Kindesmissbrauch in 38 Fällen: Lehrer zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

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BONN. Das Bonner Landgericht hat einen 30-jährigen Lehrer aus dem Rhein-Sieg-Kreis wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 38 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt – ohne Bewährung. 

Das Gericht hat geurteilt. Foto: pxhere

Der Angeklagte hatte sich bereits 2014 als Kinderbetreuer in einem Feriencamp an einem Zehnjährigen vergangen. Später suchte er weitere potenzielle Opfer über Online-Videospiele im Chat: Nach ersten harmlosen Kontakten, forderte er die Minderjährigen regelmäßig auf, Nacktfotos von sich zu machen und sie ihm zu schicken.

Die vier betroffenen Schüler waren zur Tatzeit 9, 12 und 13 Jahre alt. Eine Mutter hatte 2020 auf dem Handy ihres Sohnes die Fotos entdeckt und den Pädagogen angezeigt. Bei einer Hausdurchsuchung stießen die Ermittler auf weitere Fälle.

Der Lehrer wurde umgehend aus dem Schuldienst entlassen und hat mittlerweile auch seinen Beamtenstatus verloren. Wegen seines umfassenden Geständnisses mussten die Kinder nicht als Zeugen aussagen. Das habe ihm mehrere weitere Jahre im Gefängnis erspart, hieß es im Urteil. Die Bonner Richter halten den Angeklagten weiterhin für einen gefährlichen Sexualstraftäter, da er um seine «verquere Sexualität» nicht wisse. dpa

Lehrer gesteht sexuellen Missbrauch von Kindern – und „Cybergrooming“

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1 KOMMENTAR

  1. 4 Leben zerstört – 4 x 15 Jahre Haft = 60 Jahre. Arbeiten für die Finanzierung jeder einzelnen Stunde der sozialen und psychischen Betreuung der Kinder und der Kollateralschäden während der gesamten Lebenszeit in der Haft!

    Den verlorenen Beamtenstatus in diesem Zusammenhang zu erwähnen, klingt so klein in Anbetracht der Tat. 4 Jahre Haft sind ein Witz und vergrößern das Unheil der Schutzbefohlenen Minderjährigen noch mehr.

    Ich hoffe für die Kinder, dass ihr persönlicher Resilienzfaktor ausreicht, um mit fachärztlicher Betreuung das Geschehene verarbeiten zu können. Ich wünsche den Eltern, dass sie die Kraft finden, um die Kinder dabei zu unterstützen. Beiden wünsche ich, dass sie irgendwann wieder den Lehrer*innen und Erzieher*innen oder anderen Bezugspersonen in ihrem Leben/dem Leben ihrer Kinder vertrauen.

    Ich wünsche mir aber auch, dass ALLE Erwachsenen im Umfeld von Kindern ein Bewusstsein entwickeln für den Schaden und die Tragweite von sexuellem Missbrauch an Kindern und handeln!

    Für die Politik heißt das, endlich das Unrechtsbewusstsein der Täter*innen dadurch zu stärken, indem Kinder nicht mehr als kleine Erwachsene – auch und gerade in den rechtlichen Grundlagen erscheinen, sondern als eigenständige Individuen, deren Entwicklungsstatus besondere Obacht benötigt und eine Störung aus minderen Beweggründen harte Strafen mit sich ziehen. Grundlage sollte unsere Verfassung sein. Das, was bis heute gemacht wurde ist lächerlich und unverzeihlich den aktuellen und künftigen Opfern gegenüber!

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