Allen Ernstes: Kita-Leiter schiebt Verantwortung für Ausbruch auf Erzieher

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FREIBURG. Die rote und die blaue Gruppe haben die Kita Immergrün aus Freiburg nun unfreiwillig in die Schlagzeilen gebracht: Weil sich hier die Corona-Fälle häuften, stoppte die Landesregierung ihre Pläne zur Schul- und Kita-Öffnung. Reichte das Hygienekonzept nicht aus? Der Kita-Leiter schiebt öffentlich die Verantwortung auf seine Mitarbeiter: Es gebe private Kontakte…

In der Kita Immergrün ist eine Corona-Mutation ausgebrochen. Foto: Shutterstock

Eigentlich hatte Dominik Krakutsch seit Beginn der Pandemie damit gerechnet: dass es in der Kita Immergrün den ersten Corona-Fall gibt. «Ich habe immer auf Holz geklopft», sagt der Leiter am Donnerstag. Jetzt habe es die Einrichtung des Diakonischen Werkes Freiburg zum ersten Mal erwischt. «Und dann gleich richtig.»

Mehr als 20 der 140 Kinder und Mitarbeiter sind in Quarantäne. Weil bei den Untersuchungen auch Mutationen des Coronavirus festgestellt wurden, cancelte die baden-württembergische Landesregierung am Mittwoch hastig ihre Pläne zur Schul- und Kita-Öffnung – und rückte die Freiburger Kita im 20. Jahr deren Bestehens gewissermaßen unfreiwillig in den Fokus des öffentlichen Interesses.

Das Gesundheitsamt hatte das Hygienekonzept der Kita nach Angaben der Diakonie Baden gelobt

Krakutsch sagt, so richtig wisse man nicht, wer wen angesteckt habe. Am 17. Januar habe als erster ein Mitarbeiter von einem positiven Corona-Ergebnis berichtet. «Wir wissen aber nicht, ob er der erste Infizierte war.» Testergebnisse würden zeitverzögert übermittelt. Nach und nach seien fünf der sechs Gruppen in Quarantäne gegangen.

Das Gesundheitsamt hatte das Hygienekonzept nach Angaben der Diakonie Baden gelobt. Demnach hätten die Maßnahmen gut funktioniert. Krakutsch zufolge trugen Mitarbeiter bei Teamsitzungen Masken, hielten Abstände ein und lüfteten regelmäßig. Nur je zwei der sechs Gruppen spielten miteinander. Auf dem großen Außengelände seien die Bereich abgetrennt gewesen: für die blaue und die rote Gruppe, für lila und gelb sowie für die türkise Gruppe und den Hort.

In der roten und der blauen Gruppe sei der Erzieher mit dem ersten Corona-Nachweis gewesen. Hier gebe es auch die meisten Fälle, sagt Krakutsch. Gleich neun Erzieher und Erzieherinnen seien betroffen. Dass es weitere Infizierte gibt, führt er auf Kontakte außerhalb der Kita zurück. So sei bei zwei Meldungen aus dem Hort davon auszugehen, dass die Infektion außerhalb der Kita stattgefunden habe. «Und es gibt auch Freundschaften unter den Kollegen», sagt der Kita-Leiter.

Taugte das Hygienekonzept also doch nicht? Was sind die Anforderungen an ein solches Konzept? Im Internet finden sich zahlreiche Hinweise, was es beim Erstellen alles zu beachten gibt. So geht das Deutsche Beratungszentrum für Hygiene mit Sitz in Freiburg auf sieben Seiten stichpunktartig auf Aspekte wie Verhaltensregeln, Händehygiene und Reinigungsmaßnahmen ein. Und das durchaus kleinteilig: So solle man beispielsweise kein «Gemeinschafts-Seifenstück» für alle nutzen.

