Schul-Chaos: Staatskanzlei erlaubt erstem Kreis jetzt doch, Schulbetrieb einzuschränken

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DÜSSELDORF. Der Streit um offene Kitas und Schulen in Nordrhein-Westfalen geht in die nächste Runde – und entwickelt sich zur Groteske. Die FDP-Minister Gebauer und Stamp beharrten gestern im Landtag auf der These, Kitas und Schulen seien keine „Hotspots“ im Infektionsgeschehen. Am Abend erlaubte dann die Staatskanzlei dem ersten Kreis im Land, den Präsenzunterricht an den Schulen aufgrund hoher Inzidenzzahlen einzuschränken. Der Städtetag beklagt, dass eine klare Linie fehlt: «Erzieherinnen und Erzieher und Lehrkräfte fragen sich, ob Kitas und Schulen nächste Woche noch offen sind.»

„Sonst verlieren wir die Kinder“: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hält Präsenzunterricht trotz steigender Infektionszahlen für geboten (FDP). Foto: Land NRW

Chaos pur: Schulministerin Yvonne Gebauer und Familienminister Joachim Stamp (beide FDP) wehrten am Donnerstag in Düsseldorf Schließungswünsche einzelner Städte und Kreise ab. Sie bekräftigten: Die nordrhein-westfälische Landesregierung halte an offenen Kitas und Schulen fest – um am Abend dann doch dem ersten Kreis zu erlauben, den Präsenzunterricht einzuschränken. Im Kreis Düren kehren die weiterführenden Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen in der kommenden Woche zum Distanzunterricht zurück, wie der Kreis und die Staatskanzlei am Donnerstagabend mitteilten. Die Landesregierung habe einen entsprechenden Antrag des Kreises genehmigt.

«Das Land war dieses Mal direkt empfänglich für unsere guten Argumente»

Der Kreis Düren hatte am Donnerstag bereits den zweiten Antrag in diesem Monat beim Land gestellt, den Präsenzunterricht ausfallen zu lassen. Trotz bereits in Teilen des Kreises geltenden verschärften Regelungen liege die Inzidenz seit mehr als drei Wochen bei etwa 130 und im Stadtgebiet aktuell jenseits der 200. «Wir müssen deshalb weiter reagieren», sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Es falle nicht leicht, wieder zum Distanzunterricht zurückzukehren. «Die hohen Ansteckungsraten lassen uns keine Wahl.» Nach dem positiven Bescheid vom Land bedankte sich Spelthahn noch am Abend: «Das Land war dieses Mal direkt empfänglich für unsere guten Argumente», sagte er laut Mitteilung.

In anderen Fällen ist es das nicht: Der Entscheidung vorausgegangen waren zunächst vehement vom Land abgelehnte Forderungen aus mehreren Städten, angesichts steigender Infektionszahlen die Öffnungen der weiterführenden Schulen bis zu den Osterferien auszusetzen oder zurückzufahren. Wie auch der Oberbergische Kreis hatte der Kreis Düren seit Montag vergeblich beantragt, die Öffnung bis nach den Osterferien auszusetzen. Weitere Vorstöße aus Dortmund und Duisburg in dieser Woche, Schulen wieder dicht zu machen und/oder Kitas in den Notbetrieb zu nehmen, schmetterte das Land bislang ab.

«Wir müssen wissen, bei welcher Inzidenz die Lage so gravierend ist, dass landesweit gebremst wird»

Warum darf Düren jetzt als bislang einzige Kommune den Schulbetrieb einschränken? Aus der Staatskanzlei hieß es zur Begründung der Entscheidung, der Kreis Düren habe seine ersten Überlegungen für Maßnahmen im Schulbereich ausdifferenziert und nun eine umfassend begründete Gesamtkonzeption vorgelegt. Auch weil der Kreis bereits andere zusätzliche Maßnahmen eingeführt habe, erscheine eine «begrenzte Aussetzung des Wechselunterrichts angemessen und geboten».

Der Städtetag NRW kritisiert dagegen unklare Kriterien, nach denen das Land entscheidet. In der Debatte um Schul- und Kitaschließungen in Nordrhein-Westfalen wegen hoher – und fordert von der schwarz-gelben Regierung mehr Verlässlichkeit und Planbarkeit. «Auch die Städte brauchen Sicherheit», sagte Geschäftsführer Helmut Dedy. «Wir müssen aber vom Land wissen, bei welcher Inzidenz die Lage so gravierend ist, dass landesweit gebremst wird», sagte Dedy. Dynamischer Anstieg der Infektionszahlen, Ausbreitung der Mutationen, Impfverzögerungen – die Lage habe sich verändert und müsse neu bewertet werden. Auch Städte und Kreise, die lokal vom Präsenzunterricht abweichen wollten, bräuchten klarere Kriterien als bisher.

Schulministerin Yonne Gebauer (FDP) hatte zuvor erklärt: Es müsse über einige Tage hinweg eine Wocheninzidenz von über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen geben – dann sei ein Antrag auf «Schließung einzelner Schulen oder tatsächlich aller Schulen» möglich. Ob der allerdings auch genehmigt wird, ist fraglich. Die Landesregierung behält sich das letzte Wort vor. Die Entscheidungsgrundlage ist unklar. «Schulschließungen können eingebettet in ein Gesamtkonzept einen Beitrag zum Infektionsschutz vor Ort darstellen», so heißt es in einem Erlass von gestern. Sie dürften aber «nur das letzte und nicht das erste und alleinige Mittel der Wahl sein.»

Stamp: «Keine Situation, die aus dem Ruder gelaufen ist» – Gebauer: «Schulen sind keine Hotspots»

Im Familienausschuss des Landtags machten Gebauer und Stamp gestern ihren Unwillen deutlich, auf die steigenden Infektionszahlen zu reagieren. Stamp warnte davor, Kindertageseinrichtungen «als Pandemietreiber zu inszenieren» und damit Ängste zu schüren. Es sei aber auch nicht so, dass Kitas völlig infektionsfrei seien: Während im Februar 1,8 Prozent der rund 10 000 Kitas in NRW zeitweise teils oder ganz geschlossen gewesen seien, sei dieser Anteil von Anfang bis Mitte März auf 2,5 Prozent gestiegen. «Aber es ist keine Situation, die aus dem Ruder gelaufen ist», betonte Stamp.

Zum Vorstoß einzelner Städte und Kreise, Schulen wegen hoher Neuinfektionsraten zu schließen sagte Gebauer, die Bildungsstätten seien «nach wie vor keine Hotspots». Das Infektionsgeschehen dort sei «nicht überproportional». Ihr Beleg: Landesweit habe keine einzige Schule geschlossen.

