Sicher ist nur eins: Im neuen Schuljahr gilt wieder die Präsenzpflicht

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BERLIN. Mit dem Ferienbeginn in Berlin geht ein Schuljahr zu Ende, das für viele noch anstrengender gewesen ist als üblicherweise. Die Hoffnung ist, dass es danach mit etwas mehr Normalität weitergeht. Sicher ist das nicht.

Wie wird das nächste Schuljahr? Vieles ist unklar. Foto: Shutterstock

In Berlin haben die Ferien am Donnerstag gerade erst begonnen. Viele Schüler und Eltern fragen sich aber bereits, wie es im neuen Schuljahr weitergeht. Dass die Bildungsverwaltung für die Zeit nach den Ferien Regelbetrieb mit Präsenzpflicht angekündigt habe, sei ein wichtiges Zeichen, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge müssen dann wieder zum Unterricht in der Schule sein, nachdem die Präsenzpflicht monatelang ausgesetzt war.

Das heißt, Kinder und Jugendliche mussten nicht in die Schule kommen, wenn sie oder ihre Eltern das vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie nicht wollten. Das wird nach den Ferien anders. «Wichtig ist das vor allem für diejenigen, die in der Pandemie als verloren gegangen gelten, die wirklich nicht mehr erreichbar gewesen sind, die nicht an Videokonferenzen teilgenommen haben, nicht ans Telefon gegangen sind», sagte Heise.

In manchen Fällen wisse man nicht immer, was mit ihnen passiert sei. «Man kann nur das Beste hoffen, dass es ihnen gut geht und dass sie im nächsten Schuljahr wieder da sind», sagte der Elternvertreter. Und dass sie durch die geplanten Förderangebote gut unterstützt würden.

Heise plädiert dafür, vorsichtig ins neue Schuljahr zu starten, auch angesichts der als ansteckender geltenden Delta-Variante, von der nicht sicher sei, wie weit sie sich Anfang August auch in Deutschland ausgebreitet habe. «Deshalb ist es angemessen, einen vorsichtigen Plan zu haben», sagte Heise.

«Testen ist für uns der Ausweg aus dem Homeschooling. War es schon immer und wird es noch länger bleiben»

Nach dem Willen der Bildungsverwaltung gilt in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahrs ab dem 9. August in geschlossenen Räumen eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung. Wenn die Infektionszahlen dem nicht entgegenstehen, soll sie anschließend wegfallen. Außerdem sind in der ersten Unterrichtswoche drei Schnelltests für Schülerinnen und Schüler vorgesehen, danach zwei pro Woche.

Auch aus Sicht der Berliner Schülervertreter ist es vernünftig, das neue Schuljahr mit Test- und Maskenpflicht beginnen zu lassen. «Ich glaube, dass das eine gute Regelung ist, eine mit Augenmaß», sagte der Sprecher des Landesschülerausschusses, Rufus Franzen. «Testen ist für uns der Ausweg aus dem Homeschooling. War es schon immer und wird es noch länger bleiben», so der Oberstufenschüler am Beethoven-Gymnasium in Lankwitz (Steglitz-Zehlendorf).

«Die Testpflicht sollte eines der Mittel sein, das als letztes aufgehoben wird und definitiv auch nach der Maskenpflicht.» Tests seien eine Möglichkeit, frühzeitig Infektionsherde zu entdecken, so der Elftklässler. «Das hat an unserer Schule auch sehr gut funktioniert und bei vielen anderen Schulen in Berlin.»

«Wir müssen digitale Methoden auch in den analogen Unterricht einbinden, damit sie zum Standard werden»

Probleme gibt es noch genug. Die Schulleiterverbände haben erst kürzlich Alarm geschlagen, auf fehlende Lehrkräfte hingewiesen und die Rückkehr zur Verbeamtung gefordert – Berlin ist das einzige Bundesland, das darauf verzichtet. Die Gewerkschaft GEW kämpft für kleinere Klassen. Elternvertreter Heise hofft, dass Berlins Lehrerinnen und Lehrer nicht nur neue Laptops und Tablets bekommen, sondern damit auch im Schulalltag umgehen können. Zudem will er, dass im neuen Schuljahr alle Fenster in den Schulen tatsächlich zu öffnen sind, damit gelüftet werden kann.

