Bund fördert mobile Luftfilter für Kitas und Schulen – zu spät? „Schulträger, die sich schnell entscheiden, werden bedient. Die anderen nicht“

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BERLIN. Über ein Jahr lang haben Bund und Länder den Einsatz von mobilen Luftreinigern in Kitas und Schulen schlechtgeredet – jetzt, kurz vor Beginn des neuen Schuljahres, entdecken Politiker die Wirkung der Geräte im Kampf gegen Coronaviren in Klassen- und Gruppenräumen. Und die Bundesregierung legt plötzlich ein 200-Millionen-Euro-Programm zur Anschaffung auf. Der Physiker Prof. Christian Kähler, Leiter des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München, hat in großen Studien gezeigt, wie wichtig die Geräte zum Schutz der Schüler und Lehrkräfte sein können, wurde aber monatelang vom Umweltbundesamt (UBA) und von den Kultusministern ignoriert. News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek sprach mit dem Wissenschaftler.

Dieser Klassenraum in einer Grundschule im bayerichen Neubiberg wurde nach dem Konzept von Prof. Kähler ausgestattet – mit Luftfilter und Plexiglaswänden. Foto: Shutterstock / Alexandra Goertz

News4teachers: Sind Sie zufrieden damit, dass jetzt – endlich – ein Förderprogramm für mobile Luftfilter kommen soll?

Kähler: Ja, dafür habe ich lange gekämpft. Es ist auch richtig, dass der Bund die Geräte fördert. Die Kommunen allein wären damit überfordert.

News4teachers: Warum hat das Umweltbundesamt sich so schwergetan, mobile Luftfilter zu empfehlen?

Kähler: Schwer zu erklären. Ich glaube, viele Mitarbeiter sind schon lange davon überzeugt, dass der Einsatz von mobilen Luftreinigern ein wichtiger Baustein in der Pandemie-Bekämpfung sein kann.

News4teachers: War es politische Rücksichtnahme der Hausleitung?

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„Mit den mobilen Raumluftreinigern können sie das indirekte Infektionsrisiko in Schulen nahezu vollständig ausschließen, wenn sie die richtig betreiben. Das direkte Infektionsrisiko können sie mit transparenten Schutzwänden minimieren.“ Prof. Christian Kähler

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Kähler: Mag sein. Ich habe diese extrem ablehnende Haltung schon früh erfahren. Es gab vor mehr als einem Jahr eine Expertenrunde im Bundeswirtschaftsministerium, zu der ich eingeladen worden war. Damals hatte ich meine Untersuchungen noch nicht veröffentlicht – habe aber erklärt, dass ich zu sehr ermutigenden Ergebnissen gekommen bin. Sofort kam allerdings die Reaktion vom Robert-Koch-Institut und vom Umweltbundesamt: Wir werden diese Geräte nicht empfehlen, so hieß es.

Das vorgebrachte Argument war, dass die Leute womöglich in den Elektronikfachhandel strömen, sich billige Luftfilter kaufen und dann in falscher Sicherheit wiegen würden. Das wäre so, als würde ich das Tragen von Helmen beim Rad-, Ski- oder Motorradfahren nicht empfehlen, weil sonst Menschen sehr viel risikoreicher fahren könnten. Studien haben aber gezeigt, dass Menschen, die sich mit Helmen schützen, nicht nur besser geschützt sind, sondern auch vorsichtiger sind, weil sie sich mit den möglichen Gefahren auseinandergesetzt haben.

Bei den Luftreinigern wäre der richtige Weg gewesen, über die Voraussetzungen zu informieren, die die Geräte mitbringen müssen, damit sie sicher betrieben werden können: vor allem eine Luftwechselrate pro Stunde, die mindestens dem sechsfachen des Raumvolumens entspricht, ein Filter der Klasse H14 und eine so niedrige Betriebslautstärke, dass sie nicht stört. Was mir auch aufgefallen ist: Das UBA hat nach der Sitzung schnell erklärt, wir fassen das dann mal zusammen – es hat das Protokoll der Sitzung an sich gezogen. Und damit auch die Deutung der Ergebnisse.