Der TÜV-Verband betont eine vermeintliche Banalität: «Ein Konzept zu Hygiene und Infektionsprävention ist umso wirkungsvoller, desto konsequenter die Maßnahmen befolgt werden.» Dafür müssten alle Beteiligten einbezogen und geschult werden. Gerade in Kitas sei das besonders schwer, räumt ein Sprecher ein. Spielende und durch die Gegend laufende Kinder könne man nur schwer voneinander trennen.

Beim Trösten kann ein Mindestabstand nicht konsequent eingehalten werden

Speziell für die Kindertagesbetreuung haben etwa die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und das Bundesfamilienministerium Tipps veröffentlicht. Sie berücksichtigen, dass zum Beispiel beim Trösten Mindestabstände von 1,5 Metern nicht konsequent eingehalten werden können. Das Ministerium rät aber unter anderem, zumindest zu Eltern und Lieferanten die Distanz zu wahren.

«Hygiene ist das A und O – das war in Kitas schon lange vor Corona so», heißt es in einer Sammlung mit Praxistipps. Hygienepläne an sich seien auch nichts Neues: Schon vor der Corona-Pandemie sollten sie die Ausbreitung ansteckender Krankheiten wie Masern verhindern.

Doch die Grenzen eines Hygienekonzepts beginnen im Grunde mit dem Feierabend: Ein Arbeitgeber könne grundsätzlich nicht bestimmen, wie Arbeitnehmer sich im Privaten verhalten, sagt Arbeitsrechtler Prof. Adam Sagan von der Universität Bayreuth. «Da sind Grundrechte betroffen. Sie dürfen sich in ihrer Freizeit frei entfalten.»

Zwar gebe es zu Corona noch wenig Rechtsprechung, aber ähnlich sei es zum Beispiel beim Thema Alkohol und Lastwagenfahrern, sagt der Jurist: «Da gilt die Marschroute: Sie dürfen im Privatbereich trinken, aber zu Dienstbeginn müssen sie wieder nüchtern sein.» Allerdings seien auch die Arbeitnehmer in der Pflicht, ihren Chefs mitzuteilen, wenn sie sich im Privaten riskant verhalten, so Sagan. «Sie dürfen die Gefahr nicht in die Arbeitsstätte tragen.» Wenn die Arbeitnehmer das nicht anzeigten, verstießen sie gegen die Pflichten.

Der Arbeitgeber muss dann laut Sagan im Einzelfall über Konsequenzen entscheiden. Für die Arbeitskraft könne das zum Beispiel bedeuten, dass sie für die Tage, an denen sie aufgrund solchen Verhaltens ausfällt, kein Gehalt bekommt. Ein anderer rechtlicher Aspekt sei die Frage, welche Zusammenkünfte im Privaten so ungefährlich seien, dass sie dem Arbeitgeber nicht angezeigt werden müssen.

Der Kita-Leitern meint: Die Erzieher und Erzieherinnen seien ebenso entspannt wie die Eltern

Krakutsch will seinen Mitarbeitern keine Vorwürfe machen. Mitten in der Pandemie arbeiteten sie täglich mit den Kindern, betont er. Da könne man niemandem verbieten, sich privat zu treffen. Die Erzieher und Erzieherinnen seien aber ebenso entspannt wie die Eltern. Vor Beginn der Quarantäne sei gut die Hälfte der Kinder zur Notbetreuung da gewesen. Seither blieben immer mehr Kinder zu Hause. Am Donnerstag sind noch sechs in der Kita Immergrün. Die Lage sei relativ ruhig, sagt Krakutsch. «Nur das Telefon klingelt dauernd.» Von Marco Krefting, dpa

Von wegen „Kitas sind sicher“! Von allen Berufsgruppen werden Erzieher am häufigsten wegen Corona krankgeschrieben

 

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21 KOMMENTARE

  1. Realsatire. Da ist man wirklich sprachlos. Die Kita-Leitung unterstützt alle bisherigen Aussagen, dass die Kita-Mitarbeiter Partys feiern und die Kinder anstecken. Dass der Vater eines Kindes positiv war, davon ist nicht mehr die Rede. Reingetragen und weiterverbreitet. Erzieher ist wohl eher Opfer und nicht Täter. Jeder rettet seine Haut?

