GEW kritisiert KMK: „Keine gemeinsame Linie bei Maskenpflicht in der Schule“

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FRANKFURT/MAIN. Die GEW ist enttäuscht, dass sich die Kultusministerkonferenz (KMK) nicht auf eine gemeinsame Linie beim Thema „Maskenpflicht“ verständigt hat. „Es ist verständlich, dass sich viele Menschen wünschen, die Maskenpflicht im Unterricht grundsätzlich aufzuheben. Trotzdem bleibt die Maske in geschlossenen Räumen als ein Teil des Maßnahmenbündels zum Gesundheitsschutz abhängig vom Infektionsgeschehen sinnvoll. Sie leistet einen wichtigen Beitrag, Quarantänezeiten zu reduzieren oder auf diese zu verzichten“, sagte Anja Bensinger-Stolze, Leiterin des Organisationsbereichs Schule in der Gewerkschaft.

Auf oder ab? Regelt jedes Bundesland, wie es will (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Bensinger-Stolze wies auf die aktuelle Empfehlung von Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), hin, an den Maßnahmen zum Infektionsschutz in Schulen bis zum Frühjahr 2022 festzuhalten. „Wir wollen, dass die Schulen geöffnet bleiben. Gerade deshalb, das zeigt die aktuell steigende Zahl der Infektionen in Schulen, müssen die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz wie die AHA-Regeln, regelmäßige Tests, der flächendeckende Einbau von Luftfilteranlagen an den Schulen – eingebettet in vorhandene Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte – weiter strikt beachtet und die Impfkampagne voran getrieben werden. Das Zusammenspiel aller Maßnahmen zur Gesundheitsprävention bietet den bestmöglichen Schutz für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern sowie der Lehrkräfte. Wir müssen wachsam bleiben!“, unterstrich die Gewerkschafterin. „Die KMK blendet bei ihrer Einschätzung der Entwicklung des Pandemiegeschehens die bevorstehende kalte Jahreszeit und deren Risiken weitgehend aus.“

Die GEW begrüßt, dass sich die KMK für die Verstetigung des Digitalpakts ausgesprochen hat. „Das ist eine gute Nachricht für die Schulen, Kommunen und Länder. Allerdings muss jetzt alles getan werden, die digitale Kluft zwischen den Schulen zu schließen. Diese führe schnell zu einer sozialen Spaltung zwischen den Schülerinnen und Schülern“, betonte Bensinger-Stolze mit Blick auf die Ergebnisse der aktuellen GEW-Studie „Digitalisierung im Schulsystem 2021“, die die Organisation unlängst vorgestellt hatte (News4teachers berichtete).

„Die KMK muss ein Konzept entwickeln, wie die noch nicht so gut ausgestatteten Schulen bei der Digitalisierung unterstützt werden können. Die digitale Kluft zwischen den sogenannten Vorreiter- und Nachzüglerschulen muss überwunden werden. Hierfür bietet die GEW die Zusammenarbeit und ihre Expertise an.“ Einerseits müsse die Verteilung der Gelder besser gesteuert werden. Dort, wo viel fehlt, sollten mehr Ressourcen hinfließen. Andererseits müssten die Schulgemeinschaften jetzt Zeit zur Verfügung gestellt bekommen, um ihre Erfahrungen mit dem bisherigen Einsatz digitaler Medien auszuwerten und weiter zu entwickeln. Zudem seien die Lehrkräfte und Schulen zu entlasten, etwa durch die Einstellung von IT-Fachkräften. News4teachers

Wie im Märchen: Kultusminister erklären sich in der Corona-Krise für „erfolgreich“

 

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6 KOMMENTARE

  1. Herr Wieler hat sehr gute Arbeit in dieser außergewöhnlichen Phase geleistet und es ist unter aller Würde mit dem Finger auf Herrn Wieler zu zeigen. Die Kritikpunkte sollen erneut von den eigenen Schwachpunkten ablenken und man braucht nicht vor seiner Tür zu kehren. Das Herr Wieler in den Dreck gezogen wird und schlechte Stimmung betrieben wird, gegen seine Person und Arbeit ist unter aller SAU. Die KM und einzelne Personen haben gar keine Konsequenzen aus ihren Fehlentscheidungen und Fehltritten gezogen. Die Corona Phase an den Schulen ist von den KM und der Gesundheitsschutz so Menschenunwürdig vertreten worden. Herr Wieler besitzt noch Anstand und mahnt die Maskenaufhebung an und vertritt die letzten in der Reihe.https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-samstag-299.html#FDP-und-Gruene-unzufrieden-mit-Wieler Die Politik und KM hat haben in dieser schwierigen Lebensphase keine adequate Handlungfähigkeit aufgefahren. Nach der Wahl wird weiterhin Schmutzwäsche gewaschen und man hat keine Bereitschaft eine respektvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit anderen Personen. Da gibt es nicht zu verzeihen und man sollte sich an die eigene Nase fassen!