„Unsere Bürokraten verwalten lieber den Mangel, als nach Lösungen zu suchen, den Mangel zu beheben“

News4teachers: Ähnliches ist Ihnen dann auch bei der Kultusministerkonferenz passiert…

Kähler: Ja, dort ist es ähnlich gelaufen.

(Hintergrund, d. Red: Nach einer Expertenanhörung zum Thema Lüften im vergangenen Herbst hatte die KMK in einer Pressemitteilung behauptet: „Im Ergebnis kamen die Wissenschaftler überein, dass der Einsatz solcher Geräte grundsätzlich nicht nötig sei, wo Räume über Fenster gelüftet werden können.“ Kähler, der als einziger anwesender Wissenschaftler selbst zum Thema geforscht hatte, stellte anschließend gegenüber News4teachers fest: „Ich teile die in der Pressemitteilung aufgeführte Meinung nicht, weil meine experimentellen Analysen diese Meinung nicht stützen.“ Der Text war mit ihm nicht abgestimmt worden, wie News4teachers berichtete.)

News4teachers: Was hätte stattdessen passieren müssen?

Kähler: Man hätte das Thema frühzeitig ergebnisoffen in einer Expertenrunde besprechen und nach praktikablen Lösungen suchen müssen. Das ist leider nicht passiert. Es wurden lediglich Raumlufttechnische Anlagen empfohlen, die sich überhaupt nicht schnell einbauen lassen. Dafür müssen an den Schulgebäuden Kernbohrungen vorgenommen werden, die Statik, der Brandschutz, Asbest müssen geprüft werden, die Beschaffung muss über EU-weite Ausschreibungen laufen und man benötigt unzählige Handwerksunternehmen für deren Einbau. Das dauert alles in allem Jahre. Da frage ich mich schon, ob diejenigen, die so etwas empfehlen, den Bezug zur Realität verloren haben. So kann man in einer Krise, in der die Zeit drängt, nicht arbeiten.

News4teachers: Es gibt in Deutschland 500.000 Klassenräume – und wohl nochmal so viele Gruppenräume in den Kitas. Ist es realistisch, jetzt noch kurz vor Schuljahresbeginn und der dann bald beginnenden kalten Jahreszeit alle Bildungseinrichtungen mit den Geräten ausstatten zu können?

Kähler: Nein. Diejenigen Schulträger, die sich jetzt ganz schnell für die Anschaffung entscheiden, werden bedient werden. Die anderen nicht. Die Ursache ist ein systematisches Problem in Deutschland. Unsere Bürokraten verwalten lieber den Mangel, als nach Lösungen zu suchen, den Mangel zu beheben. Diese Lösungen redet man dann lieber schlecht, damit kein Bedarf entsteht. Ähnliches haben wir ja auch bei den Masken erlebt, die lange für unnötig erklärt wurden, anstatt der Industrie frühzeitig Anreize und Planungssicherheit zu geben, um hochwertige Masken in der gewünschten Stückzahl zu fertigen. Stattdessen hat man sie erst schlecht geredet, um die Nachfrage zu reduzieren und als das Konzept nicht aufging, hat man die Zertifizierungsstandards für die Fertigung von Masken gelockert, um schnell Masken in großer Stückzahl aus China zu erhalten, die aber nichts taugen und kaum Schutz bieten.

