnötige Diskussionen von den Familien ferngehalten wurden („Mama, muss ich das heute machen?“). Da die Schulschließungen in Baden-Württemberg überstürzt kamen, bereiteten wir dies ebenfalls über unser Wochenende vor, fuhren es dann nach dem Kopieren mit Privat-PKWs aus, wobei wir selbstverständlich auf den Spritkosten sitzen blieben.

dickebank
1 Jahr zuvor

OMG, selbst wenn wird die SekII weglassen, gehen mehr SuS an Schulen der SekI (sechs Jahrgänge) als in die GS (vier Jahrgänge). Da die Schulpflicht erst am Ende des Schuljahres endet, in dem eine schulpflichtige Person das 18. Lebensjahr vollendet, ist das Durchschnittsalter aller SuS ohne die Erwachsenenbildung mindestens bei 12 Jahren und liegt somit an der Schwelle zwischen Kindheit und juveniler Teenager-Zeit

Jäger
1 Jahr zuvor

Wahre Worte!
In Hessen ist es das gleiche!

Wie schädlich sich das alles auf die Psyche unserer Schüler*innen und eigenen Kindern auswirkt, werden wir in den nächsten Jahren erleben.

Schon jetzt waschen und desinfizieren sich manche Kinder meiner Klasse hysterisch die Hände, wenn ein anderes Kind ausversehen niest, hustet oder die falschen Sachen anfasst….

Seit den Sommerferien haben mir drei Kinder unvermittelt vor die Füße gekotzt, zahlreiche Kinder kamen immer wieder verschnupft und mit Fieber in die Schule, weil die Eltern arbeiten mussten, ein Kind ist im Unterricht so tief und fest eingeschlafen, dass ihn der Schulleiter in das Krankenzimmer tragen konnte ohne das er wach wurde. Selbst ein nasser Waschlappen und geschüttele hat nichts genutzt.

So kann und darf es nach den Weihnachtsferien nicht weiter gehen!

Andreas Schubert
1 Jahr zuvor

Der Bericht entspricht der Realität in jeder Silbe, und ja es stimmt auch das wenn man den Namen seines Kultusminister/in einsetzt bleibt der Bericht zu 100% richtig.
Fazit: Es ging dem Kultusminister/ Ministerpräsidenten nie um unsere Kinder, vielmehr ging es immer nur um die Wirtschaft.
Um jeden Preis die Wirtschaft bedienen, und kostet es was es wolle. Notfalls auch auf dem Rücken der Lehrer/innen, als auch der SCHÜLER/INNEN.
Wir haben 16 Ministerpräsidenten/innen als auch 16 Kultusminster/innen die man auf Grund ihres Handeln sofort entlassen und umgehend vor einen Richter stellen sollte.
Da diese Politiker/innen überhaupt keine Ahnung ihrer Aufgabe haben, und täglich, stündlich und minütlich gegen ihren Eid verstoßen.
Das geht garnicht.

Juliane Mueller-Zenz
1 Jahr zuvor

Ich Stimme dem Klartext einer Lehrerin voll und ganz zu. Ich Stelle fest, dass viele Kultusminister keine pädagogische Ausbildung haben. Das musste sich in Zukunft Sendern, denn die Kultusminister haben und der Pandemie auf der ganzen Linie versagt, sie bekleiden politische Posten. Hier stand nicht das Wohl von schueletInnen und Lehrerinnen im Vordergrund. Meine SchuelerInnen fuehlten sich verheizt. Zuerst heisst es „Masken bringen nichts“. Man hatte dem Pandemie Plan nicht umgesetzt. Es gab keine Masken. Dann sollen die SchudlerInnen Masken auf dem Pausenhof tragen. In den Bussen sitzen sie eng auf eng, ebenfalls im Klassenzimmer. Dort sitzen sie e on hm ne Masken. Gott sei Dank ordnete der Bürgermeister von Wiesbaden – ihm sei hier ausdrücklich gedankt, Wechsel Unterricht an. der Kultusminister befand immer noch “ Die Schule ist nicht der Ort des Infektion Geschehens“. Solange die Ed Lehrer die Schüler beobachten, ist das zutreffend. Kaum umgedreht….Maske runter, Küsschen rechts und links…. Das geschieht spätestens ausserhalb des Schulgelände kurz vor der Abfahrt km ueberfuellten Bus. Ein Pädagoge mit Praxiserfahrung als Kultusminister haette von diesen Verhaltensweisen der Schueler gewusst. OTon meiner SchuelerInnen “ Man sperrt uns in enge Busse, in enge Klassenzimmer mit häufig eingeschränkten Liegt uns Möglichkeiten…. Man hat uns verheizt. „

Juliane Mueller-Zenz
1 Jahr zuvor

Habe ein neues Handy…. Entschuldigung fuer die Text Fehler hervorgerufen durch Autokorrektur.

Joanna Krolik
1 Jahr zuvor

Brandenburg: Diese Gedanken und Gefühle sind mit meinen identisch, genau das erleben auch wir in Brandenburg. Kein Wunder, dass es an Lehrernachwuchs mangelt bei dem öffentlichen Ansehen der Lehrer, was noch vom Ministerium gefördert wird. Dieser Brief sollte nicht nur hier veröffentlicht werden, sondern auch in den großen Zeitungen des Landes, damit alle mitbekommen, wie es im Schulwesen wirklich aussieht!

