Hin und Her: NRW schickt Schüler wieder in den Distanzunterricht – weil Gebauer nicht genügend Selbsttests organisieren konnte?

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DÜSSELDORF. Kurz vor dem Ferienende hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) die Entscheidung der Landesregierung verkündet: Die meisten Schüler im bevölkerungsreichsten Bundesland werden vorerst wieder nur auf Distanz zuhause lernen. Ist Gebauer daran gescheitert, genügend Tests für alle Schüler zu organisieren? Ministerpräsident Laschet (CDU) hatte dies zur Bedingung für den Präsenzunterricht gemacht.

Hin und Her: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Land NRW

Die meisten der 2,5 Millionen Schüler Nordrhein-Westfalens kehren nach den Osterferien nicht in die Klassenräume zurück. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gab am Donnerstag bekannt, dass mit Ausnahme der Abschlussklassen ab Montag lediglich Distanzunterricht für alle anderen Schüler stattfinden soll. Diese Maßnahme solle größtmögliche Sicherheit geben, begründete sie die Entscheidung der Landesregierung wenige Tage vor dem Ferienende im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Für die Schüler der Abschlussklassen soll es in Nordrhein-Westfalen auch nach den Osterferien Präsenzunterricht in den Klassenräumen geben. Sie seien vom Distanzunterricht ausgenommen, sagte Gebauer am Donnerstag. Für die übrigen Jahrgänge gelte der Distanzunterricht vorerst nur eine Woche lang bis zum 16. April. Die Abiturprüfungen sollen planmäßig am 23. April mit dem Fach Englisch starten.

«Die Schulen sind keine Treiber der Pandemie»

Gebauer sagte, sie habe am Mittwoch mit vielen Verbänden gesprochen. Die Sorge bei Eltern, Schülern und Lehrern sei groß. Mediziner hätten im Rahmen der Kultusministerkonferenz am Donnerstag bestätigt, dass das Infektionsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen zunehme. Aber: «Die Schulen sind keine Treiber der Pandemie», betonte Gebauer.

Wissenschaftler haben allerdings in den vergangenen Tagen immer wieder darauf hingewiesen, dass alle Orte ohne ausreichenden Infektionsschutz, an denen viele Menschen zusammenkommen, relevant für das Infektionsgeschehen sind. „Die COVID-19-Fallzahlen stiegen in den letzten Wochen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen“, so heißt es etwa im aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts vom Dienstag, 6. April.

Bereits vor den Osterferien hatte das NRW-Schulministerium angekündigt, dass es im bevölkerungsreichsten Bundesland nach dem Ferienende zunächst keinen Regelbetrieb mit vollständigem Präsenzunterricht geben werde. Sofern es das Infektionsgeschehen zulässt, sollen die Schulen zunächst für die Dauer von zwei Wochen in den Wechselunterricht starten, hieß es damals.

Zuvor allerdings hatte Gebauer allerdings massiv auf Präsenz in den Schulen gedrängt: Der Wechsel von Unterricht in der Schule in Gruppen und Unterricht zuhause war in den beiden Wochen vor den Osterferien als Schritt hin zu mehr Präsenzunterricht angeordnet worden. Für die Schülerinnen und Schüler galt dann auch wieder eine Präsenzpflicht. Einige Städte und Landkreise, darunter Dortmund und Duisburg, hatten auf einen Aufschub wegen steigender Infektionszahlen gedrungen. Die Landesregierung gab dem allerdings nur in Einzelfällen statt – Dortmund und Duisburg wurde der Distanzunterricht ausdrücklich untersagt.

«Diese Menge ist bisher bei weitem nicht vorhanden»

Ab Montag gilt eine Testpflicht für Schülerinnen und Schüler. Kinder und Jugendliche aller Schulen sollen zwei Mal pro Woche Selbsttests durchführen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Mittwoch betont, dass eine Öffnung der Schulen nur infrage komme, wenn dort «überall das Testen funktioniert». Das sei eine Bedingung für einen Unterricht im Präsenzmodus.

Die Auslieferungen der Corona-Selbsttests an die Schulen in Nordrhein-Westfalen hatten sich in dieser Woche etwas verzögert. Der Beginn der Lieferungen verschob sich auf Donnerstag und Freitag, wie aus einem Erlass der Ministerien für Schule und Kommunales an die Schulleitungen hervorging. Ursprünglich sollten bereits am Mittwoch die ersten rund 1000 Grund- und Förderschulen mit Selbsttests beliefert werden.

