Mit Anlauf: Wie uns die Kultusminister in die Katastrophe steuern

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Ein Kommentar von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek

BERLIN. Bei steigenden Infektionszahlen, einer sich extrem schnell ausbreitenden Virusmutation und unzureichenden Schutzmaßnahmen in den Klassenräumen will ein Großteil der Bundesländer in den nächsten Tagen die Schulen weit öffnen. Kann das gutgehen?

News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf
News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf

Kurz vor dem absehbaren Punkt, ab dem wir die Pandemie weitgehend im Griff haben werden (wohl ab Spätsommer), lassen die Kultusminister das Bildungssystem mit Millionen von Schülern und Lehrern Anlauf nehmen – um es mit Vollgas vor die Wand zu fahren. Statt das zu tun, was für die Sicherheit der ihnen anvertrauten Menschen nötig wäre, sind die verantwortlichen Politiker mit sich selbst beschäftigt. Das gilt seit nunmehr einem Jahr und wird sich in diesem Superwahljahr wohl noch weiter steigern.

… dass ich es versäumt habe, mich zuvor um ein Konzept für die Schnelltests unter Schülern und Lehrern zu kümmern? Egal

Wie schaffe ich es, möglichst wenige Wähler zu vergrätzen? Indem ich zunächst mal verschleiere, dass ich meinem Schutzauftrag gegenüber Schülern und Lehrern nicht im Mindesten gerecht werde. Hab‘ halt gedacht, die Chose würde sich schnell von selbst erledigen.

Deshalb werden von mir alle Gefälligkeitsstudien, die die Schulen für sicher erklären, öffentlich hervorgehoben und in Eltern- und Lehrerbriefen weitergetragen – so dünn die Datenbasis auch sein mag. Deshalb lasse ich in Pressemitteilungen zu Expertenanhörungen, die ich aufgrund des öffentlichen Drucks schon mal veranstalten muss, die kritischen Aussagen streichen. Deshalb verschwindet eine Studie, die nun gerade wirklich nicht passt, zu einem Superspreader-Ereignis in einer Schule in meiner Schublade. Deshalb veröffentliche ich lieber Zahlen zu Infektionen in Schulen, die schön klein aussehen – in Prozentwerten mit vielen Nullen. Deshalb erkläre ich Luftfilter für technisch zweifelhaft, obwohl der Landtag nebenan gerade damit ausgestattet wurde. Deshalb rede ich ununterbrochen davon, dass es bei Schulöffnungen um arme, förderbedürftige Kinder geht, die mich sonst, ehrlich gesagt, nicht die Bohne interessieren. Deren Eltern wählen mich ja sowieso nicht.

Ein öffentlich verkündeter Stufenplan, der Schutzmaßnahmen an Inzidenzwerte koppelt – wie vom Robert-Koch-Institut empfohlen? Hätte mein Tun nachvollziehbar und mich verantwortlich gemacht. Dabei muss ich doch hin und wieder bei meinen Wählern punkten. Wie soll das denn gehen, wenn ich keine Wohltaten verkünden kann, weil ich mich an einen Plan halten muss?

Mmmmh, eine neue Umfrage hat ergeben, dass immer mehr Bürger die Einschränkungen kritisch sehen… Also beschließe ich mal auf die Schnelle Schulöffnungen für alle. Dann freuen sich die Kinder, und das bringt deren Eltern besser drauf.

Dass ich es versäumt habe, mich zuvor um ein Konzept für die versprochenen Schnelltests unter Schülern und Lehrern zu kümmern? Egal – merkt keiner. Ist sowieso gerade ein wildes Durcheinander. Und im Zweifel war dann eben mal wieder der Spahn schuld, der sich nicht früh genug darum gekümmert hat, genug Schnelltests für die Kitas und Schulen zu besorgen. Steigende Infektionszahlen? Jetzt nerven Sie mich doch nicht schon wieder mit diesem statistischen Zeugs…

„Sie erinnern sich vielleicht, dass vor einigen Monaten noch manche behauptet haben, Kinder sind nicht ansteckend…“

Dumm nur: Die Wirklichkeit lässt sich nicht so einfach verschleiern. Zu offenkundig ist das Staatsversagen beim Betrieb der Bildungseinrichtungen (nicht nur) in Corona-Zeiten. Kommt Deutschland um die dritte Welle herum? Diese Antwort ist leicht zu geben – zu einhellig ist das Votum der Wissenschaft: Nein, wir werden nicht davonkommen. Lediglich Zeitpunkt und Ausmaß der Flut sind noch offen und beeinflussbar. Unabhängig davon, ob die dritte Welle erst bevorsteht oder wir uns schon im dazugehörigen langsamen Anstieg befinden – die Infektionszahlen in Deutschland werden in den nächsten Wochen wieder deutlich klettern, und die Öffnungen von Kitas und Schulen tragen wesentlich zu dieser absehbaren Entwicklung bei.

Bemerkenswert offen zeigte sich Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz Anfang der Woche. Er erklärte, nach vier Wochen Erfahrung mit offenen Kitas und Schulen im Schichtbetrieb und Schnelltests: „Sie erinnern sich vielleicht, dass vor einigen Monaten noch manche behauptet haben, Kinder sind nicht ansteckend. Oder: In der Schule kann nichts passieren. Trotz der Testungen, die wir in der Schule durchführen, ist es so, dass mittlerweile die Kinder und Jugendlichen die sind mit den höchsten Ansteckungszahlen im Moment.“ Österreich wird in der kommenden Woche wohl wieder über einen Inzidenzwert von 200 klettern. So viel Ehrlichkeit ist in einigen Wochen von deutschen Kultusministern allerdings nicht zu erwarten. Ein Inzidenzwert über 200 schon.

Wird wahrscheinlich bei uns noch schneller gehen als in Österreich, weil ich vergessen habe, die doofen Tests in ausreichender Menge zu bestellen. Vielleicht gibt’s noch ein paar beim Aldi. Aber egal, wir öffnen schon mal alles. Hauptsache, die Schulen sind auf und die nervenden Eltern entspannen sich wieder – es geht doch einfach nichts über Präsenzunterricht.

Der Autor

Der Journalist und Sozialwissenschaftler Andrej Priboschek beschäftigt sich seit 25 Jahren professionell mit dem Thema Bildung. Er ist Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus – eine auf den Bildungsbereich spezialisierte Kommunikationsagentur, die für renommierte Verlage sowie in eigener Verantwortung Medien im Bereich Bildung produziert und für ausgewählte Kunden Content Marketing, PR und Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Andrej Priboschek leitete sieben Jahre lang die Öffentlichkeitsarbeit des Schulministeriums von Nordrhein-Westfalen.

In eigener verlegerischer Verantwortung bringt die Agentur für Bildungsjournalismus tagesaktuell News4teachers heraus, die reichweitenstärkste Nachrichtenseite zur Bildung im deutschsprachigen Raum mit (nach Google Analytics) mehr als 100.000 Seitenaufrufen täglich und einer starken Präsenz in den Sozialen Medien und auf Google. Die Redaktion von News4teachers besteht aus Lehrern und qualifizierten Journalisten. Neben News4teachers produziert die Agentur für Bildungsjournalismus die Zeitschriften „Schulmanager“ und „Kitaleitung“ (Wolters Kluwer) sowie „Die Grundschule“ (Westermann Verlag). Die Agentur für Bildungsjournalismus ist Mitglied im didacta-Verband der Bildungswirtschaft.

Hier geht es zur Seite der Agentur für Bildungsjournalismus.

Sind unsere Ministerpräsidenten überhaupt fähig, den Ernst der Lage zu begreifen? Ich fürchte: nein – ein Kommentar

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113 KOMMENTARE

  1. Danke, genau so ist es. Ich bin Mutter eines Grundschülers in NRW und dauerentsetzt mittlerweile. Man kann in einer Pandemie keine Normalität erzwingen und die Duchimpfung muss abgewartet werden vor den Öffnungen, wenn man schon nicht im Stande oder bereit ist, die Schulen mit allen Infektionsschutzmaßnahmen und – mitteln zu versehen, die sonst auch vorgesehen sind. Nur die Lehrer (zu spät, also nach Wiedereröffnung) zu impfen kann es nicht sein. Was ist mit Schülern und deren Familien? Sie können sich per staatlichem Zwang (Präsenzpflicht) nicht angemessen schützen!

    • Ich stimme Ihnen voll zu. Nur Lehrer impfen bekämpft nicht das eigentliche Problem. Schüler, Eltern, Angehörige stecken sich an und erkranken schlimmsten falls.
      Präsenzpflicht anzuordnen ohne jeglichen Infektionsschutz ist vorsätzliche und KM da diese es befohlen haben sind die Verantwortlichen und sollten dementsprechend zur Verantwortung gezogen werden. Auch strafrechtlich, da sie ja Eltern dazu zwingen ihre Kinder diesem Risiko auszusetzen. In jeder anderen Position hätten die längst ihren Platz räumen müssen. Mich wundert es das die KM damit scheinbar durchkommen, wenn sie ihre Fürsorgepflicht nicht ernst nehmen die sie den Schülern, Eltern und Angehörigen gegenüber haben.

      • Es wäre spannend, wenn z.b. der Chef einer Firma DAS von seinen Mitarbeitern verlangte, was die KM von den Schülern verlangt – zur Massenveranstaltung zu gehen, ohne Schutz…eine einstweilige Verfügung könnte ich mir vorstellen. An Schulen gelten aber andere Gesetze….

