Thüringen: Lehrer an weiterführenden Schulen können sich impfen lassen

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ERFURT. In Thüringen können sich künftig alle Lehrer gegen das Coronavirus impfen lassen. Das gaben Gesundheitsministerium und Bildungsministerium am Mittwoch bekannt. Damit kommen nun auch Lehrer weiterführender Schulen und von Berufsschulen zum Zuge. Bisher hatte nur das Personal an Grund- und Förderschulen sowie von Kitas die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) bezeichnete den Schritt als «wichtigen Meilenstein».

„Meilenstein“: Thüringens Bildungsminister Holter. Foto: Jacob Schröter / Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Helmut Holter

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte, es gebe noch nicht genügend Impfstoff, um die Priorisierung ganz aufzuheben. «Gleichwohl haben wir uns entschieden, die Impfberechtigung jetzt auf alle Beschäftigten an Schulen und Berufsschulen zu erweitern. Bildung hat Vorrang. Schule muss sicher stattfinden können.»

Zuletzt hatten immer mehr Politiker verschiedener Parteien eine Öffnung für alle Lehrer gefordert und dies vor allem damit begründet, dass die Corona-Mutanten auch bei jüngeren Menschen deutlich ansteckender seien. In mehreren Bundesländern werden bereits alle Lehrer geimpft.

Um eine Impfung in Thüringen zu bekommen, brauchen Lehrer weiterführender Schulen eine entsprechende Bescheinigung, die sie im Impfzentrum oder beim Hausarzt vorzeigen müssen. Nach Angaben des Bildungsministeriums sollen diese Bescheinigungen als Formulare an die Schulen geschickt und dort von den Schulleitungen ausgestellt werden.

Holter sagte, er gehe von einer hohen Impfbereitschaft bei den Lehrern aus, «weil ich weiß, wie ungeduldig viele auf diesen Fortschritt gewartet haben».

Allerdings sind in Thüringen derzeit alle Impftermine bis Ende April vergeben. Chancen auf eine Impfung haben Lehrer möglicherweise im Mai oder früher bei einem Hausarzt. «Ich hoffe, dass sich die Impfstoffmenge, die vom Bund nach Thüringen kommt, in den kommenden Wochen nochmals spürbar erhöht, damit auch genügend Termine zur Verfügung gestellt werden können», erklärte Holter. Sein Ministerium werde die Schulen schnellstmöglich mit den entsprechenden Formularen und Hinweisen versorgen, damit die Berechtigungsnachweise ausgestellt werden können. dpa

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10 KOMMENTARE

  1. War lange überfällig. Also mit viel Glück hat man dann kurz vor den Sommerferien vollen Impfschutz. Dann kann man ja in den Ferien endlich die Sau rauslassen…

  2. In Bayern kein Impftermin für Lehrer an weiterführenden Schulen in Sicht. Auch wenn man Asthma und Pflegefall in der Familie hat – kein Impftermin- weder beim Hausarzt noch im Impfzentrum.Man wird als Priorität 3 eingestuft, obwohl man jeden Tag die Tests mit der Q11 absolviert und die Inzidenz weit über 200 ist.

  3. Bei uns im Bundesland wäre es ab heute auch möglich sich als Lehrer einen Impftermin zuteilen zu lassen.
    Leider hat unser Ministerium als Arbeitgeber vergessen den Priorisierungscode für die Anmeldung zu besorgen.
    Die Anmeldung der Lehrer wird jetzt also erst etwa eine Woche später starten.
    Falls das Ministerium bis dahin einen Priorisierungscode auftreibt.

  4. Für die Lehrer ist es wichtig und richtig, dass sie geimpft werden. Und viele sind es ja noch nicht einmal. Aber für Schüler und Eltern bleibt es gefährlich. In Mitteldeutschland sollen 400 Vollgeimpfte trotzdem mit dem Virus infiziert sein. Und Ausbrüche in Altersheimen trotz geimpfter Bewohner scheinen auch keine Ausnahme zu sein. Sie erkranken gottseidank nicht schwer aber haben Symptome, sind dann also auch sicherlich ansteckend. Ich befürchte für alle Ungeimpften werden die nächsten Wochen immer gefährlicher. Kein schönes Gefühl bei offenen Schulen.

    • Auch in unseren Altenheimen sind immer wieder 2-fach geimpfte (Biontech) positiv! Sie haben zum Glück nur milde Symptome. Können das Virus aber trotzdem weitergeben!

  5. Das thüringische Kultusministerium ist in letzter Zeit wirklich gut unterwegs: A13 durchgesetzt, alle Lehrkräfte sollen sich impfen lassen dürfen… Bildungspolitisch hat sich da in den letzten Jahren doch einiges getan.

  6. Ist doch klar: man muss nur auf die Zahlen schauen. Außer in den Unistädten Jena, Weimar und Erfurt ist kein Landkreis unter 200er Inzidenz und das seit Wochen! Spitze ist wieder LK Greiz mit 536.
    Wenn die jetzt nicht impfen in Thüringen, können sie die Schulen nie wieder aufmachen – oder müssten erst wieder ihr Gesetz ändern.

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