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen bezweifelte bereits zu Beginn der Woche, dass genügend Corona-Tests zur Verfügung stehen, falls die Schulen nach den Osterferien wieder geöffnet werden. Zwar habe die Landesregierung eine Testpflicht an Schulen angekündigt, sagte der Landesvorsitzende des Städtetags, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, in Düsseldorf. Um die versprochenen zwei Selbsttests pro Schüler zur Verfügung zu stellen, seien wöchentlich aber etwa fünf Millionen Test-Sets nötig. «Diese Menge ist bisher bei weitem nicht vorhanden», sagte Clausen. News4teachers / mit Material der dpa

Können Schulen nach Osterferien wieder öffnen? Laschet will das bundeseinheitlich klären – und das Schul-Chaos der Länder beenden

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62 KOMMENTARE

  1. Nachdem Frau Merkel Herrn Laschet kritisiert hat, durfte als Wiedergutmachung den Brückenlockdown vorschlagen.

    Jetzt dürfen sogar die Schüler in den Distanzunterricht.

    Es geht anscheinend ums Überleben.
    Nicht der Kinder, sondern das politische Überleben des Herrn Laschet.

    Hauptsache ist, es wird das Richtige getan.

    • Das besonders Interessante bei der Meldung des Ministeriums ist zudem der Umstand, dass hier eine andere Art von Testkits vorliegt (nicht mehr von Roche sondern von Siemens Health Care), die eine Weitergabe der Tests und eine Durchführung zuhause (also das, was die GEW und viele Lehrkräfte einfordern) unmöglich macht.
      Anders als bei den vorherigen Tests ist es hier so, dass die Pufferlösung nicht vorabgefüllt ist, sondern in zwei größeren Fläschchen mitgeliefert wird (siehe letzte Seite), die im Klassenraum dann umgefüllt werden müssen. Ich vermute mal, dass diese Variante 2-3€ pro Packung günstiger war, dafür kann man schon einmal auf die grundsätzlichen Regeln des Gesundheitsschutzes verzichten.

      • DIE NEUEN LIEFERUNGEN SIND LAUR VORGABE DES BMG GAR KEINE SELBSTTESTS

        Jetzt kommt der Klopper:
        Auf https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus/nationale-teststrategie/faq-schnelltests.html#c20484 steht:

        „Selbsttests: Haben ihren Namen, weil diese Tests jeder selber, bspw. zuhause, machen kann. Die Selbsttests sind zur Anwendung durch Privatpersonen bestimmt. Dafür muss die Probenentnahme und -auswertung entsprechend einfach sein.“

        Da die neuen Tests von Siemens Health Care einen Lehrer zum Portionieren der Röhrchen benötigen und die Tests genau deswegen nicht von zuhause durchgeführt werden können, handelt es sich somit nach Vorgabe des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) NICHT UM SELBSTTESTS.

        ALSO DIE TESTS BEI DEN SCHULEN WIEDER ABHOLEN UND WELCHE MIT DER OPTION FÜR DEN ZUHAUSETEST BESCHAFFEN!!!!!

      • Die Handhabung mit 6-10 jährigen im Unterricht möchte ich sehen. Laut Gebrauchsanleitung ist ziemliches manuelles Geschick erforderlich, dass bei vielen Kids leider nicht vorhanden ist.

    • Mir ist dabei folgendes aufgefallen, ist mit Sicherheit einen Artikel wert ist.

      Bei
      https://www.schulministerium.nrw/ministerium/schulverwaltung/schulmail-archiv/07042021-auslieferung-von-clinitest-r-rapid-covid-19
      mit Verweis auf die neuen Selbsttests für NRW
      https://www.schulministerium.nrw/system/files/media/document/file/2021_04_07_aktualisiert_erl_mhkbg_msb_lieferung_selbsttests_schulen.pdf

      steht
      2.Zusammensetzung einer Packung Selbsttests
      Eine Packung CLINITEST ®Rapid COVID-19 Antigen Self Testbesteht aus den folgenden Komponenten:
      1 Arbeitsstation
      1 Kurzanleitung
      1 Beipackzettel
      20 Testkassetten
      2 Flaschen mit Pufferlösung
      20 sterile Abstrichtupfer
      20 Teströhrchen und Kappen

      Es teilen sich also jeweils 10 Schüler 1 Flasche mit Pufferlösung bei dem Siemens HealthCare Produkt.

      Wie die Flaschenaufteilung gehen soll, wenn Abstand gehalten und Kontakt bei der Testung vermieden werden soll, ist mir ein Rätsel?

      Außerdem ist es unmöglich bei dieser Konstellation die Tests mit nach Hause zu geben und dort die Testung vorab durchführen zu lassen! Hier wird also jegliche Entscheidung der Schulleitung vorweggenommen.