      • Das finde ich peinlich im Angesicht der Debatte: in den Ländern mit ausgesetzter Präsenzpflicht wird nur ein kleiner Bruchteil der Schüler zuhause behalten. An der Schule meiner Tochter nutzen nur wir und eine weitere Familie diese Möglichkeit. Diese Schule hat ca. 900 Schüler.
        Das spricht doch für sich!
        …und die Kultusminister sehen dadurch natürlich ihre Meinung bestätigt: Die Familien brauchen Entlastung und wollen die Kinder in den Schulen sehen.
        Wenigstens in den Ländern, wo die Präsenzpflicht ruht, ist das ein Armutszeugnis für diejenigen Familien (natürlich nicht die Familien, die gewichtige Gründe durch Beruf und anderes haben), bei denen es möglich wäre, ihre Kinder zu schützen – und das sind sicher mehr als knapp 2,2 Promille, wie an der genannten Schule.
        Landesweit habe ich keine aktuelle Zahl, allerdings lag die letzte Nennung von Frau Eisenmann, vor einigen Wochen, ebenfalls im sehr niedrigen Bereich. Zufrieden meinte Sie dazu (aus dem Gedächtnis): Es zeige sich, dass die Familien verantwortungsvoll mit der Befreiung umgingen.

        • Die ausgesetzte Präsenzpflicht ist theoretisch ja ganz nett. Praktisch sieht es dann aber so aus, dass der Schüler kaum information bzgl. des Unterrichtsstoff oder Hausaufgaben bekommt – obwohl die entsprechenden Lehrer direkt kontaktiert wurden. Also kann man dann zwischen Pest und Cholera wählen: Präsenzpflicht und Gefahr der Infektion, oder Sicherheit Zuhause dabei aber abgehängt werden. Von daher kann von einer „freiwilligen“ Teilnahme nicht wirklich gesprochen werden.

        • In unserem Bundesland ist die Präsenzpflicht ausgesetzt. Am Montag soll mein 6.-Klässler wieder zu Schule gehen. Über Abstandsregeln und Tests streitet man sich leider noch, keiner weiß derzeit, wie die Rahmenbedingungen aussehen werden.

          Eigentlich möchte ich ihn nicht schicken. Die Sorge um Ansteckung ist so groß, dass sie mich schlecht schlafen lässt. Das Problem ist aber: sobald der Präsenzunterricht startet, sind die Kinder abgehängt, die zu Hause bleiben. Das hat die Erfahrung von Klassenkameraden im Herbst gezeigt: das mitgebrachte Arbeitsblatt vom Sitznachbarn und die Übermittlung der Hausaufgaben sollen dann reichen. Der Rest der Klasse gibt in Präsenz Gas, weil ja so viel versäumt wurde. Möchte ich mein Kind aus Angst vor Ansteckung diesem Nachteil aussetzen? Oder packe ich meine Angst ganz weit weg und hoffe auf das Beste?

    • Genauso empfinde ich auch. Ich finde es eine Frechheit, dass Schulen geöffnet werden, ohne dass den Eltern ein Impfangebot gemacht wird. Schließlich MUSS ich als Mutter diesen Tanz auf dem Vulkan mittanzen und habe keinerlei Wahlfreiheit.

      • wo die 30.ooo sender erreicht waren hatte ich mein Kind zuhause gelassen und ein paar Tang später habe ich ein Brief der Rektorin bekommen das er zur Schule muss und drohte das Sie das Melden muss und ein Bußgeld auf mich zu kommt. das ist so fies man will sich und das Kind Schützen und wird Bestraft dafür !!!

    • Hat eigentlich schon mal jemand versucht gegen die Schulpflicht momentan zu klagen?? Das würde mich brennend interessieren

    • „Nur die Lehrer (zu spät, also nach Wiedereröffnung) zu impfen kann es nicht sein.“
      Ja … aber noch nicht mal die Lehrer werden alle geimpft! Ich bin Lehrer an einer Realschule … Brennpunktschule UND Förderschüler in allen Klassen(Inklusion). Alles egal!
      Jetzt geht’s los … an allen Schulen gleichzeitig … nachdem wir wegen einer Inzidenz von über 100 noch einen Aufschub bei den Grundschulen hatten!
      Geimpft werden NUR Lehrer von Grundschulen und „richtigen“ Förderschulen.
      Ach so … NEIN … unsere Kinder KÖNNEN auch keinen Abstand einhalten!
      Witzig … Förderschullehrer, die bei uns sind, werden auch nicht geimpft! Ihr Pech!
      Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt!

  2. Der Governor von Victoria in Australien hat letzten Sommer auf Corona nicht schnell genug reagiert . Diesen Fehler wollte er nicht 2 x machen . Deshalb gab es jetzt direkt nach den ersten Fällen 7 Tage Lockdown . Der Mann ist also lernfähig . Unsere Kultusminister sind es nicht . Sie machen immer wieder die selben Fehler . Schule auf , Schule auf , Schule auf .

  3. Danke sehr für diesen wieder vollkommen zutreffenden und auf den Punkt gebrachten Kommentar, Herr Priboschek!
    Stimme auch dem ersten Kommentar von Tina komplett zu. Wir sind ebenfalls Opfer der schlechten Schulpolitik in NRW mit Präsenzpflicht, anstatt jeder Familie selber zu überlassen, welchem Risiko man sich und seine Kindern aussetzten möchte oder nicht. Denn es gibt sehr wohl auch etliche Familien, in denen das s.g. Homeschooling sogar hervorragend und einwandfrei funktioniert!

    • Sie haben mir direkt aus der Seele gesprochen!!! Unglaublich, dass die Präsenzpflicht nicht aufgehoben wird!!!

  4. Bitter, aber Sie treffen den Sachverhalt leider ganz genau. Die Ministerialbürokratie macht eben das, was sie seit Jahren macht, nämlich sich aus der Verantwortung stehlen und gleichzeitig theoretische Papiere verfassen, die den Schulbetrieb geradezu blockieren bzw. völlig an der Realität vorbeigehen. Einige Kultusminister kennen möglicherweise die realen Verhältnisse, entwickeln aber „in ihrer Runde“ einen Corpsgeist. Einzelne können da aufgrund des Konformitätsdrucks gar nicht ausscheren, ohne das Gesamtmodell in Frage zu stellen. Auch nichts Neues, war vor Corona auch schon so. Entrückt – und verzückt von der eigenen Bedeutung – führen sie das Land in unruhige Zeiten, wobei den Ministerpräsidenten schon der Vorwurf zu machen ist, warum sie diesem „Politbüro“ nicht die Handlungshoheit entziehen, da die Seuchenbekämpfung nicht in den eigentlichen Kompetenzbereich der Kultusminister fällt. So wird in den Schulen zwangsläufig die 3. Welle befeuert, und die Lockdown-Massnahmen, die ohnehin gerade gelockert werden, werden in den Schulen an ENTSCHEIDENDER Stelle ausgehebelt. Aber, wie die KuMis ja selbst zugeben, stellen sie das „Recht“ der Kinder auf Präsenzbeschulung höher als die gesundheitlichen Folgen für die Gesamtgesellschaft. Dieser Irrweg wird uns viel Kummer und Leid bringen.

  5. Naja, wenn Sie schon Herrn Kurz zitieren, dann sollten Sie auch darauf hinweisen, dass trotz der steigenden Zahlen die Schulen in Österreich offen bleiben werden und möglicherweise nach Ostern auch alle Schulen wieder „normal“ geöffnet werden sollen.

    D.h. der Unterschied zu Deutschland ist eigentlich dass sie mehr testen und dann die betroffenen Klassen schneller isolieren.

    Den Schluß zu ziehen, dass Schulen geschlossen werden sollen, macht derzeit auch kein Politiker in Österreich.

    Dort wird stattdessen auch auf Wichtigkeit der Bildung etc verwiesen.

    Wenn man sich die Länder in Europa anschaut (Frankreich,. Österreich, Schweiz, Dänemark, …) dann sind eigentlich Grundschulen fast überall im „Regelbetrieb“ und in vielen Ländern auch die großen Kinder im Wechselbetrieb.

    Die Länder haben höhere Inzidenzen als DE aber eine starke dritte Welle mit extremen Anstieg ist nirgends zu erkennen, obwohl z.B. die Schweiz/Frankreich die Schulen nie geschlossen hatten in der 2. Welle.

    Am Ende ist es eine politische Abwägung und aus meiner Sicht im Hinblick auf Bildung etc auch so vertretbar.

    Zumindest solange man die Präsenzpflicht aufhebt und den Eltern die Freihet gibt nicht mitzumachen.
    Dann aber wenn es niedrige Zahlen an Schülern sind auch mit der Konsequenz, dass die Kinder dann nur eingeschränkt unterstützt werden können von den Lehrern.

  6. Sehr geehrter Herr Priboscheck,
    Vielen Dank für diesen wieder einmal treffenden Kommentar…schön, dass Sie sich dieses Mal auch für die Variante des inneren Monologes entschieden haben, der sich ja im Kommentarbereich seit längerer Zeit in vielen Posts wiederfindet….ich selber ein großer Freund dieser „Innenschau“ unserer Entscheider bin.
    Vielen Dank für die unermüdliche Arbeit, die Sie und die Redaktion seit Monaten auf dem „Corona-Spielfeld“ leisten. Ganz herzliche Grüße!!!

