Laschet weigert sich, den Druck auf Ungeimpfte zu verschärfen – Lauterbach: Das bringt Kitas und Schulen in Gefahr!

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DÜSSELDORF. Immer mehr Bundesländer führen sogenannte 2G-Regeln ein, die Geimpften und Genesenen Sonderrechte einräumen – indem etwa Gastronomen die Möglichkeit eingeräumt wird (oder sogar verpflichtet werden), Ungeimpfte von Veranstaltungen auszuschließen. Ausgerechnet Unionskanzlerkandidat Armin Lachet, Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslands Nordrhein-Westfalen, verweigert sich dabei allerdings bislang. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht dadurch den Kita- und Schulbetrieb massiv gefährdet.

Will sich’s offenbar im Wahlkampf nicht mit Impfverweigerern verscherzen: Unionskanzlerkandidat Armin Laschet. Foto: Land NRW / Mark Hermenau

In Nordrhein-Westfalen sinken die Inzidenzen, nachdem sie mit Ende der Sommerferien stark angestiegen waren. Allerdings sind die Corona-Daten einschließlich der Krankenhaus- und Todesfälle nach wie vor auf hohem Niveau, wie das Gesundheitsministerium einräumt. »Nicht unkritisch«, so heißt es dort. Das Land investiert laut „Rheinischer Post“ aktuell, um die Zahl der Krankenhausplätze zur Behandlung an einer Künstlichen Lunge (Ecmo) von 206 um zehn Prozent aufzustocken. Auch für Gesamtdeutschland ist der Inzidenzwert zuletzt gesunken – von 90 (9. September) auf 78 (15. September). Die Zahl der Neuinfektionen unter fünf- bis 14-jährigen Schülerinnen und Schülern binnen einer Woche, gerechnet auf 100.000, liegt mit 176 um sieben Prozent niedriger als in der Vorwoche.

Den Effekt hatten Corona-Forscher wie der Charité-Chefvirologe Prof. Christian Drosten vorausgesagt, wie News4teachers berichtete. »Ich glaube zum Beispiel, dass das, was man jetzt in Nordrhein-Westfalen sieht, eigentlich eher mitgebrachte Infektionen aus der Urlaubszeit sind. Viele von diesen Kindern werden nur noch Rest-RNA haben und man wird erst in den nächsten Wochen sehen, wie sich das einspielt«, erklärte er Ende August, als die Inzidenzen unter Schülern in NRW bundesweit mit Rekordwerten an die Spitze geschossen waren. Drosten warnte aber auch vor einer Durchseuchungsstrategie – und sprach sich beispielsweise dafür aus, die Quarantäne für Schulklassen zwar zu verkürzen, auf jeden Fall aber beizubehalten. Tatsächlich haben die Länder die Quarantäne für Klassen mittlerweile gestrichen; in Nordrhein-Westfalen werden nicht mal mehr Sitznachbarn von infizierten Schülern nach Hause geschickt.

»Die Kitakinder sind fast ungeschützt: Masken und Abstand lassen sich kaum durchsetzen. Es gibt oft keine Luftreiniger und keine Lollitests«

»NRW schiebt die unpopuläre Entscheidung bis nach der Wahl auf«, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nun gegenüber der „Rheinischen Post“. Ohne eine 2G-Regel laufe die Lage auf eine Durchseuchung insbesondere der Kinder hinaus.

Der Herbst werde für die gesamte Bevölkerung noch einmal schwierig werden – ohne umfassende 2G-Regeln jedenfalls, so warnte Lauterbach Anfang der Woche gegenüber dem „Spiegel“. »Große Teile der Politik haben auf das Pandemieende im Oktober gewettet. Das war bar jeder Hinterlegung durch wissenschaftliche Fakten«, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete. Lauterbach prognostiziert: »Wir werden das Problem im Herbst nicht gelöst haben.« In Schulen, aber auch in Kitas werde es in den kommenden Wochen wieder deutlich steigende Infektionszahlen geben.

Je jünger die Kinder, desto größer sei das Risiko der Präsenzstrategie. »Die Kitakinder sind fast ungeschützt: Masken und Abstand lassen sich kaum durchsetzen. Es gibt oft keine Luftreiniger und keine Lollitests«, betont Lauterbach. Und bei sinkenden Temperaturen werde sich das Kitaleben schnell in die Innenräume verlagern. Viele politisch Verantwortliche hätten für die Kitas überhaupt keine Schutzkonzepte entwickelt, sagt Lauterbach. Und für die Schulen auch nicht.