Unterdessen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner im landesweiten Schnitt am Donnerstag erneut deutlich gestiegen. Nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit NRW lag sie bei 92,1. Am Mittwoch hatte die wichtige Kennziffer noch bei 85,1 gelegen. Bund und Länder hatten sich in den vergangenen Beratungen auf eine «Notbremse» beim Überschreiten einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 verständigt. Dann sollen automatisch wieder härtere Anti-Corona-Maßnahmen gelten. Nach Angaben des Landeszentrums für Gesundheit lagen am Donnerstag inzwischen 19 kreisfreie Städte und Kreise über der Schwelle von 100 – also mehr als ein Drittel in NRW. News4teachers / mit Material der dpa

Aufstand gegen Schulöffnungen! Infektionszahlen zu hoch – Bouffier streicht angekündigte „Präsenztage“ für alle Schüler

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56 KOMMENTARE

  1. So ein Durcheinander ist ja furchtbar.Ich habe als alleinerziehende Mama meine Tochter ( da ihre Berufung ) Lehramt studieren lassen.
    Sie ist seit10 Jahren Lehrerin an einer Gesamtschule.
    Mir blutet das Herz wenn ich sehe, wie sehr dieses Hin und Her zwischen Verantwortung ,Sorge,Präsenz und Distanz sie immer trauriger werden lässt.Warum lässt man eine Frau Gebauer so rücksichtslos schalten und walten ?

    • Da fällt mir nur Heine ein: „ich weiß, sie tranken heimlich Wein, und predigten öffentlich Wasser“… Die verantwortlichen Politiker hinter Plexiglas und wahrscheinlich Luftfilter sollten sich was schämen, die ErzieherInnen und PädagogInnen derart zu verheizen! Und es würde mich nicht wundern, wenn solche GutsherrInnen auch schon längst geimpft sind! (natürlich mit sicherem Impfstoff…)

      • @Plinius der Ältere

        Diese Impfstoffe hätten dann aber auch derbe Nebenwirkungen (diverse Ausfallerscheinungen).
        Aber die Probanden gingen ja auch schon problembehaftet „ins Rennen“ …
        😉

  2. Ich finde es mehr als erschreckend, dass das Land erst zu reagieren bereit ist, „wenn die Situation aus dem Ruder gelaufen ist“.
    Das sollte mal eine Lehrkraft als Argument bringen – auf Klassenfahrten, bei Mobbingvorfällen, bei schlechten Leistungen eines Schülers / einer Schülerin.

    Noch war die Situation ja noch nicht aus dem Ruder gelaufen, ich wollte erst noch etwas abwarten …

    • Stimme voll zu! Heute tagt das NRW Kabinett und will vorsorglich keine weiteren Öffnungsschritte beschließen, sondern Öffnungen eher zurücknehmen. Also das, was die einge Städte der Woche schon vorausgesehen und beantragt haben, aber von dem bekannten Chaos-Ministern abgelehnt wurde. Nach einem Jahr sollte nun jeder wissen, wie sich der Virus durch Kontakte überträgt und Kinder spielen miteinander und kommen sich näher ohne oder mit Maske! Die Öffnung der Kitas halte ich fngesichts der Mutanten für den allwrgrößten Leichtsinn von H.Stamp, da hilft auch kein Füße aufstamp (f)en. Wenn ich schon schon sehe, dass Mütter und EuE Ffb2 Masken an der Tür tragen und die Kiddys dann fröhlich und unbedarft ohne Maske zusammenkommen, wird mir bange um die Familien. Augen auf und nicht weiter so, sondern nachgedacht und nicht mitgemacht!!

      • Mit „Öffnungen zurücknehmen“ sind leider nicht die Schulen und KiTas gemeint, die bleiben auf jeden Fall auf, hat Laschet heute verkündet. Neuester Slogan: „Jeder Tag Schule ist ein Gewinn.“ Fragt sich nur, für wen…

  3. Und in Dürener Grundschulen sind keine Kinder, die mit vorerkrankten, älteren, adipösen Eltern/Großeltern zusammenwohnen?

    Warum setzen diese verantwortungslosen, eiskalten, covidiotischen Politiker nicht wenigstens für ALLE in NRW die Präsenzpflicht aus, wie das schon etliche andere Bundesländer getan haben?

  4. „Stamp warnte davor, Kindertageseinrichtungen «als Pandemietreiber zu inszenieren» …,
    Gebauer, die Bildungsstätten seien «nach wie vor keine Hotspots». Das Infektionsgeschehen dort sei «nicht überproportional».“

    Ohren auf Durchzug, und wiederholen:
    „Schulen und Kitas sind keine Hotspots, Schulen und Kitas sind keine Hotspots, Schulen und Kitas sind keine Hotspots …“
    Solange, bis das Virus es nicht mehr hören kann und keine andere Wahl hat, als zu verschwinden!

    Upps, was ist denn DAS(?), die Inzidenz steigt in Schwäbisch Hall durch einen Ausbruch an einer Kita!
    So kommt Schrozberg (Landkreis Schwäbisch Hall) schwuppdiwupp innerhalb weniger Tage auf einen astronomischen Wert von 1065,5 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen!
    https://www.berliner-zeitung.de/news/corona-ausbruch-in-kindergarten-inzidenz-in-schrozberg-auf-10655-li.146954

    Die entsprechenden Damen und Herren möchten bitte hier Anleihe nehmen:
    https://twitter.com/GrutterStephan/status/1371942011780096025?s=20

    In Nds. weiß gerade keiner, wieso es passiert, aber … es geschehen Wunder!
    Obwohl die Abschlussklassen Präsenzpflicht haben/hatten …
    – SCHEINEN einige Schulen unter dem Radar zu fliegen, denn nächste Woche ist DU auch für den Abschlussijahrgang … Ein GROßER DANK von Elternseite, 5 Tage weniger Virenschleuder-Unterricht an der Schule! –

    • @Wunder SAM: „auf einen astronomischen Wert von 1065,5 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen“ – Wieso denn astronomisch? 1000 ist das neue 100… Solche Spitzenwerte hat man in anderen Ländern auch schon erzielt und das werden wir auch noch schaffen, in mehr als nur einem Kreis (jedenfalls mit unserer derzeitigen Coronapolitik).

