Die Kultusminister schaffen es immer wieder, noch einen draufzusetzen: Jetzt erklären sie Corona in Schulen für beendet!

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Ein Kommentar von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

BERLIN. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat die Corona-Pandemie in Deutschlands Schulen für beendet erklärt: Schulschließungen werde es nicht mehr geben, so beschloss das höchste schulpolitische Gremium der Bundesrepublik Deutschland. Wow. Seit über einem Jahr nun staunt man als Beobachter über das Maß an Realitätsverweigerung durch die Bildungsminister (Bildung, sic!) in Deutschland – und immer wieder schafft es die KMK, noch einen draufzusetzen. Was kommt als nächstes? Wird bald der Sieg bei PISA verkündet?

Die KMK sieht ein schönes ungestörtes neues Schuljahr voraus. Foto: Shutterstock

Erst wurde behauptet, dass Kinder sich praktisch nicht anstecken und Infektionen nicht weitergeben. Dazu wurde der Slogan „Kinder sind keine Treiber der Pandemie“ erfunden, um damit zu rechtfertigen, dass für Schüler die Abstandsregel und für Schulen die RKI-Empfehlungen nicht gelten müssen. Zwischenzeitlich beteuerten Kultusminister allen Ernstes, Infektionen würden in Schulen „hineingetragen“ (was sonst? Fledermäuse werden selten in Schulküchen zubereitet). Lehrkräfte und Erzieher wurden zu Infektionsquellen ernannt, offene Fenster im Winter als „Lüftungskonzept“ verkauft. Gipfel des Unsinns: Einige Bildungsminister erklärten noch vor kurzem, dass weit offene Schulen – Simsalabim – die Corona-Epidemie in Deutschland sogar bremsen würden.

Das alles wäre auf eine groteske Art lustig, wenn die Folgen nicht so traurig wären: Das Beharren auf offene Kitas und Schulen im Herbst 2020, obwohl längst Hunderte von Ausbrüchen in den Bildungseinrichtungen registriert wurden, hat vermutlich Tausende von Menschen in Deutschland das Leben gekostet. In jedem Fall kam die zweite Welle so ins Rollen, stürzte kleine Betriebe aus Handel und Gastronomie, die Kultur und den Sport in Täler der Tränen (obwohl dort oftmals die AHA-L-Regeln penibel eingehalten wurden), während die Kitas und Schulen (ohne Einhaltung der AHA-L Regeln) für sicher erklärt wurden. Mittlerweile 34 Erzieher/Lehrkräfte starben nach offiziellen Angaben Corona-infiziert, wodurch sich noch kein Kultusminister zu einer Beileids- oder Respektsbekundung veranlasst sah.

Die trieben lieber den Irrsinn voran. Sachsen zum Beispiel hat im Mai 2020 als erstes Bundesland die Kitas und Schulen wieder weit geöffnet – und musste im Herbst aufgrund monströser Infektionszahlen als erstes seine Kitas und Schulen wieder schließen, bevor dasselbe Spiel in diesem Frühjahr von neuem begann. Das Resultat solcher Ignoranz: Der Freistaat verzeichnet fast fünfmal so viele Corona-Tote auf 100.000 Einwohner (244) wie Schleswig-Holstein (55). Wie Sachsen-Anhalt zeigt – immerhin nach Sachsen und Thüringen (200) auf Platz drei (154) der Horrorliste  –, lassen sich trotz einer solch verheerenden Corona-Bilanz Wahlen gewinnen.

Die Notbremse des Bundes, die schließlich die dritte Welle gebrochen hat, geht mit Kanzlerin Angela Merkel in den Ruhestand

Das haben die Kultusminister, ansonsten eher lernunwillig, jetzt aber sofort aufgesogen. Und haben die Corona-Pandemie, ganz auf der Linie der ostdeutschen Ministerpräsidenten, für nebensächlich/beendet/nicht existent erklärt. Die gegen ihren ausdrücklichen Willen beschlossene Notbremse des Bundes, die schließlich die dritte Welle gebrochen und Deutschland damit vor einer noch viel größeren Katastrophe bewahrt hat, geht mit Kanzlerin Angela Merkel in den Ruhestand. Damit ist die Bahn endgültig frei für alle Corona-Folgen-Leugner unter den Regierenden. Das verheißt nichts Gutes für das nächste Schuljahr.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (nochmal zur Erinnerung: 240 Corona-Tote auf 100.000 Einwohner – der Weltmeister in dieser Kategorie, Ungarn, schafft auch nur 300) verkündete bereits via „Bild“, „das Recht der Kinder auf Bildung war durch die überzogene Bundesnotbremse unter die Räder gekommen. Das darf nicht wieder passieren.“ Und genau das ist jetzt die Linie der Kultusministerkonferenz.

Wir wissen nicht, ob sich das Coronavirus in Kitas und Schulen ausbreiten wird, wenn die meisten Erwachsenen – die meisten Kinder und Jugendlichen aber nicht – geimpft sind. Wir wissen auch nicht, wie sich mögliche Mutationen auf das Infektionsgeschehen auswirken (in Großbritannien aktuell überaus ungünstig). Wir wissen ebenfalls wenig über Spätfolgen von Corona-Infektionen bei Kindern. Die KMK weiß das allerdings, anders als die Wissenschaft, schon: nein/gar nicht/vernachlässigbar, so lauten implizit die Antworten der höchsten bildungspolitischen Instanz in Deutschland auf diese Fragen. Im KMK-Beschluss liest sich das dann so: «Wir werden alle für einen dauerhaften Regelbetrieb und die Vermeidung weiterer Schulschließungen kämpfen.»