      Zum Vergleich, die Tests von vor den Osterferien:
      https://www.schulministerium.nrw/selbsttests
      https://www.roche.de/patienten-betroffene/informationen-zu-krankheiten/covid-19/sars-cov-2-rapid-antigen-test-patienten-n/

      Hier gibt es bereits 25 vorgefüllte Röhrchen mit Puffer für 25 Patienten.

      Bei Roche bestehen somit die oben beschriebenen Probleme nicht!

      • Noch besser: geht man direkt auf die Siemens-Seite, heißt es dort, der Test müsste von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden. Folgt man dem Link via Schulministerium, steht dort auf einmal nur noch, Schüler unter 15 müssten von Erwachsenen beaufsichtigt werden. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

        • Ich hab´s gefunden: auf der Siemens-Seite heißt der Bausatz CLINITEST® Rapid COVID-19 Antigen Test. Folgt man dem Schullink, landet man auch bei Siemens, sieht denselben Karton, nur heißt das Ding auf einmal CLINITEST® Rapid COVID-19 Antigen SELF Test. Wie sie das wieder hingezaubert hat, unsere Yvonne. Ich werde also auf jeden Fall zuerst den Beipackzettel der mir hingestellten Kiste lesen und dokumentieren, bevor ich da Kinder ran lasse.

          • „Bei der Arbeit mit Proben von SARS-CoV-2-Patienten müssen stets die korrekten Laborsicherheitstechniken befolgt werden. Wattestäbchen von Patienten, Teststreifen und gebrauchte Extraktionspuffer-Fläschchen sind potenziell infektiös. In Übereinstimmung mit den örtlichen behördlichen Anforderungen müssen ordnungsgemäße Handhabungs- und Entsorgungsmethoden vom Labor festgelegt werden.
            12. Unzureichende oder unsachgemäße Probengewinnung und -lagerung können die Ergebnisse nachteilig beeinflussen.“ (Original Gebrauchsanweisung)
            Schule nun auch ein Labor und LuL sind nun medizinisches Fachpersonal, die Patienten beaufsichtigen???

          • Vermutlich wird es pro Schule abgezählte Selbsttest geben, nicht pro Klassenraum. Folglich müssen sich zwei Kurse drei Pakete teilen. Ich bin gespannt, ob das logistisch, hygienisch und auswerterisch funktioniert. In NRW hat man ja (zum Glück) fünf Tage Übungszeit mit eingeschränkter Präsenz.

            Die Pakete von Roche waren wenigstens praktikabel, es hat nur ewig Zeit gefressen und ist somit auf Dauer keine Lösung. Die von Siemens aber noch weniger, weil sich die eigentliche Arbeit auf den Lehrer konzentriert und eigentlich zu unterlassene Schülerbewegungen erfordert.

  2. Katastrophales Hin und Her. Warum jetzt nur für 1 Woche? Warum nicht länger?
    Will man SuS und LuL absichtlich zermürben?

    • @Andy Arbeit

      Joa, das habe ich mich auch gefragt.
      Eigentlich wäre das doch eine schöne Gelegenheit gewesen, für einen längeren Zeitraum mal Ruhe in die ganze „Schul-Angelegenheit“ zu bringen.

      Aber was unken wir hier wieder rum?
      Mein Gott, ist das wieder alles negativ!
      Gibts nicht mal was Positives?
      Doch – sicher:
      https://www.youtube.com/watch?v=jRwsTyUPIYE

      • Weil in einer Woche genug Selbsttests da sein werden, wahrscheinlich jedenfalls.

        Dann können wir mit Volldampf der österreichischen Titanic folgen.

    • Ich nehme an, dass hier erst noch die Bund-Länder-Runde abgewartet werden soll. Außerdem sind in einer Woche wieder verlässliche Zahlen zu den Inzidenzen verfügbar.

    • genau das dachte ich auch, WARUM NUR EINE WOCHE??? Soll das Infektionsgeschehen in der Woche auf einmal um 360 Grad anders aussehen?
      Klar, wenn Präsenzunterricht erst mal ein paar Tage fast nicht stattfindet, werden die Corona-Zahlen sinken, aber wenn man direkt, viel zu früh wieder öffnet – steigen die Zahlen nach 14 Tagen wieder rasant….
      Warum haben Laschet/Gebauer & die Kultusminister das in über einem Jahr Pandemie noch nicht verstanden???
      Ich kann nur hoffen, dass auch nach der Woche Distanzunterricht angeordnet wird, oder wenigstens die Präsenzpflicht in der 3. Welle aufgehoben wird.