Jedoch könnte es bereits im Winter besser werden – wenn die Zahl der Ungeimpften bis dahin abgenommen hat. Insbesondere die 2G-Regel könne dabei Wirkung zeigen. Er rechne damit, dass diese insbesondere nach der Bundestagswahl zunehmend eingeführt werde. »Das wird viele dazu bewegen, sich impfen zu lassen.« Im Frühjahr könne die Pandemie dann weitgehend überstanden sein – »wenn es keine neuen Mutationen gibt.« News4teachers / mit Material der dpa

„Erfreulich niedrig“: Wie Kultusminister die Öffentlichkeit über die Neu-Infektionen unter Schülern täuschen

 

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43 KOMMENTARE

    • Das haben die Skandinavier (z.B. Schweden) uns voraus. Kleinere Klassen und Luftfilter in den Schulen.

      Aber hier wird nach alter Mentalität alles einfach ausgesessen. Auf Kosten aller.

  1. Die Impfung schützt einen selbst vor einem schweren Verlauf – das ist eine großartige Errungenschaft. Für die Gemeinschaft besteht damit die Schutzfunktion aber „nur“ hinsichtlich der ITS-Bettenauslastung, leider nicht bzgl. der Übertragbarkeit. Man sieht es an der Party in Münster, welche Übertragungsrate eine 2-G-Veranstaltung haben kann. Wenn Geimpfte ansteckend sind und zumindest vorübergehend eine genauso hohe Viruslast wie Ungeimpfte haben können, dann sind sie für ungeimpfte Kinder als Überträger gefährlich … auf der Veranstaltung oder später daheim im Haushalt mit Kindern: weiterhin Tests auch für Geimpfte wären das Mittel der Wahl, würden die Impfkampagne aber sehr beschädigen. Dass sogar geimpfte Kinder in Schulklassen nicht mehr getestet und nicht mehr in Quarantäne sollen, erschließt sich mir überhaupt nicht – das muss ein politischer Anreiz für die Kinderimpfung sein, ein Schutz für ungeimpfte Klassenmitglieder ist es nicht.

    • Weiterhin stecken sich geimpfte Lehrkräfte in aerosolschwangeren (Schul)Räumen auch an. Bekannt sich mir schon zwei Impfdurchbrüche, die schon über zwei Wochen schon ausgefallen sind. ein Ende ist immer noch nicht in Sicht.

  2. Der lasche Laschet und sein Wahlkampf und seine persönlichen Hintertüren. Auf Herrn Lauterbach`s Mahnungen, Appelle und Aufforderungen finden kein Gehör bei Herrn Laschet.
    Welchen Wert hat eine heranwchsende Generation für Hernn Laschet??? Welche Klarheit und welche Signale setzt er den Impfweigerer? Der lasche Laschet vertritt keine Haltung und will Kanzler werden und vertritt keine klaren Aussagen auf Gesundheitsschutz an Schulen! Jegliche Klarheit an Regelungen fehlen in den Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Mit dieser Unklarheit vertritt er die Rechte für die letzten in der Reihe und welche Möglichkeiten bekommen die letzten in der Reihe um eine bessere Position in der Politik zu bekommen von einem der Kanzler werden möchte. Von einem Vorbild hat die junge Generation ganz andere Vorstellungen und eine Vorbildunfunktion hat Herr Laschet für eine heranwachsende Generation nicht. Herr Lauterbach ermahnt auf klare Entscheidungen in den sozialen Einrichtungen und dieser Aufgabe ist Herr Laschet zum Wohle der Kinder und Jugendlichen nicht gewachsen.

    • Herr Lauterbach hat den Dänen im Frühjahr vorgehalten, dass sie mit Ihrem Kurs in ein Desaster laufen (erste Lockerungen bei ca. 48% Impfquote) und wo stehen die Dänen jetzt (Impfquote bei über 80% und weitereichendere Lockerungen).
      Könnte vielleicht auch daran liegen, dass die Politik mit den Menschen vertrauensvoller umgeht.
      Und was bedeutet 2G denn wirklich, wenn es wirklich umgesetzt wird. Familien mit Kindern (die nicht geimpft werden können) werden aus dem sozialen Leben ausgeschlossen, während die 2G fröhlich ihre Partys ohne Regeln feiern, nicht mehr getestet werden und die Viren dann auch weiter fleißig weiterverteilen können.