Nicht mal 100 Euro pro Kind, die Luftfilter in Schulen und Kitas kosten würden, ist der Gesundheitsschutz der Jüngsten wert

Wie gehabt: Von einem Kampf für die Gesundheit von Schülern und Lehrkräften, für Bildung – womöglich gar für die besondere Förderung der Kinder und Jugendlichen, die in der Pandemie unter die Räder gekommen sind – ist keine Rede. Nicht mal 100 Euro pro Kind, die Luftfilter in Schulen und Kitas kosten würden, ist den Landesregierungen der Gesundheitsschutz der Jüngsten wert, während für die Rettung der Lufthansa neun Milliarden Euro herausgehauen wurden. Was für ein Armutszeugnis.

Dafür hat die Kultusministerkonferenz im Lauf der Pandemie neue Maßstäbe gesetzt in Sachen „alternativer Fakten“ (ein Begriff, mit dem einst die Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump ihre Lügen verbrämte). Darauf lässt sich aufbauen. Wie wäre es denn, liebe Kultusminister? Unsere Vorschläge: „Die 16 Bundesländer – besser lässt sich Bildung nicht machen!“ „Deutsche Schulen – Digitalisierungsweltmeister!“ Oder: „Deutschland – endlich Sieger bei PISA!“ News4teachers

Der Autor

Der Journalist und Sozialwissenschaftler Andrej Priboschek beschäftigt sich seit 25 Jahren professionell mit dem Thema Bildung. Er ist Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus – eine auf den Bildungsbereich spezialisierte Kommunikationsagentur, die für renommierte Verlage sowie in eigener Verantwortung Medien im Bereich Bildung produziert und für ausgewählte Kunden Content Marketing, PR und Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Andrej Priboschek leitete sieben Jahre lang die Öffentlichkeitsarbeit des Schulministeriums von Nordrhein-Westfalen.

Der Bildungsjournalist Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf
News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek, Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus. Foto: Tina Umlauf

In eigener verlegerischer Verantwortung bringt die Agentur für Bildungsjournalismus tagesaktuell News4teachers heraus, die reichweitenstärkste Nachrichtenseite zur Bildung im deutschsprachigen Raum mit (nach Google Analytics) im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich und einer starken Präsenz in den Sozialen Medien und auf Google. Die Redaktion von News4teachers besteht aus Lehrern und qualifizierten Journalisten. Neben News4teachers produziert die Agentur für Bildungsjournalismus die Zeitschriften „Schulmanager“ und „Kitaleitung“ (Wolters Kluwer) sowie „Die Grundschule“ (Westermann Verlag). Die Agentur für Bildungsjournalismus ist Mitglied im didacta-Verband der Bildungswirtschaft.

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Haarsträubende Behauptungen und windige Quellen: Was Kultusminister erzählen

 

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61 KOMMENTARE

  1. Erstaunlich: Von Politikern hört man immer wieder Erklärungen des Tenors, man könne nur auf Sicht fahren.
    Anders die KM der Länder: Sie können offensichtlich in die Zukunft schauen.
    Erwirbt man diese Fähigkeit bei Übernahme des Postens automatisch?

    • Geniale Idee. Wo kann man den Stoff der KM kaufen? Gibt es da eine geheime Lieferkette? Können da andere auch mit einsteigen? Oder wird diese Fähigkeit in dunklen Zimmern oder geheimen Räumen im Keller der Ministerien gelehrt?
      Nach einem Gespräch mit einer Freundin (LK in Niedersachsen): erste Klassen wieder in Quarantäne und in 6 Wochen sind Ferien!!!!
      Manch einer hat Ideen, die sind für die Tonne, während andere vom Erstimpftermin nur träumen können.
      ACHTUNG: Es ist Ironie und Sarkasmus enthalten.

      • Nomen est omen, denkt man an den niedersächsischen Kultusminister.
        Manch einer hat Ideen, die sind für die Tonne – oder doch eher von dem Tonne? Spazialfall für Grammatikaffine.

  2. Wie viele unbelegte Falschbehauptungen kann man eigentlich in einem einzigen Artikel unterbringen.

    Offensichtlich sehr viele. Und besonders bemerkenswert ist vor allem, dass die Bundesnotbremse sogar in Ländern „gewirkt“ hat in denen sie gar nicht angewendet wurde. Echt grandios!

    Also vielleicht einfach mal nicht alle Studien (wie z.B. die aktuelle der LMU) die einem nicht in den Kram passen ignorieren – dann klappt es vielleicht irgendwann auch noch mal mit sachlicher Berichterstattung. 😉

  3. Na wenn es ja in der Schule kein corona gibt.kann ja das testen aufhören.man braucht ja auch sonst keinen mehr.
    Müssen sich meine Kids nicht weiter quälen

    • Jepp, da kann man sich wirklich über das Weitertesten nur wundern…wahrscheinlich sind die in den Hinterzimmern mit den Lobbyisten der Testhersteller vereinbarten Stückzahlen, Laufzeiten und im Gegenzug die vereinbarten Summen an die jeweiligen KMs in den Ländern noch nicht erfüllt.
      Wenn die monetären Ziele erreicht sind, dann wird die Testpflicht auch sofort eingestellt.

      Es ist alles in allem nur noch beschämend, was hier an „politischer Inkompetent “ fortgesetzt weiterdilletieren darf , ohne dass jemand ernsthaft interveniert.