Hätte sich die Politik frühzeitig die Anzahl der erforderlichen mobilen Luftreiniger mit den Kommunen ermittelt und mit Wissenschaftlern Kriterien erarbeitet, die diese Luftreiniger erfüllen müssen, um einen wirksamen Schutz vor indirekten Infektion zu bieten, dann hätte man ein attraktives Förderprogramm mit ausreichender Laufzeit aufsetzen können. Das hätte viele Unternehmen in Deutschland motiviert, die Geräte entsprechend der Kriterien in großer Stückzahl zu fertigen. Welcher Unternehmer stellt sich denn ein paar Hunderttausend Geräte auf Halde in der vagen Hoffnung, dass die Politik irgendwann mal zur Einsicht kommt? Jetzt bekommen wir vielleicht auf die Schnelle 100.000 oder 200.000 Geräte zusammen. Allerdings glaube ich nicht, dass die Industrie der Flaschenhals ist – das wird die Bürokratie sein.

Es wird ja weiter gebremst. Jetzt wird gefordert, zusätzliche Studien zur Wirkung der mobilen Luftfilter zu betreiben. Ja, was soll denn da noch festgestellt werden? Dass die Geräte das leisten, was sie leisten sollen, ist doch gar keine Frage mehr. Es wurde ja auch nicht gezeigt, dass die Fensterlüftung Infektionen verhindert, und trotzdem haben sich alle darauf verlassen – obwohl wissenschaftlich klar ist, dass die Fensterlüftung eben nicht reicht. Es ist nicht mal gezeigt, dass die Impfung keine langfristigen Nebenwirkungen hat und trotzdem werden weltweit Millionen von Menschen geimpft. Ob jetzt in einem Klassenraum mit besonderen Lüftungsbedingungen die Luftreiniger zehn Prozent besser wirken als in einem anderen – sollen wir das jetzt ernsthaft für 500.000 Klassenräume ermitteln? Ein überbürokratisches Land wie Deutschland ist offenbar nicht mehr in der Lage, auf drängende Probleme schnelle, praktikable Lösungen zu finden. Nur wenn die Lösungen nichts kosten, wie die Fensterlüftung, oder starke Lobbygruppen Druck auf die Politik ausüben, um die Gelder in ihre Bereiche zu leiten, wie bei den Schnelltest und den Förderprogrammen für Raumlufttechnischen Anlagen, geht es schnell.

Aber auch wenn jetzt mobile Luftfilter gefördert werden – wir dürfen nicht denken, dass das reicht. Diese Geräte können nur indirekte Infektionen verhindern. Zum Schutz vor der viel gefährlicheren direkten Infektionsgefahr müssen auch unbedingt transparente Schutzwände in die Klassenräume, damit während des Unterrichts keine Masken mehr getragen werden müssen. Wenn die Kinder ihren Platz verlassen und durch das Gebäude gehen oder im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind, dann sollten sie sich mit FFP2 Masken schützen, um auch auf dem Schulweg vor Infektionen sicher zu sein.

„Durch die Kombination aus Raumluftreiniger und Schutzwand kann ein weitgehend normaler Unterrichtsbetrieb realisiert werden“

News4teachers: Sie sprechen das von Ihnen entwickelte Konzept an, das ein hohes Maß an Infektionssicherheit für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte verspricht. Das besteht in Klassenräumen vor allem aus Luftfiltern – und eben Plexiglaswänden. Zwei Schulen in der bayerischen Gemeinde Neubiberg haben ihre Vorschläge bereits im November 2020 umgesetzt.

Kähler: Die Kinder und Jugendlichen können sich durch die Kombination aus Raumluftreiniger und Schutzwand im Klassenraum vollständig auf den Unterricht konzentrieren und müssen nicht Angst vor einer Infektion haben, bei geöffneten Fenstern frieren oder ständig an das richtige Tragen von Masken denken. Somit kann ein weitgehend normaler Unterrichtsbetrieb realisiert werden. Wenn die Kinder am Tisch sitzen, kann auf Masken verzichtet werden. Die Wände schützen ja vor direkten Infektionen. Und der Luftfilter vor der indirekten. Masken müssten dann nur noch getragen werden, wenn der Platz verlassen wird oder die Kinder durch das Gebäude gehen und im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind.

News4teachers: Wie sind die Erfahrungen?

