Bildungsministerin kündigt ein „Präsenzschuljahr“ an – Masken und Tests soll es nur zwei Wochen nach den Ferien noch geben

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KIEL. Rückkehr zum normalen Schulunterricht? Bildungsministerin Prien plant in SchleswigHolstein jedenfalls ein Präsenz-Schuljahr. Bei der Maskenpflicht und Corona-Tests wird es nach den Sommerferien wohl bleiben – aber nur für kurze Zeit. Die GEW vermisst konkrete Aussagen, wie der Unterricht im nächsten Schuljahr laufen soll, wie insbesondere die Förderung von Schülern vonstatten gehen soll, die in der Pandemie beim Lernen zurückgeblieben sind.

Kein Abstand, keine Masken, keine Test, keine Luftfilter – kein Corona? Foto: Shutterstock

Nach den Einschränkungen im Unterricht durch die Corona-Pandemie sollen Schleswig-Holsteins Schulen nach den Sommerferien wieder ihren Normalbetrieb aufnehmen. «Wir starten nach den Sommerferien in ein Präsenzschuljahr», sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Zuvor hatte das Kabinett über das Rahmenkonzept für das kommende Schuljahr beraten.

Unter welchen dauerhaften Hygieneregeln der Unterricht ablaufen wird, soll zwei Wochen vor Beginn des Schuljahres entschieden werden. «Dazu müssen wir den Verlauf der Pandemie über den Sommer beobachten und sind auch weiterhin in engem Austausch mit unserem wissenschaftlichen Beirat», sagte Prien. Sie geht davon aus, dass zum Beginn des Schuljahres voraussichtlich für zwei Wochen die Maskenpflicht bestehen bleibt und es in dieser Zeit verpflichtende Corona-Tests geben wird. Prien begründete dies mit der Rückkehr vieler Familien aus dem Sommerurlaub.

«Dabei geht es nicht nur um fehlende Lernfortschritte, sondern auch um das Fehlen von Schule als sozialem Ort»

«Schule wird nicht mehr so sein, wie sie vor der Pandemie war», sagte Prien. Der Präsenzunterricht habe vielen Schülern im zu Ende gehenenden Schuljahr gefehlt. «Dabei geht es nicht nur um fehlende Lernfortschritte, sondern auch um das Fehlen von Schule als sozialem Ort.»

Für das kommende Schuljahr sind neben zusätzlichem Personal an den Schulen und Förderprogrammen auch weitere Lernangebote in den Sommerferien in diesem und im kommenden Jahr sowie in den Herbst- und den kommenden Osterferien geplant. Laut Ministerium haben bereits mehr als 130 Schulen die Teilnahme am Programm Lernchancen.SH zugesagt. 40 weitere planen noch, wie sie teilnehmen werden. Dabei sollen Schüler Hilfe im Unterricht, bei Hausaufgaben oder der Prüfungsvorbereitung bekommen. Für mehr als 20.000 Schüler gibt es Gutscheine beispielsweise für zwei Wochen gezielte Nachhilfe.

Die Abschlussprüfungen sind nach ersten Einschätzungen trotz der Corona-Krise auf gleichem Niveau wie in den vergangenen Jahren verlaufen, sagte Prien. Noch keine konkreten Zahlen gibt es darüber, wie viele Kinder und Jugendliche das Schuljahr wiederholen werden. Allerdings werde von der Möglichkeit des freiwilligen Wiederholens nach ersten Erkenntnissen «nur zurückhaltend Gebrauch gemacht», sagte die Ministerin.

Die GEW sprach von einer Fülle von Versprechen. Konkrete Aussagen, wie es nach den Ferien weitergehen soll, fehlten allerdings. Jetzt müsse der Fokus auf den Kindern und Jugendlichen liegen, die besonders unter der Pandemie gelitten haben, fordert die Gewerkschaft.