      Was wir dringend brauchen ist eine „Bundesnotbremse für KultusministerInnen und BildungssenatorInnen“.

      • Andre Hog- wäre spannend zu erfahren wieviel Kohle für die Tests ausgegeben wurde….gab’s ne Ausschreibung? Was sagt der Landesrechnungshof? Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheinen wir in Nds z.Z. in Tests zu schwimmen. Die müssen ja nun an den Schulen unters Volk gebracht werden. Die Lehrkräfte haben sogar schon vorab 25er Sets zum Eigengebrauch erhalten. Zumal es gilt die „Scheinsicherheit“ aufrechtzuerhalten.

        • Liebe Elfe, jau, habe gerade im Radio einen Werbespot gehört, in dem bei einem Discounter die Schnelltests für sage und schreibe 89cent verhökert werden.
          Heißt, dass die in der Produktion und im Einkauf nochmal drunter liegen müssen, denn auch oder gerade Diskounter verschenken nix.
          Des Weiteren muss man davon ausgehen, dass dieser Anbieter ahnt, dass mit den sinkenden Inzidenzzahlen die Testpflichten ÜBERALL abgeschafft werden – absehbar auch in Schulen und sowohl die Hersteller als auch der Handel nicht auf den Dingern sitzenbleiben wollen…und der Staat zahlt für jeden Selbsttest an Schulen ein vielfaches dieser Preise … Die Siemens Selbsttests sind die selben, wie die Schnelltests in den Bürgertestzentren (warum auch nicht – Schulen wurden ja landesweit zu Testzentren erklärt – nur dass man hier selber in der Nase stochern muss)
          Ergo:
          Es wurden Absatzmengen vereinbart – zu wie immer überhöhten Preisen – die Lager müssen geräumt werden, bevor man auf den Dingern sitzen bleibt….die Goldgräberstimmung bekommt einen Knick und wir bezahlen den Scheiß mit unseren Steuern – während die Luftfilter weiter verwehrt werden, weil die Luftpumpen der KMK beschlossen haben, dass diese „vor allem in Schulen nix bringen und deshalb zu teuer sind“

  4. Unter allen Schülern haben die Grundschulkinder vorher nicht interessiert und werden auch weiterhin niemanden in den Kultusministerien interessieren. Ansonsten müsste man sich die Frage stellen, weshalb in vielen Landkreisen (Quelle NTV – Coronavirus Spezial, Blickwinkel auf Bundesland Baden-Württemberg) die Inzidenzen bei den 0- bis 14-jährigen häufig höher als der Schnitt sind und in vielen Landkreisen diese Altersklasse der Spitzenreiter oder Zweitplatzierte nach der nächsten Altersgruppe ist?
    Wenn es eine gezielte Durchseuchung geben soll, muss das genannt werden!

    Meine Vermutung ist aber eher, dass es aktuell keine Impfempfehlung für die ab 12-jährigen gibt, da der Impfstoff Mangelware ist. Sobald genügend Impfdosen vorhanden sind, wird die Stiko Ihre Meinung ändern. (Habe auch den Stoff um in die Zukunft zu schauen bekommen.) Dann sind nach Ansicht der Kumis auch keine Luftfilter mehr nötig und Geld bleibt für allerlei bürokratische und sinnlose Maßnahmen frei, damit ja kein Sesselfurzer in den Kultusministerien als überflüssig gilt.

    Gleichzeitig fragt man sich, weshalb es in den Kitas keine Testpflicht gibt? Grundschulen zwar aktuell ja, Kitas und Kindergärten nicht. Wie passt das zusammen? Da Kinder Corona häufig symptomlos bekommen, stellen sie eine Gefahr für Mitschüler, andere Kindergartenkinder, Freunde, Familie,… dar. Da sollte man doch wenigstens zum Schutz der anderen testen was das Zeug hält?!

    Leider bin ich -was die Gefahrenabwehr betrifft – äußerst pessimistisch. Unsere Zukunft wird genauso sinnlos gefährdet und verheizt, wie früher die Hitlerjugend im Volkssturm. Dabei sind die Kinder das höchste Gut unserer Gesellschaft, deren Schutz eigentlich noch nötiger wie der der Alten ist. Wenn aber selbst Eltern, die nun geimpft sind, ihre Kinder wieder in die Einrichtungen schicken („Wir sind ja jetzt geimpft“) und sich nicht um die Gesundheit ihrer Kinder kümmern, welche Lobby haben da die kleinen noch?

    • „Wenn aber selbst Eltern, die nun geimpft sind, ihre Kinder wieder in die Einrichtungen schicken („Wir sind ja jetzt geimpft“) und sich nicht um die Gesundheit ihrer Kinder kümmern, welche Lobby haben da die kleinen noch?“

      Das ist das Einzige, das ich in dieser Pandemie nicht verstehen kann.

  5. Wiedermal ein sehr treffender Kommentar von Herrn Priboschek!
    Das Drama der Durchseuchung der Kinder, Jugendlichen und damit auch der Eltern wird leider erst dann enden, wenn Eltern massiv, und zwar wirklich massiv, und in Massen protestieren. Da aber gleichzeitig genau diese Eltern froh sind, dass die Kinder versorgt sind – und zwar ohne Eltern -, wird genau das nicht passieren. Also los – für Kranke und Tote hat Frau Gebauer ja den Notfallordner.
    Dieses Land ist einfach nur noch krank.