Kähler: Die Rückmeldungen sind sehr positiv. Die Lautstärke der Geräte – die oft als Argument gegen sie angeführt wird – ist in der Praxis kein Problem. Sie sind nicht laut. Es reicht auch aus, normal zu lüften. Schüler und Lehrer müssen also im Winter nicht bei offenen Fenstern im Unterricht sitzen. Die Geräte verbrauchen auch nicht viel Strom: 150 Watt – ein einfacher Fön braucht zehnmal mehr. Wichtig ist auch der psychologische Aspekt: Viele Eltern und Schüler sind verunsichert. Die mobilen Luftfilter zeigen: Es wird etwas Wirkungsvolles getan. Das hilft Eltern und Kindern, wieder zurück in einen normalen Schulbetrieb zu finden. Das Vertrauen kehrt zurück.

News4teachers: Und wie sieht es mit Infektionen aus?

Kähler: Es gab in der Grundschule in Neubiberg seit November, als die Klassenräume ausgestattet wurden, zwei infizierte Kinder, die von einer Urlaubsreise zurückgekehrt waren. Ansteckungen gab es an der Schule keine.

News4teachers: Was würde es kosten, Ihr Konzept auf alle Schulen in Deutschland zu übertragen?

Kähler: Ich habe überschlagen, dass dafür 1,5 Milliarden Euro aufzuwenden wären, also keine Unsummen für einen Staat wie Deutschland. Zumal ein Großteil des Geldes für Beschäftigung sorgt und in Form von Steuern und Sozialbeiträgen zurückfließen würde. Ließen wir die Schulen ungeschützt, wären die wirtschaftlichen und sozialen Kosten zweifellos um ein Vielfaches höher. Es ist auch zu bedenken, dass die Betriebskosten des Schutzkonzeptes sehr gering sind. Da die Pandemie weder einfach noch schnell überwunden werden kann, ist das ein ganz wesentlicher Punkt. Schulschließungen, aufwändige Teststrategien, die die Kinder wirklich schützen, oder dauerhaftes Tragen guter Masken sind Konzepte, die schon nach wenigen Monaten viel teurer sind und die darüber hinaus viel unangenehmere Nebenwirkungen für die Kinder haben. News4teachers

Wie ein Klassenraum mit gutem Corona-Schutz für Schüler und Lehrer aussieht

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16 KOMMENTARE

  1. Da ist er wieder, der Schwarze Peter! Und welche Überraschung, er bleibt bei Schulen und Schulträger stecken, wenn sie nicht schnell genug sind, werden sie leer ausgehen. Na, wer hat da wohl wieder gepennt!?

    Es wird Zeit, dass Wissenschaftler, wie Prof. Kähler gehört werden, überall! Damit sie nicht mehr überhört werden können, die Spatzen müssen es von den Dächern pfeifen! Es muss der Politik unmöglich gemacht werden, sich aus der Verantwortung zu stehlen, so lange bis auch jeder Karl-Otto-Normalo, der nix mit Schule zu tun begriffen hat, was Schulen sicher machen kann. Die meisten haben ja doch irgendwo in der Verwandtschaft Kinder und/oder Jugendliche, an denen ihnen vielleicht sogar etwas liegt.

  2. 1 Jahr verplempert.
    10.000ende Tote gehen auf das RKI und das Umweltbundesamt und auf die, die dahinter stecken.

    Erst Masken als sinnlos zu bezeichnen.
    Dann Luftfiltergeräte ebenso.

    Dazu kommt die teilweise falsche Priorisierung bei der Impfreihenfolge und die Verharmlosung des Infektionsgeschehens an Schulen und in Kitas.