      Na dann wollen wir hoffen, dass die Gräben nicht zu tief werden, wenn das Ganze mal vorbei sein sollte.

      • Die ersten Bundesländern haben schon lange festgelegt, dass u12 per se als geimpft gilt. Das finde ich genau so gruselig. Hamburg schreibt wenigstens zwischen 6 und 12 J. Tests vor, das scheint eher ein Schritt in die richtige Richtung zu sein.

  3. Leider können auch Geimpfte infektiös sein. Bitte beachten Sie dies bei der Schlagzeilengestaltung!
    https://www.spiegel.de/panorama/muenster-nach-2g-party-in-muenster-ist-inzwischen-jeder-fuenfte-gast-infiziert-a-a2ce6b30-fee1-43d4-ba4a-c5001af2bce3
    In meinem Betrieb werden Geimpfte UND Ungeimpfte täglich getestet. Nur so können wir ausschließen, dass keine Virenverbreiter zuschlagen und die Mitarbeiter in zwei gegnerische Gruppen aufgespalten werden. Dazu Luftreiniger für das gute Gefühl und alles wird gut.
    Nichttesten von Geimpften führt im Winter zur Katastrophe – Sie werden sich an meine Worte erinnern!.

    • Schnelltest(en) am besten täglich für ALLE an Schulen, wenn es tatsächlich um die Aufdeckung der Infektiösen und Sicherheit an Schulen gehen sollte.

      Aber nach der Wahl wird sich NRW garantiert wieder etwas Neues oder Einmaliges einfallen lassen um die Impfpflicht durch die Hintertür endlich zu erreichen, aber wie gesagt nicht jetzt, sondern „Safe“ (zumindest für Laschi) nach den Wahlen.

      Werden die vermehrten Stimmen einiger Eltern erhört werden, ist es mit dem schulischen Impfregister nur noch eine Frage von wenigen Wochen.

  4. Spätestens nach der Wahl muss der Druck auf ungeimpfte Eltern erhöht werden.

    Man sollte davon ausgehen, dass Eltern ein großes Interesse an der Gesundheit und der Bildung ihrer Kinder haben.

    Wenn Eltern Zweifel an mrna Impfstoffen haben, sollte man so schnell wie möglich einen Totimpfstoff zur Verfügung stellen. Egal ob aus Kuba, Russland, China, Europa, Indien oder USA.

    Als letzte Möglichkeit bleibt eine gezielte Infektion mit geringer Viruslast.

    Es sollte eine Impfpflicht für Eltern in den Medien diskutiert werden, damit ein Bewusstsein dafür entsteht, dass die Eltern für die Gesundheit ihrer Kinder Verantwortung tragen.

    Mit einer Regierungsbeteiligung der FDP wird überhaupt nichts passieren.
    Dann kommt es zu einer ungebrochenen Durchseuchung.

  5. Eine ernstgemeinte Frage: Wieso wird angenommen, dass durch 2G bei Veranstaltungen für Erwachsene die Ansteckungsgefahr an zB. Grundschulen verringert wird. Durch 2G wird ja weniger getestet. Geimpfte Erwachsene können infiziert sein, ihre Kinder anstecken und diese tragen die Infektion wie bisher in die Schule. Fällt erst beim Test der Kinder auf – genauso wie bisher.

  6. Jau, NRW spendiert den Getesteten, die sich gönnerhaft überall infizieren dürfen, ohne dabei vor schweren Verläufen geschützt zu sein (außer durch schicksalsbedingte günstige Faktoren, auf die man aber nicht sicher bauen kann), 20 weitere Ecmo-Betten! 20!!!

    Bloß keinen Druck aufbauen, stattdessen die Leute mit großzügiger Manier in einen potenziell schweren Verlauf rennen lassen. Corona basiert eben nur auf Spekulationen der Wissenschaft (so formulierte es jemand von der AfD und wurde dafür von Laschet ausdrücklich gelobt). Es lassen sich Freiheiten zum Selbstschutz oder zum Schutz von anderen nicht einfach so aufgrund von Spekulationen einschränken, jedenfalls nicht in NRW. Nicht vor der Wahl. Die registrierten 4,55 Mio. Coronatodesfälle (die Dunkelziffer möchte ich nicht kennen) weltweit, die knapp 93.000 Coronatodesfälle in Deutschland unter Lockdowns und Bundesnotbremse … nichts als Panikmache auf Basis von Spekulationen!