  3. Ich bin erleichtert. Eine Woche lang mal die Entscheidung von Frau Gebauer sinnvoll finden, ist ein ganz neuer Zustand! 🙂

    • Sinnvoll? ‚Mit Ausnahme der Abschlussklassen‘ bedeutet im Klartext: ALLE SII Schüler sind im Wechselunterricht, die ganze Oberstufe!, plus Klassen 10 und die meisten BK-Studis. Das wird in den Medienberichten nicht deutlich. Tests im Klassenraum mit Maske abnehmen, Clusterbildung vor den Räumen und maskenfrei vor den Schultoren mit begeisterten Umarmungen und zum Rauchen gibt es bei dieser Altersgruppe auch. Dieser Beschluss ist völlig sinnfrei!

      • Die Einführungsphase bleibt vermutlich auch zuhause. Die Idee mit der Anwesenheitspflicht der Abiturienten nur in den Prüfungsfächern ohne Leistungsbewertung finde ich persönlich aber auch albern.

      • Genau das: sinnfrei.
        Mal abgesehen davon, dass Testen keine Strategie darstellt und nur im Verbund mit Infektionsschutz wie Lüftungsanlagen, Plexiglas, FFP2 und Impfungen dann täglich durchgeführt werden müssten.
        Am beeindruckensten dabei auch inmer wieder Karl LAUTERBACH, der trotzdem er die katastrophalen Ergebnisse des Testens aus Österreich und die Langzeitfolgen von covid-19 bei jungen Menschen kennt, dennoch für eine Öffnung der Schulen mit eben diesen unsicheren Testungen propagiert.

        Es bleibt dabei, die Volksver@ geht in die nächste Runde.

        Btw: natürlich sind Schulen ‚Treiber‘ aber wir können auch gerne andere Formulierungen finden und sie erstmal ordentlich durchgendern, bis es dann auch allen mal genehm ist und politisch korrekt ausgedrückt wurde
        https://m.facebook.com/Bundesregierung/photos/a.769938079764597/3869784733113234/?type=3&source=48&__tn__=EH-R
        Die Bundesregierung selbst hat auf ihrer FB Seite klar dazu Position bezogen.
        Aber Frau Gebauer scheint nicht zu verstehen, was die Chefetage so sagt.
        Ist ja auch viel leichter die alte, gute und bewährte Propaganda, Desinformationspolitik und Vertuschung weiter zu fahren.

        Vielleicht bin ich ja auch nur dumm oder so…aber wie kann das alles sein?

        Deutschland 2021 in der Pandemie.
        Wir sind aus so unendlich vielen Gründen nur einen Steinwurf vom Denkvemögen der Amöbe entfernt.
        Eine unglaubliche menschenverachtende Politik die wir hier erleben.

    • Das hat die Husarin aber (leider) nicht angeordnet weil sie schlauer geworden ist sondern nur, weil sie es nicht hingekriegt hat, genug Tests zu organisieren nachdem Laschet sich ja schon mit den Tests aus dem Fenster gelehnt hat.

      Was er wiederum nur gemacht hat weil seine Chancen als Kanzlerkandidat ansonsten noch weiter hinter Söder zurückfallen würden.

      Die Leben von Kindern, Eltern und Schulmitarbeitern sind beiden Dilettanten und Wissenschaftsleugnern nach wie vor sch…egal.

    • @Pi

      Die Kitas werden eben wieder mal ausgeblendet. 🙁
      Das ist nicht neu, das ist nicht verständlich und es lässt sich nicht mehr schönreden.

    • Hier in BW (keine Osterferien in den Kitas!) ist seit Ostern sogar die Versorgung der EuE mit Schnelltests durch das Land eingestellt worden.

      Meine Kommune wollte uns erst selbst zur Beschaffung und Finanzierung der Tests zwingen, rudert aber nun (wegen § 3 ArbSchG) wild und bestellt jetzt selbst bei Amazon. Offenbar war vor Ostern nicht absehbar, dass das Land die Kitas derart übel im Regen stehen lässt. Lüften, Desinfektion und FFP2, das muss also reichen.

      Aber mal ehrlich – die aktuellen Beschlüsse der KuMi von gestern bieten für die Schulen auch keine nachhaltig besseren Lösungen.