  3. Das UBA zieht Protokolle an sich, um zu manipulieren, zu lügen und ordentliche Lösungen im Sande verlaufen zu lassen. Das ist kriminell.
    Solche Experten wie Prof. Kähler haben leider nicht immer den Mut, ihre Meinung kundzutun und zu sagen, was da schief gelaufen ist. Sehr gut, dass er dies tat, vielen Dank!!! In drei Wochen fängt die Schule bei uns wieder an. Bin mir sicher, ohne Luftfilter…

  4. Sehr informatives Interview! Ich rechne also nun damit, dass die Grundschulen ein paar Geräte irgendwann (eher nicht pünktlich zu Schulbeginn) in die Räume gestellt bekommen und sich so alle besorgten Eltern beruhigen sollen und werden, denn dass dieses Konzept nur in Kombination mit Plexiglaswänden funktioniert, ist der Öffentlichkeit wenig bekannt, wenngleich sie dies in Fernsehübertragungen aus dem Landtag besichtigen könnte. Stattdessen wird dann auch noch die Maskenpflicht aufgehoben werden und das wird bei vielen uninformierten Eltern sogar das subjektive Sicherheitsempfinden noch erhöhen! Der gleiche Trick wird dann vielleicht nochmal in Kitas angewendet. Und dann wird es so weit sein … dann wird die Politik den Verzicht auf Tests fordern, denn es sei ja alles getan für die Sicherheit der Kinder und die Inzidenzen als Richtwert wurden dann auch schon abgeschafft – man beobachtet stattdessen die Krankenhäuser, in denen die Kinder ja eher selten auflaufen. Wir werden also faktisch die Politik des Herrn Johnson in Schulen vorfinden – um der „German Angst“ zu begegnen allerdings mit etwas Sicherheitskosmetik.
    Sollte das eigene Kind den 12. Geburtstag schon gefeiert haben, darf man an dem weltweiten Feldexperiment einer neuen Impfung teilnehmen, deren Schutz(dauer) und Langzeitwirkungen noch gar nicht wirklich bekannt sind. In unserer Stadt wird die „Einladung“ dazu intensiviert, indem schon mal klargestellt wird, dass Klassenräume ab 7. Klasse gar keine Filter erhalten werden.
    Informierte Eltern werden ihren Kindern also das Dauertragen von FFP2-Masken zumuten müssen – gut zu wissen, dass die Bundesregierung bereits daran arbeitet, solche in Zukunft herstellen zu lassen!

    • Genau so.. Der Impfstoff ist bestellt und bezahlt (?), der muss weg. Wozu also noch mehr Kosten erzeugen, wenn es doch die Impfung gibt. Friss oder stirb. Langzeitfolgen sehen wir erst in ein paar Jahren (ich hoffe, es wird keine geben) – aber die kann man dann kaum belegen. Kinder U12 werden nicht in der Krankenhausquote auffallen, daher werden wir auch keinen Lockdown mehr haben. Die Inzidenzen würden das Infektionsgeschehen ja noch komplett abbilden, aber das wollen wir gar nicht.

  5. Das sehe ich auch so! Ist es möglich, dass dieses Interview noch weitere Kreise zieht, liebe Readaktion? Schließlich gab es ja schon eine Symbiose mit dem Spiegel! Evtl. könnte das den Druck auf die Politik und in der Öffentlichkeit weiter erhöhen. Gerade auch, was die Lügen betrifft, die monatelang in den Gazetten gezielt verteilt worden sind – was hier nochmal mehr als deutlich entlarvt wird. Liebe Grüße und weiter so!!!!

  6. Das gibt nichts mehr.

    Neben den fehlenden Geräten wird es auch an der ständigen Infragestellung der Maskenpflicht von Seiten der Politiker aber auch Eltern scheitern.

    Da ist es vermutlich eher wahrscheinlich, dass bei der Impfung der soziale und sozial-psychologische Aspekt bezüglich Maßnahmen wie Schulschließungen, Quarantäne, Masken etc. in den Vordergrund rückt, der den medizinischen Nutzen plötzlich verstärken wird. Die Stiko wird wohl bald voll empfehlen. Aber nicht alle werden impfen wollen und die U-12-Kinder können auch gar nicht.