    20 weitere Ecmo-Betten für den Glauben an Spekulationen und die Freiheit der ungeimpften Wählerschaft!

    Und nachher … wenn alles wieder anders kommt als vor den Wahlen angekündigt…kann man sich ja mal wieder entschuldigen. So einfach ist das. Fehler eingestehen – wenn man sein Fähnchen im Wind dreht – macht leider nichts ungeschehen, niemanden mehr lebendig!

    Ist das nun eine Pandemie der Ungeimpften oder ein Wahlkampf für Ungeimpfte? Im Ergebnis ist es wohl dasselbe! Sie ahnen nicht, was ihnen blüht…

  7. ‚Ungeimpfte gefährden Kinder‘ (…), populistischer kann es wenn dann nur die BILD.

    Nachweislich wären die Hochgeborenen zu Münster (2G) wohl weitaus ‚gefährlicher‘ für die Kinder gewesen.

    JEDER kann die Gesundheit der Kinder gefährden resp. jene infizieren, der seinen Verstand ausschaltet und sich bspw. nicht an einfachste Maßnahmen im Alltag hält.

    Naja, das superspreading der 2G’s wird uns allen dann bald eine Mutation bescheren, nach der wir dann wieder so ganz am Anfang stehen!

    • Doch schon gefährden Ungeimpfte neben den gesundheitlich möglichen Folgen für die Kinder auch den Präsenzunterricht der Kinder, weil Ungeimpfte die Viren mit voller Last weiterverbreiten und obendrein die Gefahr größer als bei Geimpften ist, selbst einen schweren Verlauf zu erleiden. Viele schwere Verläufe bedeuten eine Überlastung der Intensivstationen. Eine Überlastung der Intensivstationen führt zu Lockdowns zwecks Eindämmung des Infektionsgeschehens. Das geht ja gar nicht anders. Sonst würde es zu einem Massensterben der chronisch und akut Schwerkranken auch jenseits von Covid-19 und Notfällen kommen (Triage). Da muss man dann alles dicht machen. Die Ungeimpften riskieren ganz einfach den Präsenzunterricht!

      • @Viva: Bevor ich auf Ihre Argumentation eingehe, vorab: Ich befürworte eindeutig die Impfung bei Erwachsenen, insbesondere ab einem gewissen Alter und unabhängig vom Alter im Falle von Risikofaktoren.
        Ihre Argumentation enthält zwei Teile: Bzgl. Teil 1: „Ungeimpfte verbreiten die Viren mit voller Last“. Das erscheint mir etwas zu undifferenziert. Manche Ungeimpfte verbreiten die Viren stärker als andere. Kann man also nicht einfach so pauschalisieren. Aber es scheint in der Wissenschaft aktuell Konsens zu sein, dass Geimpfte im Falle einer Infektion nicht so lange infektiös sind wie Ungeimpfte. Von daher kann man dem schon zustimmen, dass Ungeimpfte im Zweifel stärker zur Ausbreitung beitragen als Geimpfte. Bei der Diskussion um 2G geht es jedoch darum, ob das dritte G – nämlich die Getesteten – ausgeschlossen werden sollen. Hier müssten Sie also eigentlich den folgenden Vergleich ziehen: Wie hoch ist das Verbreitungsrisiko unter ungetesteten Geimpften im Vergleich zu getesteten Ungeimpften. Ich denke, dann wird der Unterschied nicht mehr so klar sein.
        Zum Teil 2: „Ungeimpft -> Wahrscheinlichkeit für schweren Verlauf größer -> stärkere Auslastung von Intensivstationen -> Lockdown -> Schulen zu“. Auch hier muss man als erstes sagen, dass dies vor allem auf bestimmte Altersgruppen und Personengruppen zutrifft, die bestimmte Risikofaktoren mitbringen. Zum anderen geht es letztlich um die Frage nach 2G vs. 3G. Wenn man bspw. eine Impfpflicht im Gesundheitssektor durchsetzt, kann dies zur Kündigung einiger Pflegekräfte führen (wie in den USA der Fall), wobei die Kliniken oft jetzt schon unterbesetzt sind. Auch dann hätte man die folgende Argumentation: „Impfpflicht im Gesundheitssektor -> Kündigung von einem kleinen Teil von Pflegekräften -> Weniger Kapazität auf Intensivstationen -> schnelleres Volllaufen der Intensivstationen -> Lockdown -> Schulen zu“.
        Eine höhere Impfquote, vor allem derjenigen mit höheren Risiko, ist sicherlich zu fördern. Über Zwang – ob direkt oder indirekt über den Ausschluss aus dem sozialen Leben – wird man m.E. nicht viel erreichen.