  7. Es bleibt noch zu erwähnen, dass auch in Hamburg die Grundschulen geöffnet werden, aber die Impfungen für die Lehrer:innen gibt es bis auf weiteres nicht, trotz der großartigen Ankündigungen. Schnelltest sind übrigens auch keine da. Und keine Luftfilter und und und. Somit wieder keine Chance auf Schutz. Ich will nicht mehr.

    • Auch in SH kann man sich als GS-Lehrkraft, Erzieher… nicht anmelden.
      Steht nicht in der Übersicht.
      Aber mit Zahlen – und ein Datum besteht aus Zahlen – haben es die (Un)Verantwortlichen ja noch nie gehabt….

  8. Wir leben in einem Land, in dem sich Entscheidungsträger dadurch auszeichnen, für nichts die Verantwortung zu übernehmen sondern diese immer an jemand anderen abzuschieben.
    Fröhliche Ostern im kompletten Lockdown.

  9. Ich selbst stehe wieder mit FFP2-Maske im Durchzug (immerhin kann ich einen erzeugen in unseren Klassenzimmern, da wir Gänge mit Fenstern haben), um mich zu schützen und hoffe, dass es reicht. Aber meine eigenen Kinder sitzen wieder in der Schule und ich kann nur hoffen, dass sie irgendwann maximal in Quarantäne müssen, ohne sich angesteckt zu haben. Das belastet uns als Familie sehr. Das Homeschooling funktionierte im Großen und Ganzen gut und ich hätte es gern noch beibehalten…

  10. Dazu passen zwei Zitate, die ich vor kurzem gefunden habe:
    „Diplomaten sind Leute, die erklären, wo Rauch ist, sei kein Feuer, sondern eine Menge Menschen mit Friedenspfeifen.“ (Jeannine Luczak)
    „Die größte Spekulation der Welt wäre es, einen Politiker zu dem Wert einzukaufen, den er hat, und ihn zu dem Wert zu verkaufen, den er sich selbst einräumt.“ /Andre Kostolany)

  11. DANKE Ihnen Herr Priboschek- absolut WAHRE KLARE Worte!!!
    Wenn das auch einmal die Verantwortlichen lesen könnten- doch ich befürchte, darum wird sich niemand in der Politik kümmern.
    Es wird sich lediglich um sich selber und sein unstillbares Machtgehabe gekümmert.
    Mangel an- bzw. keine Emphatiefähigkeit und „gehen über Leichen“ – das zeichnet das narzistische Krankheitsbild aus. In den Kultusministerkreisen scheint es erschreckend viele KM`s zu geben, die sich in diesem Zustand befinden.
    Wie kommen wir aus dieser Misere heraus? Mir fehlen leider die konstruktiven Ideen.

  12. Der Artikel beschreibt die aktuelle Lage sehr gut. Mich wundert gar nichts mehr – verantwortungslose und nicht nachvollziehbare Entscheidungen erwarte ich regelrecht. Mittlerweile sind alle meine Familienmitglieder wieder in ihren normalen Alltag gezwungen worden. Auch wenn wir in SH unsere Kinder formlos beurlauben lassen können, bringt mir diese Regelung nichts: Mein Mann und ich arbeiten in der Schule und müssen los! Eine Woche lang habe ich versucht, den Kleinen bei den Großeltern zu parken. Ich durfte in dieser Zeit täglich in die Schule meines Sohnes gehen und die Materialien vom Pult des Lehrers abholen! Dort wurde es den Eltern extra schwer gemacht, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Ich fühle mich trotz der tollen „Konzepte“ sehr unsicher in meiner Schule. Kolleg*innen setzen ihre medizinische Maske nicht nur zum Essen und Trinken im Lehrerzimmer ab, Abstände werden im Lehrerzimmer nicht eingehalten, in den Klassenräumen lüften nicht alle regelmäßig, Kinder rennen auf dem Weg zum Pausenbereich durcheinander, … Nach 9 Tagen Schule durften wir endlich einen Schnelltest machen lassen! Angeblich können wir ab Dienstag einen Termin für eine Impfung vereinbaren, bin mal gespannt ob das klappt! Allerdings bin ich doch überrascht, dass die Infektionszahlen noch nicht so stark gestiegen sind. Die Auswirkungen der Schulöffnungen in SH werden wir bestimmt bis Ende dieser Woche sehen …

    • In unserem Kreis in SH hat sich die Inzidenz in den 14 Tagen seit der Schulöffnung der Grundschulen in voller Präsenz von 47 auf 72 erhöht. Und morgen geht es für alle 5 und 6. Klassen ebenso wieder los.

    • @Herr Wolle

      Anmeldung ab Dienstag – das ist heute

      Lehrkräfte und Erzieher:innen sind in der Übersicht für Impfberechtigte bisher nicht aufgeführt.

      • Soll aber ab 17.00 Uhr möglich sein.

        Allerdings habe ich auch gefunden: kein Impfstoff vorhanden, deswegen keine Impftermine.

        Nun, viel Glück und allen

  13. Welche Qualifikation braucht es eigentlich, um Kultusminister zu werden? Ein angemessener Verstand scheint jedenfalls nicht darunter zu sein. Ich stehe der ganzen Situation nur noch staunend gegenüber. Meine Kinder werden, so oft es eben geht, zuhause bleiben. Reicht, dass ich selbst täglich mehreren rotzenden Haushalten gegenüber stehe. Corona wird auch mittlerweile lieber geheimgehalten, um keinen aufzuregen. Wieso kann sich eine Kanzlerin nicht durchsetzen, wenn es um die Schulen geht? Wir dürfen privat kaum noch normal leben, aber in den vollbesetzten Klassen soll man stundenlang unterrichten und lernen? Ich bin Quereinsteiger, mit ganzem Herzen für meine Schüler da. Aber mittlerweile bröckelt es etwas…. Mein alter Chef hat sich jedenfalls deutlich besser um seine Angestellten gekümmert. Das, was da gerade läuft, ist kriminell.

  14. Genau so ist es, die Kultusministerien haben seit einem Jahr fast nichts gemacht um sichere bessere Infektionsmassnahmen zu suchen. Fälle zählen und schließen. Wo bleiben die effizienten Luftreinigungsgeräte, genügend Schulbusse usw. Einfach testen bringt nicht viel, verhindern damit keine Infektionen vorkommen, ja.

  15. Ich sehe das ganz genauso. Ich bin selber Erzieherin im Hort in Sachsen. Die Konsequenz nach zwei Wochen eingeschränktem Regelbetrieb an unserer Schule: vier Klassen in Quarantäne, fast alle Lehrer in Quarantäne/krankgeschrieben mit positivem Testergebnis und der Rest der Kinder im Homeschooling, weil keine Lehrer mehr da sind. Und von festen Bezugspersonen für die Klassen will ich gar nicht erst reden.

  16. Mal konkret, Herr Priboschek: Was genau würden Sie in dieser Sache machen, wenn Sie Schulminister z.B. in NRW wären? Oder in einem Bundesland mit Landtagswahlen im Herbst, etwa Berlin?

    • Sehr geehrter Carsten60,

      erstens, ich würde die Fachwissenschaft, auf die es in einer Pandemie zunächst ankommt, zurate ziehen – das ist die Virologie (und z. B. kein Ärzte-Lobbyverband, der auch die wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder vertritt). Zweitens, ich würde bei allen Maßnahmen, die die Sicherheit von Schülern und Lehrern betreffen, vom Worst Case ausgehen – und nicht davon, dass ich Corona einfach aussitzen kann.

      Herzliche Grüße
      Andrej Priboschek

    • Das ist gut gemeint und sicher nicht falsch, aber reichen würde das nicht. Sie würden genauso angefeindet werden wie die jetzigen Minister/innen.
      Die Virologie: Ich höre öfter bittere Vorwürfe, da würden jetzt einige Virologen (alle kann man nicht fragen, und einig sind sie sich auch nicht) in höchst undurchsichtiger und undemokratischer Weise zu Geheimräten oder grauen Eminenzen, die die Regierungspolitik bestimmen. Und auch die Virologie ist nicht frei von wirtschaftlichen Interessen. Man möchte natürlich wichtig sein und die Institute weiter ausbauen, man möchte Gelder und Doktorandenstellen, man sonnt sich in der eigenen Wichtigkeit genau wie die PISA-Psychologen nach dem PISA-Schock. Und je länger das dauert, umso besser für diese Interessen.
      Worst Case: Das wird man nicht durchhalten können, zu vieles hängt heute an Statistiken, also an Wahrscheinlichkeits-Überlegungen. Ganz ohne Risiken wird es nicht gehen. Gerade aus der Ecke kommt auch Kritik an den Maßnahmen: Je mehr wir testen, desto mehr finden wir auch, also sinken die Inzidenzzahlen niemals. Mit dem „worst-case-Argument“ hätte man Schulen auch wegen Influenza, wegen Masern oder wegen sonstiger Krankheiten schließen müssen. Über das Impfen gibt es auch keine Einigkeit im Volke. Und jederzeit könnten Tropenkrankheiten wie Ebola eingeschleppt werden, auch Malaria gibt’s noch. Dann wären jahrelang die Schulen mehr zu als offen.
      Fazit: die Schulminister werden immer abgewatscht, egal was sie machen. Auch ein Schulminister Priboschek. Dass das jetzt alles nicht gut läuft, sehe ich natürlich auch.