    • Wahrscheinlich haben sich alle an das Hygienekonzept gehalten und trotzdem angesteckt. Vielleicht hat das mutierte Virus das Konzept auch nicht gelesen.
      Dass jetzt einzelne Erzieher für das Virus verantwortlich gemacht werden halte ich für skandalös und im höchsten Maße verantwortungslos.
      Zudem wird keine valide Aussage über die Quelle der Ausbreitung möglich sein, da Kinder häufig symptomlos sind.
      Den Kindern sowie den Erziehern und Erzieherinnen wünsche ich gute Besserungund eine Leitung mit Rückgrat.

      • Die Wahrheit über die Ansteckungsgefahr in den Kitas würde ans Licht kommen wenn man anfangen würde endlich die Kinder zu testen .Aber nein, laut Statistik sind Kitas sichere Orte, bloß die blöden Erzieher schleppen Corona von aussen in die Kita. Vlt.sollten wir überhaupt niemanden mehr testen, dann geht die Zahl der Neuinfektionen sofort zurück. Auch so kann man die Statistik manipulieren.

  2. … und so kann bei jedem Ausbruch ruckzuck jemand gefunden werden, der etwas nicht in vollem Umfang eingehalten haben soll und somit der/die Schuldige sein muss. Auch das „schützt“ das von Grund auf mangelhafte Schutzkonzept für Kita/Schule und diejenigen, die es einsetzten und öffentlich loben. Nicht zu testen und Daten hartnäckig nicht zu sammeln schützen das Schutzkonzept und seiner Erschaffer auch sehr gut; und die konsequente Idee des „Hereintragens von außen“. Wo in einer Pandemie gerade in Kita/Schul-Gruppen in der Realität des Alltags allerdings die Grenze zwischen innen und außen verläuft, hat mir noch niemand erklären können.

  3. Der Arbeitsschutz und die Hygienekonzepte sind mangelhaft!
    Der Schutz der Kinder ist nicht gewährleistet!
    „Kinder tragen nicht zum Infektionsgeschehen bei!“lol
    Es wäre an der Zeit (seit Oktober), die Konzepte zu überprüfen und zu verbessern.

  4. Also,ich finde es unmöglich das ein kindergartenleiter nicht hinter seinem Team steht und ihnen im Gegenteil noch mit Konsequenzen droht! Auch ich habe viele Jahre im Kindergarten gearbeitet! Man sollte den Erziehern mehr Respekt zollen und nicht noch mit finanziellen Einbußen drohen! Das würde ich mir keinesfalls bieten lassen!

  5. Ist wie bei uns.9 Erzieher erkranken,aber mit den Kindern hat es nichts zutun. Keine Kollegin konnte eine andere Kontaktperson angeben, trotzdem bleibt das so.Kinder wurden nicht getestet. Man hört, dass es auch Fälle bei Eltern gab…die werden nicht mit der Kita in Verbindung gebracht. Es ist nicht zu verstehen, Kinder werden einfach nicht als Erklärung akzeptiert. Dabei wäre Corvid tatsächlich das einzige Virus,dass Kinder nicht übertragen. Und es wird sich wegen dieser Dummheit und Ignoranz beherzt ins Fäustchen lachen..

