Zahl der Kita-Kinder mit Coronavirus seit Februar verdreifacht

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DÜSSELDORF. Die Zahl der Kita-Kinder mit Corona-Infektionen hat sich in Nordrhein-Westfalen innerhalb weniger Wochen verdreifacht, bei Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen hat sie sich mehr als verdoppelt. Das geht aus aktuellen Zahlen des NRW-Familienministeriums hervor.

Corona-Schutz? Gibt es in Kitas praktisch nicht. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Wie das Ministerium am Dienstag auf Anfrage mitteilte, meldeten die Landesjugendämter zum 25. März 1291 Kinder mit Coronavirus-Infektionen. Für den Monat Februar waren vor zwei Wochen 428 infizierte Kinder und 692 infizierte Beschäftigte gemeldet worden. Beim Personal stieg die Infektionszahl inzwischen auf 1048. Die Zahlen seien nicht abschließend, da fortlaufend und teilweise auch rückwirkend noch Fälle gemeldet und eingearbeitet würden, berichtete das Ministerium. Für Januar waren 181 Corona-Infektionen bei Kita-Kindern und 421 bei Beschäftigten gemeldet worden.

Trotz steigender Corona-Zahlen will die Landesregierung die Kitas bis Ostern grundsätzlich mit reduziertem Stundenangebot offen halten. Familienminister Joachim Stamp (FDP) hatte vor zwei Wochen im Landtag davor gewarnt, Kindertageseinrichtungen «als Pandemietreiber zu inszenieren» und damit Ängste zu schüren. dpa

Wissenschaftler fordern: Kultusminister – hört auf, Märchen zu erzählen! Sorgt endlich für Corona-Schutz in Kitas und Schulen!

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5 KOMMENTARE

  1. https://www.focus.de/corona-virus/kommentar-von-hugo-mueller-vogg-dfdf_id_13145946.html

    „[…]Denn Stamp bestreitet, dass die britische Virus-Mutante für Kinder gefährlicher sein könnte als das ursprüngliche Virus. Man nehme entsprechende Warnungen ernst, schreibt Stamp, „auch wenn es bislang keinen wissenschaftlich eindeutigen Beleg dafür gibt.“
    Was sollen Eltern eigentlich mit dieser Botschaft anfangen? Mehrere britische Forscher haben längst nachgewiesen, dass die Variante B.1.1.7 tödlicher ist als das zuerst verbreitete Virus. Stamp, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, verrät den Empfängern seines Briefes jedoch nicht, was aus diesem „ernst nehmen“ folgt.
    Die Botschaft Stamps ist auch an anderer Stelle eher dazu angetan, Mütter und Väter zu verunsichern, statt ihnen Hoffnung zu machen. Nasentests seien „gerade für unsere Jüngsten unangenehm und können bei regelmäßiger Anwendung zu Ablehnung durch die Kinder führen“, heißt es in dem Brief. Und er verspricht, Kita-Kinder zu testen, „wenn es ein kindergerechtes und umsetzbares Testsystem gibt.“Shopping-Deal mit FOCUS Online – Zugelassener Corona-Selbsttest für zu Hause – schon ab 5,80 Euro pro Antigentest
    Bis dahin wird in den Kitas also nicht getestet. Natürlich können Eltern auf eigene Initiative hin Selbsttests bei den Kleinsten anwenden. Aber wenn sie Stamps Brief ernst nehmen, werden sie lieber darauf verzichten. Test-Gegner unter den Eltern werden sich sogar ermutigt fühlen, den Nachwuchs auf gar keinen Fall einem „unangenehmen“ Test zu unterziehen. Stamps Parole lautet offenbar: Besser nicht testen als unangenehm testen. Eine höchst fragwürdige Strategie.
    Wütende Reaktionen auf Stamp-Brief
    Der Stamp-Brief hat in den sozialen Medien zu wütenden Reaktionen geführt. Vor allem die Zweifel des Ministers an der besonderen Gefährlichkeit der Virus-Variante B.1.1.7 sorgt für Empörung. Stamp selbst hat auf Twitter darauf hingewiesen, dass es in den Kitas in NRW bei den bestehenden Einschränkungen bleibe. Eine Reaktion auf die deutlich steigenden Infektionszahlen hält er offenbar für nicht notwendig.
    Damit liegt er ganz auf der Linie seines Ministerpräsidentin Armin Laschet (CDU), der erst kürzlich von der Kanzlerin öffentlich wegen seiner ständigen Lockerungsübungen gerüffelt wurde. Vorsorglich spricht Stamp am Ende seiner Botschaft vom „gegenseitigen Verzeihen von Fehlern“. Sein Kita-Brief zählt wohl zu den Aktionen, bei denen er selbst auf Verzeihung hoffen muss.“