      • Sehr geehrter Carsten60,

        die Virologie ist sich nicht einig? Doch, das ist sie sehr wohl – weitgehend (wie es in der Wissenschaft eben nur möglich ist).

        Um mal die Virologin Prof. Melanie Brinkmann zu zitieren, die beide der von mir genannten Punkte in einem Interview mit dem „Spiegel“ anspricht:

        „Was mich ärgert: dass der öffentliche Diskurs inzwischen total schief aufgesetzt ist. Es wird so getan, als wären die »Beruhiger« 50 Prozent der Wissenschaftsgemeinde, und Brinkmann und Konsorten sind die anderen 50 Prozent. Das ist hanebüchen. Unser Papier, in dem wir eine paneuropäische Strategie zur Eindämmung des Virus fordern, haben mehr als 1000 Wissenschaftler unterschrieben. Es ist die vorherrschende Auffassung, dass man konsequent eingreifen muss. Die andere Position wird von einer krassen Minderheit vertreten. Manch einer in der Politik nimmt das aber so auf, als wäre das eine so gut wie das andere.“

        Und weiter: „Unser größtes Problem ist, dass einige aus der Politik zuerst mal sehen wollen, ob es wirklich so schlimm kommt wie vorhergesagt. Klimaforscher erleben das auch: Offensichtlich müssen manche Leute erst mit der Realität konfrontiert werden, bis sie es begreifen.“

        Die Politik ist erkennbar nicht in der Lage, das zu tun, was jedem Studenten in seiner Masterarbeit abverlangt wird: die aktuelle Lehrmeinung („communis opinio“) herauszuarbeiten, um den Stand der Forschung zu erkennen. Das ist womöglich auch ein Bildungsproblem. Stattdessen werden Kinderärzte, die das erzählen, was man am liebsten hören möchte, zu Forschern erklärt (das habe ich tatsächlich so erlebt). Brinkmann dazu: „Die fragen mal mich, mal die Vertreter solcher Positionen – und hinterher fragen sie sich selbst, wem sie jetzt noch glauben sollen. Und da hat die Seite der – ich nenne sie mal »Beruhiger« – einen Vorteil: Sie sagen, was viele gern hören wollen. Alles nicht so schlimm, alles wird gut.“

        Das ist aber das Gegenteil von verantwortlich. Sie schreiben: „Die Schulminister werden immer abgewatscht, egal was sie machen.“ Das ist ja mein Vorwurf: Dass sie die Stärke der Watschn zum Maßstab ihrer Politik machen – und nicht das, was objektiv in unserer Lage geboten ist. Die (wissenschaftlich gebildete!) Bundeskanzlerin macht übrigens vor, dass es durchaus anders geht.

        Herzliche Grüße
        Andrej Priboschek

        Hier geht’s zum Interview mit Prof. Brinkmann im „Spiegel“: https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/melanie-brinkmann-ueber-corona-mutanten-der-wettlauf-ist-laengst-verloren-a-00000000-0002-0001-0000-000175196841

        • Aber was ist mit dem „worst case“? Die Virologen haben herausgefunden, dass es Mutationen geben könnte, gegen die die jetzigen Impfungen nicht wirken. Noch sind sie nicht real aufgetaucht, aber müsste man da nicht im Hinblick auf den „worst case“ so lange warten, bis das Virus praktisch ausgerottet ist? Oder wer soll bestimmen, was sonst der „worst case“ ist und wie man auf „Nummer sicher“ geht? Welche Einzelmaßnahme nun wie wirkt, scheint auch nicht perfekt bekannt zu sein, nicht einmal bei den Masken.
          Die Schulen kann man zwar schließen, nicht aber die gesamte Wirtschaft. Alles, was systemrelevant ist, muss weiter funktionieren, also Energieversorger, Wasserwerke, öffentl. Verkehr, Lebensmittelerzeuger- und handel, Polizei und Feuerwehr, Krankenhäuser, Bürgerämter, Post, Banken, Gerichte usw. Da lauern im Prinzip ganz ähnliche Gefahren wie in Schulen. Ich fürchte, auch ein Minister Priboschek würde da abwägen müssen, weil er von diversen Seiten mit Wünschen bestürmt würde. Schließlich ist der Druck, die Schulen trotz allem (partiell) zu öffnen, vorhanden und nicht etwa von mir erfunden worden. Es gab auch mal den Vorschlag, nur die schwachen Schüler in die Schule zu beordern. Dann drängeln die sich hoffentlich nicht in überfüllten Räumen.

          • Sehr geehrter Carsten60,

            natürlich müsste auch ein Minister Priboschek abwägen – entscheidend ist allerdings, auf welcher Grundlage er das tut.

            Herzliche Grüße
            Andrej Priboschek

      • Sehr geehrter Carsten60,

        vielen Dank für die Hinweise auf die kommenden anstehenden Infektionskrankheiten. Genau deswegen macht es ja gerade jetzt auch Sinn, die Dinge richtig bzw. nachhaltiger zu gestalten.

        In Schweden wurde nach der Grippesaison 2017/18 die Schlussfolgerung gezogen, dass hochwertige Luftfilteranlagen in Klassenräumen und öffentlichen Gebäuden die Anzahl der Krankheitstage deutlich reduzieren würden. Und außerhalb der Grippesaison würden die Anlagen für ein deutlich besseres Raumklima sorgen. Die Praxis der letzten Jahre zeigt, dass die getroffenen Annahmen richtig waren, die Zahlen der Infektionen sanken vielerorts. Auch in der Corona-Pandemie ließen die Schweden ihre Schulen offen, ohne dass es dabei zu breitgestreuten großflächigen Ausbrüchen kam. Woran das wohl liegen mag?

        Also, ich vermute mal, das ein KM Priboschek mit seinem Prinzip „Vorsorge ist besser als Nachsorge“ erfolgreicher unterwegs sein wird. Insbesondere bei der Kosten/Nutzen-Rechnung. Eine Woche Lockdown kostet Deutschland rund 2,5 Milliarden Euro. Alleine für Kosten einer Woche in den beiden bisherigen Lockdowns hätten wir die Klassenräume sicher gestalten können.

        Für die Kosten einer anderen Woche übrigens rechtzeitig im großem Umfang die benötigten Impfstoffe. Aber Herr Priboschek kann leider nur ein Amt gleichzeitig haben. 😉

        • Dass der schwedische Sonderweg so besonders erfolgreich war, wird hier bezweifelt:
          https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/wie-sinnvoll-ist-der-schwedische-sonderweg/
          Die Zahl der Toten ist jedenfalls höher als in Deutschland. Und unter aerzteblatt.de wurde mitgeteilt, dass sich in Schweden vor allem die Lehrer infizierten, weniger die Kinder und deren Eltern. Das kann ja wohl auch nicht die Lösung sein.
          Schließlich ist Schweden weitgehend dünn besiedelt (selbst Stockholm ist nicht mit unseren Ballungszentren vergleichbar), es treffen generell weniger Leute auf engem Raum zusammen, die Schulklassen sind wohl auch kleiner, es gibt Schulbusse usw., und man setzt auf eine vernünftige Bevölkerung. Ob es auch daran liegen könnte?

  17. Wie kann man diesen Zustand ändern.
    Ich habe meine Landesregierung in BW nicht gewählt weder jetzt noch das letzte Mal.
    Welche Möglichkeiten haben Beamte gegen diese Zustände vorzugehen?
    Nicht einmal die Erzieherinnen streiken, weil sie ihre Schützlinge nicht im Stich lassen wollen.
    Und einig ist man sich eh nicht.
    Ich finde viele ihrer Argumente richtig, es schafft Öffentlichkeit, wenn auch eine Begrenzte.

  18. Und das Drama geht weiter. Entscheidungen ohne Verstand, hauptsache ein toller Auftritt zum profilieren in den Medien. Jetzt hat man schon ein Jahr Zeit gehabt und hätte viel Gelerntes umsetzten können, doch wozu, wird eben auf Kosten der Lehrkräfte und SuS abgewälzt.
    Es ist ein Armutszeugnis für eine solche Handlungsweise. In der Schule würde man für eine solche Themenumsetzung eine glatte 6 erhalten.

  19. Und natürlich ganz vorne dabei Spitzenkandidatin der CDU BW für Landtagswahl Frau KM Dr. Susanne Eisenmann die medienwirksam ab dem Tag nach der Wahl die Grundschüler in voller Klassenstärke ohne Masken und ohne Abstand in den Unterricht schickt. B 1.1.7 kann man es kaum leichter machen…ihr Ausspruch „Schule in Präsenz unabhängig von den Insidenzen“ hat für mich Potential bei der Wahl zum Unwort/Unsatz des Jahres….

  20. Kinder bekommen kein Corona, Lehrer auch nicht.Alle Kinder wollen unbedingt sofort wieder in die Schule.Noch Fragen…..?

  21. Das spricht mir alles aus der Seele.
    Als vorerkrankte Mutter aus NRW verfolge ich diesen Öffnungswahnsinn mit großem Schrecken und Angst.
    Gibt es keine Möglichkeit das irgendwie zu stoppen…..zu streiken oder zu klagen?
    Ich fühle mich wie in einem Alptraum gefangen.