  6. Maximale Hygieneregeln fehlen, das ist doch seit Beginn des Schuljahres im September klar. Es kam und kommt NICHTS dazu. Wo sind die Luftreinigungsgeräte, die das verbreiten der Viren vermindern kann? Die Kultusministerien wollen das einfach nicht. In Bayern bekommen nur die Klassenräume , diese Geräte, in denen man die Fenster nur kippen kann, obwohl sie sehr effizient sind. Für die Kinder und Erzieher gibt es kein Geld….Nur traurig

  7. Das Quarantäne-Regime war schon zu Pestzeiten DRAKONISCH – und es ist es noch immer. Nicht nur der Kita-Leiter und die Elternschaft fürchten es, sondern jede Einzelperson. Oder ist da jemand hier im Forum, die/der das goutieren möchte?
    Und dann kommt der Blick auf die Symptomfreien dazu – weil sie Infektionsketten bilden könnten. Sie sind die nächsten Quarantänekandidat*innen und bereits jetzt zur Beobachtung zu isolieren = auszusondern.
    Und die ganze Tragik dabei:
    Angst/Verdacht/Neid unter den aktuellen oder künftigen Wirtskörpern schürt die Virusverbreitung nachhaltig, dem EINEN Angreifer steht eine in sich zerstrittene Verteidigung gegenüber…..
    Solange die Quarantänepraxis nicht in jeder Kita als GEMEINSAME Aufgabe akzeptiert und umgesetzt wird, bleibt der Wurm drin – im Kern des Problems.

  8. Diese Leitung gehört abgemahnt wenn nicht sogar gekündigt da sie keine Ahnung hat von Infektionsgeschehen.
    Man kann sich überall anstecken auch wenn man, so wie ich als Leitung, arbeiten geht dann eventuell einkaufen (mit allen Maßnahmen) und dann nach Hause geht.
    Ich habe zwei Kids die zur Schule gehen und es aus der Schule mitbringen könnten. Eltern könnten es haben und uns anstecken ohne es zu wissen.
    Kinder die Symptomfrei sind kommen in die Einrichtungen und können uns anstecken. Dann gibt es Eltern und Kinder die in Quarantäne gehen und nicht in den Einrichtungen bescheid geben.
    Eltern die ihre Kinder in die Einrichtung bringen, weil ihren Kindern sonst langweilig ist.
    Oder die Eltern überfordert sind mit ihren Kindern.
    Hat dieser spezielle Leiter wohl vergessen, naja kann man auch wenn man nicht im Gruppendienst tätig ist.
    Es ist halt einfach einen Schuldigen an zu prangern und sich selbst raus reden.
    Eine Leitung hat sich vor seine Kollegen zu stellen und sie nicht an zu prangern.
    Es gibt nunmal keinen Schuldigen.
    Ich finde diese Reaktion unmöglich!!!
    Erst denken dann reden.

    • Danke, für diesen Beitrag. Ich bin Erzieherin in MV und es ist genauso, wie Sie es hier schildern.
      Wir Erzieher*innen kommen uns vor wie Kanonenfutter oder Versuchskaninchen…

  9. Bei uns in der Einrichtung gab es bisher 2 Fälle. Bei einem Fall war die Mutter erkrankt und hatte Symptome, das Kind nicht. Da wir jedoch darauf gedrängt haben das auch das Kind getestet werden sollte (auch weil er konisch krank ist) kam dann heraus das er ebenfalls positiv war. Er hatte keine Symptome und wäre (ohne test) wieder 8n die Kita gekommen.
    Bei dem anderen Fall war die Mutter positiv getestet worden. Ihr Mann und die beiden Schulkinder wurden getestet, das kindergarten Kind das unsere Gruppe besucht nicht. Dies wurde weiter in der Kita betreut… Ich versteh das nicht…. Bisher ist nur eine Kollegin von uns jemals getestet worden und das auch nur weil sie schwanger ist…

