Astrazeneca für Senioren zugelassen – Lehrer-Impfungen verzögern sich

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DÜSSELDORF. Nach der Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs auch für Menschen ab 65 Jahren befürchtet Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Verzögerungen bei der Impfung von Grundschullehrern, Kita-Personal und Polizei. Die Impfung dieser Gruppen werde «natürlich nicht mehr so schnell vorangehen», sagte Laumann am Donnerstag im Landtag.

Der Impfstoff von Astrazeneca darf jetzt auch für Über-65-Jährige genutzt werden – dadurch rücken Lehrer und Erzieher nach hinten. Foto: Shutterstock / Seda Servet

Denn bis Ende März stünden in NRW nur eine Million Dosen des Herstellers Astrazeneca zur Verfügung, so Laumann. «Wir haben nicht mehr.» Allein 1,6 Millionen Menschen über 70 Jahre gehörten aber in die Priorisierungsgruppe zwei sowie rund 750.000 andere Personen wie Kita-Beschäftigte und Lehrkräfte. NRW werde sich an die festgelegte Impfreihenfolge halten.

Der Impfstoff des Herstellers Biontech komme für Impfungen der Gruppe zwei nicht in Frage, denn dieser werde im März komplett für die Impfungen der Menschen über 80 Jahre gebraucht, so Laumann. Jede Woche bekämen aus dieser Gruppe 100.000 Menschen in NRW ihre Erstimpfung. In den nächsten drei Wochen stünden außerdem die Zweitimpfungen an. Zudem sollten auch noch etwa 300.000 Beschäftigte in Arztpraxen und Menschen in Behinderteneinrichtungen geimpft werden.

Laumann sprach sich zwar dafür aus, dass auch Hausärzte möglichst schnell impfen können sollten. Er rechnete aber vor: Wenn man jedem Hausarzt nur 100 Dosen gebe, dann brauche man in NRW schon 1,1 Millionen Impfdosen.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird in Deutschland nun auch für Menschen ab 65 Jahren empfohlen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) teilte am Donnerstag in Berlin vorab mit, die Impfung mit dem Mittel «für alle Altersgruppen, entsprechend der Zulassung zu empfehlen». Ende Januar hatte die Stiko den Impfstoff zunächst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil Daten zur Wirkung bei Älteren fehlten. dpa

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16 KOMMENTARE

  1. Sehr richtig! Nicht die müssen zuerst geimpft werden, die sich womöglich am ehesten anstecken, weil sie viele Kontakte haben, sondern die, die bei Ansteckung das größte Risiko haben, schwer zu erkranken bzw. zu sterben. Da stimme ich allen zu, die das auch schon so sagten !!!!!! Alles andere ist purer Egoismus und absolut unsolidarisch.

    • „Nicht die müssen zuerst geimpft werden, die sich womöglich am ehesten anstecken, weil sie viele Kontakte haben, sondern die, die bei Ansteckung das größte Risiko haben, schwer zu erkranken bzw. zu sterben.“

      Na, dann können die Leute, die eher geimpft werden, dann auch die vielen Kontakte der anderen übernehmen, die sich womöglich am ehesten anstecken.
      Ist ja unsolidarisch, dass die Geimpften dann den Ungeimpften die vielen Kontakte überlassen, die sich ja weiterhin anstecken könnten.
      Schulen und Läden können ja dann von dieser geimpften Gruppe geleitet werden!

  2. Jetzt, wo Lehrer nicht mehr gebraucht werden, um den Astra-Vorrat abzubauen muss man schon wieder Angst haben, dass die Priorisierung in Gruppe 2 wieder aufgehoben wird!

    • Wen wundert das? Wieviele Lehrer haben allein in diesem Forum gegen den Astra-Impfstoff gewettert und sich geweigert ihn zu nehmen? Dann ist das die logische Folge. Die weitläufige Meinung ist jetzt: Den Lehrern wurde die Impfung nach grossem Geschrei ermöglicht, dann wollten die doch nicht. Wetten???

      • In diesem Forum haben Lehrer massive Bedenken gegen den Impfstoff geäussert. Ich gehöre dazu. Weigern ihn zu nehmen konnte ich mich jedoch nicht, da er mir bisher gar nicht angeboten wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Grund dafür Forumsbeiträge bei News4Teachers sind.
        Ich stimme ihnen aber in der Vermutung zu, dass die öffentliche Meinung durch andere Medien dahingehend manipuliert wurde, dass Lehrer erst rumgedrängelt hätten und dann dann Impfstoff nicht wollten.
        Da Sie regelmässig hier im Forum lesen wissen Sie aber, dass das nicht stimmt.

