Nach Pause wegen Corona – Einschulungsuntersuchungen laufen wieder an

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HAMBURG. Bevor Kinder in die Schule kommen, soll ihr Entwicklungsstand untersucht werden. 2020 fanden die Begutachtungen in Hamburg wegen der Corona-Pandemie viel seltener statt als sonst. Das soll sich laut zuständiger Behörde nun ändern. Die Linke fordert mehr Engagement.

Wochenlang sind in Hamburg coronabedingt so gut wie keine Termine für die sogenannte Schuleingangsuntersuchung vergeben worden – ab Montag soll sich das ändern. Die Schuleingangsuntersuchungen für Kinder, die nach den Sommerferien eingeschult werden, würden nun wieder aufgenommen, teilte die Gesundheitsbehörde auf Anfrage mit. Für die Einschulung in diesem Jahr nahmen den Angaben zufolge bislang erst elf Prozent der Kinder an der Untersuchung teil.

Ab Montag will die Hamburger Gesundheitsbehöde die Schuleinngangsuntersuchungen wiedr aufnehmen. Foto: r. nial bradshaw / flickr (CC BY 2.0)

Seit 15. Dezember seien als Maßnahme zur Kontakteinschränkung in ganz Hamburg keine neuen Termine mehr vergeben worden, teilte die Behörde weiter mit. Ausnahmen galten etwa für Kinder mit Beeinträchtigungen oder besonderem Förderbedarf.

«Es ist aufgrund der andauernden Pandemiesituation davon auszugehen, dass die Vor-Corona-Untersuchungsquote noch nicht wieder erreicht wird», hieß es. Auch wenn es die Termine nun wieder geben soll: Zunächst werden laut Behörde weiterhin Kinder, bei denen ein besonderer Förderbedarf absehbar ist, priorisiert eingeladen.

Im aktuellen Schuljahr gehen nach Angaben der Hamburger Schulbehörde 17 285 Jungen und Mädchen in die erste Klasse. Es sei davon auszugehen, dass die Zahl im nächsten Schuljahr ähnlich hoch sei. Angehende Schulkinder werden untersucht, um frühzeitig eventuelle gesundheitliche Probleme zu erkennen. Genau angeschaut wird der körperliche, motorische und sprachliche Entwicklungsstand.

Für 2020 liegen laut Gesundheitsbehörde noch nicht alle Zahlen zu den Untersuchungen vor. Doch sie schätzt, dass die Quote wegen der Corona-Pandemie lediglich bei etwa 50 Prozent liegen wird. Grund sei die ab März 2020 erfolgte Schließung der Bezirksämter für den Publikumsverkehr. «Es konnten wegen erforderlicher Abstände und veränderter Hygienebedingungen weniger Kinder als bisher eingeladen werden», hieß es.

Die Bildungsexpertin der Linksfraktion, Sabine Boeddinghaus, kritisierte, die Gefahr wachsender ungleicher Bildungschancen sei groß. «Wenn die Behörde nun Besserung verspricht, ist das zu begrüßen, aber auch längst überfällig», sagte sie. In den Bezirken seien in den vergangenen Jahren zu wenig zusätzliche Stellen für den schulärztlichen Dienst geschaffen worden. «Das zeigt, dass sich eine solche Politik der knappen Tischtücher in Krisenzeiten bitter rächt und es immer die Schwächsten am härtesten trifft», betonte Boeddinghaus. «Deswegen erwarte ich vom Senat an dieser Stelle ein besonderes Engagement, damit kein Kind mehr aus dem Blick gerät.» (dpa)

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