  10. Die Hygienekonzepte von Kitas und Schulen sind nie sicher gewesen, selbst mit HACCP- Richtlinien lassen sich Windpocken nicht eindämmen, wie sollen diese gegen SarsCoV2 wirken, man müsste Krankenhaus ähnliche Hygienemassnahmen einsetzen, dass jedoch selbst diese nicht helfen, sieht man an Ansteckungen und Infektionen unter Krankenhauspersonal und Pflegern! Schulen und Kitas müssten tagtäglich komplett gereinigt und desinfiziert werden, jeder Stuhl, Tisch, jedes Buch, jede Toilette, jede Küche, jeder Stift, jedes Klettergerüst, jeder Lichtschalter, jede Sprechanlage, Telefonhörer und Tasten, Computertastaturen und Monitore, Fenstergriffe, Türklinken jede Fläche und was noch alles, jede Spülmaschine in jeder Küche müsste auf 90* eingestellt sein! Küchendienst dürfte nur mit Handschuhen, MNS und Schürze kochen, aufwärmen und servieren, mit äusserster Küchenhygiene. Da wurde von Kontakten untereinander, miteinander essen, spielen, aufs WC gehen, noch nicht gesprochen und Aerosole auch nicht genannt. Nicht zu vergessen die oft schlampigen Reinigungsdienste in Schulen und Kitas, die an den richtigen Chemikalien sparen, und auch die Auflage haben müssten unter Schutzbedigungen wie Schutzkleidung die Reinigung dieser Einrichtungen zu vollziehen, mit MNS verpflichtend, um sich selbst zu schützen sowie keine Kontamination in diese Orte zu tragen. Ein extrem gefährlicher Ort sind in solchen Einrichtungen die Toiletten, da Kindergartenkinder oft daneben Pinkeln, mitunter auch erbrechen bzw. in die Hose oder daneben machen, ist hier die Infektionsgefahr für alle Beteiligten besonders erhöht! Man sollte endlich aufhören zu spekulieren und Ausreden zu erfinden, sondern offen die Wahrheit eingestehen und verstehen, dass Kitas und Schulen nicht geöffnet werden dürfen!

    • Genauso ist es – könnten Sie Ihren Kommentar bitte an Merkel und die KuMis schicken?

      Sie haben die hygienische Situation von „Kita/Schule“ in der SARS-CoV-2-Pandemie kurz, knapp und absolut plausibel auf den Punkt gebracht. Jede*r Fachwissenschaftler*in, der/die keine Scheuklappen aufhat, wird Ihnen dies bestätigen.

      Stattdessen werden wieder die Erzieher*innen verdächtigt, „privat“ miteinander Zeit verbracht zu haben. Das ist schlicht skandalös und bedient das inzwischen alt bekannte Märchen, man stecke sich nur auf Partys und im Privaten an, das viele verbreitet haben – u.a. Prof. Bodo Plachter von der Mainzer Unimedizin. Ob er selbst daran glaubt?

      Die Erzieher*innen sind die Verlierer*innen in der Pandemie! Hier gibt es kaum Eltern, die Widerstand organisieren, weil wenige der Eltern Ü 50 oder ausgewiesene Risikopatient*innen sind. Und es gibt auch keine starken Verbände, die Widerstand organisieren, und die GEW erweist sich auch hier als zahnloser Tiger, der röchelt, aber kein Feuer spuckt, wie er sollte.

  11. Unsere Kita war in den letzten Wochen schon 3 Mal in Quarantäne, by the way!! Von wegen die Kita ist keine Ansteckungsquelle!!

  12. Das Ganze hört sich sehr bekannt an:
    Infizierten Mitarbeiter haben sich angeblich durch ein irgendwie geartetes Fehlverhalten im Sinne eines möglichen fehlenden und konsequenten Tragens von FFP2 und 3-Masken in den Pausenräumen, die sowie erst ab einem ersten Ausbruch zur Verfügung gestellt wurden, und der dort stattgefundenen engen Kontaktaufnahme, einander gegenseitig angesteckt.
    Als möglicher Auslöser wurde eine Putzfrau genannt, die zu Hause einen Geburtstag mitgefeiert hatte, wo sie sich ansteckte, und schon wurden alle im Betrieb krank.

    Tatsächlich gab es zu wenig durchgeführte Schnelltests für neu aufgenommene Patienten, weil diese vom Bund nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt wurden.
    Außerdem konnten auf Grund zu geringer Betten- und Zimmerzahlen neu aufgenommene Patienten bis zum Ergebnis des PCR-Test nicht immer isoliert werden.