«Um Personal einstellen zu können, brauchen die Schulen konkrete Hinweise, wie die angekündigten Mittel verteilt werden»

„Versprechungen und Ankündigungen helfen nicht, um planen zu können. Viele Verträge laufen jetzt aus. Um Personal einstellen zu können, brauchen die Schulen konkrete Hinweise, wie die angekündigten Mittel verteilt werden“, kritisierte GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke. Die GEW erwarte, dass die Schulen für die Förderung zusätzliches Personal bekommen. Vor allem die Förderung der Schülerinnen und Schüler, die Nachteile durch die Pandemie erleiden mussten, müsse dabei im Vordergrund stehen. „Wir brauchen eine Verteilung nach Sozialfaktoren, in erster Linie für DaZ und für die Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler. Die Mittel dürfen nicht mit der Gießkanne verteilt werden“, betonte die Gewerkschafterin.

Ein Dorn im Auge ist der GEW die Ankündigung, bei der Erhebung der Lernrückstände vermehrt auf Tests und Leistungsbewertungen zu setzen. Viele Testmöglichkeiten tragen den besonderen Umständen der Corona-Pandemie nicht Rechnung und gehen von einem normalen Schuljahr aus. Das übt unnötig Druck aus und verstärkt den Blick auf vermeintliche Defizite, was die Lernmotivation Einzelner stark beeinträchtigt. „Der Schwerpunkt der ersten Wochen muss auf sozialen und gemeinschaftlichen Projekten liegen. Wenn es die Pandemielage zulässt, sollten Ausflüge und Fahrten stattfinden“, schlägt Astrid Henke vor.

Obwohl die aktuelle Corona-Lage sich sehr positiv entwickelt, müssen in diesen Sommerferien auch Vorkehrungen für den Herbst getroffen werden. Die Kultusministerinnen und Kultusminister dürfen sich nicht wie im letzten Sommer in Sicherheit wiegen, um dann von steigenden Zahlen überrumpelt zu werden. Daher sei es richtig, gerade auch nach den Ferien darauf zu achten, dass die Schülerinnen und Schüler zum Schulstart getestet würden.

«Wer wirklich auf Unterstützung angewiesen ist, bekommt vielleicht nur einen Nachhilfegutschein in die Hand gedrückt»

Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat warf der Ministerin vor, verbindliche Regeln und Standards für das Distanzlernen schuldig zu bleiben. «Zum zweiten Mal in Folge wurde ein Lernsommer in kürzester Frist aus dem Boden gestampft, als käme der Termin der Ferien überraschend», sagte Habersaat. «Wer wirklich auf Unterstützung angewiesen ist, bekommt vielleicht nur einen Nachhilfegutschein in die Hand gedrückt.» Geschoben worden sei die Anschaffung der Endgeräte für Lehrer. «Niemand weiß, warum.»

Nach Ansicht der FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn müssen die Lernrückstände der Kinder im neuen Schuljahr verstärkt in den Fokus rücken. «Unterrichtsausfall und Distanzunterricht wurden unterschiedlich umgesetzt und aufgenommen, daher ist es wichtig, dass wir genau schauen, auf welchem Stand die Schülerinnen und Schüler sind», sagte sie. News4teachers / mit Material der dpa

Die Kultusminister schaffen es immer wieder, noch einen draufzusetzen: Jetzt erklären sie Corona in Schulen für beendet!

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24 KOMMENTARE

      • Ich glaub,man kann da einfach nur noch weghören….dass es keine Schulschließungen mehr gibt,haben sie schonmal gesagt….den Ausgang kennen wir….

  1. Alles wie immer bei den Schulministern : Sehenden Auges in die nächste Katastrophe . Jogi Löw hat ja bald Zeit . Vielleicht sollte er KuMi werden .

  2. Sie lernen es nicht!

    Wieder planen sie für den Best-Case und werden gegebenenfalls vom Worst-Case überrascht. Mit diesem Ansatz gibt es dann wieder keinerlei Spielraum, um auf Verschlechterungen der Lage zu reagieren. Mehr noch, da man ja für den Best-Case geplant hat, wird auch kein einziger Euro in Schutzmaßnahmen oder Alternativpläne investiert.

    Richtig wäre: Für den Worst-Case planen und sich freuen, wenn es besser kommt.

    Mal scharf nachdenken… was ist schlimmer:

    A: Man geht vom Best-Case aus und es kommt schlimm. Das Ergebnis sind viele kranke SuS und deren Eltern (Tote + LongCovid) und dazu wieder monatelanger Schulausfall

    B: Man geht vom Worst-Case aus und investiert in Schutzmaßnahmen. Das schlimmste, was passieren kann, ist, dass man ein paar Milliarden umsonst ausgegeben hat, falls es doch den Best-Case gibt. Der Schulbetrieb wird aber stattfinden und er wird sicher sein.