  5. Grob frahlässig Frau Gebauer! Jeder schreit nach Notbremse und Frau Gebauer streubt sich bei der Anwendung und Umsetzung. Wieder keinen Fahrplan und alles auf kosten von anderen.
    Jegliche Empfehlung findet kein Gehör und die Hirnlosigkeit bei der Schulpolitik wird ohne jegliche Fürsorge für ein Miteinander vorgelebt. In Mannheim steigt es täglich und die Schulpolitik pocht auf weiterhin auf Öffnung der Schulen. Der Verstand wurde von der Schulpolitik nicht eingesetzt und jeglichliches gesunde Handeln ausgeblendet. Jetzt muß man noch Anträge stellen und die Gefahr wird weiterhin übergangen. Die Machtposition wird weiter gepflegt. Das kann man den armen Kindern und der Jugend nich antun, man hat den
    Kindern und der Jugend schon viel angetan und es hört nicht auf. Die Bildungslücke ist für alle ersichtlich und das runtergefahrene Leben auch.
    Durch eiserne Öffnung mit großer Unsicherheit nicht zu Rechtfertigen. Die Schulpolitik sollte das Spielfeld räumen und sich einen anderen Schauplatz suchen und nicht den von Kindern und Jugendlichen. Das Frau Merkel nicht reagiert ist kaum auszuhalten und nicht verständlich. Hin und Her fällt den Damen gar nicht schwer und dieses Spiel fällt den Damen gar nicht schwer. Die schwere Last tragen die Zuschauer und vieles mehr. Verantwortung hat die Schulpolitik nicht verantwortungsvoll vorgelebt den Kindern und Jugendlichen. Die junge Generation ist in Ihrem Pesönlichkeitsschutz mit keiner Achtsamkeit behandelt worden und die Erwartungshaltung von der Schulpolitik der jungen Generation gegenüber war sehr groß.
    Die Kinder und Jugend haben die außergewöhnliche Zeit mitgetragen und die Schulpolitik
    hat nur Chaos beigetragen.

  6. Meine Tochter, 8.Klasse, hat gerade eine Videokonferenz. Die Schüler wurden ganz „vorsichtig “ gefragt, wie sie sich fühlen, nächste Woche wieder in Präsenz im Unterricht zu sein, ob sie sich auf ihre Klassenkameraden freuen…
    Die Stimmung war sehr gedrückt, die meisten haben große Bedenken, bzw. Angst.
    Es ist furchtbar.
    Ich habe nur noch Verachten für alle, die auf Teufel komm raus den Präsenzunterricht durchdrücken wollen. Zum „Wohle unserer Kinder, die nicht einmal in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden!
    Mein Kind bleibt vor den Osterferien zu Hause und macht NICHT den“ wir üben mal den Nasenabstrich-Testversuch“ mit.
    Ach…am Montag, dem 1. Schultag, finden direkt 2 Fächer mit Vertretungslehrern statt….schon klar ….

  7. Setzt den Präsenzzwang an Schulen aus – bundesweit

    Wenn doch die Voraussetzungen in den Schulen – Bildung unter Wahrung des Gesundheitsschutzes zu ermöglichen – momentan nicht oder nur teilweise gegeben sind, sollte es dann nicht im Ermessen der Beteiligten liegen, zu entscheiden, welcher Weg für sie der Gangbarste ist? Überlasst die Entscheidung doch bitte den Familien selbst, ob sie bereit sind, ein höheres Risiko unter den gegebenen Umständen in Kauf zu nehmen, oder nicht. Warum Zwang?

    Die derzeitige Präsenzpflicht ist eine Art der Bevormundung, die weder ergebnisorientiert noch zielführend ist. Und schon gar nicht angebracht, angesichts der offensichtlichen Entwicklungen. Lasst das Gerede von Kindern und Schulen als Nichtpandämietreiber oder Hotspots sein, werft einen Blick nach England und wenn die Weitsicht dafür nicht ausreicht, dann eben nur bis zum Robert Koch-Institut nach Berlin. Bei der Risikobewertung des Impfstoffs von AstraZeneca war den Verantwortlichen die Empfehlung der Wissenschaftler ja auch wichtig genug, um abzuwarten und das, obwohl gar keine Impfpflicht besteht. Warum zwingt man also Schüler:innen in die Schulen, die das nicht wollen und setzt sie und deren Familien einer unnötigen, zusätzlichen Gefährdung aus?

    Es gibt etliche Haushalte, die in mehr als einem Jahr gelernt haben, sich zu organisieren und zu arrangieren. Und Schulen, deren Beschäftigten sich im Homeoffice eingerichtet und Abläufe dort mit viel Eigeninitiative so gut strukturiert haben, dass sie ihre Schüler besser unterrichten können, als in zugigen, unzureichend ausgestatteten Klassenzimmern mit Maske und Zwiebellook. Entzerrt doch die Situation vor Ort in den Einrichtungen zugunsten derer, bei denen – aus welchen Gründen auch immer – das Lernen zuhause wirklich nicht möglich ist.

    Das Recht auf Bildung ist wunderbar. Aber vermutlich ist niemand bereit, dafür seine Gesundheit zu riskieren. Oder haben Frau Gebauer, Herr Laumann und Herr Laschet ihre Luftfilteranlagen schon gespendet? Mit welchem Recht spricht man also den Eltern die Urteilsfähigkeit ab und verlangt, dass wir unsere Kinder in das Chaos schicken, dass unsere NRW-Regierung in dieser Ausprägung doch erst herbeigeführt hat?

    • Weil wir offensichtlich UNFREI sind. Gibt es in Amerika eigentlich auch eine Präsenzpflicht, weiß das jemand? Wenn ich jünger wäre, wie gerne würde ich auswandern…

    • Die Aussagen vom Dortmunder OB und von der Landrätin in Greiz machen deutlich, dass bei B117 eine Übertragungsrate von 100% in ungeschützten Gruppen (Kitagruppen und innerfamiliär) zu beobachten ist. Gebauer, Stamp und Laumann argumentieren mit Fakten von vorgestern und scheinen die aktuelle Dynamik nicht verstehen zu wollen. Viele Kinder mit Präsenzpflicht verstehen sie sehr wohl und genießen daher derzeit keine unbeschwerten Tage mit Freund*innen im Wechselunterricht. Sie sorgen sich weniger um sich als vor der Ansteckung ihrer Eltern und das zurecht.
      Mir fehlt in den Argumenten der Politiker auch die Anerkennung für das, was Eltern und Lehrer*innen in den letzten Monaten trotz aller Widrigkeiten gemeinsam geschafft haben – es findet Unterricht statt, auch bei geschlossenen Schulen! Und für die Kinder, die mehr Betreuung brauchen, wäre es auch deutlich sicherer und förderlicher, wenn sie sich in der Schule in intensiveren, coronakonformen Kleingruppen- und Einzelkontakten mit Lehrer*innen treffen könnten, ohne all jene noch mit im Raum, bei denen es mit Unterstützung der Eltern ja online läuft. So würden auch die Selbsttests reichen, die dann am besten auch vor den jeweiligen vereinbarten Treffen und nicht am Ende eines großen riskanten Feldexperimentes, zwei Tage vor den Osterferien durchgeführt würden.
      Die entsprechenden Konzepte für ein solches oder ähnliches Vorgehen wurden z. T. schon im Mai 2020 von Bildungswissenschaftler*innen vorgelegt und würden – anders als die Handlungspläne der Spitzenpolitiker in NRW – auch in der neuen Dynamik funktionieren, so sie denn endlich Anwendung fänden.