  22. Herr Priboschek, Sie haben es wieder einmal auf den Punkt gebracht, DANKE!!!

    Das absolute Versagen der Politik in Bezug auf unsere Bildungseinrichtungen und somit die massive Verletzung der Fuersorgepflicht von Schutzbefohlenen(ganz gleich, ob Kinder oder Lehrer*innen)!!!!

    Nur noch dieser Sch…. Wahlkampf zaehlt, Menschen, Tote scheinen voellig egal.
    DIE (Politiker) sind ja mit Filteranlagen in ihren Einzelbuero’s, obwohl diese in Bezug auf die Schulen sinnlos sind…..
    Die!!!! schuetzen sich selbst und ihre Familien, wo es geht, aber der „normale“ Kleinbuerger ist egal.

    HAUPTSACHE! :Schulen auf!!!!
    Keine geimpften Lehrkraefte, naja und Testungen machen wir mal erst, wenn alle schon in der Schule gewesen sind.
    Wie hirnlos ist dieses Vorgehen?????

    Oesterreich gibt es zu, ABER!!!! die deutschen Kumis wollen dies nicht zur Kenntnis nehmen.

    Geben Studien in ihrem Sinne in Auftrag und schwaerzen das aus, was nicht in ihrem Sinne ist.

    Vielen Dank an die Politik/KM fuer die naechsten Kranken und Toten(Ironie off)!!!!

  23. Auch wenn ich mich wiederhole:
    Seit Juni 2020 schüttele ich sinnbildlich gesehen ununterbrochen mit dem Kopf, wenn ich die jeweils aktuellen Beschlüsse der Bildungsminister lese.
    Fast macht mir das Virus selbst weniger Sorgen als die dilettantische und in meinen Augen verantwortungslose, dreiste und dermaßen rücksichtsbefreite Vorgehensweise der jeweiligen Kultusminister.
    Kaum etwas Vernünftiges entschieden, stattdessen permanente Selbstdarstellung und, ich muss es leider so nennen, Machtgehabe.
    Es macht mich aufgebracht, gleichzeitig verunsichert es mich zutiefst und verursacht wütende Ohnmachtsgefühle.

    An meiner Schule herrscht Alarmstimmung:
    Nachweislich 4 mit der britischen Virusvariante infizierte Grundschulkinder und eine Lehrkraft, 7 LehrerInnen in dreiwöchiger Quarantäne und 3 komplette Klassen im Homeschooling mangels zur Verfügung stehender Lehrkräfte.
    Das GA bittet alle Eltern der SuS, sich testen zu lassen, da unter den SuS eine symptomlose Dunkelziffer vermutet wird.

    Dieser Vorfall (einer von vielen) spricht im negativen Sinne schon für sich und lässt uns nichts Gutes (auch für die Kitas und weitere Schulen) für die nächste Zeit befürchten.
    Dass das Virus sich auf diesem Wege weitere Opfer in der Gesamtgesellschaft suchen wird,
    sollte jedem halbwegs logisch Denkenden klar sein!

    Ich weiß inzwischen nicht mehr, wie ich den politischen Umgang mit Kitas und Schulen derzeit nennen soll….gibt es ein Wort in unserer Sprache hierfür?

    Einziger kleiner Lichtblick:
    1.Impftermin für mich Mitte März….

    • Das freut mich für Sie… Bleiben Sie gesund bis dahin! Wir haben seit 11.1.die Abschlussklassen im Präsenzunterricht, leider ist für die LuL der weiterführenden Schulen eine Impfung noch lange nicht in Sicht. Ich hoffe sehr, dass sich das noch ändert… die Zweitimpfung bei AstraZeneca erfolgt ja erst nach 12 Wochen, also vor Ende des Schuljahres wird wohl keiner von uns wirklich geschützt sein, selbst wenn es vielleicht im April oder Mai erste Termine für Prio 3 geben sollte.

      • Ich finde es in dem Zusammenhang so erschreckend, dass viele, mit denen ich rede, davon ausgehen, dass „alle Lehrer jetzt geimpft sind“ – Erst wenn man aufklärt, dass es „nur“ Impfen für Grundschullehrer, Förderschullehrer und Erzieher (das die wenigstens geschützt werden, finde ich mehr als notwendig) in NRW gibt, kommt das große Staunen. Diese Menschen gehen auch davon aus, dass jetzt in den Schulen immer fleißig getestet wird. Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist völlig verdreht…

        • Ja, in den Nachrichten ist, warum auch immer, undifferenziert nur von „Lehrern und Erziehern“ die Rede, wenn es ums Impfen geht. Ich bin von etlichen Personen in meinem Umfeld auch schon angesprochen worden, ob ich denn schon meinen Impftermin habe und ich könne ja froh sein, endlich geschützt in die Schule gehen zu können usw. Wenn ich das Missverständnis aufkläre, ist man sehr verwundert.

        • @Reichtlangsam:

          Genau so erlebe ich es auch.
          Viele sind noch dürftiger informiert.
          Selbst mehrere Medien geben Halbwahrheiten oder Informationen mit Lücken an die Öffentlichkeit weiter!

    • Liebe Mary-Ellen, ähnliches bei uns Gymn./OWL:
      Nach der ersten Woche zurück in Präsenz Corona-Fall in der Q2…41Sus und 4 LuL in Quarantäne…ob es es sich um B117 handelt erfahren wir KuK gar nicht erst. Aber da die Vorabiklausuren gerade anlaufen heißt das für alle KuK im Abidurchgang, dass bei allen anstehenden Klausuren diese 41 SuS fehlen werden – was das Erarbeiten eines weiteren Abivorschlages nach sich zieht….quasi als Danaer-Geschenk. Die meisten der KuK sind – wie bei dir – mittlerweile völlig aufgebürstet…das unfassbare Kopfschütteln ist mittlerweile kollektiv geworden….nur wenige – v.a. in der Schulleitung und der Abteilungsleiterrunde reden sich ihren Einsatz für die SuS noch schön….bei soviel pädagogischen Ethos wird
      selbst mir Angst und Bange….aber genau da liegt auch ein Problem in dieser Zeit. Die Vollpfosten aus den KuMis finden immer noch Dümmer Kälber, die den von oben verordneten Scheiß in ihrem Kollegium immer noch als feinste Nugatpralinen zu verkaufen suchen. Da wird nicht nur das Vertrauen in die Politik vollkommen zerstört, sondern diese Vertrauenskrise setzt sich zuweilen bis in die einzelnen Kollegien fort. Lieblingssatz meiner SL: „Sie müssen mir doch einfach mal vertrauen!“ Erinnert mich an den Song der Schlange Ka im Dschungelbuch, den sie augenrollend Mogli vordringt.
      „Trust in meeeeee, just in meeee…
      close your eyesssssss…just in meeee“

      • Andre Hog- diese Obrigkeitshörigkeit mein SL geht mir auch so richtig auf den Sack- Sorry- Anders kann ich das nicht mehr ausdrücken.

      • @Andre Hog:

        Lieber Andre Hog!
        Oh, OWL! Die Wiege meines Daseins!

        Dass manche Schulmitarbeiter gar nicht erfahren, wer, wie viele an der Schule und an welcher Variante die Betroffenen erkrankt sind, finde ich unmöglich.
        (Ist an meiner Schule durch einen relativ sozial denkenden SL zum Glück eher transparent. Dennoch glaubt er zzt. immer noch, dass fast ausschließlich Erwachsene unsere Grundschüler anstecken….nicht umgekehrt).

        Der von dir erwähnte pädagogische Ethos (ich gehe durchs Feuer für meine Kinder, etc., blabla) geht mir auch auch die Nerven, ich halte diese Einstellung für eine ungesunde Distanz, ferner hört es sich für mich immer leicht nach Allmachtsphantasien bei gleichzeitiger Selbstaufgabe an.
        Meist sind es auch diese Personen, die vorsichtigere Mitmenschen in der Pandemie als „Waschlappen“ ansehen.
        Solange es an Schulen die Übermotivierten geben wird, solange werden auch die KuMis leichtes Spiel haben, den Lehrkräften immer noch mehr Aufgaben aufzubürden: „Klappt doch…never change a winning team! DÖP!“
        Und solange wird sich an den Schulen auch NICHTS zum POSITIVEN verändern!
        (Die „Schlange Ka“ 😉 ist mir in der Schule und auch im Bekanntenkreis schon über den Weg geschlängelt….da muss man sich fragen, für wie blöd man offenbar gehalten wird!)

        Wie erholsam ist es da doch in meinem Zweitjob…dort erfahre ich größtmöglichen Schutz, klare Regeln für alle und keine Ressentiments jedweder Art.

        Es bleibt also dabei:
        Was Schulen und Kitas betrifft, muss jeder allein für sich kämpfen,
        mein ganz besonderes Mitgefühl gilt hier vor allem den Kita- und Förderschulmitarbeitern!
        Viele Grüße! 🙂

  24. Der Vergleich mit Österreich hinkt:
    Während dort Schnelltests zur Verfügung stehen und Verweigerer zu Hause bleiben,
    gehen in Deutschland alle in die Schule und die Testungen dort werden weiterhin nicht umgesetzt.
    Wo kein Kind getestet wird, kann man weiterhin behaupten, Kinder würden sich und andere nicht anstecken.