  4. Als Stundenplaner an einer 6-7 zügigen Gesamtschule kann ich nur noch vor Wut und Frustration kotzen.
    Wir sind dieses Schuljahr bereits bei über 20 Plänen. Gerade heute haben wir alles für den Wechselunterricht ab Montag vorbereitet, damit die KuK sich übers Wochenende darauf vorbereiten können, um morgen wieder etwas anderes zu planen. Wann ich meinen eigenen Unterricht vorbereiten soll, weiß ich nicht, denn das was ich für nächste Woche geplant hätte funktioniert jetzt wieder nicht. Wenn man alle paar Tage neue Pläne schmieden muss, teilweise gar ganz neue Pläne berechnen lassen muss, da die Vorgaben nicht einfach umsetzbar sind, sorgt das für stetige Lehrerwechsel in den Lerngruppen, Verwirrung bei SuS und KuK und Unverständnis bei vielen EuE.

    Wenn es doch wenigstens verlässliche Pläne auf monatlicher Basis gäbe, aber hieraus lässt sich dich bereits erkennen, dass ich morgen einen ganzen Tag in Untis verbringen werde, um einen Übergabsplan zu basteln der maximal eine Woche Wirkung haben wird, um dann ggf. in den Wechselunterricht einzusteigen oder gar etwas völlig neues umsetzen zu müssen.

    Herzlichen Dank Frau Gebauer!

  5. Wir sollten versuchen herauszufinden, wo die Tests auf die Straße gebracht werden, um sie dann an die Schulen zu verteilen.
    Die Auslieferungs-LKW könnte man dann – wie Castor-Transporte – blockieren, damit es bei der Variante Distanzunterricht bleiben kann.
    Hey, Spaß !!! …..war nur’n spontaner Gedanke….

    • Finde das gar nicht so witzig, wäre durchaus eine Möglichkeit 😉

      Bei aller Kritik von vielen Seiten und den organisatorischen Umständen, ist es nicht dennoch auch der richtige Weg in den Distanzunterricht zu gehen? In der aktuellen Situation denke ich schon.

      Glauben wirklich alle, dass diese Schnelltests „sicheren“ Schulbetrieb ermöglichen???

      Etwas „sicherer“ – ja, aber „sicher“ – auf keinen Fall. Dafür sind sie viel zu ungenau. Ich habe den Eindruck die Menschen glauben wirklich ernsthaft, sobald die Tests da sind ist alles kein Problem…

      Da sag ich nur, schaut euch mal die Zahlen in den Schulen in Österreich unter der Testpflicht an…

    • Warum, ist doch gar keine schlechte Idee 😉

      Ich hab schon drüber nachgedacht, so viele Tests wie möglich auf dem freien Markt aufzukaufen damit nicht mehr genug für die Schulen übrigbleiben 😉

      Und das Allerschlimmste ist (und ich weiß, ich sollte mich dafür schämen), dass ich mich mittlerweile schon fast über steigende Inzidenzen freue weil das die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass meine Kinder nicht in die Schule gezwungen werden.

      Alles wäre erträglich für mich, wenn einfach nur der Präsenzzwang bis auf Weiteres aufgehoben und mir mitgeteilt würde, bis zu welcher Seite ich mit den Kindern zu lernen habe…

    • Geniale Idee. Wo unsere Thüringer Tests abgeblieben sind, weiß ich:

      „Als Grund für den Testmangel verweist das Ministerium „auf den Stau im Suezkanal, der die globalen Lieferketten gestört habe.“ habe. […] Die Lieferungen von Testkits eines chinesischen Herstellers seien davon zum Teil betroffen…“
      (Thüringer Allgemeine von heute, S.2)

      Hmmm…dauert wohl noch ein bisschen, bis wir uns hier auf die Lauer legen können…

    • Beim Querlesen des NRW-Erlasses, gepostet von Kritischer Dad*NRW 8. April 2021 um 18:25

      … fand ich den Tippfehler im NRW-Erlass recht passend:
      „In einer ersten Auslieferung beabsichtigt das Unternehmen tran-o-flex ….“

      Haben sich die Obrigkeits-Trantüten das richtige Unternehmen ausgesucht. Den pasenden Murcks an Testkits – wegen nicht vorhandener Pufferlösung – haben sie ja shon im Laderaum! 😉

      • @Wunder SAM

        „das Unternehmen tran-o-flex“

        HERRLICH – der Brüller des Tages!