  8. Die Argumentation der Gebauer ist zynisch. Zu behapten, keine Schule sei geschlossen, trifft zwar zu, allerdings dürfen bei einzeln auftretenden Fällen ja ganze Schulen nicht geschlossen werden und getestet wird in solchen Fällen auch nicht konsequent. Niemand behauptet, dass geöffnete Schulen besonders ansteckend sind, aber allein die Tatsache, dass Mobilität und diverse Sozialkontakte dadurch angeheizt werden, während allgemein das Wirtschaftsleben gegen die Wand gefahren wird, führt zu dem Wahnsinn, dass bei stranguliertem Wirtschaftsleben die Zahlen weiter steigen werden. Die Erlaubnis, im Kreis Düren nun im Distanzmodus zu unterrichten, wo das Kind im wahrsten Sinne des Wortes zwar nicht in den Brunnen gefallen, aber in die Schule geraten ist, ist zwar ein erster Schritt; aber das Pandemiegeschehen ist dort wie anderswo angefacht. Die überhebliche Vorstellung, man könne es „in den Kitas und Schulen laufen lassen“, weil andere Ansteckungsmöglichkeiten gleichzeitig reduziert worden seien, erweist sich als Wunschdenken. Die Kultusminister allesamt haben zu verantworten, dass sie das Land in die dritte Welle gehetzt haben. Diese Mischung aus Weltfremdheit, Regelungswut mit theoretischen, in der Praxis völlig untauglichen Konzepten und einem Corpsgeist („Wer als erster den Mund aufmacht, wird gemobbt“!) war schon vor Corona ein Ärgernis – man denke nur an die Dutzende von Absichtserklärungen, Rahmenvereinbarungen usw. usw. -, die niemals auf Wirksamkeit überprüft worden sind, waren aber hinnehmbar (Papier ist geduldig), nun aber fällt uns allen genau das auf die Füße. Um es klar zu sagen: Mit Corona kann man eben nicht verfahren, wie mit untergeordneten Weisungsempfängern. Das Virus hat keinen Beamtenstatus und ist deshalb an das Wunschdenken der Kultusbehörden dienstrechtlich nicht gebunden.

  9. Die Schule sollten sofort geschlossen werden. Dann sind wir auch flexibler mit unserer Urlaubsplanung und können uns auch besser Erholen von den überlastenden Wochen. Die Urlaubsgebiete wären auch nicht so überfüllt, weil sich alles auf 4 Wochen verteilt.

  10. „Sind keine Hotspots“ ist doch nur eine neue dämliche Umformulierung von „sind keine Treiber der Pandemie“ weil sie dafür schon x-mal Gegenwind kassiert hat. Dann sagt man den gleichen menschenverachtenden Müll einfach nochmal mit anderen Worten – vielleicht fällt es dem Dummvolk ja nicht auf…

    Nein Frau Gebauer, Kinder müssen auch keine Superspreader sein. Es reicht vollkommen, dass sie es wie jeder andere normale Mensch weiterverbreiten, auch und vor allem in ihre Familien rein, die dann sehr wohl tödliche oder dauerhaft bleibende Symptome entwickeln. Erst recht, wenn sie Vorerkrankungen haben oder schon älter sind und ihnen das Menschenrecht auf Gesundheitsschutz in NRW ausdrücklich VERBOTEN wird!

    Wie kann man sich eigentlich noch selber im Spiegel in die Augen schauen, wenn man Menschen dazu zwingt, sich zu infizieren und ganz genau weiß (wissen müsste), dass ein nicht geringer Prozentsatz heftige Langzeitfolgen entwickelt oder sogar stirbt?

    Karl Lauterbach hat gestern Abend in den Tagesthemen eine Studie zitiert, die besagt, dass bei ca. 1 von 10 (für Politiker und Behörden: das sind umgerechnet ca. 10 %!!!) infizierten JUNGEN FRAUEN die Gefahr von Langzeitfolgen besteht.

    Jetzt denken wir mal alle nach, wo man diese seltene Spezies „junge Frau“ besonders häufig antrifft… Naaaa?… Huch, sind das etwa die Mütter von Schulkindern, die Lehrerinnen und Erzieherinnen???

    Ach egal, sind doch nur Frauen, was interessieren solche unwichtigen Randgruppen schon gestandene Männer wie Laschet, Laumann oder Stamp. Haben wir Frauen halt selber Schuld, was sind wir auch immer so zickig-anfällig gegen alles, ist bestimmt auch wieder nur so ein lächerliches PMS-Syndrom.

    Den Herren ist es ganz offensichtlich vollkommen egal, wenn wir dann für den Rest unseres Lebens an ME/CFS, Lähmungserscheinungen, Parkinson, Autoimmunerkrankungen, Hirnhautentzündungen oder was auch immer dieses sch… Virus sonst noch so verursacht, leiden.

    Warum wurde eigentlich beim Astra-Impfstoff mit ausdrücklicher Billigung von Spahn-Doppelpartner Laschet ausgesetzt – ich zitiere: „„Was sagt ein Minister Jens Spahn, wenn ihm der Chef des renommierten Paul-Ehrlich-Instituts sagt: Du musst das stoppen, es kann Tote geben? Da kann Politik gar nicht anders, als der Wissenschaft zu folgen“, so Laschet. Denn hätte er „es weiter verimpft, und ein einziger wäre dann noch gestorben, wäre es seine Verantwortung.““?

    Umgekehrt ist es aber in NRW gar kein Problem für ihn, gegen etliche namhafte Wissenschaftler (Drosten, Priesemann, Brinkmann, Lauterbach, Topol, Zoë Hyde, …) Familien zur Durchseuchung zu ZWINGEN obwohl es Tote geben kann und wird!