    Zusätzlich war auf Grund von Sprachbarrieren das konsequente Tragen von Masken mehreren Patienten nicht vermittelbar, sowie eine Kontrolle des Einhaltens der Zimmerquarantäne durch den Patienten und das Überwachen des konsequenten Tragens der Masken durch den Patient auf Grund eines zusätzlichen krankheitsbedingten Personalmangels nicht immer möglich, wobei die funktionale Aufteilung der Stationen auf die Pflegekräfte und die fehlende Information von zeitlich begrenzten Isopatienten die Überwachung dieser zeitweisen Isolierung nicht konsequent möglich war.

    Gleichzeitig wurde Personal auf Grund Personalmangels zwischen verschiedenen Stationen hin und her rochiert, eine feste Zuordnung zu Stationen fehlte.

    Des Weiteren war den Beteiligten nicht bewusst, dass ein regelmäßiges Lüften der Räumlichkeiten notwenig war, um die mögliche Aerosolbelastung durch das Coronavirus zu senken.
    Und außerdem fehlten möbile Raumluftfilteranlagen in nicht lüftungsfähigen inneren Funktionsbereichen der Intensivstation, weil auch eine Klimaanlage auf der Intensivstation auf Grund einer landespolitischen Nichtgenehmigung beim Neubau der Intensivstation wegen der zusätzlichen Kosten verweigert wurde.

    Die Folge war ein hoher zweistelliger Personalausfall mit einem notwendigen nachfolgenden Lock-Down.

  13. Die Kita-Leitung gehört ihres Amtes enthoben. Sehr beschämendes Verhalten. Erzieher gehen tagtäglich meist schutzlos ihrer Arbeit nach, denn die Hygienekonzepte mögen zwar das Risiko ein wenig minimieren, aber das liegt dafür auch außergewöhnlich hoch. Während sie selbst ihr Privatleben massiv beschränken, zum Schutz der Kinder, haben sie fast täglich Kontakt zu 20-60 Haushalten in deren „geschlossenen Einheiten“. Masken oft nicht mit sehr kleinen Kindern praktikabel oder von der Führung nicht erwünscht. Desinfektionsmittelversorgung mangelhaft, Sicherheitsabstand berufsbedingt nicht zu halten. Unter den Eltern sind Querdenker, die nur nach Aufforderung murrend eine Maske raus kramen und dabei schimpfen und beleidigen, was das Zeug hält und bis sie die Maske unter der Nase endlich Aufgaben, vermutlich schon alles an Viren verteilt haben, was sie so dabei hatten. Und auch die normaleren Eltern befinden sich in einer Ausnahmesituation und üben Druck aus, die Kinder bringen zu können. So mancher verschweigt Krankheitssymptome. Dazu kommt Personalmangel, viele neue Arbeitsauflagen, teilweise deutlich mehr Kinder als vorgesehen, weil Arbeitskräfte aufgrund von Überlastung wegbrechen. Viele sind vom Alter oder Erkrankungen her selber Teil der Risikogruppen.

    Eine Führung, der nichts besseres einfällt als ihren Erziehern die Verantwortung für einen Ausbruch aufzudrücken, die hat ihr Arbeitsfeld nicht verstanden und gehört nicht in eine solche Position. Es ist absolut lächerlich. Selbst wenn es durch einen privaten Kontakt entstanden ist, wovor niemand sicher ist, ist die Möglichkeit, dass Kinder /Eltern symptomfrei Überträger waren um ein Vielfaches wahrscheinlicher und die Erzieher sind grundsätzlich enormen Risiken ausgesetzt. Wer da von Schuldzuweisungen spricht, ist einfach nicht geeignet für seine Position.

  14. @James Smith,
    genauso sieht es aus. Perfekt auf den Punkt gebracht. War es jetzt nicht versteht, der wird oder will es nie verstehen.

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