        Wenn das mal nicht der nächste Skandal wird:
        “ ‚tran-o-flex‘ – BILD und SZ enttarnen Tochter-Unternehmen der KMK!“

      • Weil jemand danach gefragt hatte:

        Meldung im WDR-Liveticker – 16.47 Uhr:

        „Testpflicht auch für Schüler in Notbetreuung

        Die Corona-Testpflicht gilt ab der kommenden Woche auch für Schüler in der Notbetreuung in den nordrhein-westfälischen Schulen. Das stellte das Schulministerium heute klar. Getestet werden müssen demnach Schüler in den Jahrgängen 1 bis 6, die an pädagogischen Betreuungsangeboten der Schulen teilnehmen.“

  6. Planung geht doch nur auf Sicht… und weiter blicken / denken manche Menschen nicht. Können sich auch nicht vorstellen, dass andere das – sehr erfolgreich – tun.
    Oder die Tests sind dann da oder….
    Wie soll man Entscheidungen noch verstehen?

  7. Die neuen Testsets werden halt als Bausatz verschickt, bei dem die LehrerInnen erst einmal die richtige Anzahl Tropfen der Lösung in die Teströhrchen füllen müssen. Dabei schön aufpassen, dass – im Eifer des Gefechtes, die Schüler warten ja alle ruhig und geduldig – nicht ein Tropfen zu viel oder zu wenig abgefüllt wird. Fragt sich, ob das dann Auswirkungen auf das Ergebnis hätte.

  8. Ich sehe grade vor meinem inneren Auge wie Gebauer, Stamp und Laumann frühmorgens vor Aldi, Lidl, Rossmann & Co. rumlungern um sich bei Ladenöffnung auf die verfügbaren Tests zu stürzen…

    Hoffentlich schnappen ihnen die Arbeitgeberverbände die Tests vor der Nase weg weil das grade offenbar die einzige Möglichkeit ist, dass meine Kinder nicht in der Schule zwangsdurchseucht werden.

  9. Naja, an sich finde ich Distanzunterricht in der derzeitigen Situation ja sinnvoll, diesen Schnellschuss allerdings nicht.
    Mein Unterricht war bereits vorbereitet, ich stelle dann morgen alles wieder um und plane wieder für Distanz. Aber was solls, halb so schlimm. Nun sind aber 50% meiner Klassenarbeitstermine hinfällig und so wird es sicherlich zig anderen KuK auch gehen. Bedeutet wieder Stress und zig Absprachen, um das neu zu organisieren. Die Stundenpläne passen nun für diese Woche nicht mehr, die Aufsichten natürlich sowieso nicht. Die Gruppenreihenfolge passt nicht mehr. Teilweise sehe ich eine Gruppe aus einer Klasse eine ganze Woche und die andere Gruppe erst die andere Woche… Durch den Wegfall der kommenden Woche passt die Reihenfolge nicht mehr… Sind alles irgendwie „Kleinigkeiten“, aber es läppert sich und es stresst einfach nur noch, so kann doch kein Mensch mehr vernünftig arbeiten?!

  10. Nochmal etwas zu den neuen Testkits: Ich frage mich, wie die Aufteilung der Pufferlösung dann aussehen soll?! In den Klassen sitzen 12 bis 13 Sus aktuell. Ein Fläschchen reicht für 10 Tests… Wie soll das bitte aufgeteilt werden?! Darf ich mir dann angebrochene Fläschchen aus den Nachbarklassen besorgen oder muss irgendein Esel vorher alles in Kleinstarbeit umfüllen?

    • Da die Kids alles selber machen sollen-schließlich sind es self-Tests! – können bei 15 SuS auch gerne 2 Fläschchen an 2 Arbeitsstationen verwendet werden. Einige SuS benötigen sicher einen 2. Anlauf, wenn ich daran denke, wie viele in der GS in der Lage sind 18 Arbeitsschritte exakt hintereinander auszuführen.

  11. Da kommt keine Lösung rein. Man dreht sich im Kreis. Keine nachvollziehbare Regelung. Nur Eigennutz, um nicht wieder ein Wort zu brechen (Laschet/Tests).

    Bei über 20.000 Neuinfektionen und unter 3000 freien Intensivbetten in Deutschland und örtlicher Inzidenz Richtung 200 mit ungünstiger Tendenz für die nächsten Wochen wünsche ich mir nichts anderes als „Distanzunterricht bis die Infektionslage weiteres zulässt“ genau so, wie es von Arbeitnehmern auch für das Homeoffice verlangt wird.