    Und nein, ich habe Frau Gebauer nicht vergessen: Die hat sich zusammen mit ihren KMK-Schulinsassenhassern so weit aus den Fenstern gelehnt, dass sie sich nur noch mit den Schuhspitzen an den Fensterbänken festklammern und ohne den Verlust ihrer Ämter nicht wieder aus der Nummer rauskommen. Sie kann ohne Gesichtsverlust kaum noch zurückrudern also zieht sie sich ihre Diktatorenuniform über die Augen und stopft die Ärmel in die Ohren, macht sich blind und taub gegen Wissenschaftler, Statistiker, Eltern, Lehrer und Schüler und rast wie ein wildgewordener Stier in einer Stampede immer weiter auf den Abgrund zu!

    Ich kann gar nicht mehr in gerichtlich zulässige Worte packen, wie sehr ich diese NRW-Diktatoren-Mischpoke für ihr Handeln „verachte“ (das ist nicht das Wort, das ich eigentlich meine) und ich würde mich auch gerne wieder abregen wie Frau Maischberger aber da es um MEIN Leben und um das meiner Kinder geht, kann ich das leider nicht!

  11. Unsere Minister sind von der Pandemie genauso überrascht, wie die Winterdienste jedes Jahr vom Schnee. Das hat man nicht kommen sehen.

    • Lieber Peter, wie?? Wie? Die kleben doch an ihrem Sessel, so einen geilen Machtjob bekommt eine einfache Reno-Gehilfin doch nie wieder…

  12. „Ihr Beleg: Landesweit habe keine einzige Schule geschlossen.“

    Toller Beleg… nachdem man die Regeln so gemacht hat, dass genau das im Grunde nicht passieren kann.

    „Wir müssen aber vom Land wissen, bei welcher Inzidenz die Lage so gravierend ist, dass landesweit gebremst wird“

    Ob das die richtige Frage an Personen ist, die in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt haben, dass ihnen die Infektionslage mehr oder weniger egal ist?

    Meine Meinung: Die Lage ist gravierend, sobald eine Inzidenz von 35 überschritten wird. Wir sind im exponentiellen Wachstum und es hat sich schon bei der zweiten Welle deutlich gezeigt, dass der „Bremsweg“ umso länger wird, desto höher der Startwert ist. Vermutlich ist es so, dass jeder Tag, den man mit dem erneuten harten Lockdown inkl. Schulen noch zögert, den Lockdown um mehrere Tage verlängern wird. Leider ist das eine Einsicht, die Verantwortungsträgern, die nur im Jetzt planen und nicht an das Danach denken, nicht zu vermitteln ist.

    • @Jan aus H

      „„Ihr Beleg: Landesweit habe keine einzige Schule geschlossen.“

      Toller Beleg… nachdem man die Regeln so gemacht hat, dass genau das im Grunde nicht passieren kann.“
      Ich bin auch der Meinung, dass Gebauer damit den Vogel abgeschossen hat (wenigstens für die nächsten 6 Stunden).

      Wenn man z.B. bei einem Verkehrsunfall mit Verletzten nicht den Notarzt ruft, dann ist das unterlassene Hilfeleistung und wird – ganz richtig – bestraft.

      Wenn man dann noch sagt:
      „Nee nee, da waren keine Verletzten, DENN sonst hätte ich den Notarzt gerufen.
      Aber ich habe ja lange genug zugeschaut, denen gesagt sie sollen einen Antrag stellen und ein Gesamtkonzept vorlegen.
      Dann habe ICH keinen Notarzt gerufen, ALSO gibt es auch keine Verletzten!“ …
      Dann müsste man bestimmt zusätzlich eine Blutprobe abgeben.
      Oder man würde mal eingehend untersucht, ob man grundsätzlich so eine ganz besondere Sicht der Dinge hätte … (und dann hätte die nächste schicke Jacke u.U. viel längere Ärmel).

  13. Diese beiden „Herrschaften“ haben es immer noch nicht kapiert!!!!

    Naja, die derzeit beschriebene 100er Inzidenz haben wir ja bald wieder in ganz Deutschland erreicht.

    Auch dank des Starrsinns in Bezug auf Offenhalten der Schulen mit der Gesundheitsgefaehrdung unserer Kinder, Lehrkraeften, uns allen!!!!

    Mal sehen, was nach dem geknackten Inzidenzwert von 100 von der Gebauer kommt, vielleicht 500?, bevor die reagiert???

  14. „Maßnahmen im Schulbereich ausdifferenziert und nun eine umfassend begründete Gesamtkonzeption vorgelegt.“

    Supi! Na dann zeigt die Konzeption mal her, damit jeder prüfen lassen kann, ob das subjektive Recht auf Arbeits- und Gesundheitsschutz gewahrt ist. Oder ist die Konzeption geheim und nur was für die Augen der augurenhaften Entscheider in der NRW-Staatskanzlei (was die Reaktionen des Städtetags nahelegen)? Oder gibt es vllt doch gar kein Konzept?

    Gibt es so ein Konzept auch für Kitas? Oder sind die wie bisher das Schlachtfeld für unvermeidbare Kollateralschäden?

    Kch wünschte wirklich, deses Husarenstück würde endlich aufhören.

    • Da wäre die Reno-Gehilfin aber dumm, Kohle und Macht einzutauschen gegen einen einfachen Bürojob als Tippse für 12€ die Stunde… so wie es ihrer Qualifikation entspräche….Eisenmann hat wenigstens Rückgrat gezeigt, aber die unstudierte Möchtegernpädagogin wird ihre Herrschaft über die SchulbeamtInnen freiwillig bestimmt nicht abgeben…

  15. Genau – Schulen müssen sofort geschlossen werden. Dauerhaft! Und der Schlüssel muss weggeworfen werden.

    Alles zum Wohl der armen SuS! Denn sonst könnten denen ja noch was passieren…

    Sowas zum Beispiel:

    Zwei Schüler des Carl-Bechstein-Gymnasiums in Erkner haben binnen vier Wochen Suizid begangen.

    https://www.moz.de/lokales/erkner/schule-trauer-am-carl-bechstein-gymnasium-in-erkner-nach-zwei-todesfaellen-55483050.html

    Über 400 Mal wurde von „Verzweiflung in der Familie“ berichtet, und es gab 73 Berichte über Suizidgedanken, dazu 1330 Meldungen zum „Verlust der Anbindung an die Schule“ und 2700 zu „Depression aufgrund von Perspektivlosigkeit“.

    https://www.welt.de/politik/article227957725/Schueler-in-Corona-Krise-Der-schulische-
    Druck-uebernimmt-komplett-das-Leben.html

    Und das ist gerade mal die Spitze des Eisberges.