    • @Emil die protestieren nicht.Die feidrn doch alle,dass die Kindef endlich wieder geregelt zur Schule können.Jedenfalls steh ich mit meiner Meinung hier ziemlich allein auf weiter Flur.Immerhin,der Rat scheint sich mit der Frage der Luftfilter zu befassen,wie ich in einer Antwort auf meine Anfrage vom OB erfuhr.Na da bin ich mal gespannt.

  6. Danke für diese sehr gute Analyse.
    Das Fazit der KMK, «wir werden alle für einen dauerhaften Regelbetrieb und die Vermeidung weiterer Schulschließungen kämpfen», ist eine Farce. Wenn sie tatsächlich dafür kämpfen würden, müssten sie für Luftfilter, Plexiglasscheiben, kleinere Klassen, Impfstoff und Impfforschung für junge Menschen kämpfen. Tun sie aber nicht. Sie kämpfen allein dafür, dass ihnen keiner widerspricht, damit sie nicht tätig werden müssen. Das Ganze erinnert mich inzwischen ein wenig an Nordkorea, wo es ja nach Proklamation auch kein SARS-CoV-2 gibt. Das ist ein sehr, sehr trauriges Bild, was die KMK abgibt.

    • „Sie kämpfen allein dafür, dass ihnen keiner widerspricht, damit sie nicht tätig werden müssen.“

      Jipp, absolut treffend. Und zum Weinen, Haare raufen, Verzweifeln.

  7. Die Delta-Mutante wird die vierte Welle prägen. In unserem SK ist sie schon für 4,5% der Fälle zuständig. Das kann man kleinreden, aber in der Statistik von vor zwei oder drei Wochen tauchte sie nicht einmal auf. Alles andere zeigt ein Blick nach GB…

    Es ist absoluter Irrsinn, jetzt den Öffnungswahn voranzutreiben und gleichzeitig NICHTS zu tun, um die Schulen auf den Herbst (ja… er wird kommen!) vorzubereiten. Nichts… außer Sprüchen, die sie schon beim letzten Mal gesagt hatten und dann klammheimlich zurückziehen mussten.

    Traurig ist nur, dass damit die im Sommer wirklich vorhandene Chance, die Pandemie nahezu einzudämmen, wieder einmal leichtfertig verspielt wird.

    Wenn es dann eine Mutation gibt, gegen die alle Impfstoffe wirkungslos sind, dann will es keiner gewesen sein (merke: je mehr Infektionen, desto mehr Risiko, eine wirklich gefährliche Mutation dabei zu haben). Das spült uns dann auf START zurück und der nächste Lockdown, den alle ausschliessen, ist dann ganz plötzlich Realität.

    • Sehr geehrter Jan,
      Ich stimme wieder zu. Gerade das Geschehen in UK mit Deltavariante und v.a. innerhalb Schüleraltersgruppen wird, wie schon vor Welle 3, ankündigen, was bei uns vermutlich wieder 3-4 Wochen später als in UK passieren wird. Selbst ob wir die Sommerferien (hier noch ca. 6,5 Wochen) vollends „ungestreift“ erreichen, ist mir fraglich.

    • Und diese Variante, gegen die es nichts zum Verspritzen gibt, trägt dann die offizielle Bezeichnung „deutsche Variante“ (…) – ich würde so sehr „feiern“!

    • Stimme Ihnen wieder voll und ganz zu! Genau: der Herbst wird kommen…! Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis, die vielen scheinbar überhaupt nicht bewußt ist. Ich möchte nicht, dass mein Kind kommendes Schuljahr wieder bei 0 Grad Außentemperatur mit Winterjacke/Mütze und Schal im Klassenzimmer frieren muss stundenlang, weil die einzige Maßname gegen die Ausbreitung einer der gefährlichen Mutante nach über einem Jahr wieder nur geöffnete Fenster im kalten Winter ist!!!!???

  8. Ein wichtiger Kommentar, vielen Dank! In diesem Zusammenhang bitte immer wieder auf den dringenden Ausbau der Lehrkräfteausbildung an Unis und Hochschulen hinweisen. Hier wird weiterhin „gepennt“ und kaputtgespart (statt einer Professur werden Wiss. Mitarbeiter- und Akad. Lehrkräftestellen mit Hochdeputat eingerichtet, ist viel billiger!). Und dann geht es bald wieder los, wer welche Lehrkräfte aus welchen Bundesländern und aus dem Ausland abwerben kann …

  9. Hallo Jan,

    Ich finde 4,5 Prozent schon enorm. Das wird sich vermutlich im Nullkommanichts verdoppeln. Und dann geht’s weiter… Ein Blick nach GB würde reichen, um zu sehen: Heilige Fäkalie, es ist noch nicht vorbei.

    Wir sind momentan generell hier in meiner Heimatstadt bei einer Inzidenz von 9. Gerade lasse ich die Kinder in die Schule. Sobald das steigt, bleiben sie Zuhause. Am Liebsten wären sie auch daheim, ihnen hat das Homeschooling sehr viel Spaß gemacht. SICHER lernen mit guter Unterstützung durch die Lehrer. Es war so schön. Auch mir hat es Spaß gemacht. Wir vermissen es regelrecht. Klingt komisch, ist aber so. Jetzt heißt es Schlange stehen auf dem Klo, die älteren Jahrgänge nehmen dort die Masken ab und nehmen es mit der Personenanzahl nicht so genau. Störende Mitschüler, die komplett überdreht sind und ein halbes Jahr Klassenclown-Dasein unbedingt noch in die letzten Wochen quetschen müssen. Überfüllte Aula. Gleiches bei den Bussen. Unsere Realschule hat um die 1000 Schüler.

