Lehrer gesteht sexuellen Missbrauch von Kindern – und „Cybergrooming“

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In einem Missbrauchsprozess am Landgericht Bonn hat der angeklagte 30 Jahre alte Lehrer ein Geständnis abgelegt. Der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 104 Fällen angeklagte Pädagoge räumte bei Prozessbeginn ein, dass er mit minderjährigen Schülern über Online-Videospiele Kontakt aufgenommen hatte. Ein solche Anbahnung von Missbrauch wird „Cybergrooming“ genannt. Später forderte er sie auf, in den privaten WhatsApp-Chat zu wechseln, pornografische Nacktfotos von sich zu machen und ihm diese zu schicken.

Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen sind in den Schulgesetzen der Länder geregelt. Foto: Shutterstock
Das Gericht hat zu urteilen. Foto: Shutterstock

Die vier Schüler waren zur Tatzeit 9, 12 und 13 Jahre alt. Als Grund gab der Angeklagte «reine Neugier» an. Niemals habe er – aus damaliger Sicht – jemanden unter Druck setzen wollen. Heute wisse er, «dass das falsch war». Der Angeklagte räumte auch ein, 2014 als Betreuer in einem Feriencamp mit einem Zehnjährigen sexuellen Kontakt gehabt und sich anschließend dreieinhalb Jahre mit dem Jungen regelmäßig getroffen zu haben. Eine Schmerzensgeldzahlung, die der Angeklagte dem Jungen angeboten hatte, lehnten die Eltern ab.

Aufgeflogen war der Lehrer durch die Mutter eines der Jungen, der in Leipzig lebt: Sie hatte ihren Sohn beim Chat mit einem Handy erwischt, ihn zur Rede gestellt und den Fall angezeigt. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung bei dem Angeklagten wurden die Bonner Ermittler mehr als fündig. Der Lehrer wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus dem Schuldienst entlassen. Übergriffe an dem Gymnasium sind nicht bekannt. Ende August wird ein Urteil erwartet. dpa

Mutter hatte ihn angezeigt: Lehrer wegen Kindesmissbrauchs angeklagt

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