    COPSY-Studie: Kinder und Jugendliche leiden psychisch weiterhin stark unter Corona-Pandemie

    https://www.uke.de/allgemein/presse/pressemitteilungen/detailseite_104081.html

    10 Todesfälle (an oder mit Corona) in der Altersgruppe 0 – 19 innerhalb eines Jahres – die Zahl der durch die verhängten „Schutzmaßnahmen“ bedingten Suizide dürfte das mittlerweile lange toppen. Nur sind derartige Dinge medial (sofern sie denn überhaupt Beachtung finden) max. eine Randnotiz.

    Komisch, wäre definitiv auch ein Thema für ein selbsternanntes „Bildungsmagazin“man ist aber offenbar viel zu sehr damit beschäftigt reißerische Artikel zu verfassen bei denen man die Politik angeht.

    Und „Die Schüler haben ein mulmiges Gefühl wenn es um Präsenzunterricht geht…“ – ist ja auch kein Wunder, wenn man dauerhaft nach Schulschließungen schreit oder so tut als würde im Klassenzimmern den SuS permanent der Tod hinter der Tafel auflauern.

    Kollateralschäden vermeiden? Ja – aber dann sollte man endlich mal von der „Lockdown forever“ Maxime abrücken und sich wirklich damit auseinandersetzen wie man dafür sorgen kann das die (teilweise massiv überhöhten) Ängste der Erwachsenen nicht dazu führen, dass die Kinder und Jugendlichen demnächst reihenweise zu Tode geschützt werden.

    • @Markus K.

      Ich weiiß nicht, ob Sie’s schon wussten:
      Suizide von Schülern gab es schon VOR Corona.
      Ach was???
      Da Sie scheinbar gerne googeln, werden Sie da bestimmt auch fündig(Pressemitteilungen, Dokus, Studien, …), werden vielleicht in Ruhe nachdenken und Ihre Position entweder angleichen oder beibehalten.

      Bevor Sie oder jemand anderes sich jetzt echauffiert:
      Nein.
      Ich habe NICHT vor, Suizide (egal von wem) kleinzureden.

      • Ich weiß nicht ob Sie es schon wussten:

        Auch vor Corona sind Menschen gestorben – an oder mit irgendwelchen Erkrankungen. Täglich. Tausendfach.

        90% der Todesfälle kommen aus der ü70 Gruppe – in der Altersgruppe 0 – 19 gibt es auf ca. 1 Mio. (vielleicht aber auch 2 Mio.?) Fälle 10 die an oder mit Corona gestorben sind.

        Im gleichen Zeitraum starben über 3.000 Personen von 0 – 19 Jahren aus anderen Gründen in 2020.

        Coron ist bei Kindern also weder die „Haupttodesursache“ und macht nicht mal 1% der Todesfälle in der Altersgruppe aus.

        Dagegen haben sich schon deutlich mehr wegen – ja wegen – Corona und den Maßnahmen das Leben genommen, weil die nach über einem Jahr in dem sie von allen vollkommen vernachlässigt wurden keinen anderen Ausweg mehr gesehen haben.

        Ihr Kommentar zeigt aber mal wieder sehr schön wie es um die Gesellschaft derzeit bestellt ist. Die Erwachsenen machen sich vielfach ins Hemd und ausbaden müssen den Schlamassel dann die Kinder – ob sie wollen oder nicht. Gerade zu zynisch zu behaupten es hätte ja auch sonst Selbstmorde gegeben. Kennt man ja – passiert in der Praxis andauernd…

        Der Lockdown und Schulschließungen schaden den Kindern deutlich mehr und schwerwiegender als es Corona getan hat oder tun könnte. Insofern ist es ebenfalls zynisch wenn man behauptet man würde derartige Dinge ja nur zum Schutz der Kinder wollen.

        Nö – es geht hier doch längst schon nicht mehr um die Kinder – anders lässt sich nicht erklären, warum selbst eindeutige Belege für Schäden mit locker flockigen Sprüchen weggewischt werden sollen.

        Also – wer weiterhin angsterfüllt durchs Leben wandeln und auf die KM schimpfen möchte soll das gerne tun. Aber dann nicht den Schutz der „armen“‘Kinder als Nebelkerze vorschieben, sondern einfach mal dazu stehen das man sich und seine eigenen Ängste über das Wohl der Kinder stellt.

        • @Markus K.

          „Gerade zu zynisch zu behaupten es hätte ja auch sonst Selbstmorde gegeben. Kennt man ja – passiert in der Praxis andauernd…“

          „Kennt man ja – passiert in der Praxis andauernd…“
          Na das gibt wohl eher IHRE auch sonst verquere Sicht der Dinge wieder, denn DAS findet sich nicht in meinem Post.

          Und
          „90% der Todesfälle kommen aus der ü70 Gruppe – in der Altersgruppe 0 – 19 gibt es auf ca. 1 Mio. (vielleicht aber auch 2 Mio.?) Fälle 10 die an oder mit Corona gestorben sind.“
          kommt auch nicht von mir.

          Im Monologisieren und Aufstellen von Behauptungen Marke „Eine gemischte Tüte, bitte.“ kriegen Sie von mir 1+ mit *.