    Voll verkackt!

    Manche machen es dann besser, ermöglichen vielleicht sogar das „Gesamtpaket“, während andere das Nachsehen haben. Und mir klingeln immer noch die Ohren vom Slogan der Bildungsgerechtigkeit. Pfui, was für ein von diversen Menschen gemachter Mist! Und damit verdienen die auch noch ihre Brötchen!

  7. Wenn das, was Herr Kähler in diesem Interview sagt, wahr ist, dann frag ich mich schon auch, warum so etwas nicht
    auch endlich mal in anderen Medien stärker publik gemacht wird.
    Erst heute habe ich einen Artikel im Regionalteil meiner Tageszeitung gelesen, daß sich in den Kommunen Ärger und Unverständis breitmache über Söders Vorstoß, alle Klassenzimmer mit mobilen Luftfiltern auszustatten.
    Zum einen hat das natürlich mit den Kosten zu tun, die den Kommunen zur Hälfte aufgebürdet werden.
    Aber als Argumente dagegen werden auch genau die Argumente aufgeführt, die Herr Kähler mit seinen Aussagen widerlegt. Unter anderem z.B., daß laut Umweltbundesamt, keine belastbaren Studien zur Wirksamkeit vorlägen.
    Danebeb die üblichen Phrasen, daß Luftfilter das Lüften nicht ersetzen
    würden und daß bislang das „lüften, lüften, lüften, ja gut funktioniert“ habe.
    Wenn es nun aber, nachgewiesenermaßen, so sein sollte wie Herr Kähler behauptet, dann gehört das, verdammtnochmal, in die Welt hinausposaunt, bis es auch der letzte Gemeinderat in Hinterdupfing kapiert hat.

  8. @Redaktion

    Vielen Dank für dieses Interview.

    Auch für (thematische und/oder kognitive) Spätzünder kann das besser spät als nie ein solider Start sein, um sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.

    Eigentlich hat das Interview nur einen Haken:
    Wer als „Entscheider“ in der Politik verantwortlich ist, hat spätestens jetzt keine Ausrede mehr.

    Wer allerdings von den „großen“ Medien (Print, Radio, TV – alles mit digitaler Version) dieses Interview ignoriert, hat spätestens jetzt auch keine Ausrede mehr.

    Konzentration auf sommerliches Lügentheater und Wahlkampf-Blabla?
    Isch over …

  9. @Prof. Kähler

    Vielen Dank für dieses Interview auch an Sie.

    Ich finde es bewundernswert, dass Sie über diese vielen Monate hinweg unermüdlich an dem Thema drangeblieben sind.

    Mehrfach haben Sie unaufgeregt und sehr sachlich auch in diversen Interviews und Sendungen informiert, obwohl Sie oft genug wirklich „doof“ und impertinent „abgebügelt“ wurden von Leuten, die entweder nicht verstehen wollten oder vielleicht wirklich nicht verstehen konnten (, was in gewissen übergeordneten Positionen beschämend wäre) – aber dennoch als Entscheider auftreten.

    Dankenswert ist auch, dass Sie dieses Lügentheater und etliche Falschdarstellungen (z.B. durch Auslassen wesentlicher Teile Ihrer Aussagen und Forschungsergebnisse) noch einmal ausdrücklich darstellen und die Beteiligten (z.B. UBA und KMK sowie deren miese „Hütchenspieler-Strategie“ im Umgang mit Protokollen, selektive Weitergabe von „umgedeuteten“ Informationen, …) klar benennen.

    Chapeau!
    Bitte bleiben Sie weiterhin dran!

  10. Die Katastrophenlage durch Unwetter in RLP und NRW sind ganz furchtbar.
    Klar, dass dort absolut vorrangig Nothilfe geleistet werden muss.