    Warum nicht bis zum Schuljahresende Wechselunterricht gegeben wird, man versteht es nicht. Dann hätte ich auch kein Problem, die Kinder daheim zu lassen, da der Schulstoff (wenn auch ohne Konferenz) im Teams zur Verfügung stünde. So, wie es jetzt ist, ist das schwierig. Wenn jetzt auch noch die Maskenpflicht gekippt werden sollte, gehen meine Kinder von sich aus auf die Barrikaden. Ein bisschen Schutz muss doch sein. Impfung wäre in der Theorie für den Großen möglich, bloß, wann er dran kommt, steht in den Sternen. Das Töchterlein ist erst 11,5 Jahre alt. Da ist noch keine Impfung am Horizont.

    • Hallo Risikomama
      Sehr schön zu hören, dass es auch so laufen kann wie bei Ihnen zu Hause mit homeschooling.
      Ansonsten hört man ja nur Horrorgeschichten von Eltern die nicht klar kommen.
      Jeder von uns wäre froh, wenn wir wieder normalen Schulalltag bieten könnten.
      Aber nur unter sicheren Voraussetzungen.
      Ich kann einfach nicht verstehen, dass Eltern die Gefahr der Mutationen und der ungeimpften Kinder nicht sehen, sehen wollen.
      Ein komplettes Einhalten der AHA Regeln ist bei den Schülerzahlen in voller Präsenz einfach nicht möglich.
      Wir werden sehen was diese Wochen vor den Ferien und dann die Urlaubsreisen bringen…
      Ich habe grosse Sorge, ich hoffe ich täusche mich…

  10. @Jan aus H
    So sieht es aus!
    Verschwörungstheorien sind eigentlich eher nebulös und verschwiegen, diese vom Ende der Corona-Pandemie predigt Freiheit für alles und jeden, öffnet und lässt alles zu – auch die vierte Welle.

  11. Wieder wird so getan, als ob geschlossene Schulen bedeuten würden, dass kein Unterricht stattfindet! Zumal viele Schulen gar nie wirklich zu waren ( Notbetreuung, Abschlussklassen, Wechselunterricht)! Zugegeben auch in der letzten Homeschoolingphase lief es hier und da nicht rund, aber gelehrt und gelernt wurde an vielen Schulen sehr fleissig auch im Distanzunterricht. Viele von uns haben sich den A… aufgerissen, um ihre Schüler nicht allein zu lassen und guten digitalen Unterricht zu bieten und viele Kinder beim Lernen ebenso! Aber das zählt ja nicht!
    Ich bezweifle gar nicht, dass viele Kinder den Sozialkontakt, den Schule bietet vermissen und vielleicht auch nicht so gut allein Zuhause mit dem Lernen zurechtkommen, aber dass es keine Alternative zur ungeschützten Vollpräsenz geben kann, das ist einfach absurd. Zumal auch im Privaten Sozialkontakte stattfinden können, dann aber eben wesentlich kontrollierter und geschützter als in der Schule.

    Ansonsten kann ich Herrn Priboschek und vielen anderen Kommentaren hier nur zustimmen! Vielen Dank, so fühle ich mich wenigstens nicht mehr ganz so allein.

  12. Voll auf den Punkt gebracht Herr Priboschek. Ich war ebenso entsetzt von den letzten Meldungen der KMK. Auch ist mir der Begriff Normalbetrieb in Sachsens Schulen sehr suspekt. Normal ist also Schule mit Test, Sport mit Maske, Musik (aber liebe Kinder, sagt es nicht weiter) ohne Maske und der Start zur Notenjagd plus jede Menge Hausaufgaben, versteht sich ja von selbst. Normal ist hier nichts. Entweder wir haben Pandemie und da machen Schulen keine Ausnahme. Gleiche Regeln für alle. Oder wir haben keine Pandemie und da braucht es weder Tests noch Masken. Man kann nur hoffen, dass wenn die Zahlen im Herbst steigen sollten, die Bundesnotbremse wieder aktiviert wird, damit der KMK Grenzen gesetzt werden.

  13. Mal für alle die es noch nicht begriffen haben, Corona bzw. Coronavirus SARS-CoV-2 – COVID-19 wird uns bis zum ende unserer Existenz begleiten. Sicherlich werden zukünftige Generationen eine natürliche Immunität (einsetzende Immunantwort) gegenüber dem Virus haben. Aber das dauert eben eine gewisse Zeit. Also irgendwann in ferner Zukunft einmal. Eine Zeit die man eventuell in Generationen messen muss und nicht in Jahren.
    Aber was soll es, denn fast alle Politiker wissen ohnehin besser und handeln nach eigenem ermessen, so wie es ihnen gerade dienlich ist.

    Auch werden wir die nächsten Jahre damit verbringen, immer mal wieder mit Masken den Alltag zu meistern. Denn die geimpften Personen sind nämlich nicht bis in alle Ewigkeiten immun. Auch neue die neu zu erwartenden Mutationen werden immer wieder neue Herausforderungen an die Menschheit stellen, so das wir immer und immer wieder neuer Impfstoffe entwickeln müssen. Also liebe Landsleute, gewöhnt euch schon mal an das Masken tragen, (bevor alle durch geimpft sind, entstehen immer wieder Sicherheitslücken) denn das wird zum wohl in den nächsten Jahren dazugehören wie der Sonnenaufgang.

    • Covid-19 wird uns in der Tat begleiten, die Masken werden vermutlich überwiegend verschwinden. An die natürliche Immunität glaube ich nicht, ich erwarte vielmehr eine jährliche Auffrischungsimpfung analog zur Virusgrippe.