        • Das ist ja auch klar, dass Geimpfte nicht so lange infektiös sind, da sie die Infektion schneller und besser bekämpfen/abwehren können als Ungeimpfte, die zum ersten Mal erkranken.

          Wie groß neben der Dauer der Ausscheidung der Virenlast der Unterschied beim Verbreitungsrisiko von ungeimpften Getesteten und ungetesteten Geimpften ist, lässt sich erahnen, wenn man die Unsicherheit der Tests und die liegt bei den Schnelltests zwischen 40 bis 60 % (ein frischer PCR-Test trägt dabei allerdings nur den Zeitfaktor als Risiko) und die Wahrscheinlichkeit, sich trotz Impfung anzustecken (ich weiß jetzt grad nicht, ob 20 % der letzte Stand sind) vergleicht. Darum geht es aber nicht nur. Es geht darum, dass Geimpfte weniger zu schweren Verläufen neigen als Ungeimpfte. Und wenn es bei scheinbar „coronastarken“, ungeimpften Menschen (keine Risikogruppe, geringes Alter) nur 10 % mehr schwere Verläufe wären als bei Geimpften, sind das zig Tausende, die unnötigerweise schwer erkranken (und die es nicht für wahrscheinlich gehalten hätten, auf einer Intensivstation zu landen). Wenn man zurückblickt, dass bei 5000 bis 6000 Corona-Intensivpatienten das Land „dicht“ gemacht wurde, ist das vorhandene Polster, auf das man (sich) setzt, nicht dick. Kommt auf die Anzahl der schweren Verläufe an und die hängt von der Impfquote nachweislich ab! Anders und sicherer für das Gesundheitssystem sähe es bei derzeit höherer Impfquote aus. Aber um die geht es ja … die ist eben im Moment nicht hoch genug.

          Was Kündigungen von Pflegepersonal im Falle einer Impfpflicht angeht, da bin ich leider komplett raus. Wer in einem solchen Beruf arbeitet, hat die Pflicht, die vulnerablen Menschen, die er umsorgt, zu schützen. Wer das nicht gewährleisten kann, hat in meinen Augen seinen Beruf verfehlt. Mal abgesehen davon, dass es für das Pandemiegeschehen nicht förderlich ist, nicht geimpft zu sein und Ungeimpfte unabhängig von ihrem Beruf schlussendlich wieder die Situation in den Krankenhäusern anheizen (s.o.), wofür von allem wieder mehr benötigt wird (insbesondere Intensivpflegepersonal).

          Über indirekten Zwang kann man die Impfquote erhöhen … über direkten sowieso. Darum geht es. Nur das will man erreichen! Gerade die, die in einer Coronainfektion keine Gefahr für sich selbst erkennen können, werden niemals einsichtig sein, wenn sie nicht einen persönlichen Nutzen darin sehen. Die, die sich aus der Verantwortung für sich selbst und andere impfen lassen, haben es längst getan!

          • „Das ist ja auch klar, dass Geimpfte nicht so lange infektiös sind, da sie die Infektion schneller und besser bekämpfen/abwehren können als Ungeimpfte, die zum ersten Mal erkranken.“

            GEIMPFTE:
            Wie lange hält der Impfschutz – und braucht es die Auffrischung wirklich?
            Die Studien sind bisher nicht abgeschlossen, aber könnte es nicht auf eine jähliche Auffrischungsimpfung (wie Grippe) hinauslaufen?

            Dann wären die Ü80; danach Ü70, dann Ü60 usw. wieder mit der Auffrischungsimpfung dran und bei dem bekannten Impftempo sind dann die U60 erst geimpft wenn die erste Frühlingsduft durchs dauerhaft geöffnete Fenster weht und keiner konnte es dann vorhersehen oder erahnen.
            Ausbaden dürfen dies die U20, zumeist Schüler oder KiTagruppen die bekanntlichg die Infektionen „viel leichter wegstecken und weniger ausgeprägt erleben“ wenn man MP´s und KMs ´glaubt.