Aus Sicht von Franzen ist im zu Ende gegangenen Schuljahr schon vieles besser gelaufen als in dem davor, zum Beispiel beim Einsatz der Lernraum-Plattform. «Auch Videokonferenzen wurden mehr genutzt. Trotdem sind wir noch nicht auf einem Stand, der dem 21. Jahrhundert entspricht», sagte der Elftklässler. «Wir müssen digitale Methoden auch in den analogen Unterricht einbinden, damit sie zum Standard werden.» News4teachers / mit Material der dpa

Die Kultusminister schaffen es immer wieder, noch einen draufzusetzen: Jetzt erklären sie Corona in Schulen für beendet!

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7 KOMMENTARE

  1. „Wichtig ist das vor allem für diejenigen, die in der Pandemie als verloren gegangen gelten, die wirklich nicht mehr erreichbar gewesen sind, die nicht an Videokonferenzen teilgenommen haben, nicht ans Telefon gegangen sind», sagte Heise“

    Ich frage mich, ob das wirklich die Kinder sind, die dann nicht präsent waren, als es wieder möglich war.
    Waren es nicht eher Eltern, die wegen des gesundheitlichen Risikos Kinder zu Hause gelassen haben?

    Hoffe in anderen Bundesländern bleibt die Präsenzpflicht langfristig ausgesetzt.

  2. „In manchen Fällen wisse man nicht immer, was mit ihnen passiert sei. «Man kann nur das Beste hoffen, dass es ihnen gut geht und dass sie im nächsten Schuljahr wieder da sind», “

    Und deshalb müssen alle bestrafft werden und sich anstecken lassen und krank werden, auch die super Fleißige, die den ganzen Stoff im Griff haben, zu jeder Konferenz präsent waren..

    Wie bitte?

    Wer gibt Euch Rechte darüber zu entscheiden, ob mein Kind gesund oder krank wird?

    • In Hessen war nie die präsenzpflicht ausgesetzt für Abschlussklassen. Man hat diese Schüler und Schülerinnen, deren Eltern und Angehörige mit schweren Vorerkrankungen dem Risiko, ohne Infektionsschutzmassnahmen an den Schulen einer Infektion ausgesetzt und das ganz bewusst. Das ist eine Schande und ein Armutszeugnis. In Hessen ist wieder alles möglich freut euch (auf die nächste Welle) aber Hauptsache es macht Spaß, ohne Rücksicht auf Menschenleben. Ich bin raus!!!

  3. Und wieder mal… man plant blauäugig für den Best-Case.

    Wenn dann der Worst-Case eintritt, ist man vollkommen überrascht und muss die Schulen dann wieder lange schließen.

    Sinnvoller wäre, für den Worst-Case zu planen und vorzusorgen. Schlimmstenfalls gibt man so zu viel Geld aus, aber die Schulen können offen bleiben.

  4. Festinstalierte Lüftungsanlagen, dort wo es möglich ist, kann nicht unnötig sein. Auch „nach“ Corona. Ein gutes Lüftungs und Klimakonzept wäre auch in heissen Sommermonaten angebracht.
    Man stelle sich vor, kein Schwitzen mehr bei über 30 Grad im Klassensaal , immer angenehme Temperaturen und Luft und Schutz vor Virenübertragung …
    ..ein unerfüllter Traum…

  5. Ui !!!

    DAS kommt jetzt aber ungelegen:
    https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/delta-variante-corona-geimpfte-in-israel-neu-infiziert-17405313.html
    Da ist auch die Rede von Reiserückkehrern …
    Ach, egal. Bei uns wird das sicher (?) kein Problem werden. (Vorsicht, Ironie.)

    Und wenn man konsequent (und unverbesserlich dämlich) agieren will, blendet man DAS HIER auch erst mal aus:
    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/anteil-der-delta-variante-verdoppelt-sich-fast-17404121.html

  6. Fest installierte Lüftungsanlagen – sind in Ihrer Schule die fenster etwa nicht fest eingebaut?
    Um Gefährdungen auszuschließen empfehle ich den Ausbau der nicht fachgerecht montierten Fenster. Damit muss man sich auch nicht mehr um das empfohlene Lüften im 20-Minuten-Rhythmus kümmern und die Immobilie ist CO2-neutral belüftet – natürlich nur, wenn die SuS und das eingesetzte Personal nicht mehr ausatmen. Auch die Maskenpflicht kann entfallen, da es ja keinen gechlossenen Raum mehr gibt. Und infolge der Erderwärmung kann auch dauerhaft im Winter unterrichtet werden.

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