    Allerdings sind damit zumindest in NRW die Luftfilter maximal Platz 3 auf der Prio-Liste, als Platz 2 wird laut Armin der Wahlkampf (Macht er welchen?) gehandelt.
    Es ist aber viel wahrscheinlicher, dass Luftfilter usw. für Schulen und Kitas komplett von dieser Prio-Liste gestrichen werden, denn Armin der Kleine hat jetzt den Klimaschutz im großen Stil für sich entdeckt:

    >13:16 Uhr: Als Konsequenz aus der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands hat Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) eine schnellere Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen gefordert.

    Einen für Donnerstag geplanten Besuch bei der Schwesterpartei CSU in Bayern hatte er abgesagt.
    Aus politischen Auseinandersetzungen im Bundestagswahlkampf will sich der CDU-Chef nach eigener Aussage nun zunächst heraushalten. „Alle diese parteipolitischen Fragen müssen zurückstehen, wenn eine solche Krise eintritt“, sagte er. „Das Wichtigste ist, jetzt zu helfen.“<
    https://www.gmx.net/wetter/unwetter-chaos-live-ticker-krankenhaeuser-evakuiert-35992134

  11. Sehr gutes und sachlogisch konsequentes Interview. Letzten Endes sind in der Politik die Würfel gefallen und die Karten neu gemischt. Habe mich schon immer gefragt, wo die nach anfänglichem Mangel, plötzlich in Massen vorhandenen Schnelltests herkommen. Und wieviel die allein in Niedersachsen gekostet haben bzw.
    noch Kosten. Frische Luft ist ja bekanntlich gesund und gibt es zum Nulltarif. Mittlerweile ist nur noch Resignation bei mir vorhanden.
    Was bleibt für mich als Mutter? Weils Impfaktion am Sonntag wahrzunehmen und meine 12-Jährige Impfen zu lassen. Zweifel bleiben immer.

  12. Es wird Zeit, dass mobile Luftreinigungsgeräte für den laufenden Schulbetrieb angeschafft werden, da die Durchseuchung mit der Deltavariante in einem hohen Prozentsatz zu Long-Covid-Erkrankungen bei Schülern führen wird.

  13. Bitte Werbung kennzeichnen, danke

    Zum Thema:
    einfach nur unterirdisch. Schon letztes Jahr hätte Merkel ein Machtwort sprechen müssen. So gibt es jetzt ein Pingpong von Zuständigkeiten.

  14. Herr Kähler hat vollkommen Recht, wenn er von systematischen Problemen spricht. Ich möchte dies etwas umformulieren. Es geht aus meiner Sicht um systemische Probleme. Vor acht Jahren begann ich meine Tätigkeit als Schulleiter. Nur ein Jahr später wusste ich, wo in meiner Kommune der Hase lang läuft und sprach ebenfalls von Mangelverwaltung (ist ja auch so schön bequem, Verantwortung von sich zu schieben und sich als Verwaltungsangestellter ständig in der Opferrolle zu sehen). Um es mir im Alltag schön zu reden, sprach ich alsbald von Mangelgestaltung, um zumindest den Eindruck zu haben, dass meine Arbeit hinsichtlich der Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen irgendeinen Sinn ergibt.
    Aus meiner Sicht könnte Entbürokratisierung gelingen, indem die Schulen einen wirklichen Etat erhalten, um Dinge am Schulstandort voranzutreiben. Am Ende des Haushaltsjahres Belege einreichen und fertig. Stattdessen Analyse bis zum Stillstand in Deutschland. Das europäische Vergaberecht gehört im Schulsektor abgeschafft. Pragmatischen und lösungsorientierten Menschen wie mir werden von der Verwaltung reichlich Knüppel zwischen die Beine geworfen garniert mit fadenscheinigen Begründungen, warum dieses oder jenes nicht umsetzbar ist. Zum Kotzen. Während Corona hatten wir umfangreiche Sanierungs- und Neubaumaßnahmen am Schulstandort. Konsequenz bei mir: Burnout und seit 4 Monaten nicht im Dienst. Danke dafür.

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