    • Genau das habe ich auch schon gedacht. So ist die Testerei doch sinnlos, wenn sie nicht verpflichtend ist und nicht konsequent durchgezogen wird! Außerdem wird so unnötig Geld rausgeschmissen, was man zB in Luftfilter hätte investieren können.

  25. Letztlich fasse ich meine Stimmung als Vater von zwei Grundschulkindern mal so zusammen: Wenn eines meiner Familienmitglieder durch die Zwangsbeschulung ernsthaft erkrankt und verletzt wird, werde ich mich ggü. den Entscheidungsträgern genau so verhalten, wie wenn eben irgendjemand meine Kinder, meine Frau oder uns als ganze Familie körperlich angreift und verletzt.

  26. Als Elternteil hilft nur noch der Gang zum Anwalt. Auf Bitten und Flehen wird nicht reagiert werden. Meine Kinder werden erst wieder zur Schule gehen, wenn es sicher ist. Hätte ich noch schulpflichtige Kinder würde ich mich mit anderen Eltern kurzschließen und Mittel wie offener Brief, Kontakte zu Landtagsabgeordneten etc nutzen.

    • Verstehe ich nicht. Sie haben doch die Möglichkeit,.das Kind daheim zu lassen. Erst wenn abzusehen ist, dass Geld eingetrieben werden soll o.ä. wäre doch der Gang zum Anwalt der richtige weg.
      Machen Sie es wie die KuMi’s: einfach aussitzen.

  27. Ich muß meinem Kommentar von weiter oben noch etwas hinzufügen, dass die Unfähigkeit der Entscheidungsträger noch mal klar zum Ausdruck bringt.
    Um meine Mutter im Pflegeheim zu besuchen, deren Bewohner und sämtliche Angestellten bereits seit Wochen durchgeimpft sind, muß ich neuerdings(!) einen negativen Coronatest vorweisen, um als Besucher vorgelassen zu werden.
    Dabei sind tatsächlich doch die einzigen Menschen, die sich hier noch in Gefahr bringen können, die ungeimpften Besucher.
    Warum werden diese unnützen Tests nicht den Schulen zur Verfügung gestellt.
    Hier wären sie sinnvoll eingesetzt.
    Soviel Dummheit und planloses Handeln entsetzt mich…..

  28. Grob fahrlässig ist das ganze!!!!! Ich habe täglich Angst und bete das uns nichts passiert. Als Erzieherin muss ich jeden Tag für mehrere Stunden in einen Löwenkäfig.Und als Mutter muss ich meinen Sohn dort auch jeden Tag reinstecken,jedoch in einen anderen ( mit größeren Löwen halt).Das einzige was ich machen kann und auch mache ist: meine über 70 Jahre alten Eltern nicht zu treffen. Eben um sie zu schützen.Aber sie sind jetzt ziemlich gekränkt deshalb und verstehen es nicht wirklich. Danke liebe Minister.

  29. Sie sprechen mir aus der Seele,aber ehrlich was haben wir in einem Wahljahr erwartet?Politikern geht es zur Zeit darum den Wählern zugefallen, bestimmt nicht um das Wohl einzelner. Traurig aber wahr. Die Schnelltest
    mit einer Takeforce von Scheuer und Spahn eine Lachnummer. Was haben die beiden schon richtig hinbekommen? Nur traurig da es sich hier um Menschenleben handelt, ich bin einfach sprachlos bei soviel Dummheit!

  30. Na, wir haben ja bald Wahlen, und ich gehöre zu denjenigen Eltern, die das Recht auf Schutz über das Recht auf Bildung stellen.

  31. Danke für Ihren trefflichen Kommentar, Herr Priboschek. Er trifft absolut ins Schwarze. Als Elternteil in NRW schüttel ich nur noch den Kopf über die Inkompetenz der Kumis.

  32. Meine Kollegin hatte einen positiv getesteten Schüler in der Klasse. Und nun ist sie auch positiv… Das Dilemma:sie ist geimpft… Soviel dazu, Kinder seien keine Überträger und der Impfstoff wirkt…

    • Wie lange ist die Impfung denn her? Und hat sie bereits beide Impfdosen? Die Wirkung setzt ja nicht sofort ein. Das zeigen ja auch Infektionsfälle in Altenheimen, wo die Infektion entweder schon vor der Impfung erfolgte, aber durch die Inkubationszeit erst nach der Impfung bemerkbar wurde, oder die Infektion kurz nach der ersten Impfung erfolgte, sodass noch kein Schutz aufgebaut war.

    • Sie mag positiv sein, d.h. aber nicht, dass sie (schwer) erkrankt. Nach jeder Dosis dauert es 2-3 Wochen um den optimalen Immunschutz zu entwickeln. Positiv kann man dabei jederzeit werden, auch nachdem man komplett fertig geimpft und „optimal immunisiert“ ist.

  33. Ja, genau so ist es…und ja genau so wütend bin ich auch.

    Ein Problem bleibt die Trägheit der Masse.
    Politiker verschaukeln uns ,weil wir es uns gefallen lassen.
    Wir beklagen die Zustände, werden jedoch nicht aktiv. Einen Leserbrief zu verfassen oder mit der Nachbarin darüber zu sprechen bewegt leider nichts.
    Jeder einzelneist zuständig.
    Es wird niemand kommen uns es für uns erledigen.

    Wir müssen klagen. Alle, immer wieder und wieder.
    Wir müssen uns an alle Zuständigen, Behörden und Politiker wenden. Wieder und wieder.
    Wir müssen an die Presse treten …immer wieder.
    Wir müssen gemeinsam aufstehen und uns organisieren und weiter vernetzen.

    Wo bleibt das Engagement der Eltern sich für Lüftungsanlagen an der Schule ihrer Kinder einzusetzen?
    Wo bleibt der Protest? Gegen die Präsenzpflicht und Zwangsdurchseuchung in Schulen?
    An unserer Schule höre ich da so gar NICHTS.

    In meinem Umfeld gibt es keine Eltern, die den Nutzen der Lüftungsanlagen erkennen. Aber über den Urlaub im Sommer denken sie bereits nach.

    Ich bin entmutigt. Nicht nur von der Politik sondern auch von denjenigen, die jetzt ebenfalls für sichere Schulen eintreten müssen. Ernüchternd. Desillusionierend aber das ist eben auch eine traurige Wahrheit dieser Tage.

    • @Illy:

      Eine ernstgemeinte Frage:
      Ich habe Sie ja längere Zeit in diesem Forum vermisst, habe Sie aber vormals als sehr engagiert und kämpferisch im positiven Sinne erlebt.
      Gibt es irgendwelche Punkte zu Ihrem Vorhaben, mit denen Sie weitergekommen sind bzw. was genau haben Sie alles versucht und angeschoben? Welche Reaktionen haben Sie ggf. erfahren?
      Es interessiert mich sehr!

  34. …ich bin so schockiert. Letztendlich wird dieser Weg nur deshalb gewählt, dass man nicht noch mehr unter Zugzwang kommt, die Bildungspläne genauer anschauen zu müssen. Gleichzeitig natürlich immer wider, wenn das alles nicht der, dann „droht“ man Ferienkürzungen an…welches KuMi interessiert sich für die jungen oder erwachsenen Menschen im System…

    ….tut mir leid..

    Keine Antwort gefunden.

  35. Ich hoffe ehrlich dass es auch mal die Verantwortlichen trifft. Vielleicht lernen sie dann richtig zu entscheiden. Vorsätzliche Körperverletzung ist das was sie unseren Schülern und damit auch bewusst den Eltern antun.

  36. Liebe Redaktion
    Schön wäre es wenn die verantwortlichen Kultusminister:innen und Ministerpräsident:innen, auch mal offiziell lesen könnten was bei news4teachers diskutiert wird. Auch die Bevölkerung, die mit Schule nicht viel zu tun hat weil keine eigenen Kinder da sind und daher auch nicht auf dem Laufenden sind, würden so erfahren was die Kultusminister: innen so erzählen und veranstalten. Ich könnte mir vorstellen dass das einiges auslösen würde.

  37. Nach über 40 Jahren im Schuldienst ist es eine Schande, wenn man Angst haben muss, die Pension in etwas über einem Jahr nicht mehr zu erleben, weil man im Schulbetrieb angesteckt wird oder sich im Durchzug der Klassenräume eine Lungenentzündung holt. Ich liebe meinen Beruf und meine Grundschüler, aber ich habe einfach nur Angst!

  38. Warum bekommen die Coronaleugner Demos mit zehntausenden auf die Reihe?
    Aber …
    Wann ist ziviler Ungehorsam angebracht?
    Welche kreativen Wege gibt es.
    Stell dir vor es ist Schule und keiner geht hin.
    Kann man ein System am laufen halten, das schon im Normalmodus nur noch durch den Einsatz der Beschäftigten zusammen gehalten wird.
    Wenn Schulleitungen so frustriert sind, ihnen herausrutscht man sollte einfach Mal eine Woche Dienst nach Vorschrift machen um zu sehen wie der Laden auseinander bricht.