  14. Herzlichen Dank Herr Priboschek! Top rhetorische Arbeit den seit Beginn der Pandemie bewiesenen niedrigen Bildungsstand der Kultusminister in Deutschland auf den Punkt zu bringen.

  15. „Im KMK-Beschluss liest sich das dann so: «Wir werden alle für einen dauerhaften Regelbetrieb und die Vermeidung weiterer Schulschließungen kämpfen.»“

    -Kampf eröffnen
    -„Die Schulen bleiben offen“
    -Kampf beendet

    So ein Schwachsinn. Nun hoffen wir einfach, dass es keine neue Welle geben wird, damit die KM uns nicht mit Ihren fehlenden Maßnahmen gefährlich werden.

    Aber Spahn hat ja nun alle zum Impfen eingeladen. Komisch, dass bei uns im Landkreis noch 9500 Menschen der Gruppe 3 warten. Ich schätze, die Warten noch bis mitte Juli, denn es sind noch ein mehrere 10000 Menschen erst mal mit Zweitimpfungen dran. Und wieviele Menschen sich danach anschließen, die zuvor nicht in Gruppe 1/2/3 waren, kann ich garnicht schätzen. Klar ist nur, bis zum nächsten Schuljahr wird das nix.

    Ich frage mich, in welcher Welt die KM leben! Scheint schön da zu sein, aber der Verstand wird anscheinend ins Nirgendwo geschickt. Was sollen solche Aussagen. Ich verstehe das nicht. Die sollen einfach ihre Arbeit tun und nicht dumme Reden schwingen.

  16. Jeder, wirklich jeder in der BRD (und überall sonst) kennt die Mittel zur Abwehr von Coronainfektionen, die einzeln keinen ausreichenden Schutz bieten, im Gesamtpaket aber Sicherheit bieten können:

    – Abstand (d.h. bei uns aufgrund der Klassengrößen in der Regel Wechselunterricht) und damit Kontaktreduzierung (Personenzahl, feste Lerngruppen …)
    – mobile Luftfilter oder Festanlagen zur massiven Aerosolreduzierung (allein im NRW-Landtag stehen seit Anfang des Jahres nicht ohne Grund mindestens 41 Luftfilteranlagen)
    – MNS (am besten unter Einhaltung eines Abstandes von mindestens 1,50 m zu allen Seiten)
    – Hygiene (insbesondere Hände waschen mit Seife)
    – regelmäßige und gründliche Frischluftzufuhr (Durchzug)
    – Trennwände (dann könnte man die Maske als Schutz gegen grobe Viruspartikel durch Sprechen, Husten, Niesen … im Zusammenspiel mit Luftfiltern (!) auch absetzen)
    – Testen (mit hoher Fehlerquote von über 40 Prozent bei Symptomlosen)

    Wenn man sich nun nur ein paar bequeme, günstige Maßnahmen aus dem Gesamtpaket rauspickt, um die künftige „Delta-Invasion“ in den Schulen verhindern zu wollen, könnte man es eigentlich auch gleich ganz lassen. Aber dann würden zu viele noch unaufgeklärte Eltern, die sich mit Masken und Testen in falscher Sicherheit wiegen, doch noch hellhörig werden, nicht wahr?

    Sollten sich schwere Verläufe unter den Kindern und Jugendlichen (spätestens) im Herbst häufen, unsere Kinder noch vermehrter an Long-Covid oder Post-Covid erkranken oder gar PIMS, die Corona-Pandemie in Deutschland hier vielleicht sogar zu einer „Kinder- und Jugenderkrankung“ mutieren, sind die Verantwortlichen dafür schnell ausgemacht. Die „Wut im Bauch“ ist schon jetzt bei vielen, vielen Eltern unerträglich. Auch von den Wütenden und Besorgten möchte niemand Schulschließungen. Aber Vollpräsenz ohne Luftfilter wird die Katastrophe heraufbeschwören. Die einzige Alternative, wenn man den Kindern die Luftfilter nicht gönnen möchte (oder was ist es sonst?), wäre, seine Einstellung zum Wechselunterricht zu ändern und diesen noch verstärkter zu fördern. Sofern die Quarantäne nicht auch noch abgeschafft wird, muss sowieso an digitalen Lösungen endlich und weiterhin gearbeitet werden, wenn man „bildungsgerecht“ handeln möchte. Es wird immer wieder (auch diesselben) Kinder und Jugendliche geben, die in Quarantäne gehen müssen … und da ist es am effektivsten, wenn man diese Kinder einfach dem Präsenzunterricht „zuschalten“ kann. Oder wird die Quarantäne bei Kindern demnächst auch noch abgeschafft werden, wenn Infektionsfälle in der Klasse/Kurs auftreten? Zutrauen würde ich es den KuMis. So wäre immer wieder auftretende Quarantäne doch bei ihrem „Kampf für die Vollpräsenz“ ein Störenfried.