    • Lieber Jan,

      danke, wieder einmal auf den Punkt gebracht.

      Momentan verkaufen sich leider im Wahlkampfgetümmel die positiven Stories (best case) besser als wenn jemand dein Szenario B kommunizieren würde.

    • Dazu eine Anekdote, ich wünschte es wäre Satire: in unserem Landkreis werden CO2-Ampeln für die Schulen angeschafft, weil Luftfilter für alle Schulen zu teuer wären. Jene Filter sollen dann irgendwann später eingebaut werden.
      Und wenn sie nicht gestorben sind, lügen sie noch heute.

    • Da gibt es noch mehr von der Sorte, die allen Ernstes glauben, dass trotz der zahlreichen Urlaubsreisen, der Deltavariante und des schlechteren Wetters (Stichwort Infektionsgefahr in Innenräumen) alles schick bleibt im Herbst…

      „Laschet hält Volksfeste ab September für möglich

      Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hält ab September größere Veranstaltungen für möglich.
      „Schon heute ist klar, wenn die Infektionszahlen niedrig bleiben, sind ab September auch wieder größere Veranstaltungen möglich“, sagt der CDU-Chef im Düsseldorfer Landtag. Als Beispiele nennt er Musikfestivals, Sportfeste und Volksfeste. Die aktuelle Corona-Schutzverordnung in NRW sieht Feste ab September mit maximal 1000 Teilnehmern vor. (Reuters)“

      https://www.tagesspiegel.de/wissen/coronavirus-in-deutschland-weniger-biontech-impfstoff-im-juli/25560996.html

      Und Streeck hat auch gerade in einem Interview auf ntv gesagt, er glaube nicht, dass durch die Aufhebung der Maskenpflicht eine Erhöhung der Infektionszahlen kommen werde.

  3. „… Sie geht davon aus, dass zum Beginn des Schuljahres voraussichtlich für zwei Wochen die Maskenpflicht bestehen bleibt und es in dieser Zeit verpflichtende Corona-Tests geben wird. …“

    Geimpfte SuS werden übrigens jetzt schon nicht mehr getestet.
    Auch wenn nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand eine Infektionsweitergabe durch Geimpfte statistisch geringer ist, möglich ist sie. Im Zusammenhang mit Massenveranstaltungen finde ich das eher nicht so klug.

    Das man ernsthaft darüber nachdenkt die Testungen nach 2 Wochen ganz einzustellen empfinde ich als fahrlässig.

    ———

    „… Allerdings werde von der Möglichkeit des freiwilligen Wiederholens nach ersten Erkenntnissen «nur zurückhaltend Gebrauch gemacht», sagte die Ministerin. …“

    Mich verwundert diese Aussage nicht.

    Ich kenne die Details zu möglichen Wiederholungen in Schleswig-Holstein nicht, vermute aber mal, dass einem ähnlich viele Steine in den Weg gelegt werden wie in Hamburg.
    Der Antrag muss gestellt werden und von Personengruppe XY genehmigt werden.
    Wäre ja mal interessant zu wissen, wieviel % an SuS sich eine Wiederholung gewünscht hätten, aber schon nach Vorgesprächen erst gar keinen Antrag gestellt haben und wieviel % an Anträgen abgelehnt wurden.

    Wenn wie in Hamburg hierüber die Schulen entscheiden, dann dürften viele viele SuS mit ihrem Wunsch auf der Strecke geblieben sein. Denn die Schulen können in Wahrheit ja nur den absoluten Härtefällen eine Wiederholung genehmigen. Denn sie wissen ganz genau, dass nach den Sommerferien nicht wie von Zauberhand zusätzliche Lehrkräfte, Sonderpädagogen und Erzieher zur Verfügung stehen.
    Und einer dieser SuS ist mein Kind.
    ——–

    Mein Fazit:
    In der Pandemie haben viel Personengruppen verloren. Die Kinder und Jugendlichen definitiv viel. Und wie so oft im Leben – außer leerem Geschwafel passiert wenig. Aber das ist nicht erst seid der Pandemie so. Und ich für mich würde es schon als Fortschritt betrachten, wenn die „Macher“ sich mal ehrlich machen würden und zugeben würden „außer ein paar hohlen Worten hast Du von mir nix zu erwarten“.