    • Lieber Markus K., das ist die andere zutiefst!!! traurige Seite der Medaille. Wer hat nun Recht? Die Ängstlichen, die die Schüler „zu Tode schützen“ wollen, oder die Resilienteren, die auf die zunehmenden Depressionen und Suizide unter der angesprochenen Klientel verweisen und auf Schul-Öffnungen pochen? Wissen Sie was? Keiner hat Recht, oder beide Seiten haben Recht: das Problem dahinter bleibt jedoch so oder so: beide Seiten sind quasi Leibeigene der „Bildungsherrrschenden“….der Bildungsbereich muss DRINGEND saniert werden. Damit Bildung auch OHNE ANGST unter Pandemiebedingungen funktionieren kann. Nötig wären: Ein klares, stratgegisches und vorhersehbares Handeln der (für ihr Amt nachweislich qualifizierten) Kultusminister. Luftfilter, Plexiglas, Digitalisierung. Genügend Schulbusse (mit Anschnallpflicht), keine Stehplätze. Anpassung der Lehrpläne oder Aussetzen des Schuljahres – anstatt den schon zu normalen Zeiten recht großen Druck auf die Schüler mit einem „weiter so als gäbe es keine Pandemie“ aufrecht zu erhalten. In einem sicheren Umfeld wären alle entspannter. Aber für die Schulen wird kein Geld in die Hand genommen! Ich arbeitete an 4 Schulen, drei waren marode, eine war modern, aber Dank Südfenstern sommers bei 36 Grad Innentemperatur. Was niemanden davon abhielt, im Sportunterricht dennoch 2000m laufen zu lassen. Drill und Schule sind noch zu oft EINES! Schule als Wohlfühlort? In Deutschland nicht denkbar, da m.E. der deutsche Machtmensch an sich an Empathiemangel leidet und entweder gern befehligt oder auf der anderen Seite der Fahnenstange befindlich eben klagend dient. Das unser Bildungsbereich etwas militärisches hat, lässt sich nicht von der Hand weisen. Weise und behütende Kultusminister sind hierzulande Mangelware! Aber langsam regt sich zaghafter Widerstand unter den Eltern- und Lehrerlemmingen, dennoch: es reicht nicht. Oder springen alle von der Klippe, weil Gebauer es fordert? Eine Revolution im Bildungsbereich wäre nötig, denn sonst kann man eigentlich nur noch auswandern, (wenn man es denn könnte!!), bevor man noch irgendwann ans Jugendamt gemeldet wird, weil man sein Kind nicht an so einen unsicheren Ort wie Schule schicken MÖCHTE. Der Drill an sich und das Weitermelden Andersdenkender in Deutschland funktionieren jedenfalls noch, als üble Nachwehe unserer Geschichte. Wäre ICH Bildungsministerin, gäbe es keinen Präsenzzwang in der jetzigen Situation, und ich wäre ein Befürworter des Solinger Weges gewesen, und stünde auf der Seite aller Eltern, die in Luftfilter (privat) investierten, anstatt mir eine Feldwebeluniform anzuziehen, und auf meinem Drill zu beharren…..ach ja, und mindestens dieses Schuljahr würde ich im Sinne der Schülerschaft nicht zählen, um den Druck herauszunehmen. Ich würde jeden Lehrer ehren, der mit seinem privaten Laptop den Schulbetrieb weiter am laufen hält, und dann würde ich KÄMPFEN, dass „meine Leute“ genug finanzielle Zuwendungen haben, dass Schule für alle Beteiligten GUT, FAIR und SICHER ist. Also: ein Ort der Freude ist anstatt ein Ort des Frustes…

  16. Wie ein kleines Kind: ich will aber! Ich will aber! Ich will aber!
    Ob sie dabei auch mit geballten Fäustchen wild aufstampft, bleibt ihr Geheimnis.

  17. Ich habe auch lange gedacht, die NRW Regierenden seien mit dem Corona Management überfordert. Mittlerweile denke ich darüber nach, ob, mit Beratung durch Herrn Streeck, eine gezielte Durchseuchung der Bevölkerung nicht doch angestrebt wird…Herr Streeck hat schon oft gewaltig daneben gelegen, vertritt aber, im Schlingerkurs( wenn der öffentliche Gegenwind zu heftig wird), immer noch die These, man müsse nur die Schwächsten schützen (Altenheime und ganz Alte, nicht 30 Mio Vorerkrankte) und dann sei eine Durchsuchung vertretbar….Er nennt das dann “ wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“. Und das hört man auch von Herrn Laschet &co….ich befürchte, hier ist nicht Unvermögen Ursache für den mangelnden Schutz großer Bevölkerungsteile sondern Vorsatz und Verantwortungslosigkeit.
    Und die kleinen Unternehmen werden so auch nicht gerettet, sondern noch mehr geschwächt und die Kosten der Pandemie werden immer weiter steigen.
    Hoffentlich wird dieser Kurs durch öffentlichen Widerspruch gestoppt!

  18. Spahn rudert zurück und kündigt einen neuen lockdown an. So was? Wer hätte das nur gedacht?
    Und die NRW Landesregierung verbietet Corona Hotspots, Schulen und/ oder Kitas zu schließen. Heute morgen laut WAZ: 5000,- Bußgeld für „Schulverweigerer“.
    Zur Info: Ein „Tagessatz“ sind 100 €!! Und eigentlich hat es das Schulministerium nicht wirklich interessiert, wenn Schulen um Hilfe bei notorischen Schwäntern bitten.
    Wer noch Zweifel hatte, ob es bei den Entscheidungen um das Wohl der Schüler oder Bildungsgerechtigkeit geht…
    Für mich wie trotzige Kleinkinder, die an der Supermarktkasse ihren Willen nicht bekommen.
    Nur, dass „Mutti“ keinen Einfluss mehr auf die Belägen hat und es um MENSCHENLEBEN geht.
    Vielleicht ein Bootcamp?

    • @Trulla

      Das mit den 5000,- Bußgeld für „Schulverweigerer“ sieht schon aus wie eine Verzweiflungstat.
      So wie ein kleines Hündchen mit eingezogener Rute und gleichzeitig gefletschten Zähnen, abwechselnd knurrend und schrill kläffend.
      So etwas ist zwar im Auge zu behalten, aber eigentlich kann man auch in Ruhe abwarten … Also die Kinder sollten in Ruhe zuhause abwarten. Dann mal sehen, ob es Bußgeldbescheide gibt. Erstens ist Papier geduldig, zweitens haben die wohl gerade ziemlich viele andere Dinge zu tun – so ganz plötzlich. 😉

      Und wer nur noch mit Drohungen „regieren“ muss …
      (Ist das jetzt auch eine Kernkompetenz?)

    • @Trulla Thema Bußgeld für Schulverweigerer: Das ist leider Deutschland. DDR, BRD, Weimarer Rep. oder Kaiserreich – egal. Deutscher Drill. Dumm, dass das auswandern derzeit so schwierig ist.

      • Was ist heute am Auswandern schwierig? Ich habe 10 Jahre in Dubai gelebt und als Elektroingenieur gearbeitet. Ich könnte jederzeit wieder zurück. Auch andere Länder rufen händeringend nach deutschen Spezialisten. Darunter auch unsere Nachbarländer, man muss nicht Mal in die Ferne. Jetzt arbeite ich als Grenzgänger in der Schweiz, dort herrscht keine Panik. Haben Sie eine Quelle für Ihre Aussage bzw. Behauptung?