            GENSENE:
            Die Antikörper sind bereits nach wenigen Monaten über Tests igG Nc / S1) und igS oftmals nicht mehr nachweisbar.
            Gemeint sind doch Genesene als zweite „G“-Gruppe, die dann auch zeitnah die zweite Impfung bekommen (sollten), da die erste Impfung durch die durchlaufene Infektion ersetzt wird.
            Hier werden diese Personengruppen zumindest mangels Aufklärung längerfristig in eher falscher Sicherheit gewogen.

            Verantwortliches rücksichtsvolles Verhalten bei 2G wäre auch als Geimpfter oder Genesener freiwillig einen POC-Test (Selbsttest) mitzumachen. Denn ist man infektiös getestet, schlimmer noch zeigt Infektsymptome, dann hat man etwa schon zwei Tage zuvor munter seine Virenlast an ALLE im Umfeld (Mitschüler /ÖPNV/Sport/Freizeit/Gastro) verteilt.
            Dies wird leider nur selten publiziert und stellt für weiterführende Schulen eine unterschwellige Gefahr dar.

      • „Die Ungeimpften riskieren ganz einfach den Präsenzunterricht!“

        Genau! Und das „unbeschwerte“ Leben der 2G’s beschleunigt in keiner Weise die Mutation…

        • Also, ich persönlich bleibe auch geimpft „auf der Hut“ und möchte mich möglichst nicht anstecken. Deswegen verzichte ich auch aufs Zappeln auf der Tanzfläche! 😉

          Am besten wäre es bezüglich der Entstehung von Varianten mit Sicherheit, alle wären zeitgleich geimpft. Aber das ist nicht möglich. Man bekommt ja bei allen freien Kapazitäten derzeit noch nicht einmal die Impfquote auf ein Maß hoch, das uns weiteres Unglück sicher vom Hals halten würde.

          Vor Escape-Varianten habe ich auch einfach nur Schiss! In dem Fall bleibt nur, darauf zu hoffen, dass die Impfstoffanpassung wirklich – wie angenommen – in kürzester Zeit (6 – 8 Wochen) funktioniert und der Impfprozess (mit der Erfahrung im Nacken) reibungslos funktioniert. Die üblichen Maßnahmen würden dann sowieso wieder eingeführt werden müssen im Impfprozess.

          Wir brauchen ganz einfach jetzt Glück, gerade dann, wenn viele Infektionen stattfinden und erst 62,8 % vollständig geimpft sind. Das Problem mit den Einschränkungen scheint wohl ein rechtliches zu sein: Es ist scheinbar zurzeit nicht möglich, die Freiheiten für Geimpfte und Genesene zu beschränken. Dazu gehört wohl auch das Zappeln auf der Tanzfläche. Eine impfstoffresistente Variante würde das aber sicher verändern. Eine verstärkte Möglichkeit für ihre Entstehung allein reicht wohl aber nicht aus.

    • Je mehr Virenlast entsteht, desto höher auch die Gefahr der Ansteckung. Gilt für beide „Impf“fraktionen.

      Allerdings ist die Gefährdung aller niedriger, wenn die Anzahl der Geimpften möglichst hoch ist. Alle geben weniger Virenaerosole ab. Alle stecken sich weniger an.

      Wie sagt man so schön: Die (hohe) Dosis macht das Gift aus.

      Aus diesem Grund sind besonders Erzieher und Erzieherinnen trotz Impfung durch bisher unimpfbare Kinder in Innenräumen stark gefährdet.
      Kann man natürlich abstreiten, die Logik jedoch führt genau zu diesem Szenario.

      Aber Luftfilter sind natürlich Firlefanz.

  8. Wundert mich ja fast nicht mehr, dass man geimpfte und genesene nicht mehr testen will.
    Konsequenz sieht anders aus.

    Würde man das alles wirklich ernst nehmen, dann würde strikt weiter getestet bis die Schwarte kracht. Stattdessen wird weiter suggeriert, dass impfen völlig ausreicht, wo man es egtl besser weiß bereits.

    Von daher macht 2g 1g so richtig wenig Sinn. Wobei mittlerweile bin ich soweit zu sagen „ja macht doch, aber testet die trotzdem!“ weil man dann wirklich mal ein realistischeres Bild kriegen würde, wie es wirklich aussieht.

    • „…dass man geimpfte und genesene nicht mehr testen will.“

      Ist mir da was entgangen?