    Wieso glauben eigentlich die KuMis, dass Eltern so dumm sind und sich nicht fragen, warum Luftfilteranlagen für ihre Kinder nicht drin sind? Dass es nicht nur wenige oder einige sind, die Luftfilteranlagen als zwingend nötig in den Schulen ansehen, sondern vielleicht sogar alle? Wie wäre es mal mit einer elternspezifischen Umfrage statt sich immer mehr selbst ein Armutszeugnis auszustellen in der Öffentlichkeit, während man die Kinder unter unzureichenden Maßnahmen in die Schule zwingt und dafür auch noch bejubelt werden möchte? –

    Vielen Dank an die Redaktion für Ihr nicht müde werdendes Engagement. Es ist unfassbar, was man sieht, WENN man hinsieht. Das Desaster um den unzureichenden Infektionsschutz in den Schulen müsste in den Medien, nicht nur den Fachmedien, jeden Tag aufs Neue publiziert werden … zumal das Infektionsgeschehen unbestritten auch immer einen Infektionseinschlag in die allgemeine – sogar auch eventuell geimpfte – Gesellschaft mit sich bringt schon allein deshalb, weil der Prozess von Update-Impfungen auch immer ein langer sein wird. Es betrifft eben „NICHT „nur“ DIE ANDEREN“, sondern auch die Kinderlosen oder diejenigen mit erwachsenen Kindern und auch die bereits Geimpften. Das Virus straft jede Nachlässigkeit. Spätestens im Herbst bekommen wir dann die Quittung. Alle Zeichen deuten auch zurzeit schon darauf hin.

  17. Vor noch zwei Wochen war ich sehr besorgt, jetzt habe ich richtig Angst.

    Ich finde keine Wörter mehr, ich kann mich euch nur anschließen.

    Ich sehe alles genau so.

  18. @Viva:
    Ich sage einfach „Danke“ für diesen meiner Ansicht nach hervorragenden Kommentar, dessen Inhalt ich uneingeschränkt teile!

  19. Danke sehr, Herr Priboschek, mal wieder!
    Meine Vermutung ist, die Kultusminister hatten sich schon fest darauf verlassen, dass Kinder bzw. Jugendlich im Sommer breit geimpft werden, aus ihrer Sicht die einfachste Lösung (Achtung, Sarkasmus): „Super, nächstes Schuljahr alle geimpft, Schulen sind, hamwa ja schon imma gesagt, sicher, keinerlei Nachdenken und Handeln mehr nötig, Grundschüler sind unter 12? Egal, wozu differenziert denken, da passt dann wieder die alte Parole, jüngere Kinder stecken sich eh nicht an. Pandemie over, wir haben fertig.“
    Dann hat sich die Welt ein Stück weiterbewegt, aber die Kumis in ihrer Trägheit zurückgelassen: „Wie, keine Stiko-Empfehlung, hä, nicht genug Impfstoff, egal, wir beschließen die Maßnahme und die Voraussetzungen dafür denken wir uns einfach so dazu.“
    Und wenn dann die vierte Welle mit der x-ten Mutante im Herbst Menschen im Schulalter erwischt, wird es heißen, frei nach Thies Rabe: „Das konnten wir ja nicht voraussehen, wir sind ja keine Epidemiologen.“

    • danke, dass ihr weiterhin informative und gute beiträge veröffentlicht, denn woanders kommt man leider nicht so leicht an diese infos uns beiträge. ihr seid meinr erste laufstelle, wenn ich nsch neuigkeiten suche. auch wenn sich nun einige darüber ärgern, ich persönlich finde es sehr schade, dass merkel geht. auch wenn sie nicht perfekt war, ist sie immer noch die beste.

      mein sohn hat (hoffentlich) nur noch ein jahr schule, aber wenn die schulen luftfilteranlagen anschaffen möchten und unsere schule um spenden bitten würde, ich würde gerne die 100 € (es hieß ja, 100€ pro kind) geben.

      ich finde das auch sehr schwach, dass klassen rlt unterstütztung erhalten sollen, bis 12 j., was soll das? das ist doch auch nur, damit die eltern arbeiten gehen können. aber die gesundheit geht, dem anschein nach, den politikern am allerwertesten vorbei…

  20. Und die KuMis bekommen natürlich die entsprechende Unterstützung…

    „Im Herbst könnte eine vierte Corona-Welle vor allem Kinder und Jugendliche treffen, da sie als Letzte geimpft werden. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie gefährlich Covid-19 für sie ist. Wie hoch ist ihr Risiko, schwer zu erkranken, wie wahrscheinlich sind langfristige Beeinträchtigungen?
    Jeder, der nicht gegen Covid-19 geimpft ist, werde sich früher oder später anstecken, sagt Virologe Christian Drosten. Das werden zu einem Großteil Kinder und Jugendliche sein. Denn selbst wenn eine Impfung für die Älteren unter ihnen jetzt grundsätzlich möglich ist, werden sie eher zuletzt geimpft. Die unter 12-Jährigen bleiben auf jeden Fall noch längere Zeit ungeschützt. Vor allem ihre Eltern wollen daher wissen, wie gefährlich Covid-19 in diesen Altersklassen ist.[…]
    Ein Problem sieht Hübner im breiten Spektrum der Long-Covid-Symptome. Milde Symptome wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen seien sehr schwer von Dingen zu differenzieren, „die wir möglicherweise alle haben, die halt einfach die Belastungssituation im Rahmen der Pandemie reflektieren“.
    Ein weiterer Punkt sei, wie man Long-Covid definiere, ob man Symptome noch nach fünf, neun oder zwölf Wochen feststellen könne. „Je länger die Zeiträume sind, desto mehr verschwindet natürlich davon“, so Hübner. „Wir sehen aber jetzt auch schon Patienten, die doch eine massive Symptomatik haben, aber nicht sehr viele.“ Man müsse die Entwicklung jetzt einfach gut beobachten.
    Einen Grund, deswegen erneut Schulen zu schließen, sieht Johannes Hübner auf keinen Fall. „Wir als Kinderärzte haben immer gesagt, dass man Schulen auch in der Pandemie offenhalten kann. Dafür gibts ganz klar Empfehlungen, Stellungnahmen, Richtlinien“, sagte er ntv.de. Das sähen auch Kollegen in den USA, Frankreich oder England so.
    Die ganze Angst und Sorge vor Schulen als Pandemietreiber sei inzwischen durch viele Berichte, durch viele Studien widerlegt. Hübner geht davon aus, dass es im Herbst in den Schulen keine Probleme mehr geben werde, wenn es bis dahin gelinge, die Mehrheit der Erwachsenen zu impfen und damit die Fallzahlen niedrig zu halten.“
    https://www.n-tv.de/wissen/Wie-gefaehrlich-ist-Covid-19-fuer-Kinder-article22609542.html

    • Traue nie einem Kinderarzt! Denn er weiß nicht was er tut….