  39. Holt euch den Antigenimpfstoff von Prof. DR. Stöcker aus Lübeck.Danach ist die Pandemie vorbei und keiner braucht sich mehr Sorgen machen. Stattdessen wird dieser Prof. Angezeigt

  40. Liebe Redaktion: Mir persönlich fehlt in dem obrigen Gedankengang eines Kultusministers die Arbeit der Medien! Wie schaffen es die Kultusminster immer wieder, die Medien ( bis auf wenige Ausnahmen), so einseitig berichten zu lassen?
    Ich bitte dies noch zu ergänzen. Bin gespannt

    • Lieber Gustav,

      bei News4teachers gelingt das ja belegbar nicht. Wir lassen uns nicht mit Zahlenspielereien und Slogans wie „Schulen sind keine Treiber der Pandemie“ einlullen. Ehrlich: Warum so so viele Kolleginnen und Kollegen die Statements aus den Pressestellen der Kultusministerien unreflektiert weitertragen, ist uns mitunter auch ein Rätsel. Ein Grund mag sein, dass die Bildung generell mit ihren Strukturen – 16 Bundesländer, unklare Verantwortlichkeiten, zig Verbände, ewiger Streit – für die meisten Redaktionen kaum noch durchschaubar ist. Da haben wir als Bildungsspezialisten sicher einen großen Vorteil.

      Ein weiterer Grund liegt aber womöglich darin, dass natürlich auch die Medien Interessenvertreter sind – und zwar in eigener Sache: Die meisten Verlage leiden wirtschaftlich massiv unter den Corona-Beschränkungen, und so manche Journalistin und so mancher Journalist dürfte selbst Kinder zu Hause haben und sich wünschen, dass die Kitas und Schulen schnell wieder öffnen. So sind wir zwischenzeitlich auch gerade von Kolleginnen und Kollegen für unsere kritische Berichterstattung angefeindet worden.

      Das hat allerdings deutlich nachgelassen – zu offensichtlich ist wohl mittlerweile, wie richtig wir damit lagen.

      Und dann gibt es natürlich auch noch Medien wie „Bild“, die sich als Sprachrohr „des Volkes“ gerieren (wofür sie vor allem die AfD-/Querdenker-/Maskengegner-Szene halten), entsprechende Kampagnen für Kita- und Schulöffnungen fahren – und dabei nicht mal davor zurückschrecken, international renommierte Wissenschaftler wie Prof. Drosten in den Dreck zu ziehen.

      Herzliche Grüße
      Andrej Priboschek

      • Danke, dass Sie so entschlossen und standhaft ,trotz der sicher zahlreichen Anfeindungen und Gegenwehr aus den eindeutigen politischen Lagern, weiter für die wissenschaftliche Seite und damit für Sicherheit der Lehrer aber auch Schüler eintreten.
        Sie machen das mit einer unermüdlichen Ausdauer….das gibt Leuten wie mir,( die ebenfalls im Hintergrund versuchen etwas zu bewirken) viel Unterstützung und letztlich auch Kraft dran zu bleiben.
        Danke für Ihre Arbeit

        • @Illy und
          @Redaktion:
          Außerdem gibt es Trost und das Gefühl, dass man bei der monatelangen Eigenwahrnehmung bisher nicht zwingend falsch gelegen hat,
          trotz des Gegenwindes, der einem in allen Facetten täglich um die Ohren geweht wird…
          Auch von mir vielen Dank!

          • Auch großen Dank und große Anerkennung von mir, liebe Redaktion! Erstaunlich, wie Sie Ihren Aufklärungskurs tagtäglich unbeirrt weitergehen.

  41. Hallo zusammen, ich bin Vater von 2 Kindern. 1 in der Grundschule (1.Klasse) und 1 in der KITA. Meine Frau und ich arbeiten beide voll und betreuen unsere Kinder soweit möglich zu Hause. Ich bin Ende letzten Jahres 8 Wochen mit BurnOut zu Hause gewesen. Und soweit können wir uns einig sein, die Politik und vorne weg das Schulsystem versagt auf voller Linie in der Pandemie. Aus meiner Erfahrung werden wir Eltern von der Schule völlig alleingelassen. Ich kann der Belastung aus Homeschooling, Arbeit, Koch uvm einfach nicht mehr standhalten. Mein Arbeitgeber hat mittlerweile kein Verständnis mehr. Ich wünsche mir daher, dass wir Eltern gemeinsam mit den Lehrern/Erziehern mutig nach neuen Wegen suchen, um für alle das bestmögliche zu schaffen. Mir ist die gesamte Diskussion zu problemorientiert. Suchen wir nach kreativen Lösungen
    Vorschläge:
    1. Nutzung von Bürgerzentren, Hotels für Unterricht (Lüftungsanlagen vorausgesetzt); in der Grundschule sicher möglich.
    2. Einbeziehung von Studenten/Hilfskräften und auch Eltern (Ich wäre dafür bereit)
    3. Bessere und zeitgemäße Aufbereitung und Strukturierung von Stoff, welche es Eltern ohne pädogogische Ausbildung erlaubt, Kinder zu unterrichten.
    4. Entschlacken der Lehrpläne, um unnützes Wissen zu entfernen.

    Das sind meine Vorschläge. Schauen wir gemeinsam nach vorne und packen wir es endlich an. Die Politik und die Vetwaltung hilft uns sicher nicht.

    • Daniel- eigentlich gibt es keine Entschuldigung dafür, daß Nix getan wurde. Ideen und Vorschläge gab’s und gibt es genug. Leider interessiert es keinen. Und es muss umsonst sein. Die Digitalisierung wurde komplett verschlafen. Das ist so offensichtlich, dass man zwangsweise Präsenzunterricht „auf Teufel komm heraus“ durchführen muss. Eigentlich ist es nur ein Abwarten. KM’s verkünden, willfährige, obrigkeitstreue Schulleitungen setzen um und Lehrkräfte müssen sich wie „Lemminge über die Klippen“ stürzen. Am Protest und Kritik reibt man sich im Schulsystem auf. Letzten Endes bleibt dann nur die „innere Immigrantion“. Für mich persönlich eine furchtbare Vorstellung.

      • @Elfe
        Ich springe jetzt bewusst in den Fettnapf.
        Fehlende Digitalisierung ist m.E. nicht das Problem.
        Kein Laptop, Tablet, Smartphone… kann die Erziehung von Kindern übernehmen. Das können nur Menschen.

        In Schulen sind das i.d.R. Lehrkräfte.
        Das Verhältnis SuS und KuK wurde mit dem spitzesten Bleistift der Welt ganz ganz mies berechnet. Politikerzahlenverständnis mit BWLler-Beratung halt. Vielleicht hat sich auch die grausame Agrarpolitik mit ihren langjährigen Erfahrungen einbringen dürfen – breit gefächertes Experten- und Ausbeuterwissen wird einbezogen. Und schon sind wir bei kostengünstiger Massenschülerhaltung. Muss ja klappen, geht bei anderen Säugetieren und Federvieh ja auch.

        Dass wir seit Jahren kleine Klassen fördern, hat Gründe und hätten wir die….

        Da wage ich die These – keine Schulschließung trotz Corona. Abstand möglich, bessere Bildung für alle, bessere Erziehung für alle…

        Lauter volkswirtschaftliche Vorteile. Doch s.o. Spitzer Bleistift, BWL-ler…

  42. Es ist schon eine komische Zeit. Daher danke, dass Sie und ihr Team alles so genau hinterfragen und trotz Anfeindungen, ich denke mal nicht nur von Kollegen, standhaft bleiben.

  43. Da hilft nur eines! Anschieben!!
    Wer sich früh genug auf den Aufprall vorbereitet, kann die zunehmend schnellere Fahrt Richtung Wand genießen.
    Wenn Vernunft nicht gehört wird, muss man sich eben um sich selbst kümmern und den Aufprall, bei dem Andere dann mit dem Kopf voran bremsen, voll auskosten.
    Ich werde Abstände einhalten, Maske konsequent tragen und lüften. Wird schon gut gehen. Bei unserer Kultusministerien habe ich da Zweifel.
    Die Gute steht jetzt schon hart in der Kritik. Wenn das so ausgeht wie es jeder normale Mensch voraussagen kann, dann wird das echt übel für sie.

  44. Sie bringen es wunderbar treffend auf den Punkt. Vielen Dank! Man kann nur hoffen, dass dieser Artikel im KM ankommt!!

  45. Gerade auf ntv gelesen:

    „Die meisten Eltern sehen einer Umfrage zufolge in Homeschooling und Homeoffice keine unzumutbare Belastung. Nur 14 Prozent der Befragten hätten angegeben, diese Doppel-Belastung „gar nicht gut“ zu bewältigen, 26 Prozent hielten sie für „weniger gut“ miteinander vereinbar, berichtet das Institut Forsa unter Berufung auf eine Befragung von 3055 Eltern mit schulpflichtigen Kindern im Alter zwischen fünf und 17 Jahren. 57 Prozent geben an, das funktioniere gut oder sehr gut. Die Befragung zeige, dass die Doppelfunktion schwieriger werde, je jünger die Kinder seien. 64 Prozent der Eltern bewerten Fernunterricht während der Pandemie als gut oder sehr gut.“

    Das war/ist schon lange meine Vermutung. Es ist keine Unmöglichkeit für die meisten und für die, für die es nicht funktioniert, müssten wir Angebote (z.B. Technik und Aufsicht in der Schule) bereitstellen, anstatt pauschal alle zurückzuholen.

    Was wurde aber vor der MPK wieder durch viele Medien proklamiert? – ALLE halten es nicht mehr aus. ALLE KINDER gefährdet! ALLE Eltern am Ende!!!