    Wir (Abschlussklasse mit Riskogruppe in der Familie) handeln nun weiter für uns selbst! Das machen Sie nicht mit uns, Frau Gebauer! Schade, denn wir bringen jetzt ein Opfer (auch für Ihre heiliges Wirtschaftssystem), das nicht sein müsste, wenn Sie das einzig Richtige in dieser Situation tun würden! Aber das tun Sie nicht – und Herr Laschet und Herr Laumann auch nicht!!! Wenn Sie schon generell die Abschlussklassen in die Präsenz zwingen – und daran wird sich bis zum Sommer offenbar unabhängig von einer noch schlimmeren Infektionslage per se nichts ändern – sollten Sie wenigstens die Präsenzpflicht aufheben, damit die Eltern und Großeltern ihr persönliches Risiko berücksichtigen können, wenn es vonnöten ist. Sie lassen damit besonders diejenigen fallen, die mit Distanzunterricht und Prüfungen vor Ort bestens klargekommen werden, die sich aber bewusst dafür entscheiden, lieber aus guten Gründen auf die Impfung oder eine Infektionslage zu warten, mit der man sich arrangieren kann. Nun fahren wir auch auf Sicht, bis es für uns passt. Gesundheit geht vor!

    Welch´ein Albtraum!

    • Ich könnte kotzen. Dafür bin ich nicht ausgebildet, dafür werde ich mich auf keinen Fall hergeben. Schon gar nicht, bevor ich vollen Impfschutz erhalten habe – und das wird nicht vor den Sommerferien sein.

  12. Die KM, Politik, Regierung und Frau Merkel haben weiterhin keinen Plan der Pandemie Herr zu werden. Dieses planlose Auftreten und die vielen endlosen Gesprächen tragen nicht zu einer Verbesserung bei und Die Zeit läuft uns davon. Die Regierung sollte sich eine ganz einfache Frage stellen was ist Ihnen das Leben der Bevölkerung Wert. Die Regierung ist nicht handlungsfähig und kann keine tragenden Entscheidungen treffen.Die Politik unternimmt keine
    Schritte für den Gesundheitschutz und Fürsorgepflicht. Die Regierung hat jegliche Verantwortung in der Pandemie nicht übernommen. Es wird von so viel Seiten Alarm geschlagen nachdem man auf die Notbremse nicht gehört hat. Die Schulen zu öffnen und als Begründung zu liefern die Bildung muss trotz Pandemie gesichert sein. Die Sicherheit muss
    für das Menschenleben gesichert sein. Das Schuljahr wird kein normales Schuljahr mehr und
    dies ist auch von den KM nicht mit aller Klarheit ausgesprochen worden. Die Politik ist am absoluten Tiefpunkt und die Bevölkerung muss dies Unklarheit weiter ertragen. Viele Menschen werden sterben und viele werden Langzeitfolgen ertragen müssen weil unsere
    Regierung keine Verantwortung und keine Einigkeit anstrebt. Zu verzeihen gibt es nichts…..

  13. Ach so ja, zum Verständnis zu @ Viva in Ergänzung… Abschlussklasse im Kurssystem, nächstes Jahr Abi, G8. Wechselnde Kontakte am Tag … 50, 60, 70?

    Zuviel zurzeit!

    • @xy

      Und den „Damen“ hat es bestimmt gefallen – es lief doch so gut!
      Alles easy!

      Ojeh!
      Das wird schwierig zu überbieten sein … 🙁

  14. Ich soll glauben, dass zu wenige Tests die Begründung für die Entscheidung zum Distanzunterricht sein sollen? Wie sieht es denn nun eigentlich mit der rechtlichen Grundlage für die Durchführung solcher Tests aus? In der Schule, vor der Schule, zuhause? Und was gilt denn nun, wenn jemand widerspricht? Wer haftet, wenn sich ein Hibbel-Schüler unter der Beaufsichtigung seines Lehrers bei der Durchführung verletzt? Etc., etc. Gibt es wenigstens hierzu bundeseinheitliche Vorgaben und wenn ja, wo kann ich das nachlesen?

  15. Glückwunsch nach NRW. In RLP regiert die schwarze Pädagogik der kinderlosen Hu,BIG weiter. Schnelltests sind noch nicht vorhanden. Präsenzpflicht besteht trotzdem. Gutsherrenart, Machtmissbrauch. Widerliche Politik. Diese Frau sollte zurücktreten. Frau Merkel: Wann wird Schule endlich Chefsache??

  16. Die Kultusminister sollten sehr Vorsichtig sein, mit dem Öffnen von Kitas und Schulen. Die Gesundheit und auch das Leben von Kindern zu leichtfertig aufs Spiel zu setzen, kann unter Umständen äußerst unangenehm werden. Wenn ein Erwachsener an oder mit Corona verstirbt, ist das schon schlimm genug. Aber eine ganz andere Hausnummer ist, wenn Eltern vor dem leeren Kinderbett stehen.
    Mir fällt da spontan die Fahrzeugkollision von Überlingen ein. Im nachhinein wurde der dienst habende Fluglotse von einem der Väter, dessen Ehefrau und seine Kinder, die bei der Kollision ums Leben kamen, erstochen.
    Mir persönlich wäre ein sorgloses Leben wichtiger, als mit blutverschmierten Händen auf den Tag der Abrechnung zu warten. Ein Leben als Erfüllungsgehilfe und Liebediener der Industrie, kann doch nur von Menschen ohne Gewissen erstrebenswert und lebenswert sein.