    • Das kann ich unterschreiben.
      In Sachsen sieht es mit den freiwilligen Wiederholern ähnlich aus. Die Schulen haben schlichtweg keine Kapazitäten und raten vom freiwilligen Wiederholen ab. Den Schülern würden weitere Nachteile entstehen, wie z.B. ein weiterer Schulweg, da Schulwechsel (und finde erst einmal eine Schule, die dich aufnehmen würde), ein Wiederholen des freiwillig wiederholten Schuljahres wäre nicht möglich und damit die Gefahr groß ohne Abschluss dazustehen. Meine Tochter 9. Klasse Oberschule hätte gerne wiederholt, aber nicht so.

      Und auch mir wäre es lieber, wenn statt hohlen Phrasen ehrliche Worte kommen würden, aber das wird nicht passieren.

  4. Das Virus duckt sich schon eingeschüchtert weg, wenn die Prien sowas sagt. Das wird sicher schön brav sein und die Schulen meiden, damit die Prien ihren Plan fein durchziehen kann.

    Das schlimme ist, dass die Frau das durchziehen wird was sie sagt, zumindest ein paar Wochen lang, egal ob die indische Variante gerade wütet oder nicht.

  5. Die GEW will das Lernen durch „soziale und gemeinschaftliche Projekte“ fördern, auch durch „Ausflüge und Fahrten“. Also erstmal amüsieren statt arbeiten. Und dann soll man sich gewiss viel Zeit lassen mit allem. Dadurch wird erst recht vorprogrammiert, dass am Ende Defizite verbleiben, und zwar gerade bei denen, die man eigentlich unterstützen will. Es ist schon merkwürdig mit der Sichtweise der GEW. Manches klingt nach „wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“

    • So ist sie, die GEW! Das haben Sie hier genau auf den Punkt gebracht. Ich bekomme nur noch Kopfschmerzen, angesichts des Pippi-Langstrumpf-Weltbilds der KuMis. Aber auch mancher Kolleg:in. Delta ist dabei sich wöchentlich zu verdoppeln. O-Ton gestern in der Zeugniskonferenz: Wenn dann nach den Ferien die Maskenpflicht entfällt…Me: Ich denke, darüber müssen wir uns keine Sorgen machen. Delta wird das verhindern. Antwort: Oh. – Ich habe keine Glaskugel, aber ich kann logisch denken und gehe mit offenen Augen durch die Welt. Die Naivität mancher Kolleg:innen macht mich leider zunehmend ungeduldiger. Es fallen gerade alle Vorsichtsmaßnahmen parallel zu den Schichten der Bekleidung. Anderer O-Ton: Wir sind doch geimpft.

  6. Ich weiss nicht, was sich diese Herrschaften der Kultusministerien in ihren Koepfen ausmalen….

    Wie viele Menschen muessen noch sterben/erkranken??!!

    Unsere Kinder sind bei diesen Politikern die absoluten Verlierer und muessen noch damit rechnen zu erkranken, gar zu sterben, damit sie ihr Recht auf Bildung wahr nehmen koennen /muessen.

    In BW ist gerade bekannt geworden, das die Delta Mutation in einer Kita vermutet wird/sich ausbreitet und alle Kinder/Erzieher in Quarantaene sind.
    In Hildesheim an einem Gymnasium 4 Deltafaelle.
    Dies werden keine Einzelfaelle bleiben.

    Jetzt stehen die Sommerferien vor der Tuer, @KULTUSMINISTER*INNEN:VERDAMMT NOCH MAL, NUTZT DIE ZEIT UND STATTET ALLE KLASSENRAEUME MIT MOBILEN FILTERANLAGEN AUS!!!!

    Ansonsten geht das naechste verschwendete Schuljahr mit allen Konsequenzen (wieder einmal) auf EUER Konto!!!!
    Mal abgesehen von den gesundheitlichen Folgen fuer alle Beteiligten!