  19. Interessant, mal auf Wikipedia über die Schulpflicht zu lesen.
    Hier mal einige Auszüge aus https://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht

    Der deutsche Philosoph und Kinderrechtler Bertrand Stern sieht es als ein grundlegendes Menschenrecht, sich frei (unabhängig von einer Institution) bilden zu dürfen, das durch die Schulpflicht verletzt wird und kritisiert in seinen Büchern und Publikationen die Beschulungsideologie,[21] die er als „inhuman“, „verfassungswidrig“ und „obsolet“ bezeichnet und „[…] überhaupt keinen Platz mehr in unserer Wirklichkeit“ habe.[22] Er hält es für einen Skandal, dass über die Kinder hinweg entschieden wird, was aus der Sicht anderer für sie das „Beste“ sei und sie dadurch entmündigt werden und ist der Meinung, dass ein Staat, der Menschen dazu zwingt, beschult zu werden, totalitär und „[…] einer Bezeichnung wie demokratisch und frei nicht würdig“ ist.[22] Er ist der Meinung, dass das Volk nicht dem Staat gegenüber dazu verpflichtet sein sollte, eine Schule zu besuchen, sondern der Staat dem Volk gegenüber dazu verpflichtet sein sollte, Schulen bereitzustellen, damit diejenigen Menschen, die eine Schule besuchen wollen, dies tun können.[23] Des Weiteren ist es seiner Ansicht nach ein Verbrechen am deutschen Volk, dass intelligente und kreative Menschen in Deutschland, denen die Schule nicht bekommt, „[…] entweder [ins Ausland] ausgetrieben werden […]“ oder „[…] hier [in Deutschland] kaputtgehen“.[24]

    Der deutsche Philosoph Richard David Precht hält es für fragwürdig, Kindern für einen Großteil ihrer prägendsten und wichtigsten Entwicklungsphase vorzuschreiben, wie sie diese zu verbringen haben und stellt es infrage, ob das, was gegenwärtig in Schulen passiert und was die Schule leistet, eine Rechtfertigung dafür ist, Kindern „[…] 10.000 Stunden [an] Lebenszeit abzuzwacken“.[25] Er ist der Ansicht, dass Schulen in Zeiten der schnellen Informationsbeschaffung durch das Internet vor einem anderen Rechtfertigungsdruck stehen als früher.[26] Die Schule sei als primärer Wissensvermittler verzichtbar geworden, weshalb die Lernziele der Schule seiner Meinung nach den Fokus von Wissensvermittlung auf die Förderung der Entwicklung der Persönlichkeit, Teamfähigkeit, Kreativität etc. umlenken sollten.[26] Er geht davon aus, dass sich in Zukunft immer mehr Eltern die Frage stellen werden, warum sie ihre Kinder in eine Schule schicken sollten.[26]

    Der US-amerikanische Entwicklungspsychologe Peter Gray bezeichnet die Schule mit ihrem Zwang zur unfreiwilligen Anwesenheit sinngemäß als Gefängnis.[27]

  20. Ich finde also, eine REVOLUTION im Bildungsbereich ist vonnöten, die gestrige SCHULPFLICHT als solche ist kein nonplusultra mehr.

  21. Frau Gebauer ist völlig unfähig und unfähig in Ihrem Amt. Die Mutationsvarianten sind so eindeutig gefährlich, dass man die Schulen nicht mehr offen lassen kann. Schüler, Lehrer und Familien werden zu Versuchskaninchen gemacht. An Ostern haben wir alle die Quittung. Schüler tragen das Virus mit in die Familien und in die Gesellschaft zurück und in 14 Tagen haben wir schlimme Verhältnisse hier…
    Es gibt – wie im ersten Lockdown – immer Möglichkeiten Notbetreuungen einzurichten. Aber ohne geimpfte Lehrer und ohne Tests ist das ein Spiel mit dem Leben von menschen, was sich Frau Gebauer da erlaubt. Eigentlich müsste man die gesamte Landesregierung auf Körperverletzung verklagen.

  22. Juhu die nächste die gehen wird.
    Langsam habe ich auch das Gefühl dass diese KuMis geimpft sind. So verbohrt, dämlich ,dumm wie unsere Kultusminister:innen kann man eigentlich nicht sein. Schön wenn die Lehrer:innen alle geimpft werden. Dann ist aber immer noch nicht das eigentliche Problem gelöst. Was bringt es mir als Elternteil wenn die Lehrer geimpft sind, aber die Schüler sich gegenseitig anstecken? Und dann uns Eltern anstecken? Wir stecken dann unsere Arbeitskollegen an…..Die, die es jetzt ja schlimm treffen soll, sind ja wohl wir und die ungeimpfte, arbeitende Bevölkerung. Will Gebauer und der Rest der Kultusministerkonferenz uns alle vernichten? Das können Sie mit offenen Schulen schaffen. Der Distanzunterricht läuft in jedem Bundesland. Und von Vereinsamung kann keine Rede sein . Man kann sich immer mit mindestens einem Freund/Freundin treffen. Es kann nicht gut sein wenn Schüler in den Schulen sitzen unkonzentriert mit der Angst sich und somit die Familie anzustecken. Das kostet mehr als Bildung. Gilt auch für Streichert-Clivot.

  23. Heute sind in NRW bereits 23 Städte/Kreise (173 von 412 in D) mit Inzidenzwerten Ü100
    zu finden. Nur 13 von insgesamt 412 sind bundesweit noch unter dem Wert 35.

    Bei bundesweitem Inzidenzwert 99,9, also noch unter 100 sind die Argumente des Landes NRW blauäugig, wirr und realitätsfern. Zusammengefasst in einem Jahr keine Strategie oder Plan aus der Krise hinbekommen, wiederkehrend die gleichen Fehler und einfach nichts dazu gelernt.
    Vielleicht ist dies der Grund, warum Bildungsgerechtigkeit und Präsenz oberste Priorität erhält. Die Jugend soll es in der Zukunft mal besser machen.

    (WDR) Um Schulschließungen als zusätzliche Maßnahme prüfen zu dürfen, muss die 7-Tage-Inzidenz laut Corona-Schutzverordnung mehrere Tage über 100 liegen.
    Als Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) bekannt gab, die Einrichtungen schließen zu wollen, lag die Inzidenz Mitte der Woche aber lediglich bei 72. Bis Freitag stieg sie dann auf 92,8.

    Im Kreis Düren und im Obergischen Kreis hatte die Landesregierung Schulschließungen erlaubt. Dort liegen die Inzidenzwerte mit 129,2 im Kreis Düren und 131,6 im Oberbergischen Land deutlich über 100.

  24. Wuppertal seit einer Woche Ü100 und bis auf die Abschlußklassen nun gerade verkündet doch ab Montag Distanzunterricht.
    Frau Gebauer alias Hin und Her macht sich samt Gefolge mal wieder völlig unglaubwürdig.

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