  17. Nur zur Klarstellung: Ich sehe das richtig, dass in NRW ab Montag die – völlig zu Recht!!! – geimpften GrundschullehrerInnen im Distanzunterricht sind, die KollegInnen an den weiterführenden Schulen die SchülerInnen der Abschlussklassen aber weiterhin im Präsenzunterricht ungeimpft testen und unterrichten? Wo bleiben die Impfungen für ALLE Lehrer??? Das hätte in den Osterferien geschehen können!

    • @ABH

      Alles auf einmal geht eben nicht:
      In den Osterferien war doch … irgendwie … „Osterruhe“, damit Fürst Laschet nicht beim Denken gestört wurde!
      (Ironie)

    • Ja, korrekt… Dazu kann man nichts mehr sagen. Die Lehrer aller weiterführenden Schulen in NRW müssten sich mal zeitgleich für 2 Wochen krankschreiben lassen…

  18. Das alles ist ein erneuter Beweis der Kompetenzfreiheit von Laschet und Gebauer, um nur zwei exemplarische Beispiele zu nennen, in Sachen Umgang mit der Pandemie.
    Für zig Millionen unbrauchbare Schutzkittel bestellen und jetzt Selbsttests die gar keine Selbsttests sind?
    Im Interesse vor allem unserer Kinder erwarte ich von einer Landesregierung wesentlich mehr!

  19. Demnach kann dann ja am Montag auch nicht in der Notbetreuung getestet werden.
    Aber nach Frau Gebauers Logik sind die Kinder, die daran teilnehmen, ja wahrscheinlich nicht ansteckend. Aus welchen Gründen auch immer. Irgendeine tolle Ausrede wird sie auch dafür sicher finden.

    • Wieso Ausrede, es ist der Wissensstand unter Berücksichtigung selbst veranlasster Studien mit Datenerhebung Februar/März 2020.

    • Ich habe meiner Gewerkschaft und deren Rechtssabteilung geschrieben und auf die Widersprüche bzgl. der Vorgaben des MSB und der Gebrauchsanweisung des Herstellers (medizinisches Personal zur Beaufsichtigung, Schutzkleidung in Form von Gesichtsbedeckung/Faceshield und Handschuhen, Raumtemperatur 15-30°, nicht in die Hände von Kindern geben (!), laborgerechte Entsorgung etc. ) hingewiesen. Man darf gespannt sein!

  20. Ich dachte, die Schulen sollen als letztes geschlossen, und als erstes geöffnet werden. Jetzt sind die Schulen zu, vieles andere aber noch auf. Danke für nichts Frau Gebauer und alle anderen

  21. Die sg. Abschlussklassen 10, 11, 12 sollen ja in Präsenz unterrichtet werden. Also keine „Schließung“ sondern weitere Durchseuchung bei und durch die 15-19 Jährige/n.

  22. Bin verärgert, weil die Landesregierung NRW in zwei Wochen Osterferien keine ausreichenden Testvorbereitungen getroffen hat und Herr Laschet sich last minute zu profilieren versucht. Montag gehe ich in meine Abschlussklasse in den Präsenzunterricht, Selbsttests aus der Lieferung vor den Osterferien gibt es zumindest noch. Meinen eigenen Kindern (Grundschulalter) wird, wie den meisten Kindern und Jugendlichen landesweit, mal eben mindestens eine weitere Woche (Wechsel-)Unterricht genommen. Gerade in den Grundschulen, aber auch der SEK I, ist zumindest der Wechselunterricht immens wichtig!!! Ganz ehrlich es sind ca. 12-14 Schüler*innen im Raum, es besteht Maskenpflicht, es soll 2x pro Woche getestet werden, wenn die Tests denn vollständig ausgeliefert worden sind!
    Herr Laschet läuft seit Monaten dem noch größeren Amt in Berlin hinterher, statt sich in NRW ausreichend um Klarheit und Struktur zu kümmern. Auf seine letzten Reden und Redebeiträge möchte ich garnicht eingehen. Es ist wenig verwunderlich, dass die Bevölkerung und auch CDU-Wähler*inne aus NRW ihm das Kanzleramt nicht wirklich zutrauen.

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