        • Da muss ich Sie leider enttäuschen. In diesem Forum hier wird schon sehr lange rumgedrängelt, damit Lehrer früher zur Impfung kommen. Auch in meinem privaten und beruflichen Umfeld war die Stimmung unter Lehrern so. Hier wurde auch sofort über den Astra-Impfstoff gestänkert. Im MainStream habe ich das nicht mitbekommen. Auch über die Ablehnung dieses Impfstoffes konnte ich dort nichts hören. Das bekommt man nur von Lehrern persönlich mit oder auch durch dieses Forum. Ist aber gut zu wissen, wie die Gedanken mancher Lehrer laufen. Kaum wurde die Höherstufung verkündet ging sofort das gegenseitige Störfeuer los. Grundschullehrer gegen Philologen und dann gemeinsam gegen die Erzieher. Als nächstes werden sich die Beamten vor die Angestellten setzen. Ich denke bis die Lehrer sich geeinigt haben ist die kritische Infrastruktur schön still und heimlich mitsamt ihren Familien komplett durchgeimpft. Der massive Überhang an Impfstoffen wurde sich von den üblichen Verdächtigen wie Telekom und RWE bereits gesichert. Auch BMW steht in den Startlöchern. Bis die Lehrer fertiggestritten haben, ist der Überhang beseitigt und Lehrer werden sich in Prio3 ganz hinten anstellen.

          • Da wir selber überhaupt nichts zu entscheiden haben, ist jegliche Streiterei absolut sinnlos. Genauso wie Ihr Kommentar dazu. Und wissen Sie was? Obwohl ich gerne Biontec oder Moderna hätte, würde ich sofort bei AstraZeneca Juchhu schreien, wenn ich nur Zugang hätte. Als BK-Lehrerin sehe ich jedoch schwarz. Vor dem Sommer wird das bei der Langsamkeit nichts. Durch Vorerkrankungen bin ich auch dadurch nur in Gruppe 3. Nützt auch nichts. Also ab in die Schule und wieder jeden Tag Angst haben. Und warten und warten und warten.

  3. Und warum wird dann ein Schüler von mir geimpft, der im Sommer Betreuer im Jugendlager ist?

    Ich gönne es ihm, aber verstehen tu ich das nicht.

  4. Auch die Zweitimpfungen mi Biontec können verschoben werden.
    NRW bekommt ca 1 Million Biontec Dosen.
    Da bleiben bei 100.000 Impfungen pro Woche 600.000 Dosen plus derzeiger Lagerbestand übrig.

    Z. B. für die über 70 Jährigen.

    Dazu noch Moderna.

  5. Es war soooo klar. Schon, als man laut über die Aufhebung der Altersgrenze für AZ diskutierte, habe ich vorhergesagt, dass jetzt die Lehrer und Erzieher prompt ans Ende der Gruppe 2 rutschen. Auf einmal sind wir also doch nicht mehr so wichtig und schützenswert.

    • Vielleicht haben die KM aber auch bemerkt, dass sie sich mit den Lehrerimpfungen selbst in den Rücken fallen.

      Das KMK-Märchen ist ja nach wie vor, dass Kinder unter 12 die Pandemie nicht vorantreiben. Zugleich wollen sie aber genau die LuL impfen, die mit dieser Altersgruppe zu tun hat, nicht aber diejenigen, die mit den angeblich infektiöseren Kindern 12+ arbeitet. Das ist eindeutig ein Widerspruch…

      Eigentlich kann es nur zwei Lösungen geben:

      1. Präsenzunterricht nur mit höchsten Sicherheitsmaßnahmen, also Luftfilter, Plexiglaswände, Abstand und Masken

      oder

      2. Präsenz einstellen, bis ALLE an der Schule beteiligten, die das wollen, geimpft sind.

      2 würde lange dauern, weil es für unter 16-jährige noch gar keinen Impfstoff gibt. 1 ist den KM zu teuer, wäre aber eine saubere Alternative, bis man Impfstoffe hat.

      „Einfach durchseuchen“ war schon im Herbst eine schlechte Idee und ist es jetzt auch noch.

  6. Nicht für alle, aber viele die hier schreiben: Leute, muss es denn immer gleich zur Schlammschlacht werden, wenn es um wesentliche Themen geht, die uns selbst als Lehrer betreffen. Dazu das endlose Pauschalieren von Menschen, die offensichtlich nur wenig Ahnung von Beruf und den Arbeitsumständen haben. Ich empfinde das nur als peinlich.

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