      Ein kleines Zahnrädchen im Weltengefüge, völlig irrelevant. Warum gibt man ihm überhaupt die Bühne….

  21. „Wieso glauben eigentlich die KuMis, dass Eltern so dumm sind und sich nicht fragen, warum Luftfilteranlagen für ihre Kinder nicht drin sind?“

    Liebe Viva,
    ….weil es die meisten Eltern offenbar wirklich sind! (dumm!) >>>>….weil „die Medien“ Gebetsmühlenartig die Phrasen der KMs seit Monaten drucken, Posten, auf allen denkbaren Kanälen senden und die Eltern sprichwörtlich „für dumm verkaufen“. Der Rest der Bevölkerung, der nichts mit Schule zu tun hat, hat keine Ahnung von der eigentlichen Problematik und /oder es ist ihnen wurscht (>>>> betrifft mich nicht …)
    Die Dummheit emanzipiert sich, besonders in den Kultusministerien, und zu viele Eltern machen begeistert mit.
    Die Eltern, die wissen, dass es ÜBERALL woanders, mit sehr guten Hygienekonzepten, sicherer ist, als in einer Schule, sind eine verschwindend geringe Minderheit.
    Sooooo schade.
    Und „Dankeschön“, Herr Priboschek, ein ausgezeichneter Bericht! Weiter so!!!
    Viele Grüße

    • Na ich weiß nicht, ob die alle wirklich dumm sind, aber für „dumm verkaufen“ lassen sich sicherlich viele, das stimmt wohl. Man müsste den Eltern, die das (künftige) Covid-Problem bei Kindern noch oder erneut auf die leichte Schulter nehmen, nur mal die richtige Frage stellen. Wieviele Eltern würden wohl ein Angebot des Bundes oder der Landesregierungen ablehnen, wenn man sie fragen würde, ob der Vollpräsenz-Schulunterricht durch Lüftungsanlagen und Trennwände so sicher gemacht werden sollte, dass man sogar auf die Masken im Unterricht verzichten könnte?

      • Ab Montag verzichtet man in Sachsen auf Masken im Unterricht, auch ohne Filter und Trennwände. Die meisten Eltern wird das nicht interessieren.

  22. (to) hammer home the message – make sure that somebody understands something completely, for example by r e p e a t i n g it several times

    Oh my, here we go again, folks.

  23. Beim Sachsen-Framing sollte man jedoch vorsichtig erwähnen, dass dort die Bevölkerung im Durchschnitt 46,7 Jahre alt ist. In keinem anderen Bundesland in Deutschland sind die Einwohner so alt. Ein Vergleich mit Schleswig Holstein hinkt auch schon aufgrund der Bevölkerungsdichte.
    Ohne dem Ganzen seine Dramatik nehmen zu wollen…. Bashing bitte vermeiden.
    Ansonsten stimme ich in allem voll zu

  24. Und der ewige Vermerk der vermeintlich rausgeworfen 9 Milliarden an die Lufthansa hinkt ebenfalls. Es handelt sich um einen Kredit, den die Lufthansa zurückzahlen muss und das nicht mit wenig Zinsen.

    • Nun, man könnte die Luftfilter (offenbar um die 100€ pro Schüler/in) ebenfalls als Staats-Kredit ansehen, der durch weniger Krankheitskosten bzw. durch spätere Steuern beglichen wird. Man kann das Geld bei den SuS auch in 15 Jahren häppchenweise zurückholen, wenn einem gar nichts mehr peinlich ist. – Wie lange hat die Lufthansa Zeit für die Rückzahlung?

      • Ich bin ganz bei ihnen. Selbstverständlich könnte man mit Luftfiltern zumindest langsam mal anfangen. Aber es wird beim Versprechen bleiben.

  25. Und wenn der Vergleich mit der Lufthansa hinkt,der mit den Filtern überall im Bundestag,Landtag,etc etc hinkt nicht.Warum sind sie dort nicht zu teuer?

  26. Corona hat Schulverbot – sehr gut. ich hoffe, dass Virus hält sich an die Vorgaben der Ministerien. Und wenn das so ist, brauchen wir auch keine Luftfilter – werden eh überbewertet und nehmen nur unnötig Platz in Klassenzimmern weg – da kann man die gut gefüllten Klassen lieber noch mit Schüler*innen aufstocken, die wiederholen wollen/müssen. Und die Test könnte man eigentlich auch streichen – dann hat man wenigstens auch keinen Beweis für eventuelle Coronafälle.

  27. Eines vorausgeschickt: Ich bin kein Coronaleugner und auch kein Impfgegner.
    Aber bei diesen Kommentaren bleibt mir die Spucke weg. Die Angstkampagne hat voll reingehauen. Großer Gott!

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