  2. Wie wird das eigentlich geregelt werden, wenn die eine Hälfte der Klasse geimpft oder genesen also immunisiert ist und in der anderen Hälfte die Positivtests für Dauerquarantänen sorgen:
    Kriegt dann die eine Hälfte Präsenzunterricht
    oder kriegt die andere Hälfte Distanzunterricht
    oder kriegt die Lehrkraft einen Burnout
    oder hat das Schuljahr insgesamt gut angefangen?

    • Tja, so interessante Fragen und keine Antworten in Sicht.
      Ich sag mal so: da bei uns in Bbg die SuS sich selbst zu Hause testen und die Eltern das Negativergebnis im Protokoll bestätigen, kann vieles im Verborgenen bleiben. Nichts genaues weiß man nicht (und wollen viele scheinbar auch nicht mehr wissen).

    • @Dil Uhlenspiegel
      wo ist das Problem?
      Aus KMK-Sicht hat das Schuljahr auf jeden Fall gut angefangen, kann gar nicht anders, so wie die Schulen auf jeden Fall offenbleiben. Wenn KuMis was beschließen, ist das so. Punkt. Realität ist denen noch nie dazwischengekommen.
      Man muss nur von vornherein klar definieren, was man am Ende herausbekommen will, nicht immer dieses unentschlossene Herumwielern und Herumdrosten, sich von solchen Unwägbarkeiten wie Inzidenzen und Co. abhängig zu machen, dann passt das schon – oder wird passend gemacht.
      Was für Positivtests sollten bei der ungeimpften Klassenhälfte für Dauerquarantänen sorgen?
      Bei den allerersten Anzeichen, die so eine nogo-Entwicklung erwarten lassen könnten, schafft man Tests oder Quarantänen (auch der tatsächlich Infizierten, die müssen sich im Unterricht vielleicht noch hinten ins Eck setzen und wieder Maske tragen) ab, sicherheitshalber am besten beides.
      Lehrer, die sich derart leicht aus der Bahn werfen lassen, von dem bisschen Pandemie einen Burnout zu bekommen, waren von Anfang an für den Job nicht geeignet. Wie gut, dass das jetzt endlich mal ans Licht kam. Kampf den Dunkelziffern!
      Gibt es irgendwelche Burnout-Anzeichen bei einem KuMi? Na eben, und die tragen eine riesige Last an Verantwortung auf ihren nicht im Mindesten gebeugten Schultern, hoch erhobenen Hauptes.
      Das nennt man echte Vorbildfunktion, Menschen, zu denen man selbst in tiefster Krise bewundernd aufschauen kann. So funktioniert Erziehung in Perfektion.
      Sagte da noch irgendein Lehrer was von Burnout? Na eben.
      Wo ist das Problem? Bei Verständnisschwierigkeiten gern einfach nochmal von vorne lesen.
      (Warning: Wer irgendwo Ironie gefunden zu haben meint – geschenkt)

  3. Die KMK war eigentlich noch nie imstande, irgendeine Vereinheitlichung zwischen den Bundesländern herzustellen. Dabei wäre das eigentlich ihre Aufgabe, wozu haben wir sie denn? Das ist eher ein bürokratischer Wasserkopf mit angeschlossener PR-Abteilung. Man schaue mal auf die vielen beschlossenen Fördermaßnahmen etwa für das Fach Deutsch. Kein KMK-Beschluss gilt unmittelbar im juristischen Sinne, vielmehr müssen die Länder erst einmal solche Beschlüsse übernehmen. Und das tun sie eben nur dann, wenn es ihnen in den (auch parteipolitischen) Kram passt.
    Andererseits: In USA gibt es ganz ähnliche Strukturen. Die einzelnen Staaten können da durchaus eigene Akzente setzen und müssen nicht national beschlossene Bildungsziele usw. übernehmen. Andernfalls hätte Trump vielleicht leichtes Spiel gehabt, allerlei umzukrempeln. Immer daran denken: Wenn ein Bundesland Unsinn macht, ist es schlimm, aber wenn die Zentralregierung Unsinn macht, ist es schlimmer.

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