      Ich dachte bisher:
      Geimpfte = Testbefreit
      Genesene ? Testbefreit
      Ungeimpfte = POC-Test und wenn positives Ergebnis dann PCR-Test

      Impfen schützt! Nicht vor einer Infektion, aber i.d.R. vor schweren Krankheitsverläufen und Longcovid wird noch untersucht.

      Der ganze an Schulen praktizierte Testblödsinn, egal ob 2 oder 3 Mal in der Woche NUR FÜR UNGEIMPFTE Ü12, nach dem Motto „testen schützt“ ist reine ******** (vorsichtshalber zensiert).

    • Von einer Berufsschulklasse ist mir jetzt zu Ohren gekommen daß sie immer noch am gemeinsamen Testen sind- das kostet nämlich auch Zeit und verkürzt den langweiligen Unterricht. In der betreffenden Berufsschulklasse ist ein Schüler genesen, alle anderen sind längst vollständig geimpft und alle bräuchten sich eigentlich nicht testen lassen.

  9. Das kommt davon, wenn man jemanden der nuschelt- ich sach ma‘ Till Schweiger – „Lass et“ sagen lässt. Alle anderen verstehen nur Laschet – dabei ist „Lass es“ im Sinne von „Hör bloß auf“ gemeint.

    „Geh Bauer“ ist auch so ein phonetisches Problem, das in der Völklinger Straße residiert.

  10. 2G macht ja insofern Sinn, dass man zumindest nicht „Ungeimpfte“ ansteckt, die ja Gefahr laufen schwer zu erkranken. Vielleicht sollte man das auch mal als „Schutz“ für die „Ungeimpften“ begreifen…..
    Man kann ja nun nicht die ganze Bevölkerung dauerhaft testen.

    • @Die Elfe
      als vollständig geimpfte Lehrkraft kann ich mit evtl. großer Virenlast eine ganze Klasse infizierten!
      Ich gebe Praxisunterricht , 6 Std. am Stück! Die Schüler bewegen sich viel im Raum, sitzen also nicht brav am Platz!
      Sollte ich mich dann weiterhin testen in Ihren Augen? Zu Lasten der Allgemeinheit ?
      Alle sollten sich weiterhin kostenlos testen lassen können!
      Viele Anordnungen sind in meinen Augen vollständig widersprüchlich, das fing schon mit dem “ Pragmatische Freifahrschein “ der Schüler über die Sommerferien hinweg in BW an!
      In der Zwischenzeit schüttle ich immer mehr den Kopf übertrügerische Sicherheit der Geimpften und wie man mit Ungeimpften umgeht!
      Ungeimpfte Schüler/ Kinder dürfen mit den geimpften Eltern in ein 2 G Restaurant?????????
      Wer versteht das noch?

      • Danke Karin für den Beitrag, doch noch jemand der eigenständig denkt!

        Wie das werden wird, meinen Enkeln mal von einem 3-Sterne-Restaurant zu erzählen, der lediglich nur 1G oder 2G – Gastronomie kennt.

        Apropos, dieses eine ‚G‘: Warum zum Geier werden Genesene (in offizieller Lesart) eigentlich bevorzugt behandelt? Nach all den Monaten/Jahren Pandemie muss man doch wirklich unvorsichtig, dumm oder beides sein, um jetzt als Genesener das ‚Leben in totaler Freiheit‘ fortzusetzen. Und jetzt bitte nicht das typisch, deutsche ‚davon haben wir nie etwas gewusst‘-Gebrabbel.

      • „Sollte ich mich dann weiterhin testen in Ihren Augen?
        Zu Lasten der Allgemeinheit ?“

        Klinke mich da einfach mal ein.
        a.) JA! Testen für ALLE wäre generell die richtige Wahl, wenn Mindestabstände, die in der Öffentlichkeit angewendet werden, in SCHULE nicht einzuhalten sind.
        b.) In Schule werden die Selbsttests gestellt und aktuell weiß man bei uns nicht mal mehr wohin mit dem ganzen Zeugs.
        Was spricht dagegen ALLE zu testen? Die Kosten tägt in SCHULE der Schulträger und bekommt doch die aufgewendeten Mittel ersetzt, die dazu nur einen Bruchteil der POC Bürgertests betragen.

        Wieviel wechselnde Kontakte haben Sie denn so an einem einzigen Schultag?
        Sicherheitsgefühl und Eigenschutz !?