  46. In Baden Württemberg erlaubt Eisenmann Jetzt sogar in Klasse 5 und 6 Unterricht in voller Klassenstärke. Nur wenn möglich sollte Abstand eingehalten werden. Wenn personell oder räumlich nicht möglich dann halt ganze Klasse ohne Abstand. Das Virus freut sich.

    B 1.1.7 und exponentielles Wachstum und Ansteckung bei Kindern scheint bei den KM noch nicht angekommen zu sein.

    Vielleicht sollten mehr Naturwissenschaftler in die Politik….

    • Soll aber ab 17.00 Uhr möglich sein.

      Allerdings habe ich auch gefunden: kein Impfstoff vorhanden, deswegen keine Impftermine.

      Nun, viel Glück und allen

    • @Tanja

      In SH auch Vollpräsenz der 5. und 6.

      – Bei vielen leeren Klassenräumen, da die 7. und 8. noch nicht da sind.
      – Bei absoluter Reizüberflutung – von wochenlang drei bis fünf Personen nun 30 auf engstem Raum. Lösung siehe oben.
      – Konflikte ohne Ende statt Eingewöhnungszeit. Lösung siehe oben.

      Zu den Zahlen:
      Da scheint es bei Politikern generell Verständnisprobleme zu geben.

      Deren Welt – Wählerstimmen und viiieel Geld.
      Diese Zahlen können nicht hoch genug sein.

      Realität: Klimawandel, Aussterben, Inzidenzen, Verstorbene, geschlossene Einrichtungen, … unter 250000 bzw. 650000 haben diese Zahlen keinerlei Bedeutung, die triggern keinen Politiker.

      Außer: Geld muss raus. Da klammern die sich an jeden Cent.

      Es sei denn, sie können bei Ausgabe desselben hoch hinaus und fliegen….

      Machen wir uns nichts vor – Fußballer sind was wert, werden geimpft.
      Wir kosten nur, bringen nichts ein und fordern auch noch sichere Arbeitsplätze – kostet ja noch mehr!

      Was also tun? Versprechen, hinhalten, abstreiten, leugnen, in Sicherheit wiegen, versprechen, hinhalten, …. klappt seit Jahren.

  47. „Wie uns die Kultusminister in die Katastrophe steuern“

    Nun mal Hand aufs Herz, ist das objektiver Journalismus?

  48. Die Kultusminister steuern nicht in eine Katastrophe! Sie sind die Katastrophe! Es sind eben Politiker. (Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!)

    Es geht denen schon lange nicht mehr um die Sache. Es geht darum, wie man was verkauft! Es geht ganz einfach nur um Politik und Macht, da spielt, wie die Geschichte zeigt, Sachverstand die geringste Rolle. Wir haben viele Wahlen!

    Schreit das Volk (die Eltern) nach Öffnungen, dann kriegen die die Öffnungen, und ich kriege diese Wähler! Hat das Volk (die Eltern) Angst vor Corona, dann mache ich alles dicht, und ich kriege diese Wähler. So einfach ist das.

    Kalkuliertes Risiko? Wir werden sehen.

  49. Ich find das auch alles lächerlich, ich mach dieses Jahr meinen Abschluss und unser Unterricht (der seit corona schon von 9 stunden täglich auf 4 geschrumpft ist) wird noch mehr gekürzt. Ich verstehe einfach nich das die die Lehrer lieber in den jüngeren Klassen unterrichten lassen als bei uns, wo wir die sind bei denen dieses Schuljahr entscheidend ist.

  50. Ich kann dem Kommentar auf jeden Fall zustimmen! In Brandenburg wurde der Präsenzunterricht für Abschlussklassen in der 2. Corona-Welle zu keinem Zeitpunkt ausgesetzt. Im Gegenteil es bestand Anwesenheitspflicht, die mit allen Mitteln durchgesetzt wurde (wird in den Medien häufig nicht erwähnt) – auch als die Infektionszahlen bei über 30.000 pro Tag in DE lagen und auch, als es im eigenen Klassenraum positive Coronafälle gab! Wir wurden nicht über positive Mitschüler_innen informiert und gefragt, ob wir selbst Kontakt zu ihnen hatten. Wir wurden nicht in Quarantäne geschickt. Und wir wurden erst recht nicht getestet. Stattdessen habe ich das Gefühl, dass versucht wird solche Vorfälle in der Schule zu verschleiern. Der Hygieneplan in der Schule ist genauso fragwürdig – es werden keine Tische abgewischt und natürlich nicht desinfiziert; Lehrer_innen veranstalten Gruppenarbeiten, bei denen es unmöglich ist Abstand zu halten und ordentliches Desinfektionsmittel, sowie Masken werden uns nicht zur Verfügung gestellt. Natürlich habe ich dann Angst um meine Familie, aber es interessiert keinen! „Wir seien privilegiert zur Schule gehen zu dürfen und sollten uns darüber freuen“, wird uns von unseren Lehrern/Lehrerinnen erklärt. Auf meine Aussage, dass ich es nicht gut finde, dass bei Gruppenarbeiten keine Abstände eingehalten werden können, bekam ich die Antwort von meiner Lehrerin, dass deshalb die ganze Zeit die FENSTER auf waren. Fenster öffnen und lüften ist ja sowieso die „beste“ Lösung für alles und soll für uns den „life-saver“ vor Corona darstellen. Dass man bei -20 Grad draußen und gefühlten -10 Grad im Klassenzimmer anfängt zu frieren und sich nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren kann, können sich Politer_innen anscheinend gar nicht vorstellen.
    Ab nächster Woche soll es dann Wechselunterricht geben, dass alle Klassen zur Schule kommen können und der „Abstand“ noch einigermaßen eingehalten werden kann. Zudem soll es Corona-Schnelltests geben, die meiner Meinung nach, viel zu spät für Schüler_innen eingeführt werden. Diese Schnelltests soll dann jeder bei sich selbst durchführen, wobei es für mich fragwürdig ist, wie 7. Klässler_innen diese Situation meistern sollen. Na ja abwarten und Däumchen drehen, wie es auch die Verantwortlichen machen.

  51. Wir bekommen, was wir wählen… Bin selbst Lehrer – und mehrfach betroffen da zusätzlich noch onkologische erkrankt. Trotz der vielen Probleme, beschwere ich mich nicht: Solange Menschen, dieselben Politiker und Parteien wählen (wie jetzt geschehen), kann ich das Klagen nicht verstehen. Man müsste seine Nichtzustimmung auch politisch zeigen (ich meine damit ausdrücklich nicht Querdenken und Co)

  52. Ich erwarte von allen Politikern volle Präsenz im Bundestag und in Ihren Büros. Ich erwarte das alle in vollen Flugzeugen nach Berlin pendeln.Ich erwarte das alle aus dem Home-Office zurück beordert werden. Ohne Ausnahme..ist ja scheinbar alles halb so wild…würde meine Tochter sofort zuhause lassen und eine Entschuldigung nach der nächsten schreiben..doch sie hat Angst weil sich das auf alles in ihrer Zukunft auswirken würde. Selbst wenn die Fehlstunden entschuldigt sind…

  53. Mein Kinder sind seit 13.März 2020 komplett im Homeschooling (ich bin Risikopatientin und beide Kinder haben Asthma)… Ich kann dem Bericht nur zustimmen und beobachte die Lage seit Monaten genauso kritisch und kopfschüttelnd! Die Kultusminister sind absolut fehl am Platz, nutzen die Kinder als Versuchskaninichen und sind maßlos unverantwortlich und grob fahrlässig! Klar sind soziale Kontakte und Präsenzunterricht wichtig, jedoch sollte in dieser AUSNAHMESITUATION die Gesundheit unserer Kinder höchste Priorität haben. Bevor ich meinen Kindern die Zukunft mit dauerhaften Gesundheitsschädigungen oder sogar den Tod kaputt mache, nehme ich lieber in Kauf, dass Sie den Satz des Pythagoras und die Zeichen für chemische Elemente nicht aus dem FF können (was ich früher lernen MUSSTE, niemals mehr im normalen Alltag brauchte und auch heute das meiste davon wieder vergessen habe!!!) Und meine Eltern und Großeltern mussten dies übrigens NIE lernen und kamen erstaunlicherweise auch immer ohne dieses Wissen gut aus!!! Ohne dieses Wissen können meine Kinder also sehr gut weiterleben im Gegensatz zu den Auswirkungen und Spätfolgen einer eventuell Covod 19 Infektion!!! Dann sollte man ihnen in dieser AUSNAHMESITUATION nur das Wichtigste und Grundlegenste per Homeschooling beibringen und das Berufsrelevante später lieber in einer dementsprechend verlängerten Ausbildung oder dementsprechend längerem Studium, so lernt jeder trotzdem wieder die relevanten Dinge die für sein Berufs- und Alltagsleben von Bedeutung sind und auf den Rest kann man gut und gerne dann verzichten, weil man es eh nie wieder im Leben benötigen wird! Vieles was heute an den Schulen gelernt und vermittelt wird ist daher absolut überflüssig und (für die Meisten) absolut uninteressant/unwichtig!!!) Das ganze deutsche Bildungssystem müsste in meinen Augen neu überarbeitet werden, was mit unseren jetzigen Kultusminister aber leider nie passieren wird…

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