    So kriegen wir die 3. Welle nicht in den Griff und die Eltern auch nicht ins Boot beim Testen. Man ist einfach nur wütend und frustriert wegen solch gefährlicher Ignoranz.

    • @Leseratte: „auch wenn es bislang keinen wissenschaftlich eindeutigen Beleg dafür gibt.“ – Das erinnert doch sehr an den Tweet der WHO vom 14.01.2020, dass es keinen eindeutigen Beleg für eine Übertragbarkeit des neuartigen Coronavirus von Mensch zu Mensch gebe:

      Tweet: https://twitter.com/WHO/status/1217043229427761152?s=20

      Einordnung: https://www.businessinsider.com/who-no-transmission-coronavirus-tweet-was-to-appease-china-guardian-2020-4?r=DE&IR=T

      Und wir alle wissen ja, wie das ausgegangen ist… Danach hatten wir das ähnlich noch einmal bei der Frage der Aerosolübertragung und jetzt müssen wir hier noch einmal durch diese Diskussion durch. Die Ironie des Ganzen ist, dass das Statement sich wissenschaftlich gesehen als korrekt herausstellen könne – aber irreführend, was die Öffentlichkeit angeht, und definitiv nicht hilfreich für die Bekämpfung der Pandemie. Denn es könnte ja ohne Weiteres so sein, dass B117 zwar an sich ansteckender ist, aber nicht mehr schwere Verläufe bei Kindern auslöst als der Wildtyp.

      Man hätte dann mehr Übertragungen und mehr Cluster in Kindergärten und Schulen, mehr Einträge in Familien und mehr infizierte Kinder – aber für das einzelne infizierte Kind wäre die britische Variante nicht gefährlicher als der Wildtyp.

      Wie schon gesagt, nicht hilfreich für die Pandemiebekämpfung. Aber auch keine „Lüge“ im rein technischen Sinne. Nur eben zum Scheitern verurteiltes „Spin“. Politiker nutzen halt aus Gewohnheit ihre eigene Sprache auch in Pandemiezeiten weiter.

  2. „[…]Denn Stamp bestreitet, dass die britische Virus-Mutante für Kinder gefährlicher sein könnte als das ursprüngliche Virus. Man nehme entsprechende Warnungen ernst, schreibt Stamp, „auch wenn es bislang keinen wissenschaftlich eindeutigen Beleg dafür gibt.“
    Was sollen Eltern eigentlich mit dieser Botschaft anfangen? Mehrere britische Forscher haben längst nachgewiesen, dass die Variante B.1.1.7 tödlicher ist als das zuerst verbreitete Virus.“ Sehr zynisch, Herr Stamp! Wissenschaftsfern. Bitter für alle Eltern, die ihre Kinder Ihrer Verantwortung übergeben müssen.

  3. Wir decken durch das massive Testen mehr asymptomatische Fälle auf, die gab es zuvor sicher im gleichen Maße. Nicht gut, aber wenn die Risikogeuppen in der Familie geimpft sind, auch nicht so schlimm. Die Testzahlen sagen nichts. Inzidenzwerte sind völlig anders zu werten, wenn nur wenig und nur bei schwereren Fällen getestet wird. Im letzten Jahr wurden zuerst nur schwer Kranke und später auch nur Personen mit eindeutigen Symptomen getestet, oft auch dann nicht….

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