        • @gehtsnoch
          Im Bereich Schulklassen 1- 3, da ich auch 2stündig oder 4stündig in Klassen bin.
          Nehme ich dazu noch meinen evtl. Pausenkontakt im viel zu kleinem, dadurch zu engem Lehrerzimmer , kämen noch 2- 3 x extra dazu.. Viele Lehrkräfte verbringen dort gerne ihre Pausen ( 1 x 20 Min., 1 x 10 Min., Mittagspause 45 Min. ) um sich auch einmal wieder zu sehen und auszutauschen. Ich meide diese Zusammenkünfte, obwohl ich sie auch sehr vermisse, aus bekannten Gründen!

  11. Weigerung und Lügen (die Kids im Interview) – und damit nicht wählbar!

    Der Mann benimmt sich wie ein Kind – Abstreiten, lügen, verweigern.

  12. Habe gerade gelesen (WAZ), dass Duisburgs OB Sören Link einen Brief an Laschet geschrieben hat, in dem er die 2G-Regel für ganz NRW mit Ausnahme der Bereiche der Daseinsvorsorge fordert, um nicht wieder einen Flickenteppich entstehen zu lassen, aber vor allem, um schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern. Die steigenden Infektionzahlen, zunehmenden stationären Behandlungen und insbesondere die wachsende Zahl der Todesfälle geben den Anlass.

    Wuppertal hat wohl auch schon eine Ausnahmegenehmigung für 2G für Fußballspiele im Stadion. Duisburg möchte auch eine Ausnahmegenehmigung beantragen, dennoch bittet der OB um eine einheitliche Regelung für ganz NRW.

    Top aus meiner Sicht!

  13. Die Inzidenz ist den 4. Tag in Folge gesunken, hieß es heute in den Nachrichten. Die Zahlen der Schwererkranken und Todesfälle bewegen sich auf niedrigem Niveau (nee, nee, traurig, aber keine schwere Krankheit ohne Todesfälle !!!).

  14. 2G ist eine Frechheit, Diskriminierung.
    Ich bin grad schwanger, für mich stand die Impfwahl nicht, da es nicht für mich empfohlen ist. Es gibt noch viele andere Gründe, wieso sich jemand nicht impfen lassen kann o will.

    Jetzt das Kindeswohl vorzuschieben, ist frech… Wo sind die Luftfilter, wo ist die freie Wahl für Präsenzpflicht etc??

  15. Das Thema aus schulischer Sicht betrachtet

    Zuerst etwas Mathematik:
    Das Gehirn einschalten + sachlich mit Genauigkeit feststellen + gezielt hinterfragen + vernünftig entscheiden + logisch denken + selbstlos Verpflichtungen annehmen = verantwortlich handeln.

    Offensichtlich (und spätestens nach der langen Pandemie-Zeit so gut wie bewiesen) kamen diese Fähigkeiten nicht im Kompetenzkanon der Lehrpläne, nach welchen Herr Laschet und andere Politiker unterrichtet wurden, vor.
    Dazuhin scheint Herr Laschet als praktizierender Katholik auch noch öfters in Religion geschwänzt zu haben (obwohl er sich doch oft genug als katholisch erziehender Vater beschreibt) – und fehlte ausgerechnet beim 8. Gebot „Du sollst nicht lügen“ (stark abgekürzt…) sowie beim Gebot der Nächstenliebe „[…] Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.“
    Beim Letztgenannten ist ihm wohl nur der Teil „wie dich selbst“ in Erinnerung geblieben, denn es lässt sich durch all die Jahre verfolgen, wann er stets „wie dich selbst“ gehandelt hat und seine Vorteile aus einer ganzen Anzahl von Situationen gezogen hat, was auch aus der Presse und anderen Medien bekannt, oder zwischen den Zeilen erschließbar ist.

    Wie bitte könnt Ihr, liebe KuK und Eltern erwarten, dass dieser Mensch anders handeln könnte, als er’s tut? Selbst wenn ihm der Herr ganz viel „Hirn“ herunterwerfen würde, wäre eine Änderung mehr als fraglich.

    Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Armin (Pardon, natürlich Hans) nimmermehr!

    Was uns bleibt ist ein Leben im Fatalismus – der Name „Laschet“ kann gegen die meisten anderen Namen aus dem Kultussektor und… und… ausgetauscht werden. Notfalls oben einfach die Konfession, und bei Bedarf in die feminine Personalform ändern. (gegendert beispielsweise in Geh-BauerIn et cetera)

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