    @KM:Den Druck, den IHR dort oben auf die Kinder ausueben wollt mit Lernzielkontrollen und zusaetzlichen Aufgaben, solltet ihr erst mal selbst beachten und aktiv werden zum Wohle der Kinder!!!

  7. Ich finde, solche Ankündigungen kann man nicht als „Planung“ bezeichnen … sie sind gegenstandslos, sobald sich die Situation z.B. durch Delta verändert. Deswegen versuche ich, mir die Energie, mich darüber aufzuregen, einfach zu sparen.

  8. Bei diesen Kumis fällt mir nur noch ein “ ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich völlig ungeniert „. Was kümmert es sie, dass Schüler weitgehend schutzlos gegenüber dem Virus sind? Die Hoffnung, dass Infektionen bei Kindern und Jugendlichen nur halb so schlimm seinen sollen, stirbt zuletzt. Das mögliche Risiko der Impfung wird von der Stiko betont, während langfristige Risiken einer Infektion ebenfalls unbekannt sind. Die Familien und Kinder werden weiter alleine gelassen. Spätestens zum Herbst steigt die Anspannung angesichts des Unwillens Kindern und Jugendlichen Schutzmaßnahmen, die die Kumis für sich selbst selbstverständlich auf unsere (Steuer-) Kosten in Anspruch nehmen, vorzuhalten. Ich könnte mir vorstellen, dass es im Herbst zur panischen Suche nach Impfmöglickeiten für die Kinder kommt, da von den Kumis nichts zu erwarten ist. Somit lässt sich eine indirekte Impfpflicht auch durchsetzen. Die Verantwortung wird einzig und allein den Eltern zugeschoben. Es ist so eine Schande, wie mit Kindern und Familien umgegangen wird.
    Gerade denke ich an meine Kinder, die jetzt angesichts der, bei diesem Wetter vollkommen nutzlosen Lüftungsregeln, in ihren Klassenzimmern schwitzen. HItzefrei? Fehlanzeige, dafür gibt es ja keine verbindlichen Kriterien. Aber die wirklich wichtigen Personen sitzen ja in ihren klimatisierten, luftfiltergeschützen Büros und durften sich auch schon impfen lassen.

    Ohne Sarkasmus ist die Schulpolitik, dessen Zweck ich mittlerweile nur noch als Selbsterhalt einer Politikerkaste, die sich gegenseitig gerne die Schultern für NICHTS klopft, wahrnehme, nicht mehr zu ertragen. In der Praxis können einige Vorzeigeschulen (Kindergärten) mit toller Ausstattung und innovativen Ansätze glänzen. Der Rest verwaltet den Mangel unter dem persönlichen Einsatz motivierter Lehrer und Erzieherinnen, die häufig über ihre Belastbarkeitsgrenzen gehen. Beispiele hierfür gibt es zu genüge. Und bei allen Einsatz stößt man dann immer wieder an die Grenzen der personellen Ressourcen oder wird durch unsinnige Vorgaben und Paragraphen gestutzt. Mir fehlt der Ansatz, wirklich von Kind bzw. Jugendlichen aus zu denken und handeln zu können. Aber da ein großer Teil der Kultus- und Bildungsminister Juristen sind, gilt der erste Gedanke der Rechtssicherheit. Der Mensch steht dabei ganz hinten an.

    Soviel zum Frustablassen für den heutigen Tag.

    Zurück zum Traumland der Kumis.

  9. Wir können an der GS noch nicht einmal so viele Lehrer bekommen, dass jede Klasse einen Pädagogen als Klassenlehrer bekommt.
    Für 52 vakante Lehrerstellen im Kreis gibt es 10 Bewerber, die ihr Lehramtsstudium beendet haben.
    Schon jetzt behelfen wir uns mit Müttern, Praktikanten usw. Jetzt gehen noch einmal 2 Lehrkräfte und wir können die 52 fehlenden Stunden nicht mit Lehrkräften besetzen.
    Trotzdem muss die Verlässlichkeit und die Stundentafel gewahrt werden. Ich kriege schon einen Schreikrampf, wenn ich die großzügigen Versprechen der Frau Prien nur höre!
    Wo soll denn das Personal herkommen?

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