W
1 Jahr zuvor
Antwortet  Joanna Krolik

@Joanna Krolik

„Kein Wunder, dass es an Lehrernachwuchs mangelt bei dem öffentlichen Ansehen der Lehrer, was noch vom Ministerium gefördert wird. “

Sie haben das ganz große Problem der Zukunft ganz klar benannt, nur leider hat das bisher noch kaum jemand auf dem Schirm …
Dafür wurden in den letzten Monaten zu viele Nebelkerzen geworfen.

Hallo Lehrerbasher!
This one is for you:
Dann gibt es auch für (ich sage es mal in aller Deutlichkeit) die ganz Doofen 1 Berufsgruppe weniger, die man gegen andere ausspielen könnte.
Und für alle, die hier immer wieder beteuern, dass sie ja gaaar nicht neidisch seien, weil ja bei ihnen selbst der Rubel dermaßen rollen würde …
Hey, ihr müsst eure Kinder dann eben selbst betreuen und bespaßen – aber auf der anderen Seite bildet sich euer Ganzkörperherpes zurück, denn von „eurem Steuergeld“ muss dann endlich KEIN EINZIGER fauler Lehrer mehr fürstlich bezahlt werden.

Schön wird das!

Roxana
1 Jahr zuvor

Und die Lösung wäre dann Home schooling oder On line Schooling? Nicht vergessen, wie die Schule heute aussieht, so wird die Zukunft winer Nation aussehen!!! Es gibt Eltern die können sich einfach nicht leisten Lehrer und Professoren für Ihre Kindern zu Hause sein!!!! Es gibt ausländische Schülern für dennen, Distanz Unterricht ein Dizaster bedeutet! On line Schule ist keine Schule!!!!!

M.
1 Jahr zuvor

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass mir hier der Ar… explodiert.
„Wir befinden uns im Krieg“
Wer nicht zerfetzte Menschenkörper am Straßenrand liegen sehen hat, den Geruch von verbranntem Menschenfleisch ertragen musste und Bomben und Granaten durch die Luft fliegen und in Schulen und Krankenhäuser einschlagen gesehen hat, sollte niemals von Krieg sprechen.
Zwei Möglichkeiten des Handelns:
1. Zusammenreißen und nach vorn schauen
2. Berufswechsel bzw. Auswandern

Ludger Hilbers
1 Jahr zuvor

In diesem Zusammenhang aktuell ein offener Brief des NRW- Schulministeriums, namentlich Frau Gebauer , der heiligen Johanna des Präsenzunterrichts, an Eltern und Schüler in dem sie ohne jegliche Selbstkritik ihr Bedauern über die aktuelle Situation ausdrückt. Dies mit der erneuten Lüge, dass „Schulen kein Pandemietreiber“ seien und das nach Möglichkeit am 11.01. 21 wieder ein normaler Schulbetrieb a anzustreben sei….

Rosemarie Mohl
1 Jahr zuvor

Sicher ist das für Lehrer eine Herausforderung ! Doch ich finde, dass Frau Eisenmann Recht hat, sie denkt weiter ! Das Problem liegt bei den Politikern, die nicht bereit sind, mit den führenden Virologen – die eine andere Meinung als die Regierungs-Virologen vertreten – zu sprechen und beratungsresistent sind. Und alles wird gemacht aufgrund eines PCR-Tests, von dem der Erfinder sagt, dass er für das Erkennen von Corona ungeeignet ist. Wir dürfen keine weiteren Lockdowns akzeptieren, denn unser Land geht zugrunde und bald wird auch die Regierung kein Geld mehr haben.

xy
1 Jahr zuvor
Antwortet  Rosemarie Mohl

Rosemarie, Sie meinen die Talkshowvirologen, die es müßig finden über Tote zu sprechen? Es sind heute 30.000 Neuinfizierte und die Kliniken ächzen. Niemand mit Verstand kann dafür plädieren, es laufen zu lassen. Wir nähern uns bereits den US Zahlen an. Was glauben Sie, wie die Wirtschaft läuft, wenn die Pandemie ungebremst läuft?
Schulen sind Transmitter der Infektionen und den Homburg/Telegram Unsinn können Sie steckenlassen.
Nachdenken! Nicht querdenken!

Juli
1 Jahr zuvor

Liebe Lehrer,
Woher wissen Sie, was die Menschen, die Sie unterrichten in den nächsten 5 Tagen an Wissen brauchen, in den nächsten 5 Monaten, geschweige denn in 5 Jahren?
Was tun Sie da eigentlich immer noch?
Meinen Sie allen ernstes wir können und sollen als Menschheit so weitermachen wie bisher?
Werden Sie doch endlich freier Gestalter Ihres eigenen Lebens.
Warten bis „die da oben zur Vernunft kommen“ oder selbst wieder all Ihre Kompetenzen nutzen, ja, auch Ihren eigenen Verstand, auch Ihr Herz, auch Ihre Selbstliebe, ihre eigenen Hände, ihre Freiheit auch zuhause zu bleiben…
Herzliche Grüße aus Baden-Württemberg

Fliewatüüt
1 Jahr zuvor
Antwortet  Juli

@Juli

Ich wünschte, Sie wären Lehrer, denn Sie scheinen viel mehr zu wissen.

Ich denke bestimmt heute Abend darüber nach, wenn ich mit einem (ich kann nicht auf Sicherheit verzichten, schlimm, ich weiß) zuerst mal nur geliehenen und heimlich 😉 desinfizierten Aluhut und ansonsten nur in Selbstliebe gehüllt ums Lagerfeuer tanze, um die Freiheit möglichst unmittelbar genießen zu können.

Herzliche Grüße zurück ins Anthroposophen-Ländle (aus dem Land der Küchenbauer und Geh!Bauer)